IAIS veröffentlich „Issues Paper“ über indexbasierte Versicherungen

Am 18. Juni 2018 hat das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) ein „Issues Paper“ über indexbasierte Versicherungen veröffentlicht mit dem Fokus auf Länder und Regionen, in welchen bisher kaum Versicherungen angeboten bzw. genutzt werden. Weiterhin werden unterschiedliche Ansätze dargestellt und herausgearbeitet, worauf bei der Entwicklung von Pilotprojekten in Zusammenhang mit indexbasierten Versicherungen geachtet werden sollte.

Das IAIS sieht in indexbasierten Versicherungslösungen das Potenzial, den globalen Zugang zum Versicherungsmarkt besonders dort zu stärken, wo er bisher nur sehr eingeschränkt verfügbar ist. Wie beispielsweise indexbasierten Wetterversicherungen in Entwicklungsländern, die landwirtschaftlichen Betrieben und privaten Haushalten helfen, Schäden aus Unwettern zu kompensieren. Die diskutierten Versicherungslösungen richten sich primär an einkommensschwache Kunden, die im besonderen Maße auf kostengünstige Versicherungslösungen aber auch zielgruppenorientierter Information (Konsumentenschutz) angewiesen sind.

Zu einer Versicherungsleistung kommt es dann, wenn ein zugehöriger Index (bspw. basierend auf regionalen Wetterdaten) einen vereinbarten Grenzwert überschreitet. Entscheidend ist dabei, dass der zugrundeliegende Index eine hohe Korrelation zu den (entstanden) Schäden der Versicherungsnehmer aufweist und in allen Szenarien (d.h. auch bei extremen Wetterbedingungen) zuverlässige ermittelt wird.

Für Versicherungsunternehmen bieten indexbasierte Versicherungslösungen  u.a. folgende Vorteile:

  • Vermeidung von adverser Selektion, da der Versicherungsfall unabhängig vom individuellen Risiko ist
  • Verhinderung von „Moral Hazard“, da Versicherungsnehmer keinen Anreiz haben schadenverhütende Maßnahmen zu vermeiden/ reduzieren
  • Reduzierung von Kosten, da die Schadenabwicklung mit vergleichsweise niedrigen Verwaltungskosten erfolgt

Abschließend weist das IAIS darauf hin, dass das Thema ebenfalls bei zukünftigen regulatorischen Entwicklungen entsprechend berücksichtigt werden sollte.

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