EIOPA veröffentlicht hilfreiche Informationen zu den Annahmen für die Berechnung des SCR nach der Standardformel für den eigenen FLAOR/ORSA-Prozess

Mit der Veröffentlichung des EIOPA-Papiers zu „Underlying Assumptions in the standard formula for the Solvency Capital Requirement calculation“ (EIOPA-14-322) am 31. Juli 2014 unterstützt EIOPA Aufsichtsbehörden sowie (Rück-)Versicherungsunternehmen und Gruppen in Hinblick auf ihre Vorbereitung auf die Anforderungen aus den Preparatory Guidelines zur vorausschauenden Beurteilung der unternehmenseigenen Risiken (forward looking assessment of own risks, FLAOR).

Im Rahmen des FLAOR-Prozesses werden (Rück-)Versicherungsunternehmen und Gruppen ab dem Jahr 2015 verpflichtend beurteilen müssen, inwieweit ihr Risikoprofil von den der Standardformel zugrunde liegenden Annahmen abweicht. Das Papier ist im Rahmen der Vorbereitungsphase als Spezifikation der in 2013 veröffentlichten „Leitlinien zur vorausschauenden Beurteilung der eigenen Risiken (basierend auf den ORSA Grundsätzen)“ (EIOPA-CP- 13/09 bzw. EIOPA-CP- 13/09 DE) zu betrachten. Es richtet sich als solches sowohl an die nationalen Aufsichtsbehörden als auch an (Rück-)Versicherungsunternehmen und Gruppen und hat einen vergleichbaren Charakter wie die am 30. April 2014 von EIOPA herausgegebenen Technical Specifications für die Vorbereitungsphase (siehe Blog vom 9. Mai 2014).

EIOPA erläutert in ihrem Dokument die Annahmen, die in den Risikomodulen der Standardformel enthalten sind, einschließlich der Annahmen hinsichtlich der Korrelation zwischen den Modulen. Sie gibt Hintergrundinformationen zu den durchgeführten technischen Analysen zur Kalibrierung von Schlüsselparametern der Standardformel und unterstützt damit die Unternehmen bei ihrer eigenen Analyse der Angemessenheit der Annahmen mit Blick auf ihr Risikoprofil im Zuge des FLAOR/ORSA-Prozesses.

Auch wenn EIOPA nicht auf alle Annahmen eingeht, weist sie darauf hin, dass daraus nicht zu schlussfolgern ist, dass die Unternehmen diese Annahmen nicht im Zuge des FLAOR-Prozesses zu betrachten haben. Vom Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan (VMAO bzw. AMSB) erwartet EIOPA explizit, dass sich diese der der Standardformel zugrunde liegenden Annahmen bewusst sind, um ihre Rolle im Rahmen des FLAOR/ORSA Prozesses erfüllen zu können.

EIOPA hat mit dieser Veröffentlichung der berechtigten Anforderung zahlreicher Stakeholder entsprochen, transparente und verständliche Leitlinien herauszugeben, die die Umsetzung der Anforderungen hinsichtlich der Beurteilung der Abweichungen des eigenen Risikoprofils von den dem FLAOR-Prozess zugrunde liegenden Annahmen unterstützen. Die hier veröffentlichten Spezifikationen EIOPAs werden für die Unternehmen ein wichtiges Dokument im Zuge der Umsetzung des FLAOR-Prozesses ab dem Jahr 2015 sein, wenn die Anforderung an die Beurteilung von Abweichungen zwischen den der Standardformel zugrundeliegenden Annahmen von dem eigenen Risikoprofil verpflichtend vorzunehmen ist.

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