EIOPA Konsultation: Beginn des Reviews der Standardformel

Mit der Veröffentlichung eines Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet. Die Konsultationsphase endet am 3. März 2017.

Sowohl die Solvency II Richtlinie 2009/138/EG als auch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 sehen einen formalen Überprüfungsprozess des neuen Versicherungsaufsichtsregimes Solvency II vor. Der Review der Standardformel ist bis Ende 2018 vorgesehen, wobei insbesondere die Methoden, Annahmen und Standardparameter überprüft werden sollen. Das Diskussionspapier ist der erste Schritt EIOPAs im Rahmen der Vorbereitung einer Antwort auf den Aufruf zur Stellungnahme (Call for Advice) der Europäischen Kommission, der im Juli 2016 erfolgte (vgl. auch Blog-Beitrag vom 25. Juli 2016).

Ziel der Überprüfung der SCR Standardformel ist die Sicherstellung eines proportionalen aber robusten, risikosensitiven und konsistenten Aufsichtsregimes. EIOPA strebt dabei eine Vereinfachung der Formel an.

Die Gliederung des Diskussionspapiers folgt der modularen Struktur der SCR Standardformel. EIOPA konsultiert sowohl übergreifende Aspekte der Standardformel als auch Vorschriften zu einzelnen Risikomodulen und Submodulen. Darunter sind das versicherungstechnische Risikomodul Leben und Nicht-Leben, das Ausfall- und Marktrisikomodul sowie die Risiko Submodule Katastrophenrisiko Nicht-Leben und Kranken. Außerdem fordert EIOPA von den Stakeholdern Input zu unternehmensspezifischen Parametern, der Verlustausgleichsfähigkeit von Latenten Steuern, der Risikomarge, und den Eigenmitteln.

Im Einzelnen geht das Konsultationspapier vor allem auf die folgenden Themen ein:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings in der Standardformel
  • Behandlung von Garantien, Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Volumenmaß für das Prämienrisiko
  • Beurteilung der Angemessenheit der Standardparameter für das Nicht-Leben Prämien- und Reserverisiko sowie für das Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko
  • Naturkatastrophenrisiko
  • Risiko vom Menschen verursachter Katastrophen
  • Krankenversicherungskatastrophenrisiko

EIOPA Vorsitzender Gabriel Bernardino betont, dass in diesem Stadium keine politischen Empfehlungen gegeben werden sollen. Diese werden erst im Laufe des Jahres 2017 in Diskussionsrunden mit relevanten Stakeholder Gruppen thematisiert. Bezüglich Themen, für die jährliche Berichtsdaten nicht erforderlich sind, sollen bereits Ende Oktober 2017 Empfehlungen gegeben werden. Ein „Final Advice“ soll bis Februar 2018 bei der Europäischen Kommission eingereicht werden.

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