EIOPA aktualisiert die Methode zur Berechnung der Zinsstrukturkurven und kündigt die Überprüfung der UFRs an

Am 27. Oktober 2015 veröffentlichte EIOPA eine Aktualisierung der Technischen Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven. Die Dokumentation erläutert im Detail die Methoden, Annahmen sowie die Identifizierung der relevanten Datenbasis zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve.

Im Februar 2015 hatte EIOPA erstmals die Technische Dokumentation veröffentlicht. Die auf dieser Methodik basierenden relevanten Zinsstrukturkurve stellt EIOPA seitdem monatlich als technische Informationen zur Verfügung. Die vorgegebenen Zinsstrukturkurven dienen in der Vorbereitungsphase der Erleichterung der Unternehmen und sind erst mit Inkrafttreten von Solvency II zum 1. Januar 2016 verbindlich anzuwenden. (Vgl. auch Blog-Artikel vom 2. März und Blog-Artikel vom 9. März)

Im Rahmen einer laufenden Überprüfung der Methodik zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven hat EIOPA bereits im Juni 2015 die Technische Dokumentation angepasst. Thema der Aktualisierung war eine Konkretisierung der täglichen Fixing-Zeitpunkte zur Preisermittlung der relevanten Finanzinstrumente.

Die jetzt veröffentlichte Aktualisierung beinhaltet die folgenden Anpassungen:

  • Die Auswahl der Finanzinstrumente (Zinsswaps, Staatsanleihen) wurde pro Land und Laufzeit an die aktuellen Marktentwicklungen angepasst, um sicherzustellen, dass die Zinsstrukturkurven auf Daten aus tiefen, liquiden und transparenten Märkten basieren.
  • Die Behandlung von Staatsanleihen aus Staaten des Europäischen Währungsraums (EWR), die nicht Mitglied der Europäischen Union (EU) sind, wurde für die Berechnung der Volatilitätsanpassung und des grundlegenden Spreads („fundamental spread“) an die Behandlung von Staatsanleihen aus EU-Mitgliedsstaaten angeglichen.

Diese Anpassungen werden zum ersten Mal in der Berechnung der Zinsstrukturkurven zum Stichtag 31. Oktober 2015, welche EIOPA Anfang November veröffentlicht, berücksichtigt.

Zusätzlich zur Aktualisierung der Technischen Dokumentation hat EIOPA zwei Exceltools veröffentlicht, die komplexere Themen der Berechnung der Zinsstrukturkurven (z.B. Extrapolation mit Smith-Wilson) abbilden und somit eine Reproduktion der Kurven erleichtern.

Bereits am 9. Oktober 2015 kündigte EIOPA außerdem die Überprüfung der für die Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven benötigten „Ultimate Forward Rates (UFRs)“ an. Die bereits im Rahmen der LTG-Studie in 2013 getesteten Konvergenzgeschwindigkeiten der Forwards Rates zur langfristigen Zinsannahme in der Eurozone i.H.v. 4,2% (UFR) sollen zumindest bis Ende 2016 zunächst weiter gelten. In 2016 plant EIOPA dazu eine öffentliche Konsultation, deren Ergebnisse bis September 2016 vorgelegt werden sollen.

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