EIOPA: Stellungnahme zur Konsultation der Renewed Sustainable Finance Strategy

Am 16. Juli 2020 hat EIOPA ihre Stellungnahme zur Konsultation der EU-Kommission zur ĂŒberarbeiteten und ergĂ€nzten Strategie „Renewed Sustainable Finance Strategy“ veröffentlicht. 

Durch die ErgĂ€nzung ihrer bisherigen Strategie verfolgt die EU-Kommission das Ziel, der stĂ€rkeren Förderung privater Investitionen in nachhaltige Projekte, um die Maßnahmen des EuropĂ€ischen Green Deals zu unterstĂŒtzen sowie Klima- und Umweltrisiken angemessen zu kontrollieren und in das Finanzsystem zu integrieren. Die „Renewed Sustainable Finance Strategy“ enthĂ€lt substanzielle Erweiterungen des bisherigen EU Aktionsplans fĂŒr eine nachhaltige Finanzwirtschaft (siehe Blog-Beitrag vom 9. April 2020).

In ihrer Stellungnahme gibt EIOPA RĂŒckmeldung zu verschiedenen im Rahmen der Konsultation gestellten Fragen. Dabei vertritt EIOPA insbesondere die Auffassung, dass der Versicherungs- und Rentensektor aufgrund ihrer langfristigen Perspektiven und GeschĂ€ftsmodelle eine wichtige Rolle als Verwalter der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit ĂŒbernehmen kann. Vor dem Hintergrund der Offenlegungspflichten von ESG-Daten durch die Offenlegungs-Verordnung spricht EIOPA sich fĂŒr die Einrichtung einer öffentlich zugĂ€nglichen, kostenlosen EU-Datenplattform fĂŒr Finanz- und ESG-Informationen aus.

Zeitgleich haben die EuropĂ€ischen Aufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities, ESAs) einen gemeinsamen Brief an Valdis Dombrovskis, VizeprĂ€sident der EU-Kommission, verfasst. Die ESAs unterstĂŒtzen das Bestreben der Kommission, den europĂ€ischen politischen Rahmen zu stĂ€rken, um die WiderstandsfĂ€higkeit des Finanzsektors gegenĂŒber ESG-Risiken zu verbessern und die Umstellung auf eine nachhaltigere Wirtschaft zu erleichtern.

Zudem werden die folgenden Punkte nochmals hervorgehoben:

Notwendigkeit zur GewĂ€hrleistung qualitativ hochwertiger, benutzerfreundlicher Nachhaltigkeitsdaten: Die ESAs befĂŒrworten insbesondere die Einrichtung einer öffentlich zugĂ€nglichen EU-Datenplattform, die Finanz- und ESG-Informationen abdeckt. Weiterhin sollte die Taxonomie granularer gestaltet werden. Dabei besteht eine Möglichkeit in der Gestaltung von grĂŒnen, braunen sowie sozialen Taxonomien. 

Etablierung eines Regulierungsrahmens zur Förderung eines effizienten Risikomanagements sowie der langfristigen Perspektive bei finanziellen Entscheidungen: Die ESAs empfehlen die Entwicklung eines robusten Corporate-Governance-Mechanismus, der ein solides Risikomanagement auf allen Ebenen ermöglicht, wirksame Strategien umsetzt und die Aufsicht durch die Leitungsorgane gewĂ€hrleistet. Zudem wird darauf hingewiesen, zunĂ€chst die Auswirkungen der neu implementierten Gesetzgebung zu bewerten, bevor zusĂ€tzliche legislative Schritte unternommen werden. Der Regulierungsrahmen sollte so gestaltet sein, dass eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Belastung von kleinen Unternehmen vermieden wird.

Transparenz in Bezug auf die ESG-Aufsicht und ESG-Produkte: Anleger und Kunden sollen in die Lage versetzt werden auf sichere und transparente Weise in nachhaltige Finanzprodukte zu investieren. Die ESAs messen den folgenden Aspekten eine hohe Bedeutung zu:

  • EinfĂŒhrung von Mindeststandards fĂŒr ESG-Ratings, die eine konsistente Bewertung ermöglichen.
  • Der Bedarf an einen methodisch fundierten und zuverlĂ€ssigen ESG-Benchmark, der das gesamte ESG-Spektrum umfasst. 
  • Eine spezielle Kennzeichnung fĂŒr nachhaltige Finanzprodukte, die bei der Auswahl von nachhaltigen Produkten unterstĂŒtzen. Daher erachten die ESAs es fĂŒr sinnvoll, den Geltungsbereich des Umweltzeichens auf eine breitere Palette von Finanzprodukten auszuweiten. Weiterhin könnten Standardisierungen fĂŒr grĂŒne Anleihen und Verbriefungen eingefĂŒhrt werden, um nachhaltige Projekte intensiver zu unterstĂŒtzen. 

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