European Sustainable Finance Summit: Aufruf zu mehr nachhaltigen Investitionen

Am 28. September 2020 fand der European Sustainable Finance Summit (ESFS) statt, organisiert durch das Green and Sustainable Finance Cluster Deutschland (GSFC). Der internationale Kongress steht, vor dem Hintergrund der deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft, unter der Schirmherrschaft des Bundes. Darin diskutierten Vertreter aus Finanzbranche, Realwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ĂŒber die Finanzierung nachhaltigen und klimaneutralen Wachstums, sowohl auf nationaler, als auch auf europĂ€ischer Ebene. Entscheidende Themen waren dieses Jahr unter anderem:

  1. Strategien fĂŒr einen nachhaltigen Finanzsektor
  2. Die Rolle von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden
  3. Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken – Messung und Operationalisierung
  4. Die Notwendigkeit grĂŒner EU-Anleihen im Rahmen des EU-Green Bond Standard (EU-GBS)

Eröffnet wurde der Kongress durch Olaf Scholz (Bundesminister der Finanzen) und Svenja Schulze (Bundesministerin fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit). In ihren Statements forderten beide von Banken, Versicherungen und Investoren, mehr in Nachhaltigkeit und KlimaneutralitĂ€t zu investieren.

Grund fĂŒr den Aufruf war die im Vorfeld zum Kongress veröffentlichte Studie zur KonformitĂ€t der wirtschaftlichen AktivitĂ€ten europĂ€ischer Unternehmen mit der EU-Taxonomie. Die Studie befasste sich mit den 400 grĂ¶ĂŸten börsennotierten Unternehmen Europas (davon 17 Finanz- und Versicherungsunternehmen) und kam zu dem Ergebnis, dass derzeit zwar 20% der UmsĂ€tze Taxonomie-relevant sind, jedoch lediglich 2% Taxonomie-konform sind (bezĂŒglich ErfĂŒllung der Taxonomieanforderungen im Versicherungsbereich siehe Blog Beitrag vom 10. August 2020). Diese Diskrepanz begrĂŒnden die Verfasser der Studie damit, dass die relevanten WirtschaftsaktivitĂ€ten noch nicht dem anspruchsvollen Ambitionsniveau in Bezug auf den Klimaschutz entsprechen, den sich die noch in Entwicklung befindliche Taxonomie zum Ziel gesetzt hat. Diese ist ab dem 1. Januar 2022 gĂŒltig.

In ihrer Zielsetzung, nachhaltige Investitionen zu fördern, unterstĂŒtzt die Bundesregierung die europĂ€ische Sustainable Finance-Agenda. Dies wird als logische Konsequenz des Pariser Klimaabkommens und der UN-Nachhaltigkeitsziele angesehen. Daher grĂŒndete sie auch den Sustainable Finance-Beirat, dessen Aufgabe darin besteht, die Bundesregierung bei der Entwicklung und Implementierung einer nachhaltigen Finanzstrategie zu unterstĂŒtzen. Weitere Maßnahmen der Bundesregierung sind die nachhaltig agierende, staatliche KfW Bankengruppe, als eine der grĂ¶ĂŸten Förderbanken der Welt, sowie die Ausgabe von grĂŒnen Bundeswertpapieren. Mit letzteren stĂ€rkt der Bund die Transparenz ĂŒber grĂŒne Ausgaben im Haushalt und damit den Sustainable Finance-Standort Deutschland.

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