Konsultation zu Risikominderungstechniken der Versicherungsbranche

EIOPA hat am 29. September 2020 eine Konsultation bez√ľglich der Anwendung von Risikominderungstechniken durch Versicherungs- und R√ľckversicherungsunternehmen ver√∂ffentlicht. Das Ziel besteht darin, die aufsichtliche Konvergenz bei der Bewertung der Anwendung von Risikominderungstechniken unter Solvency II zu f√∂rdern.

In der Konsultation werden die folgenden Punkte adressiert:

‚ÄěBalanced Approach‚Äú

EIOPA betont, dass das eigentliche Ziel des Risikotransfers ¬†ber√ľcksichtigt werden sollte. In den h√§ufigsten F√§llen besteht dieses darin die Risiken zu mindern, was in der Regel auch zu einer geringeren Kapitalanforderung f√ľhrt. Hierbei diskutiert EIOPA aber auch den Fall, dass durch einige Ma√ünahmen die Solvabilit√§tssituation des Unternehmens verbessert wird, ohne dass das zugrunde liegende Risiko aus Sicht des betroffenen Unternehmens tats√§chlich reduziert wird. In diesem Zusammenhang unterstreicht EIOPA die Bedeutung von einem ausgewogenen Verh√§ltnis zwischen Risikooptimierung und Kapitalentlastung und betont zudem die Bedeutung der Rolle der versicherungsmathematischen Funktion an der Stelle. Die Verantwortung der VmF sei es vor allem dieses ausgewogene Verh√§ltnis zu w√ľrdigen und in ihrem VmF-Bericht zu adressieren

Risikomanagement System

EIOPA sieht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Analyse der Risikosituation und vor allem auch dann, wenn durch die Risikominderungstechnik neue Risiken entstehen. Dabei sei vor allem die Angemessenheit der Standardformel noch einmal zu w√ľrdigen und die Annahmen vor dem Hintergrund der eingef√ľhrten Risikominderungstechnik zu w√ľrdigen. Die Analyse sollte Bestandteil des ORSA Berichtes der Versicherer sein. Dies dient unter anderem dazu gegen√ľber Aufsicht die Angemessenheit der Standardformel in Bezug auf das tats√§chlich vorhandene Risikoprofil belegen zu k√∂nnen. Au√üerdem sollten fachliche Details zur Risikominderungstechnik und entsprechender Vertr√§ge dargelegt sein, als Nachweis, dass alle entstehenden Risiken in Betracht gezogen wurden.

Einbeziehung der Aufsichtsbehörden

Es wird die Erwartung an die nationalen Aufsichtsbeh√∂rden seitens der EIOPA ge√§u√üert, dass nicht-traditionelle Risikotransfers wie z.B. Cat-Bonds mehr Aufmerksamkeit ben√∂tigen als die traditionellen R√ľckversicherungsvertr√§ge. Falls komplexere Risikominderungstechniken eingesetzt werden, wird den nationalen Aufsichtsbeh√∂rden empfohlen, mit dem Unternehmen in einem st√§ndigen aufsichtlichen Dialog zu sein.

Beispiele f√ľr Risikominderungstechniken, die einen verst√§rkten Dialog mit den Aufsichtsbeh√∂rden erwarten lassen

Folgende Risikominderungstechniken wurden von Seiten EIOPA beispielhaft j√ľngst beobachtet, bei denen die o.g. Ausgewogenheit zwischen Risikotransfer und SCR Erleichterung spezifisch zu w√ľrdigen ist:

  • Proportionale Quotenr√ľckversicherung, bei der die Provisionen eine derma√üen wesentliche Bedeutung haben, dass der Charakter der Risikominderung ver√§ndert wird
  • Spezifische Ausgestaltungen von R√ľckversicherung von Massenstorno
  • R√ľckversicherung von Vertragsgrenzen (Vertr√§ge, die k√ľnftige Gewinne monetarisieren, die aufgrund von Vertragsgrenzen nicht im EPIFP ber√ľcksichtigt sind und Sterblichkeit und Storno abdecken)
  • Bestimmte zweigeteilte Deckungen in Zusammenhang mit Langlebigkeitsgesch√§ft
  • Spezifische Ausgestaltung von Multi Stop-Loss Vertr√§ge

W√§hrend der Konsultationsphase wird EIOPA zus√§tzlich m√∂gliche „Gruppenaspekte“ und Aspekte der „internen R√ľckversicherung“ pr√ľfen. Die Stakeholder werden gebeten, ihre Ansichten auch zu diesen Themen darzulegen.

Die Antworten der Konsultation können bis zum 24. November 2020 hier eingereicht werden.

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