EIOPA – Performance Szenarien zum PRIIPs Verbrauchertest

Am 7. August 2019 haben die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs), welche sich aus der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Finanzmarktaufsicht (ESMA) und Versicherungsaufsicht (EIOPA) zusammensetzten, einen Brief an die EU-Kommission veröffentlicht. In diesem nehmen sie Bezug auf einen Verbrauchertest, den die EU-Kommission zu den PRIIPs Vorgaben durchführen möchte, und sprechen sich gegen die Einschränkung der Performance Szenarien aus.

Diese Performance Szenarien stellen mögliche Verläufe von Wertpapieren dar, welche den Verbrauchern dabei helfen sollen Investmentprodukte zu verstehen und zu vergleichen.

Die ESAs hatten am 23. Mai 2019 verschiedene Darstellungsformen der Performanceszenarien für den Verbrauchertest vorgeschlagen, welcher im Rahmen des Level 2 Reviews der PRIIPS Regulierung durchgeführt werden soll. Dieser Test soll die Konsultation und Überarbeitung der PRIIPs Verordnung bis Januar 2022 unterstützen.

Folgende sechs Darstellungsformen der Performanceszenarien wurden von den ESAs genannt:

  • 1) Zukunftsszenarien: Hierzu wurde eine überarbeitete Struktur der bestehenden Tabelle mit den jeweiligen Szenarien von den ESAs vorgeschlagen. Die Darstellung der Zukunftsperformance für jedes der drei Investmentprodukte (Funds, Strukturierte Wertpapiere, Versicherungsbasierte Investmentprodukte) stellt das aktuelle Key Information Document (KID) dar, anhand welchem Anleger einen Überblick über das Verhalten des Anlageprodukts bekommen sollen.
  • 2) Informationen über die historische Performance.
  • 3/4) Die Darstellungsformen drei und vier beinhalten „Was wäre wenn“ Szenarien für strukturierte Produkte.
  • 5) Darstellung fünf beschreibt Wahrscheinlichkeitsgewichtete Performance Szenarien für Versicherungsbasierte Investmentprodukte.
  • 6) Da die EU-Kommission Bedenken über die Länge der Darstellung fünf geäußert hatte, wurde eine sechste Darstellung genannt, welche durchschnittliche Vergangenheits-Performances mit unterschiedlichen Zeiträumen darstellen soll, um auch langfristige versicherungsbasierte Produkte zu beschreiben.

Die vorgeschlagenen Darstellungen vier, fünf und sechs wurden am 19. Juli 2019 von der EU-Kommission abgelehnt, da diese nicht eindeutig oder zu umfangreich wären. In diesem Zusammenhang wurde von der EU-Kommission darauf hingewiesen, dass auch die ESAs Interesse an einer effektiven und zeitgerechten Überarbeitung der PRIIPs Verordnung hätten.

In ihrem Antwortschreiben vom 7. August 2019 erklären die ESAs, dass sie eine Einschränkung des Umfangs als verpasste Chance sehen, insbesondere da ein Verbrauchertest die besten Ergebnisse erzielen wird, wenn viele verschiedene Varianten getestet werden. Da sie zudem der Meinung sind, dass die vorgeschlagenen Darstellungsformen alle durchführbar sind, ziehen die ESAs in Betracht diese in ihre anstehende Konsultation aufzunehmen, unabhängig davon, ob die EU-Kommission die Darstellungen in ihren Verbrauchertest aufnimmt.

Abschließend bieten die ESAs an, auch Hinweise zu der Level 1 Regulierung zu geben, um auch bei der Überprüfung des Key Information Documents (KID) zu unterstützen.

 

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