IAIS – Neue Methode zur Identifizierung von G-SIIs

Am 16. Juni 2016 hat der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) eine überarbeitete Methode zur Identifikation von global systemrelevanten Versicherer (Global Systematically Important Insurers – G-SII) veröffentlicht, wodurch das Konzept aus 2013 abgelöst wird. Die Methode soll auch in Zukunft in einem dreijährigen Turnus überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um aktuelle Marktentwicklungen und Erkenntnisse aus vorherigen Identifikationsprozessen zu berücksichtigen und zusätzlich die Transparenz des Prozesses und der Ergebnisse gegenüber den beteiligten Unternehmen zu erhöhen.

Die finale Methode ist in großen Teilen unverändert geblieben zu dem bereits in der Konsultation vorgestellten Ansatz (vgl. auch Zusammenfassung im PwC Solvency II-Newsletter vom Juni 2016).

Eine wesentliche Veränderung im Identifizierungsprozess im Vergleich zum Stand der Konsultation ist in Phase II A („Quality Control and Scoring“) vorgenommen worden. Bei der Erstellung des Rankings der relevanten Versicherungsunternehmen entfällt in Zukunft die Kategorie NTNI (Non-traditional Non-insurance activities and products). NTNI beschreibt Geschäftsaktivitäten, die nicht zum klassischen Versicherungsgeschäft gehören, aus denen eine besonders hohe Ansteckungsgefahr für Risiken der Finanzmärkte gesehen wird. Anstelle des Indikators NTNI wird die Kategorie Liquidation von Vermögenswerten („Asset Liquidation“) neu hinzugezogen. Mit dieser neuen Kategorie sollen die Kapitalanlagen der Versicherer eingeschätzt werden und die Auswirkung eines Ausfalls über den Übertragungskanal der Liquidation von Vermögenswerten ermittelt werden. Inhaltlich finden sich die Informationen zu dem Indikator NTNI unter der neuen Kategorie Liquidation von Vermögenswerten und unter der Kategorie Vernetzung (Interconnectedness) wieder.

Zukünftig wird darüber hinaus der Begriff NTNI vom IAIS durch „Systemic Risk from Insurance Product Features“ ersetzt. Hintergrund ist, dass der ursprüngliche Begriff und das dahinter stehende Konzept von den Stakeholdern als nicht konkret und missverständlich angesehen wurde (vgl. IAIS Publikation vom 16. Juni 2016 zu Systemischen Risiken aus Eigenschaften von Versicherungsprodukten (ehemals NTNI)). Zudem hat der IAIS aus den Feedbacks zur Konsultation zu NTNI vom 25. November 2015 entnommen, dass neben dem Konzept der NTNI auch die substantiellen Marktrisiken nicht ausreichend klar abgegrenzt sind, wodurch substantielle Marktrisiken in Zukunft durch die makroökonomische Risikoexponierung ersetzt werden.

Die neue Methode zur Identifizierung der global systemrelevanten Versicherer soll bereits ab 2016 angewendet werden.

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