BaFin Auslegungsentscheidungen zu Säule 1 – Aktuarielle Themen Schaden-/Unfallversicherung

In unserem Blog-Beitrag vom 5. Januar 2016 haben wir auf die Auslegungsentscheidungen der BaFin rund um Säule 1 und 2 der seit 1. Januar 2016 geltenden Solvency II-Regeln verwiesen.

Im Folgenden gehen wir näher auf die Veröffentlichungen zu den aktuariellen Themen ein, welche die Schaden-/Unfallversicherung betreffen:

Beide Auslegungsentscheidungen stimmen inhaltlich mit den bereits im April 2015 erschienenen „Erläuterungen zur Anwendung von Solvabilität-II-Bestimmungen der Säule 1 in der Vorbereitungsphase“ überein (siehe auch Blog-Beitrag vom 9. April 2015). Nachfolgend werden die wesentlichen Aspekte der Auslegungsentscheidungen nochmal dargestellt.

Berechnung des NatCAT-Risikos für die Auto-Kaskoversicherung

Insofern die Deckung der Versicherungsverträge in der Auto-Kaskoversicherung die Gefahren Überschwemmung und Hagel beinhaltet, ist jeweils die gesamte Exponierung der Versicherungsverträge in den entsprechenden Risikomodulen des Naturkatastrophenrisikos zu berücksichtigen. Für die Länder und Regionen, für die das Naturkatastrophenrisiko anhand von Versicherungssummen bestimmt wird, kann der Zeitwert der versicherten Fahrzeuge als Versicherungssumme angesetzt werden. Versicherungsverträge können zu Portfolios zusammengefasst werden, wobei für die Bestimmung der Zeitwerte eines Portfolios Durchschnittswerte genutzt werden können.

Behandlung der Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr unter Solvency II

Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr (UPR) sind nach dem Grundsatz „Inhalt vor Form“ in die Unfall- und Lebensversicherungskomponenten zu entbündeln, welche den entsprechenden Segmenten der Lebens- und Nichtlebensversicherung zuzuordnen sind.

Wird für die Bestimmung des Gesamtbeitrags ein UPR Faktor als Vielfaches des Beitrags für die Unfallversicherung angesetzt, kann dieser genutzt werden, um für die Bestimmung der versicherungstechnischen Rückstellungen benötigte Zahlungsströme auf die verschiedenen Komponenten aufzuteilen. Hierzu weist die BaFin darauf hin, dass Rückzahlungsansprüche bei Tod des Versicherten oder bei Ablauf der Versicherung auf dem Gesamtbeitrag basieren.

Für die Berechnung der Standardformel ist die Unfallversicherungskomponente der UPR wie eine Unfallversicherung und die Lebensversicherungskomponente in Abhängigkeit von der Produktgestaltung (Kapitalversicherung, Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht oder fondsgebundene Lebensversicherung) zu berücksichtigen.

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