Finale Impact-Studie von VVA Consulting zu IFRS 17

In seiner Juli Sitzung vom 16.07.2020 hat das EFRAG Board diverse Themen in Zusammenhang mit dem draft endorsement advice (DEA) für IFRS 17 behandelt. Ergänzend hat VVA Consulting dem EFRAG Board die finale Studie zum Einfluss der Implementierung von IFRS 17 auf verschiedene Bereiche präsentiert (Paper 06-02 und 06-03).

In der von VVA aktualisierten und erneut vorgestellten Studie wurden zwischenzeitlich, die vom IASB verabschiedeten Änderungen von IFRS 17; weitere Konsultationen von Stakeholdern (z.B. Versicherer, Regulatoren); von EFRAG zusammengestellte Unterlagen und aktuelle quantitative Datenanalysen inkludiert.

Die Studie konzentriert sich hierbei auf nachfolgende vier Kernelemente:

Wettbewerb von Nicht-EU-Versicherern gegenüber EU-Versicherern

Aus der Studie ergibt sich, dass ein Wettbewerb am EU-Kapitalmarkt zwischen Versicherungsunternehmen, welche innerhalb und außerhalb der EU ansässig sind, in geringem Maße auftreten kann. Befragte Versicherer gehen davon aus, dass sich ein Wettbewerb am EU-Kapitalmarkt durch das volatile finanzielle Ergebnis von Lebensversicherungsunternehmen ergeben kann, da sich durch die GuV-Volatilität höhere Kapitalkosten zur Beschaffung von liquiden Mitteln am Kapitalmarkt ergeben. Zudem haben Unternehmen aus Ländern, in welchen der IFRS 17 Standard nicht angewendet wird, den Vorteil, dass sie sich die zu Beginn hohen Implementierungskosten sparen.

Entwicklung des EU-Versicherungsmarkts in Bezug auf Produktmix/-preise

Aus Sicht der Stakeholder hat die Finanzberichtserstattung kaum einen Einfluss auf den Produktmix oder -preise. Verträge mit einer langjährigen Vertragsdauer, wie z.B. Lebensversicherungsverträge könnten jedoch durch die Anwendung des neuen Standards betroffen sein. Aufgrund einer allgemeinen Abneigung gegenüber der GuV-Volatilität könnten Versicherungsunternehmen daher beschließen, auf Produkte/Geschäftszweige mit geringeren Auswirkungen auf die Volatilität auf das Endergebnis umzusteigen.

Entwicklung der Vermögensallokation von EU-Versicherern

Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Anwendung von IFRS 17 allein keine Auswirkungen auf die Vermögensallokation von Versicherungsunternehmen haben wird. Einige Versicherungsunternehmen berichten, dass Investitionen in Aktien und strukturierte Fonds nach der Anwendung von IFRS 9 an Attraktivität verlieren könnten, da IFRS 9 eine ordnungsgemäße Leistungsberichterstattung von Eigenkapitalinstrumenten möglicherweise verhindert. Die Meinungen darüber, ob diesbezüglich eine Alternative zu IFRS 9 erforderlich ist, um die langfristigen Investitionen von Versicherern darzustellen, gehen auseinander.

Wahrnehmung der Investoren hinsichtlich der Verständlichkeit der Finanzberichte

Es gibt unterschiedliche Ansichten über die potenziellen Auswirkungen von IFRS 17. Einige Branchenakteure glauben, dass IFRS 17, insbesondere auf kurze Sicht, zu Verwirrung auf dem Markt führen wird. Eine Mehrheit der Aufsichtsbehörden und einige Versicherungsunternehmen stellen weiterhin fest, dass der neue Rechnungslegungsstandard allerdings auf lange Sicht zu mehr Transparenz in der Finanzberichterstattung der europäischen Versicherungsgesellschaften führt. Folglich könnte die Versicherungsbranche attraktiver für Investoren und somit die Kosten für die Beschaffung von Eigenkapital auf lange Sicht reduziert werden.

Zusammenfassend erkennen die Stakeholder die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Implementierung des IFRS 17 Standards als positiv an, da die Einführung langfristig überwiegend Vorteile mit sich bringen wird. Das EFRAG Board hat durch die Studie, eine wirklich gute Reflexion der verhältnismäßig kleinen Auswirkungen von IFRS 17 auf die Wirtschaft, erhalten.

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