Herausforderungen bei der Bewertung von Collaterised Loan Obligations

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 13. Mai 2020 einen Bericht über die Ratings für besicherte Kreditverpflichtungen (Collateralised Loan Obligations, CLOs) in der EU veröffentlicht.

CLOs sind strukturierte Anleihen, die vor allem großvolumige Firmenkredite in einem Wertpapier verbriefen. Diese Darlehenspools sind in der Regel nicht statisch. Sie werden von CLO-Managern aktiv verwaltet. Transaktion liegen typischerweise in einer Größenordnung von rund 500 Millionen US-Dollar. CLO-Produkte gelten als komplex und intransparent. Rating-Agenturen (Credit Rating Agencies, CRAs) bewerten daher die Kreditwürdigkeit der zugrundeliegenden Kredite und die CLO-Verbriefungsstruktur. Das Versagen der Banken, der Ratingagenturen sowie der Aufsichtsbehörden bei der Bewertung der Risiken gelten als wesentlicher Beschleuniger der Finanzkrise ab 2007.

Die ESMA leitete im Mai 2019 eine Überprüfung der Praktiken der Ratingagenturen in Bezug auf die Validierung und Überprüfung der CLO-Methoden sowie des CLO-Ratingprozesses ein. Diese Überprüfung bezieht sich nicht nur auf die Abgabe von CLO-Ratings, sondern auch deren laufende Überwachung. Der Bericht gibt nun die wichtigsten aufsichtsrechtlichen Bedenken wieder. Er gibt einen Überblick über die Rating-Praktiken der CLO und zeigt wesentliche mittelfristigen Risiken in dieser Anlageklasse auf. Dazu gehören die interne Organisation der CRAs, ihre Interaktionen mit CLO-Emittenten, operationelle Risiken, der kommerzielle Einfluss auf den Rating-Prozess und die Notwendigkeit einer angemessenen Analyse der CLOs. Der Bericht hebt zudem die Auswirkungen hervor, die COVID-19 auf die Methoden der CLO haben kann.

Die wichtigsten aufsichtsrechtlichen Bedenken der ESMA betreffen die interne Organisation der Rating-Agenturen, die Interaktion mit den CLO-Emittenten, die Abhängigkeit von Rating-Modellen und Daten, die von Dritten zur Verfügung gestellt werden, den Einfluss kommerzieller Interessen bei der Entwicklung von Methoden und die Gründlichkeit der CLO-Analysen.

Es ist noch zu früh, um die aggregierten Folgen des COVID-19-Ausbruchs zu beurteilen, da sie von der Dauer der Gesundheitskrise und den Auswirkungen der damit verbundenen staatlichen Interventionen abhängen werden. Vor diesem Hintergrund erwartet die ESMA von den Ratingagenturen, dass sie weiterhin regelmäßig Stresstestsimulationen durchführen und den Marktteilnehmern detaillierte Informationen über die Sensitivität der CLO-Ratings in Bezug auf wichtige ökonomische Variablen zur Verfügung stellen.

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