Schlagwort: BCR

Bleiben Sie auf dem laufenden - der BCR RSS-Feed

IAIS startet Konsultation zu ICS Version 1.0

Der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 19. Juli 2016 die zweite öffentliche Konsultation zu den Insurance Capital Standards (ICS) veröffentlicht. Kommentare können bis zum 19. Oktober 2016 eingereicht werden.

Die ICS sind risikobasierte, globale Kapitalstandards für Versicherungsgruppen. Sie werden seit 2013 vom IAIS als Bestandteil der Aufsicht von international aktiven Versicherungsgruppen – ComFrame – im Auftrag des Financial Stability Board (FSB) entwickelt. Die erste Konsultation zu ICS fand bereits im Dezember 2014 statt (vgl. Blogbeitrag vom 19. Dezember 2014). Nach Abschluss der Entwicklungen der ICS sollen diese das BCR (Basic Capital Requirements), das als Basis für die Ermittlung der HLA-Anforderungen (Higher Loss Absorbency) bei den global systemrelevanten Versicherer dient, ablösen.

Der Fokus der aktuellen Konsultation liegt auf den folgenden Themen:

  • ICS Bewertungsgrundsätze gemäß der Market-Adjusted Valuation (MAV) und GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) mit Anpassungen (GAAP Plus)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderungen auf Basis der Standardmethode
  • Anwendungsbereich der Gruppenanforderungen: Umfang der ICS-Berechnungen

Zudem sind insgesamt 235 Fragen Bestandteil der Konsultation.

Nächste Schritte
Die Bestandteile von ICS Version 1.0 sollen die Grundlage bilden für eine erste vertrauliche Berichterstattung durch ausgewählte Versicherungsunternehmen ab Mitte 2017. Die Daten der Versicherer werden vom IAIS genutzt, um die ICS weiter zu entwickeln und ggf. anzupassen.

Die geplanten Entwicklungen zu den ICS werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Zeitplanung
Meilenstein
19. Oktober 2016
Abschluss der Konsultationsphase zu ICS Version 1.0
Mai/Juni 2017
Finalisierung und Veröffentlichung der ICS Version 1.0
Mitte 2017
Vertrauliche Berichterstattung auf Basis ICS Version 1.0
Mai/Juni 2018
Vertrauliche Berichterstattung
Mitte 2018
Veröffentlichung der ComFrame Konsultation inkl. ICS Version 2.0
April/Mai 2019
Vertrauliche Berichterstattung
Ende 2019
IAIS Hauptversammlung zur Verabschiedung von ComFrame inkl. ICS Version 2.0

Im Rahmen der weiteren Entwicklung der ICS sollen u.a. ebenfalls die folgenden Themen, die von großem Interesse für die betroffenen Versicherungsunternehmen sind, analysiert werden:

  • Berücksichtigung von internen Modellen (diese werden voraussichtlich Teil der Konsultation zu ICS Version 2.0 sein)
  • Übergangsmaßnahmen von bestehenden Aufsichtsregimen zu ICS
  • Vergleichbarkeit und Äquivalenz bestehender Aufsichtssysteme mit ICS
  • Kommunikation von ICS gegenüber der Öffentlichkeit
  • Integration von nationalen Kapitalanforderungen einzelne Unternehmen in die ICS Kapitalanforderungen auf Gruppenebene
  • Einfluss der ICS auf das gruppenweite Risikomanagementsystem einer international aktiven Versicherungsgruppe auf Ebene der einzelnen Unternehmen

Grundsätzlich ist noch offen, in wie fern der IAIS die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen aus aktuellen risikobasierten Aufsichtssystemen, wie z.B. Solvency II, bei der Entwicklung der ICS berücksichtigen wird.

