BaFin aktualisiert Hinweise zum Solvency II-Berichtswesen

Die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 4. Februar 2019 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen f√ľr Erst- und R√ľckversicherungsunternehmen sowie Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 ver√∂ffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die im Jahr 2018 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung.

Die Hinweise zum Solvency-II-Berichtswesen in der Fassung vom 4. Februar 2019 sind erstmalig f√ľr das Jahresberichtswesen 2018 und f√ľr das viertelj√§hrliche Berichtswesen ab dem 1. Quartal 2019 verbindlich zu beachten. Die BaFin weist daraufhin, dass inhaltliche √Ąnderungen vor formalen √Ąnderungen zu ber√ľcksichtigen sind.

√Ąnderungen und Erg√§nzungen zur vorherigen Fassung vom 14. Dezember 2017 sind neben redaktionellen √Ąnderungen im Wesentlichen die Folgenden:

√Ąnderungen der Hinweise zur quantitativen Berichterstattung

√Ąnderungen der Hinweise zum quantitativen Berichtswesen beziehen sich u.a. auf die Voraussetzungen zur Einordnung von qualifizierten Schuldtiteln in den Complementary Identification Code (CIC) 1 (Ausweis unter den Staatsanleihen) unter Ber√ľcksichtigung von W√§hrungsaspekten. Als Beispiel f√ľr das Vorliegen einer qualifizierten Garantie wird dabei explizit auf EUR-Emissionen der Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau (KfW) hingewiesen. Keine Erw√§hnung in diesem Sinne erfahren hingegen u.a. die in der Branche oft diskutierten Emissionen mit zugrundeliegenden Garantien der Bundesl√§nder.

Weiterhin spezifiziert die BaFin erforderliche Angaben innerhalb ausgew√§hlter quantitativer Berichtsformate (QRTs), bspw. f√ľr die QRTs S.06.02 (Liste der Verm√∂genswerte) und S.11.01 (Sicherheiten). Die zus√§tzlichen Hinweise betreffen u.a. erforderliche Angaben zu Emittenten-Codes, Bonit√§tsstufen sowie Grundpfandrechtliche Sicherheiten.

√Ąnderungen der Hinweise bez√ľglich des Berichtes √ľber die Solvabilit√§t und Finanzlage (SFCR)

In Bezug auf die im SFCR darzustellenden Vergleiche zum Vorjahr stellt die BaFin heraus, dass diese lediglich erforderlich sind, sofern dies ausdr√ľcklich verlangt wird. Die relevanten Anforderungen werden durch die BaFin genannt und k√∂nnen der Neufassung entnommen werden.

Weiterhin konkretisiert die BaFin die Anforderungen zur Berichtspflicht bei Angabe signifikanter Beschr√§nkungen der Fungibilit√§t und √úbertragbarkeit anrechnungsf√§higer Eigenmittel zur Deckung des SCR auf Gruppenebene; insbesondere hat eine Angabe zur Definition der ‚Äěsignifikanten Beschr√§nkung‚Äú zu erfolgen. Dar√ľber hinaus ist u.a. anzugeben, welche Eigenmittelbestandteile nicht zur Deckung angerechnet werden k√∂nnen und welche Gegebenheit diesem Sachverhalt zugrunde liegt.

√Ąnderungen der Hinweise bez√ľglich des regelm√§√üigen aufsichtlichen Berichts (RSR)

In Bezug auf o.g. Hinweise zum SFCR wird f√ľr den RSR erg√§nzend angemerkt, dass die Berichterstattung deutlich detaillierter zu erfolgen hat.

Sofern die interne Revision im Rahmen der Revisionspr√ľfung wesentliche Feststellungen identifiziert hat, sind diese in die Berichterstattung im Rahmen des RSR aufzunehmen. Dabei ist die Wesentlichkeit der Feststellungen nicht ausschlie√ülich nach unternehmensinternen Kriterien zu beurteilen. √úber Feststellungen ist zu berichten, sofern die Auswirkungen dieser auf das Unternehmen von potentiellem Interesse f√ľr die Aufsichtsbeh√∂rde sind.

Bei der Darstellung der wesentlichen Risikoexponierungen im RSR ist u.a. explizit auf den Einfluss der Geschäftsstrategie auf die Risikoexponierung einzugehen.

In Bezug auf die Frequenz des RSR wird pr√§zisiert, dass es der Aufsichtsbeh√∂rde, unabh√§ngig von der mindestens alle drei Jahre zu erfolgenden Berichterstattung, zum Ende eines jeden Gesch√§ftsjahres zusteht, die Vorlage eines RSR zu verlangen. Weiterhin ist f√ľr Gesch√§ftsjahre, in denen ein Unternehmen keinen RSR vorzulegen hat, ein √Ąnderungsbericht zu erstellen und einzureichen, welcher die wesentlichen √Ąnderungen im Gesch√§ftsjahr einschlie√ülich deren Ursachen und Folgen u.a. betreffend die Gesch√§ftst√§tigkeit, das Gesch√§ftsergebnis und das Governance-System erl√§utert.

√Ąnderungen der Hinweise bez√ľglich des ORSA-Berichts

√Ąnderungen der Hinweise bez√ľglich des ORSA-Berichts betreffen insbesondere die Beurteilung des Gesamtsolvabilit√§tsbedarfs. In diesem Zusammenhang werden u.a. Beispiele f√ľr Risiken, welche aufgrund ihrer Materialit√§t ggf. im ORSA zu ber√ľcksichtigen sind, gegeben (z.B. IT-Risiken, politische Risiken). Auch wird darauf hingewiesen, dass bei Verwendung (partieller) interner Modelle auf Wechselbeziehungen zwischen Risiken, die innerhalb und au√üerhalb des Modell-Anwendungsbereichs liegen, einzugehen ist.

Weitere erg√§nzende Hinweise betreffen i.W. die Beurteilung der jederzeitigen Einhaltung der aufsichtlichen Kapitalanforderungen und der Anforderungen an die vt. R√ľckstellungen sowie die Beurteilung der Signifikanz der Abweichung des Risikoprofils von denen der SCR-Berechnung zugrundeliegenden Annahmen.

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