Neue Veröffentlichung untersucht die Rolle der Versicherer bei zunehmender Cyber-Resilienz in der EU

Der europäische Dachverband der Versicherungsgesellschaften, die Insurance Europe, hat am 09.10.2019 die Publikation „Insurers‘ role in EU cyber resilience“ veröffentlicht. Darin formuliert sie ihre Erwartungen gegenüber der Versicherungsbranche bezüglich der Unterstützung der EU zur Erhöhung der Cyber-Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Insurance Europe reagiert damit auf den „Global Risks Report“ der im Rahmen einer Umfrage des World Economic Forum 2019 erhoben wurde und demzufolge u.a. 2/3 der Beteiligten davon ausgehen, dass die Risiken aus den Bedrohungsszenarien „Identitätsdiebstahl“ und „fake news“ sowohl in der Wahrscheinlichkeit als auch in der Auswirkung zunehmen wird.

Versicherungsunternehmen spielen eine entscheidende Rolle im Rahmen des Risikomanagements der Unternehmen. Dies gilt vor allem für den Transfer von finanziellen Schäden bzw. der Kompensation von Risiken, die nicht durch risikomitigierenden Maßnahmen abgedeckt werden. Mit der Zunahme von Risiken durch Cyber-Angriffe steigt auch der Bedarf für die Abdeckung von entsprechenden Schäden durch den Abschluss darauf abzielender Versicherungspolicen.

Die Insurance Europe empfiehlt bei den Versicherungsunternehmen dabei nicht ausschließlich Policen für die Deckung von Betriebsausfällen, Wiederherstellkosten von Systemen, Strafzahlungen oder vergleichbaren Kosten, die mit einem Cyberangriff einhergehen können, zu zeichnen, sondern stattdessen gezielt mit dem Versicherungsnehmer in Kontakt zu treten.

Dafür hat die Insurance Europe eine Broschüre mit dem Titel „Preparing for cyber insurance“ veröffentlicht, die als Guideline verstanden werden kann, in diesen Austausch einzusteigen. Einige Versicherungsunternehmen bieten bereits entsprechende Serviceleistungen an, um die Versicherungsnehmer sowohl bei der Risikoanalyse als auch bei der Konzeption von Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen. Das Angebot reicht dabei von der technischer und rechtlich-regulatorischen Beratung bis hin zur Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Aus Sicht der Insurance Europe können die Versicherungsunternehmen ihre dabei gewonnen Erkenntnisse nutzen, um die allgemeine Resilienz der Gesellschaft gegen Cyber-Angriffe zu erhöhen:

  • Sicherstellung der Business-Continuity durch Unterstützung von Unternehmen bei der schnellen Wiederherstellung nach Cyberangriffen.
  • Sensibilisierung der Bürger und Unternehmen im Hinblick auf die Cyberrisiken, denen sie ausgesetzt sind, und Bereitstellung eines effektiven Schutzes.
  • Beratung europäischer und nationaler Entscheidungsträger zu Cyberrisiken wie diese besser bewältigt und minimiert werden können.

Neben der operativen Unterstützung zur Verbesserung der Cyber-Resilienz formuliert die Insurance Europe zudem den Anspruch, dass sich die Versicherungsunternehmen auch auf politischer Ebene engagieren und zeigt verschiedene Beispiele für bereits bestehende Cyber-Resilienz-Initiativen nationaler Versicherungsverbände auf.

Es werden Wege aufgezeigt wie das Wachstum des europäischen Cyber-Versicherungsmarktes gefördert werden kann. Die Versicherungsunternehmen werden aufgefordert Initiativen bei den relevanten Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft zu adressieren, wie z.B.:

  • Förderung der Aufklärungs- und Awarnessmaßnahmen, die für die Erhöhung der Cyber-Resilienz von entscheidender Bedeutung sind.
  • Unterstützung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Katastrophenrisiken.
  • Mitgliedstaaten auffordern, Maßnahmen zur Erhöhung der Cybersicherheit zu ergreifen.
  • Unterstützung bei der Bereitstellung von Cyber-Incident-Daten.

Es ist allen Versicherungsunternehmen zu empfehlen sich an den vorgeschlagenen Initiativen zu beteiligen, um den Markt rund um die Cyberversicherungen und damit verbunden Dienstleistungen weiter strukturiert aufzubauen. Die Beratung rund um die Identifizierung und Analyse von Cyberrisiken bei den Unternehmen ist dabei entscheidend, um Risiken die durch den Abschluss der Policen auf den Versicherungsträger übergehen korrekt bewerten zu können.

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