ESA veröffentlicht Konsultation zum Entwurf eines technischen Standards zur Berichterstattung Gruppeninterner Transaktionen und Risikokonzentrationen

Am 22. Mai 2019 hat der Ausschuss der drei europäischen Aufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities, ESA) eine Konsultation zum Entwurf eines technischem Standards für die Berichterstattung von gruppeninternen Transaktionen und Risikokonzentrationen für Finanzkonglomerate nach Artikel 21a (2b) und (2c) der Richtlinie 2002/87/EC (FICOD) veröffentlicht. Dieser Entwurf richtet sich an beaufsichtigte Unternehmen und gemischte Finanzholdinggesellschaften eines Finanzkonglomerats.

Ziel des Entwurfs ist es, Reporting Templates zur Meldung gruppeninterner Transaktionen sowie Risikokonzentration für Finanzkonglomerate zu implementieren. Dies soll den Aufsichtsbehörden erleichtern, gruppenspezifische Risiken (insb. Ansteckungsrisiken) zu identifizieren und eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Finanzkonglomeraten verschiedener Mitgliedsstaaten zu schaffen. Finanzkonglomerate unterliegen einer zusätzlichen Beaufsichtigung auf Konglomeratsebene, sodass neben einer Überprüfung der Finanzlage der Gruppe, auch die Solvabilität und insbesondere die Risikokonzentration sowie gruppeninterne Transaktionen überwacht werden. Durch eine Harmonisierung der Reporting Templates sollen die Komplexität der Aufsicht und die damit verbundenen Kosten reduziert werden.

Versicherungsunternehmen müssen bereits unter Solvency II gruppeninterne Transaktionen melden, sodass diese Templates als Grundlage genutzt werden können und die Templates für Finanzkonglomerate auf den bestehenden Templates aufbauen. Insgesamt ist die Einreichung sechs verschiedener Templates gefordert, in denen neben aktienähnlichen Transaktionen, Schulden- und Vermögensübertragung, Derivate, außerbilanzielle Transaktionen, gruppeninterne Rückversicherung sowie Gewinn- und Verlusttransaktionen angegeben werden müssen.

Hinsichtlich der Meldeanforderungen zur Risikokonzentration sind drei Templates vorgesehen. Mit dem Template S.06 werden, ähnlich zu Solvency II, detaillierte Daten über Forderungen erhoben (jeweils aufgeschlüsselt nach Gegenparteien), sodass die Aufsichtsbehörden wesentliche Forderungen nach Gegenpartei und Risikoart identifizieren und überwachen können. Zudem ist eine Befüllung zweier Tabellen durch die Finanzkonglomerate erforderlich (S.07 – Länder der Währungsbranche und S.08 – Vermögens- und Klassenrating), die die Risikokonzentration auf Finanzkonglomeratsebene, jeweils aufgeschlüsselt nach Branchen, Ländern, Währungen sowie nach Anlageklassen und Ratings, darstellen.

Bis zum 15. August 2019 können Fragen und Anmerkungen zur Konsultation und den Templates übermittelt werden. Die Kommentare werden anschließend ausgewertet, bevor die Konsultation der Europäischen Kommission zur Billigung vorgelegt wird.

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