Solvency II Newsletter Nr. 10, Dezember 2015

Mit unserer zehnten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben.
In einem zusätzlichem Beitrag in der Rubrik „Versicherungsgruppen“ wurden außerdem die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Regulierung durchleuchtet. Somit befinden sich in dieser Ausgabe die folgenden Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Übergangsmaßnahmen unter Solvency II“ sowie „Der Paradigmenwechsel erreicht die nationale Gesetzgebung“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die interne Überprüfung des Governance Systems“ sowie „Outsourcing: Herausforderungen aufsichtskonform meistern“
  • Versicherungsgruppen: „Internationale Regulierung nimmt weiter Form an“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Neben diesen Themen halten wir Sie außerdem mit unseren Blog-Beiträgen über aktuelle Entwicklungen zu Solvency II informiert. Den Solvency II-Blog können Sie einfach über folgenden Link auf unserer Homepage abrufen: https://blogs.pwc.de/solvency-2/

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8
Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden:
SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

IAIS schließt Entwicklung der Higher Loss Absorption (HLA) ab

The International Association of Insurance Supervisors (IAIS) verkündete am 5. Oktober 2015 den planmäßigen Abschluss der ersten Entwicklung der zusätzlichen Kapitalanforderungen, sog. „Higher Loss Absorption“ (HLA), für global systemrelevante Versicherer (G-SII). Die formale Annahme der HLA ist für das IAIS General Meeting am 12. November 2015 geplant.

Die HLA bauen auf der vorangegangenen Entwicklung der Basiskapitalanforderungen (Basic Capital Requirements (BCR), siehe Blog-Beitrag vom 27. Oktober 2014) auf und bilden mit diesen zusammen die Kapitalanforderung für G-SIIs ab 2019. Langfristig sollen die BCR durch globale risikobasierte Kapitalstandards (ICS) ersetzt werden.

Bis dahin ermittelt sich die internationale Kapitalanforderung aus insgesamt sechs Komponenten, die sich aus folgenden drei Komponenten jeweils für „Insurance“ und „Non-insurance“ zusammensetzen:

  • BCR2014
  • BCRUplift
  • HLA

Die BCR2014 entspricht der in 2014 veröffentlichten Berechnungsweise der BCR.

Basierend auf den Erkenntnissen aus der Entwicklung der HLA wurde eine Rekalibrierung der BCR vorgenommen, die eine Annäherung an den erwarteten ICS darstellt. Mit der Einführung des BCRUplift soll eine schrittweise Angleichung auf diesen rekalibrierten BCR erfolgen, bei der sich der BCR Alpha-Faktor über einen Zeitraum von drei Jahren in gleichmäßigen Schritten erhöht. Der HLA ist von dieser schrittweisen Angleichung ausgenommen und bezieht sich direkt auf die rekalibrierten BCR.

Die Ermittlung der HLA folgt einem faktorbasierten Ansatz, bei dem ein HLA Faktor mit der jeweiligen BCR Anforderung multipliziert wird. Für die Festlegung des HLA-Faktors werden die G-SIIs entsprechend ihrer systemischen Relevanz in drei Gruppen (sog. „Buckets“) aufgeteilt: Untere Gruppe, Mittlere Gruppe und Obere Gruppe. Von Gruppe zu Gruppe erhöht sich der HLA-Faktor jeweils um 50 %. Nach der derzeitigen Zuteilung befindet sich kein G-SII in der Oberen Gruppe, wodurch G-SIIs unter anderem ein Anreiz gesetzt wird, ihre systemische Relevanz nicht weiter auszubauen:

BCR Anforderung HLA Faktor
Untere Gruppe
(„Low Bucket“)
Mittlere Gruppe („Middle Bucket“) Obere Gruppe
(„High Bucket“)
Traditional Life Insurance 6 % 9 % 13,5 %
Traditional Non-Life Insurance
Assets
Non-Traditional Insurance 12 % 18 % 27 %
Non-Insurance – Assets under management
Non-Insurance – Other
Non-Insurance – Regulated Banking 8,5 % 12,5 % 18,75 %
Non-Insurance – Unregulated Banking 12,5 % 18,75 % 25 %

Quelle: Tabelle entspricht IAIS, HLA Requirements for G-SII, 4.1: HLA required capital formula factors, S. 19.

Zur kontinuierlichen Analyse und Weiterentwicklung der internationalen Kapitalanforderungen erfolgt eine nicht-öffentliche Berichterstattung von G-SIIs an die Gruppenaufsicht – für die BCR bereits seit 2015 und für die HLA ab 2016.

