PSI ESG Guide 1.0 for Non-Life Insurance

Im Juni 2020 veröffentlichte die von der UN etablierte Initiative UNEP FI (United Nations Environment Programme Finance Initiative) den ersten umfassenden “PSI ESG Guide for Non-Life Insurance: Version 1.0”, den ersten globalen ESG (Environmental, Social, Governance) Leitfaden für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft basierend auf den bereits in 2012 festgelegten vier Grundprinzipien “PSI (Principles for Sustainable Insurance)” der Initiative:

  1. Einbeziehung von ESG in relevante Entscheidungen für das Versicherungsgeschäft

  2. Zusammenarbeit mit Kunden und Geschäftspartnern, um das Bewusstsein für ESG Fragen zu schärfen, Risiken zu managen und Lösungen zu entwickeln

  3. Zusammenarbeit mit Regierungen, Aufsichtsbehörden und anderen wichtigen Interessenvertretern, um breit angelegte Aktionen in der gesamten Gesellschaft zu ESG zu fördern

  4. Verantwortung und Transparenz, durch regelmäßige Offenlegung der Fortschritte bei der Umsetzung der Prinzipien

Die Entwicklung des Leitfadens soll das Bewusstsein für die möglichen Vorteile einer ESG-Integration in das Geschäftsmodell von Versicherungen schärfen und Guidance zur Berücksichtigung von ESG-Risiken im Risikomanagement und Underwriting geben. Der Leitfaden soll dabei als Orientierungshilfe für alle Stakeholder der Branche dienen, im Fokus steht jedoch das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft. Nach der Konsultationsphase vom 27. Februar bis 30. September 2019 wurde im Juni 2020 der finale Leitfaden veröffentlicht.

Im ESG-Leitfaden werden acht Bereiche mit möglichen Maßnahmen zum Management von ESG-Risiken genannt:

  1. Entwicklung individueller ESG-Ansatzes:
    Anhand von zwei „Heat-Maps“, welche in der Anlage zum Leitfaden enthalten sind, werden ESG Risiken für die Versicherungsbranche identifiziert und klassifiziert. Daraus können im ersten Schritt mögliche eigene ESG Risiken abgeleitet werden. In den Heat Maps werden Risiken anhand der Dimensionen (Environment, Social, Governance) mit ihren jeweiligen Ausprägungen branchenübergreifend dargestellt. Als weitere Heat-Map sind Risiken der Versicherungsbranche spartenübergreifend für die ESG-Dimensionen skizziert.
  2. Bestimmung ESG Risikoappetit:
    Identifizierung von ESG-Risiken im eigenen Portfolio und Bestimmung des Risikoappetit, u.a. welche Risiken vertretbar sind.

  3. Etablierung ESG innerhalb der Organisation:
    Einrichtung von Prozessen zum Umgang mit ESG Risiken in die bereits bestehenden internen Prozesse des Risikomanagements.

  4. Festlegung von ESG Rollen und Verantwortlichkeiten:
    Definition von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten für ESG Risiken innerhalb der Organisation sowie auf Ebene des Managements.

  5. ESG Eskalationsprozess:
    Anhand der definierten Rollen sollen entsprechende Eskalationsstufen für ESG Risiken eingerichtet werden, einschließlich dem Involvement des Managements.

  6. Identifikation und Analyse von ESG Risiken:
    Identifizierte Risiken müssen analysiert und bewertet werden. Für die Bewertung werden Tool-Lösungen empfohlen, da diese diverse Vorteile bieten wie z.B. die Verknüpfung von ESG Risiken mit Unternehmen oder Orten.

  7. Entscheidungsfindung zu ESG-Risiken:
    Festlegung von Entscheidungen zum Umgang mit ESG Risiken sowie Definition von Risikominderungs- und vermeidungstechniken.

  8. ESG Reporting
    Aufsetzen eines internen und externen ESG-Risk-Reportings  zur Überwachung der aufgesetzten Maßnahmen bzw. der Offenlegung des Unternehmens in Bezug auf ESG gegenüber Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit.

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