EIOPA und BaFin schätzen die Folgen des Corona-Virus (COVID-19) für die Versicherungsbranche als erheblich ein

Die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA veröffentlichte am 17. März 2020 aus aktuellem Anlass eine Erklärung zum Einfluss des Corona-Virus auf den EU-Versicherungssektor. In dieser wurden insbesondere konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen von COVID-19 auf den Versicherungsbereich adressiert. Auch die BaFin veröffentlichte am gleichen Tag einen thematisch ähnlichen Fachartikel, in dem sie den Virus als „erhebliches Risiko für den Finanzsektor“ einstuft.

Versicherungsunternehmen werden in unmittelbarer Zukunft wahrscheinlich mit zunehmend schwierigen Bedingungen konfrontiert sein, sowohl bei der Bewältigung schwieriger Marktbedingungen als auch bei der Aufrechterhaltung des Betriebs. Gleichzeitig steht der Schutz von Mitarbeitern und Versicherungsnehmern an oberster Stelle.

Inhalte der EIOPA-Meldung

EIOPA verdeutlichte anhand eines 10-Punkteplans die erforderlichen strategischen sowie regulatorischen Maßnahmen der Versicherer. Die Maßnahmen werden in zwei übergreifende Bereiche, Geschäftskontinuität und Solvency II-Regulatorik, kategorisiert.

Insgesamt betont EIOPA die Angemessenheit der Solvency II-Regulatorik und die damit einhergehende Stabilität der Versicherungsbranche – auch gegenüber diverser Stressszenarien. Die Maßnahmen beschreiben insbesondere die in Solvency II festgelegten Handlungsstrategien der Versicherer zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Kapitalisierung. Zum Schutz der Versicherungsnehmer gilt die strenge Orientierung an den Solvency II-Regelungen, die eine Reihe von Instrumenten zur Risikominderung in einem solchen Schock-Szenario beinhalten. Die EIOPA und die nationalen Wettbewerbsbehörden sind bereit, diese Instrumente koordiniert einzusetzen.

Als zweiten thematischen Block verweist die EIOPA auf das Thema Business Continuity Management. Eine zentrale entlastende Maßnahme als Reaktion auf das Coronavirus ist die Verlängerung der Frist für das Impact Assessment um zwei Monate, auf den 1. Juni 2020.

Inhalte der BaFin-Meldung

BaFin-Präsident Felix Hufeld beschreibt die Pandemie als „erhebliche Belastung für die Finanzbranche“. Die Berufung einer internen Corona-Taskforce soll die möglichen Folgen des Corona-Virus abschwächen, wobei es aktuell als nicht systematisches Risiko eingestuft wird. Zum Schutz der Teilnehmer von Veranstaltungen hat die BaFin wichtige Branchenveranstaltungen kurzfristig abgesagt, u.a. auch die für März geplanten Committee Meetings der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden IAIS. Weiterhin werden Vor-Ort-Prüfungen in Unternehmen bis auf weiters ausgesetzt zum Schutz der eigenen Mitarbeiter. Die weitreichende Home-Office-Policy der BaFin sowie die Nutzung von Telefon- und Videokonferenzen werden als angemessene Lösungen angeführt.

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