Als nächsten Schritt ist die Entwicklung eines globalen risikobasierten Kapitalstandards (ICS) vorgesehen. Dieser soll bis Mitte 2017 in einem ersten Entwurf veröffentlicht werden und nach Überarbeitungen in den darauffolgenden Jahren ab 2020 für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) Anwendung finden. Mit Blick auf die ICS sollen G-SIIs als IAIGs angesehen werden.

 

IAIS startet öffentliche Konsultation zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (ICS)

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) veröffentlichte am 17. Dezember 2014 ein Konsultationspapier zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (Risk-based Global Insurance Capital Standard (ICS)). Die Entwicklung eines solchen war von IAIS bereits am 9. Oktober 2013 angekündigt worden (siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013).

Als Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) soll mit dem ICS ein Minimum-Kapitalstandard für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) etabliert werden. Ziel dieses Konsultationspapiers ist es, Regelungen für die Standardmethoden zur Ableitung der Kapitalanforderungen, für Bewertungsansätze und anrechenbare Eigenmittel zu definieren.

Der Entwurf sieht dabei zwei Varianten für die Ermittlung der Kapitalanforderungen vor:

  • Auf Basis einer marktnahen Bewertungen der einzelnen Bilanzposten oder
  • Auf Basis der lokalen Bilanzierungsregeln unter Berücksichtigung von Korrekturfaktoren.

Die ICS-Quote (Bedeckungsquote) wird aus dem Verhältnis von „Qualifying Capital Resources“ (Eigenmitteln) zu „ICS Capital Requirement“ (Kapitalanforderungen) ermittelt.

Bei den Eigenmitteln (Qualifying Capital Resources) soll im Rahmen der Klassifizierung mindestens zwischen zwei Kategorien unterschieden werden: Tier 1 und Tier 2. Die hierfür vorgeschlagenen Kriterien umfassen: Nachrangigkeit, Verfügbarkeit, Verlustabsorptionsfähigkeit, keine feste Laufzeit, keine obligatorischen Servicekosten oder sonstigen Belastungen.

Für die Bestimmung der Kapitalanforderungen (ICS Capital Requirement) sollen folgende Risikokategorien berücksichtigt werden: Versicherungstechnisches Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko und Operationelles Risiko. Gruppen- und Liquiditätsrisiken sollen zunächst nicht für die Kapitalanforderungen quantifiziert werden. Als Risikomaß werden derzeit Value-at-Risk und Tail-Value-at-Risk über den Zeithorizont von einem Jahr diskutiert. Als Arbeitshypothese für die Kalibrierung des Risikomaßes wurden Minimum 99,5 % Value-at-Risk über 1 Jahr und Minimum 90 % Tail Value-at-Risk über 1 Jahr benannt.

IAIS hat für die Finalisierung der ICS folgenden Zeitplan vorgesehen:

7. Januar 2015 bis Februar 2015 Erste Konsultationsphase ICS
April bis Juni 2015 Quantitative Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2015 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2015 bis Februar 2016 Zweite Konsultationsphase zu ComFrame einschl. ICS
April bis Juni 2016 Weitere quantitativen Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2016 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2016 Finalisierung der ICS
ab 2017 Berichterstattung zu ICS an Aufsichtsbehörden
Ende 2017 Dritte Konsultationsphase (nach erster Berichterstattung zu ICS an die Aufsichtsbehörden)
Q4 2018 Inkrafttreten ComFrame einschl. ICS

Langfristig sollen die ICS die im Oktober 2014 verabschiedeten Basiskapitalanforderungen (BCR) für global systemrelevante Versicherer (G-SII) ersetzen (vgl. Blog-Beitrag v. 27. Oktober 2014). Aktuell bilden die BCR jedoch auch die Basis für die Ermittlung der zusätzlichen Kapitalanforderungen (Higher Loss Absorbency (HLA)) für global systemrelevante Versicherer. Für die Weiterentwicklung dieser zusätzlichen Kapitalanforderungen (HLA) ist daher eine weitere Konsultation für 2015 vorgesehen.

