ITS zur Zuweisung externer Ratings zu einer objektiven Skala

Am 11. Oktober 2016 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die finale Durchführungsverordnung (DVO) mit technischen Durchführungsstandards im Hinblick auf die Zuweisung der Ratings externer Ratingagenturen zu einer objektiven Skala von Bonitätsstufen veröffentlicht.

Dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechend haben (Rück-)Versicherer beispielsweise bei der Berechnung der Solvenzkapitalanforderungen auf Ratings von externen Ratingagenturen (ECAI) zurückzugreifen. Gemäß Art. 109a SII-RL (2009/138/EG) haben die Europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA) in diesem Zusammenhang eine DVO zur Zuweisung von ECAI zu einer objektiven Skala von Bonitätsstufen erarbeitet. Ziel des objektivierten Zuweisungssystems nach der DVO ist es, unzumutbare Nachteile für ECAI, die beispielsweise erst kurz oder nur gering im Markt vertreten sind, zu relativieren und ein Gleichgewicht zwischen aufsichtsrechtlichem Ansatz und Wettbewerb der Ratingagenturen zu schaffen.

Eine Zuweisung muss laut Art. 111 (1) lit. n SII-RL in Einklang mit der Anwendung externer Ratings von ECAI bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Kredit- und Finanzinstitute stehen. Für die Zwecke der Berechnung der Solvenzkapitalanforderungen ist eine Zuweisung zu sieben Bonitätsstufen vorgesehen, während bei der Zuordnungsmethode für Kredit- und Finanzinstitute ein System von sechs Bonitätsstufen Anwendung findet. Aufgrund der geforderten Kohärenz erfolgt die Zuordnung auf Basis der Zuordnungsmethode für Kredit- und Finanzinstitute.

Der Anhang der neuen DVO umfasst eine Tabelle, in der die einzelnen Skalen externer Ratingagenturen (wie z.B. Assekurata, S&P) einer objektiven Skala mit sechs Stufen zugewiesen werden. Das Zuweisungssystem berücksichtigt sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren.

Die DVO ist verbindlich und unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten seit dem 31. Oktober 2016 in Kraft getreten. In Zukunft soll die Zuweisung der Ratings kontinuierlich aktualisiert werden, um Änderungen der quantitativen Daten Rechnung zu tragen.

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