EIOPA: Jahresbericht 2019

Am 15. Juni 2020 hat EIOPA ihren Jahresbericht 2019 veröffentlicht. Der Bericht stellt die wesentlichen Aktivitäten und Fortschritte in verschiedenen Bereichen dar.

Der Bericht hebt hervor, dass EIOPA auch 2019 der Beaufsichtigung des Versicherungs- und Rentenwesens nachgekommen ist. Dabei blieb sie kontinuierlich im Austausch mit den nationalen Behörden und weiteren Institutionen.

Folgende strategische Ziele hatte EIOPA u.a. vorab für das Jahr 2019 definiert:

  • Regulierung und Überwachung des Unternehmensverhaltens
    Besonders im Fokus standen die Aufsichtsaktivitäten im Bereich „Conduct of Business“. Dafür hat EIOPA verschiedene nationale Aufsichtsbehörden besucht, um die Conduct Regulierung in unterschiedlichen Ländern zu betrachten. Auch unternahm sie weitere Schritte zur Umsetzung eines intelligenten Regulierungsrahmens. Die Erfahrung der letzten Jahre verdeutlichen, dass Verhaltensfragen („Conduct Issues“) in Bezug auf fondsgebundene Versicherungen, Kreditlebens-/Kreditschutzversicherung und bei Zusatzversicherungsprodukten an Bedeutung gewonnen haben. Relevant ist weiterhin auch der Einsatz von Big-Data in der Kfz- und Krankenversicherung. EIOPA veröffentlichte außerdem einen Bericht über die Kosten und Performance von Versicherungs- und Pensionsprodukten. Dadurch wurde festgestellt, dass aufgrund der unterschiedlichen Merkmale der Produkte erhebliche Herausforderungen beim Leistungsvergleich bestehen.
  • Fokussierung auf qualitativ hochwertige, makroprudenzielle Aufsicht innerhalb der EU
    EIOPA hat diesbezüglich drei Schlüsselbereiche definiert: ein solider, intelligenter und robuster Regulierungsrahmen, die Verbesserung der Qualität der Aufsichtsinformationen und Erhöhung der Konsistenz der Aufsicht. Im Rahmen des Solvency II-Reviews wurden mögliche Inkonsistenzen analysiert. Ein Großteil der Arbeit konzentrierte sich daher auf die Identifizierung von Bereichen, in denen Handlungsbedarf besteht (siehe Bericht über Aufsichtstätigkeiten 2019). Zudem veröffentlichte EIOPA im September 2019 ihre Stellungnahme zur Nachhaltigkeit im Solvency II-Rahmenwerk (siehe Blog-Beitrag vom 4. Oktober 2019). Bei der Versicherungs-Vertriebsrichtlinie (IDD) führte EIOPA u.a. eine Überprüfung der Regeln für das Gemeinwohl durch.
  • Stärkung der finanziellen Stabilität des Versicherungssektors und betrieblichen Altersversorgung
    Darüber hinaus ermittelte EIOPA weitere Trends und Risiken, die negative Auswirkungen auf den Renten- und Versicherungssektor haben könnten. Dafür wurden Statistiken, Risk Dashboards und Berichte zur Finanzstabilität veröffentlicht.
    Nach der Einigung im Februar 2019 auf ein europaweit einheitliches Pensionsprodukt (Pan-European Personal Pension Product, PEPP), wurden erste Arbeiten zur Ausgestaltung technischer PEPP-Leistungen eingeleitet.
    In Bezug auf Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAVs) lag der Schwerpunkt auf einer verhältnismäßigen Umsetzung der EbAV-II Richtlinie in ganz Europa. Dazu wurden im vergangenen Jahr vier Stellungnahmen veröffentlicht (Governance; praktische Implementierung; operationelle Risiken; ESG), die zum einen die Konvergenz der Aufsichtspraktiken sicherstellen und zum anderen die Ausrichtung auf die Nachhaltigkeitsziele der Gesellschaft fördern sollten. EIOPA führte außerdem Stresstests für EbAVs durch, die auch ESG-Risiken (Environment, Social, Governance) berücksichtigten.
  • Übergreifende Themen: Nachhaltigkeit, InsurTechs einschließlich Cyber-Risiken und Big-Data
    Weitere relevante Themen wie Nachhaltige Finanzen und Digitalisierung wurden aufsichtlich fortgeführt. Im Rahmen der Digitalisierung stand das Thema Cyber-Risiko im Fokus.

Auch im Jahr 2020 wird sich EIOPA auf die finanzielle Stabilität und den Schutz der Versicherungsnehmer konzentrieren. Dadurch soll die Widerstandfähigkeit des Sektors auch in der Zukunft sichergestellt werden.

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