IAIS schließt Entwicklung der Basic Capital Requirements (BCR) ab

Am 23. Oktober 2014 verkündete der IAIS (The International Association of Insurance Supervisors) den planmäßigen Abschluss der Entwicklung der Basiskapitalanforderungen (BCR) für global systemrelevante Versicherer (G-SIIs). Nach Annahme durch das Financial Stability Board (FSB) im Oktober 2014 wird die Bestätigung des BCR Vorgehens durch den G20-Gipfel im November 2014 erwartet.

Die BCR schaffen eine weltweit einheitliche Berechnungsbasis für die Ermittlung der zusätzlichen Kapitalanforderungen für G-SII (sog. „Higher Loss Absorption“ (HLA)), die ein Kernelement des IAIS Rahmenwerks für G-SII sind („Policy Measures“, siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013). Ab 2019 werden als G-SII eingestufte Unternehmen Kapital in Höhe des BCR und des HLA vorhalten müssen.

Die BCR-Quote wird mit dem Verhältnis von ‚Total Qualifying Capital Resources‘ zu ‚Required Capital‘ ermittelt.

Die ‚Total Qualifying Capital Resources‘ setzen sich zusammen aus Kern- und ergänzendem Kapital. Sie müssen verfügbar und frei von Belastungen sein, nachrangig in Bezug auf die Rechte der Versicherungsnehmer; zudem darf die Ausschüttungshöhe nicht gekoppelt sein an die Finanzsituation oder Kreditwürdigkeit des G-SII.

Kernkapital muss zudem u.a. folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Volle Einzahlung,
  • Unbeschränkte Laufzeit,
  • Keine Einziehungsmöglichkeit durch den Inhaber,
  • Rückzahlungsmöglichkeit frühestens nach fünf Jahren, wobei die Rückzahlung an die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde gekoppelt sein muss,
  • Möglichkeit der Aussetzung oder Kündigung von Ausschüttungen,
  • Frei von Verpflichtungen, Ansprüchen oder sonstigen Nachteilen.

Als Kernkapital nicht anrechenbar und daher abzuziehen sind hingegen insbesondere ein Geschäfts- und Firmenwert, immaterielle Vermögensgegenstände, aktive latente Steuern, die sich auf die künftige Profitabilität des G-SII beziehen.

Die beiden wesentlichen Merkmale für ergänzendes Kapital sind Nachrangigkeit und die Möglichkeit zur Verlustabsorption im Falle der Abwicklung.

Die Ermittlung des ‚Required Capital‘ erfolgt anhand eines faktorbasierten Ansatzes, der sich auf folgende wesentliche Aktivitäten der G-SII bezieht:

  • Traditionelles Lebens- und Nichtlebensversicherungsgeschäft
  • Nicht traditionelles Versicherungsgeschäft
  • Kapitalanlagen
  • Nichtversicherungsgeschäft

In die Berechnung der BCR-Quote fließen alle Finanzaktivitäten und wesentlichen nicht-Finanzaktivitäten der G-SII ein und berücksichtigen auf konsolidierter Basis alle Holdinggesellschaften, Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute und weitere Unternehmen der G-SII. Vereinzelte Institute, die keine Finanzinstitute sind, brauchen nur dann nicht in die Betrachtung einbezogen werden, wenn die daraus resultierenden Risiken zu vernachlässigen sind. Den Startpunkt der Berechnung bildet die allgemeine, geprüfte und veröffentlichte konsolidierte Bilanz (nach IFRS oder anderen lokalen Rechnungslegungsvorschriften), die zwecks Vergleichbarkeit bei wesentlichen Posten Anpassungen unterzogen wird; dies betrifft insbesondere versicherungstechnische Rückstellungen, einschließlich Rückversicherungspositionen sowie Finanzinstrumente.

Nach Abschluss dieses Meilensteins sollen für G-SII nun bis Ende 2015 die Anforderungen an die zusätzlichen Kapitalanforderungen (HLA) für nicht traditionelles oder versicherungsfremdes Geschäft entwickelt werden.

Parallel entwickelt der IAIS einen globalen risikobasierten Kapitalstandard (ICS), der ab 2019 für alle international tätigen Versicherungsgruppen (IAIGs) Anwendung finden und den BCR ablösen soll.

