BaFin veröffentlicht Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Am 20. Dezember 2019 hat die BaFin die endgültige Fassung ihres Merkblatts zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht. Das Merkblatt erschien am 15. Januar 2020 ebenfalls in englischer Sprache.

Im September 2019 stellte die BaFin den Entwurf des Merkblatts zur Konsultation, sodass bis zum 3. November 2019 hinsichtlich des Entwurfs Stellung genommen werden konnte (siehe Blogbeitrag vom 25. September 2019). Die nun veröffentlichte finale Version des Merkblatts unterscheidet sich jedoch nur geringfügig von der Entwurfsfassung. Im Wesentlichen betont die BaFin verstärkt, dass es sich bei den Inhalten des Merkblatts um Good-Practice-Ansätze handelt, die jedoch nicht verpflichtend umzusetzen sind.

Der Anwendungsbereich des Merkblatts erstreckt sich auf alle von der BaFin beaufsichtigten Unternehmen. Ziel der BaFin ist die Unterstützung der Unternehmen durch die Erläuterung unterschiedlicher Good-Practice Ansätze und Leitfragen. Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen eine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken sicherstellen und diese dokumentieren.

Nachhaltigkeitsrisiken werden von der BaFin jedoch nicht allein durch Klimawandel und umweltbezogene Risiken definiert. Vielmehr sind alle Dimensionen von ESG-Risiken (Environmental, Social and Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) zu berücksichtigen. ESG-Risiken können sich in direkte Folgen bspw. durch den Klimawandel (physischen Risiken), durch Risiken im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft (Transitionsrisiken) und durch Reputationsrisiken (indirekten Risiken) äußern.

Bei der Berücksichtigung dieser Risiken ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der von der Überprüfung und ggf. Anpassung der Geschäfts- und Risikostrategie über die Eingliederung in die Geschäftsorganisation bis hin zum eigentlichen Risikomanagement geht.

Mit der zeitnahen Veröffentlich des Merkblatts unterstreicht die BaFin ihre Absicht, Nachhaltigkeit in der Finanzbranche zu einem aufsichtsrechtlichen Schwerpunktthema zu machen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */