FAUB beschließt geänderte Bandbreitenempfehlung für die Marktrisikoprämie

In seiner Sitzung am 22. Oktober 2019 hat der Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des IDW beschlossen, seine Empfehlung für die Bandbreite der Marktrisikoprämie vor persönlichen Steuern auf 6,0% bis 8,0% (bisher 5,5% bis 7,0%) anzuheben. Ausgehend von diesen Vorsteuergrößen empfiehlt der FAUB eine Bandbreite für die Marktrisikoprämie nach persönlichen Steuern nunmehr von 5,0% bis 6,5% (bisher 5,0% bis 6,0%).

Der FAUB beobachtet und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen an den Kapitalmärkten auf Basis verschiedener Indikatoren (u.a. ex-post-Analysen historischer Renditen, implizite (Eigen-)Kapitalkosten, Basiszinssätze, erwartete Inflationsraten).

Im Oktober 2019 wurde erstmalig ein nach der Svensson-Methode abgeleiteter Basiszinssatz von gerundet 0,0% festgestellt. Vor dem Hintergrund der fortgesetzten und jüngst wieder verstärkten expansiven Geldpolitik der EZB (quantitative easing), hat der FAUB ebenfalls diskutiert, inwieweit es noch sinnvoll ist, unverändert an der Festlegung der Zinsstrukturkurve aus den Kupon-Renditen deutscher Staatsanleihen als Schätzer für den risikolosen Basiszinssatz festzuhalten. Insbesondere diskutiert wurde die technische Fortschreibung der Kurve ab dem Jahr 31 mit der Spot-Rate des Jahres 30. Gegenwärtig hat der FAUB beschlossen, zunächst unverändert an der bisherigen Vorgehensweise festzuhalten, diese aber fortlaufend kritisch zu hinterfragen.

Bei unverändertem Festhalten an der Svensson-Methode und der Bandbreitenempfehlung hatte dies zu Gesamtrenditeerwartungen von ebenfalls 5,5% bis 7,0% geführt. Diese unterschritten damit die in der Vergangenheit beobachtbaren nominalen Aktienrenditen, die um die erwartete Inflation erhöhten realen Aktienrenditen und die aus den Erwartungen von Analysten abgeleiteten impliziten Aktienrenditen, die in einer Gesamtbetrachtung nominale Renditen in einer Größenordnung von ca. 7% bis 9% nahelegen.

Mit der jetzt aktualisierten Bandbreitenempfehlung orientiert sich der FAUB tendenziell am unteren Ende beobachtbarer Gesamtrenditen und trägt der Möglichkeit Rechnung, dass diese – wie in der jüngeren Vergangenheit zu beobachten – im Zeitverlauf weiter nachgeben könnten.

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