IAIS beschließt die Entwicklung eines weltweiten Kapitalstandards für Versicherungen

Der IAIS (The International Association of Insurance Supervisors) hat am 9. Oktober 2013 in einer Pressemittelung veröffentlicht, bis Ende 2016 einen weltweiten Kapitalstandard für Versicherungen („insurance capital standard“ (ICS)) zu entwickeln, welcher nach einer Testphase von zwei Jahren mit den Aufsehern und den international tätigen Versicherungsgruppen (internationally active insurance groups (IAIGs)) in Kraft treten soll.

Die ICS sollen der weltweiten Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen dienen und insbesondere zu einer Stabilisierung der globalen Finanzmärkte beitragen. Vor der Verabschiedung der ICS erfolgt neben der angedachten Testphase auch eine öffentliche Konsultation der Anforderungen mit den Stakeholdern.

Die ICS sollen künftig als weiterer Bestandteil im sogenannten ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) integriert werden. Gegenstand des ebenfalls derzeit durch den IAIS entwickelten ComFrame ist ein Set internationaler aufsichtsrechtlicher Anforderungen für IAIGs mit dem Fokus auf einer effektiven Gruppenaufsicht. ComFrame beinhaltet bereits eine quantitative Kapitalkomponente im Rahmen der dort kodifizierten Solvabilitätsbeurteilung, die als Grundlage für die Entwicklung des ICS dienen soll. Weitere Details hinsichtlich der konzeptionellen Ausgestaltung der Kapitalregeln wurden durch den IAIS bislang nicht veröffentlicht. Anwendung finden die Anforderungen des ComFrame und somit auch die künftigen Kapitalstandards (ICS) auf international tätige Versicherungsgruppen (IAIGs). Diese sind durch den IAIS als eine Gruppe mit mindesten einem großen Versicherungsunternehmen als Tochterunternehmen definiert. Die Beurteilung, ab wann eine Gruppe als IAIGs klassifiziert wird, legen die nationalen Aufsichtsbehörden auf Basis der durch den IAIS verabschiedeten Kriterien fest.

Eine Parallele stellen die Entwicklungen der Kapitalanforderungen für global systemrelevante Versicherer dar (G-SII), die sogenannten „backstop capital requirements“ (BCRs). Diese sollen bereits Ende 2014 durch die G-SII (siehe hierzu Blog Beitrag vom 19. Juli 2013) als Basis für die Bestimmung der zusätzlichen Kapitalanforderungen („higher loss absorbency“ (HLA)) aufgrund deren systemischem Risiko angewendet werden. Es ist anzunehmen, dass die Entwicklung der BCRs einen unmittelbaren Einfluss auf die ICS haben wird. G-SII grenzen sich von den IAIGs dahingehend ab, dass deren Insolvenz ein Risiko für die Stabilität der globalen Finanzmärkte und der Weltwirtschaft darstellt.

Eine spannende Frage hinsichtlich der Entwicklung der weltweiten Kapitalstandards für Versicherungen bleibt mit Sicherheit, wie diese mit nationalen und regionalen Entwicklungen wie beispielsweise Solvency II in Einklang gebracht werden können, um den Aufwand bei den Versicherungsunternehmen auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Es bleibt kritisch abzuwarten, ob dies erreicht wird, zumal sich beispielsweise bei der derzeitigen Entwicklung der BCRs für G-SII abzeichnet, dass sich die Bewertungsgrundsätze von denen unter Solvency II unterscheiden.

Die geplanten Entwicklungen des IAIS haben wir in der nachfolgenden Übersicht zusammenfassend dargestellt:

Datum Aktivität
Oktober bis Dezember 2013 Öffentliche Konsultation des ComFrame Entwurfs
Frühjahr 2014 Field Testing ComFrame

  • Beginn des Testings zu BCRs
  • Beginn der Entwicklung der ICS
November 2014 Implementierung der BCRs durch die G-SII
2015 Entwicklung der HLA auf Basis der BCRs (relevant für G-SII)
2015-2016 Testing der ICS
Ende 2016 Abschließende Entwicklung der ICS
2017-2018 Erneutes Testing und Verfeinerung der ICS
Ende 2018 Verabschiedung von ComFrame inklusive ICS
2019
  • Implementierung der Anforderung aus ComFrame inklusive ICS
  • Inkrafttreten der HLA für G-SII

 

/* */