IASB entscheidet im Januar-Meeting 2020 über weitere Änderungen an IFRS 17

Nachdem das IASB im Dezember bereits Entscheidungen über acht von 19 Themen (Liste mit den Themen), welche aus dem Feedback zum Exposure Draft resultieren, getroffen hat, wurden im Januar-Meeting nachfolgende Punkte diskutiert (Cover Note):

  1. Ausschluss vom Anwendungsbereich für Kreditkarten
  2. Übergangserleichterungen für die Risikominderungsoption
  3. Unternehmenszusammenschlüsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden
  4. Zwischenabschlüsse
  5. Vermögenswerte für Abschlusskosten aus dem Versicherungserwerb

1. Das IASB hat sich für den bereits im Exposure Draft vorgeschlagenen Ausschluss einiger Kreditkartenverträge aus dem Anwendungsbereich von IFRS 17 entschieden. Dies betrifft Kreditkartenverträge, welche der Definition eines Versicherungsvertrags entsprechen und bei denen gleichzeitig bei der Festlegung des Preises keine Einschätzung des mit einem einzelnen Kunden verbundenen Versicherungsrisikos berücksichtigt wird. Dabei wurden folgende ergänzende Änderungen beschlossen (Agenda Paper 2A):

  1. Ist der Versicherungsschutz ein Teil der Vertragsbedingungen des Kreditkartenvertrags, hat das Unternehmen:
    1. die Versicherungskomponente abzuspalten und nach IFRS 17 zu bilanzieren; und
    2. auf die restlichen Bestandteile des Kreditkartenvertrags entsprechende IFRS-Standards, wie z. B. IFRS 9, anzuwenden.
  2. Die Änderung wird ausgeweitet auf Verträge, die Kredit- oder Zahlungsvereinbarungen vorsehen und den ausgeschlossenen Kreditkartenverträgen ähnlich sind.

2. Nach Einschätzung des IASB Boards führt die Zulässigkeit einer rückwirkenden Anwendung der Risikominderungsoption zu erheblichen Kosten. Da auch das IASB Staff keine neuen zu berücksichtigenden Informationen im Hinblick auf die Kosten und den Nutzen identifiziert hat, beschließt das Board in Bezug auf mögliche Übergangserleichterungen für die Risikominderungsoption, das Verbot der rückwirkenden Anwendung der Risikominderungsoption unverändert in IFRS 17 zu überführen (Agenda Paper 2B).

3. Unter Berücksichtigung der Bedenken der Stakeholder ermöglichen die in der Dezember-Sitzung durch das IASB beschlossenen Übergangserleichterungen, Versicherungsverträge, welche in der Abrechnungsperiode vor dem Umstellungszeitpunkt auf IFRS 17 erworben wurden, als Schadenrückstellung (LIC) und nicht als Deckungsrückstellung (LRC) zu klassifizieren. Dennoch ist das Board der Auffassung, dass eine Ausnahmeregelung für derartige Verträge von den grundlegenden Vorschriften zu Komplexität für die Abschlussadressaten führt und eine Vergleichbarkeit mit anderen Transaktionen verringert. Aus diesem Grund entscheidet das Board, die Anforderungen in IFRS 17 für in der Abrechnungsperiode übertragene Versicherungsverträge und solchen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses übertragen wurden, unverändert beizubehalten (Agenda Paper 2C).

4. Weiterhin stimmt das Board dafür, die Vorschriften des IFRS 17.B137 bezüglich Zwischenabschlüssen so zu überarbeiten, dass ein Unternehmen (Agenda Paper 2D):

    1. ein Wahlrecht darüber ausüben muss, ob die Behandlung von in früheren Zwischenabschlüssen vorgenommenen Schätzungen bei der Anwendung von IFRS 17 in nachfolgenden Zwischenabschlüssen oder in der jährlichen Berichtsperiode geändert werden soll; und
    2. muss diese Entscheidung auf Unternehmensebene für alle ausgegebenen Versicherungsverträge und gehaltenen Rückversicherungsverträge anwenden.

5. Zur Behandlung von Vermögenswerten für Abschlusskosten im Übergangszeitpunkt, die im Zusammenhang mit übertragenen Versicherungsverträgen oder Unternehmenszusammenschlüssen stehen, hat das IASB wie folgt entschieden (Agenda Paper 2E):

    1. diese Vermögenswerte aus Abschlusskosten zum Übergangszeitpunkt zu identifizieren, anzusetzen und zu bewerten; und
    2. diese Vermögenswerte gesondert anzusetzen und mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten.

Next Steps:

Das IASB plant, alle restlichen, in der November-Sitzung beschlossenen Themen, in zukünftigen Sitzungen zu diskutieren (Liste mit den Themen). Bezüglich einer weiteren Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17 und einer Verlängerung der Aussetzung von IFRS 9 gibt das IASB Staff den Hinweis, seine Vorschläge hierzu voraussichtlich in der März-Sitzung vorzulegen.

Die nächste Sitzung des IASB findet in London vom 24. – 28. Februar 2020 statt.

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