IAIS Issues Paper zur Digitalisierung am Versicherungsmarkt

Am 7. November 2018 hat das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) ein „Issues Paper“ über die zunehmende Digitalisierung am Versicherungsmarkt und die Auswirkungen auf den Endverbraucher veröffentlicht. Der IAIS bezieht sich dabei auf den Conduct of Business (Insurance Core Principle 19) und weist ferner darauf hin, dass die Auswirkungen der Digitalisierung länderspezifisch sind und die Entwicklung in jedem Land als individuell zu betrachten ist.

Beim Produktdesign von Versicherungen sieht das IAIS durch die Digitalisierung die Möglichkeit auch Kunden mit bisher geringer Nachfrage an Versicherungsschutz anzusprechen, beispielsweise durch „On-Demand“-Versicherung für (wiederkehrende) sehr kurze Laufzeiten oder mit selbstgenerierten Daten der Kunden über Telematiktarife in der KFZ-Versicherung. „On-Demand“-Produkte geben die Möglichkeit, dass Versicherungsschutz nur dann besteht, wenn der Kunde ihn benötigt. Es besteht so die Möglichkeit z.B. über eine App den Versicherungsschutz per Klick abzurufen und wieder abzubestellen – so kann sich der Kunde beispielsweise Schutz über eine Auslandsreisekrankenversicherung genau für den Aufenthalt im Ausland einkaufen.

In der Nutzung von Social Media sieht das IAIS die Chance, dass Versicherungsunternehmen die Zielmärkte einfacher und gezielter ansprechen können und so möglicherweise auch die Marketingkosten reduzieren können. Gleichzeitig sieht das IAIS das Risiko, dass diese Form der Kommunikation nicht transparent für alle Verbraucher sein könnte. Zudem könnte es den Verbraucher dazu verleiten nicht benötigten Versicherungsschutz abzurufen, wenn die Verbraucher über „sponsored Links“ oder „Highlights“ Angebote für Versicherungen erhalten. Das IAIS sieht das Risiko, dass die Endverbraucher ihren Bedarf in dieser Situation nicht eigenständig einschätzen können.

Das IAIS weist die Aufsichtsbehörden darauf hin, dass diese in der Aufsichtspraxis die Veränderungen durch die Digitalisierung überwachen sollten. Zum besseren Verständnis müssten die Aufsichtsbehörden „datengetriebener“ werden. Das Hauptziel der Aufsicht sollte eine Mischung aus neuen Innovationen und Schutz des Verbrauchers sein, denn neue Innovationen könnten positiv zur Compliance beitragen, gleichzeitig auch diskriminierend wirken und den Zugang zu Versicherungsschutz für einige Kundengruppen verwehren. Diese potentiellen Auswirkungen können im Application Paper on the Use of Digital Technology in Inclusive Insurance (IAIS, 12. November 2018) nachgelesen werden. Das Application Paper wurde von Februar bis März durch die IAIS konsultiert (siehe Blogbeitrag vom 16. Februar 2018) und am 12. November final veröffentlicht.

Für die Zukunft sieht das IAIS es für die Aufsichtsbehörden als Aufgaben neue Guidelines für die verantwortungsvolle Nutzung neuer Technologien für die Verbraucher zu veröffentlichen. Dazu möchte das IAIS zukünftig noch weitere Informationen zur Verfügung stellen.

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