EIOPA zur Konsultation der Digital Finance Strategie der EU-Kommission

Am 29. Juni 2020 veröffentlichte EIOPA ihre Reaktion auf die Konsultation der EU-Kommission zur Strategie für digitale Finanzen.

Alle Antworten auf die am 3. April 2020 veröffentlichten Konsultation sollen in die bevorstehenden Arbeiten an einer digitalen Finanzstrategie sowie einem FinTech-Aktionsplan einfließen. Ziel ist es, alle Markt- und Technologieentwicklungen zu berücksichtigen, die sich in naher Zukunft auf den Finanzsektor auswirken könnten.

„Digital Finance“ beschreibt die Auswirkungen neuer Technologien auf die Finanzdienstleistungsbranche. Künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke, maschinelles Lernen, mobile Anwendungen, Distributed-Ledger-Technologie, Cloud Computing und Großdatenanalyse haben bei Finanzinstitutionen zu neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen geführt. Diese neue Finanztechnologien können den Zugang zu Finanzdienstleistungen erleichtern und die Effizienz des Finanzsystems verbessern. Die Kommission untersucht im Rahmen der Konsultation, wie der Finanzsektor von neuen Technologien profitieren sowie gleichzeitig für Verbraucher und Anleger sicher bleiben kann. Außerdem gab die Europäische Kommission im Jahr 2018 im Rahmen des „Digital Finance“ einen Aktionsplan zu FinTech aus, um einen wettbewerbsfähigeren und innovativeren europäischen Finanzsektor zu fördern. Der Aktionsplan legt Schritte fest, die die Kommission ergreifen will, um innovative Geschäftsmodelle auf EU-Ebene zu ermöglichen, die Einführung neuer Technologien wie Blockchain, künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste im Finanzsektor zu unterstützen und die Cybersicherheit und Integrität des Finanzsystems zu erhöhen.

In ihrer jetzt veröffentlichten Antwort hebt EIOPA hervor, dass ein solider Ansatz für Finanzinnovationen ein Gleichgewicht zwischen der Förderung von Finanzinnovationen und der Gewährleistung eines gut funktionierenden Rahmens für Verbraucherschutz und Finanzstabilität schaffen sollte. Gleiche Wettbewerbsbedingungen und technologische Neutralität sind von entscheidender Bedeutung. 

Es werden drei Bereiche für potenzielle Verbesserungen genannt. EIOPA betont, dass die Versicherungsregulierung zweckmäßig sein muss. Aus diesem Grund schlägt sie die Einführung von Verbesserungen und Klarstellungen vor, um zu verstehen, welche Chancen und Risiken neue Technologien und Geschäftsmodelle für Versicherungen mit sich bringen. Des Weiteren sollte die Nutzung von Daten auf gemeinsamen und transparenten ethischen Grundsätzen beruhen. Daher arbeitet EIOPA bereits mit Expertengruppe für digitale Ethik im Versicherungswesen zusammen, um Klarheit über Fairness, Erklärbarkeit und Governance-Aspekte in der künstlichen Intelligenz und in ähnliche Anwendungsfällen zu schaffen. Als abschließenden Punkt wird die entscheidende Bedeutung des Zugangs zu relevanten Datensätzen für Versicherungen betont. So ermutigt EIOPA die Europäische Kommission beispielsweise die Übertragbarkeit von Daten zwischen verschiedenen Plattformen zu fördern, um Lock-in-Effekte zu reduzieren und die Möglichkeiten der Verbraucher, zwischen Anbietern zu wechseln, zu verbessern. Als weiteres Beispiel werden Daten von Cyber-Vorfällen angeführt. Ein gemeinsames Rahmenwerk könnte hier von entscheidender Bedeutung sein, um Wissen sowie Erfahrungen über Vorfälle auszutauschen und somit die Entwicklung und das Wachstum soliden Zeichnungspraktiken zu fördern. 

Im Rahmen dieser Konsultation ist die Europäische Kommission daran interessiert, die Ansichten eines breiten Spektrums von Interessengruppen zu erhalten. Neben der EIOPA sind Stellungnahmen der zuständigen nationalen Behörden, der Europäischen Zentralbank, der EU-Finanzindustrie, FinTech-Organisationen, Verbraucherorganisationen, und Technologieexperten zu erwarten.

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