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EIOPA’s Jahresbericht zur Zusammenarbeit der Colleges

EIOPA hat am 1. März 2017 den Jahresbericht über die Arbeitsweise der Colleges der Aufsichtsbehörden und den Schwerpunkten für die Zukunft veröffentlicht. Die Colleges wurden gegründet, um eine effektive und effiziente Gruppenaufsicht der rund 90 grenzübergreifenden Versicherungsgruppen mit Sitz im EWR sicherzustellen.

Zusammenfassend sind aus Sicht von EIOPA deutliche Verbesserungen erkennbar und weitere Schritte notwendig, um den Paradigmenwechsel zur risikobasierten Aufsicht zu vollenden. Im folgenden werden einige wichtige Aspekte des Jahresberichts zusammengefasst.

Zielerreichung der Colleges in 2016 und weiterhin bestehende Arbeitsfelder

Förderung des Informationsaustauschs der Colleges:

  • Vermehrte Treffen der Colleges und intensiverer Austausch zu den Quantitative Reporting Templates (QRTs).
  • Förderung des Informationsaustauschs mit Versicherungsgruppen: Die Colleges haben den Versicherungsgruppen Feedback gegeben, beispielsweise bezüglich der Qualität ihrer ORSA Berichte, und das Top Management von einigen Gruppen zu Sitzungen der Colleges eingeladen.
  • Um auch Nicht-EWR Aufsichten in die Arbeit der Colleges zu integrieren sind Verträge über den Austausch vertraulicher Information notwendig. Nicht alle Geheimhaltungserklärungen wurden bisher unterzeichnet, was den Informationsaustausch bisher schwächt.
  • EIOPA soll als zentrale Verwahrstätte für die QRTs dienen.

Stärkung der Sub-Gruppenaufsicht:

  • Die Sub-Gruppenaufsicht ist nach Auffassung der EIOPA effektiver als eine reine Solo Aufsicht oder die Aufsicht auf Top-Gruppenebene. Es besteht jedoch die Gefahr, dass durch die verschiedenen Ebenen der Aufsicht eine zu hohe Komplexität entsteht.
  • Die Colleges haben begonnen Pläne für die Struktur und Organisation der Sub-Gruppenaufsicht auszuarbeiten.

Überprüfung der Qualität und Konsistenz der SCR und ORSA Berechnungen und der Berichterstattungen nach Solvency II:

  • In 2016 wurde die Überprüfung der SCR Berechnungen in den Colleges gestartet, wobei es keine wesentlichen Beanstandungen gab. Die Überprüfung soll in 2017 weitergeführt werden.
  • Innerhalb der Colleges erfolgte in 2016 ein intensiver Austausch zu den ORSA Berichten. Raum für Verbesserungen bestehen aus Sicht von EIOPA insbesondere hinsichtlich folgender Aspekte:
    • Stärkere Einbindung der ORSA Ergebnisse in strategische und operative Entscheidungsprozesse des Managements
    • Bedarf für stärkere Verzahnung von Risikotoleranz, Risikoappetit und Limitsystem
    • Verbesserung der Qualität der ORSA Berichte durch einen mehr in die Zukunft gerichteten Ansatz, der auch Änderungen im Risiko- und Geschäftsumfeld, die Planung und strategische Entscheidungen mit berücksichtigt
    • Angemessenheit und Bedeutung der gewählten ORSA Stresstests und Sensitivitätsanalysen, die künftig noch besser die unternehmensspezifischen Risiken widerspiegeln sollen
    • Einbeziehung von Unternehmen aus Nicht-EWR Staaten in den Gruppen-ORSA
    • Verbesserung der Analysen der Abweichung des unternehmenseigenen Risikoprofils von der Standardformel
  • Zwischen Gruppen- und Einzel-ORSA-Berichten bestehen darüber hinaus insbesondere bei den Stichtagen der zugrundeliegenden Datenbasis Inkonsistenzen. Außerdem werden Risikobeurteilungen in vielen Colleges noch retrospektiv (statt vorausschauend in die Zukunft) vorgenommen und sind bisher nicht einheitlich in den Colleges umgesetzt. EIOPA geht davon aus, dass sich dies im Laufe der Zeit legen wird, sobald vermehrt standardisierte Daten als Basis verwendet werden.
  • Bei der Solvency II-Berichterstattung an die Öffentlichkeit (SFCR-Berichte) soll die Anwendung von Übergangs- und LTG-Maßnahmen transparenter gemacht werden, um eine stärkere Vergleichbarkeit zu schaffen.

Verbesserung des Informationsaustauschs zu Finanzkonglomeraten

  • Bei der sektorübergreifenden Aufsicht über Finanzkonglomerate besteht weiterhin Verbesserungsbedarf insbesondere beim Informationsaustausch und der Risikoanalyse mit dem Ziel, Risikokonzentrationen und Ansteckungsrisiken in Zukunft besser zu überwachen.

 Erweiterung der Koordinationsvereinbarungen mit Aufsichtsbehörden aus nicht-EWR Staaten

  • Die Aufsicht über Tochtergesellschaften deren Mutterunternehmen ihren Sitz außerhalb des EWR haben stellt nach wie vor eine Herausforderung aus Sicht von EIOPA dar, da es teilweise für solche Strukturen bisher keine Gruppenaufsicht gibt.
  • Die Koordinationsvereinbarungen stellen daher ein wichtiges Instrument der Colleges für die Stärkung des Informationsaustausches zu gruppenangehörigen Unternehmen dar.
  • In 2016 konnten bereits Koordinationsvereinbarungen mit Bermuda, Kanada, Hong Kong, Isle of Man, Guernsey, Japan, Singapur, State of New York, Südafrika und der Schweiz geschlossen werden. Für viele weitere Staaten stehen Verhandlungen noch aus.

Schwerpunkte der nächsten Jahre

Die wichtigsten Themen der EIOPA Strategie bis 2019 (vgl. „EIOPA Colleges Strategy 2016-2019“) sind zum einen die Weiterentwicklung der Effektivität, der Effizienz und des Einflusses des Informationsaustauschs und der gemeinsamen Risiko Assessments in den Colleges. Daher soll eine eingehende Analyse der Arbeitsweisen der Colleges erfolgen und neue Ansätze, z.B. in Form von themen- oder regionenbasierten „Break-out sessions“ in denen die Kommunikation in größeren Colleges vorangetrieben werden sollen, getestet werden.

Zum anderen wird die Sicherstellung der Robustheit und Zuverlässigkeit der Solvabilitätsübersichten priorisiert. Dahingehend sollen Diskussionen über Unterschiede in der Anwendung von Bewertungsprinzipien und der Ausübung von Ermessensspielräumen sowie der Einfluss auf die Solvabilität der Gruppen bzw. der Einzelgesellschaften erfolgen.

BaFin veröffentlicht Fristen der Berichts- und Offenlegungspflichten

Am 25. Januar 2017 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Fristen der Berichts- und Offenlegungspflichten (§344 VAG) veröffentlicht. Damit werden die in §344 VAG genannten Fristen (in Wochen) in konkrete Daten übersetzt. Diese umfassen sowohl die vierteljährliche als auch die jährliche Berichterstattung von Einzelunternehmen und Gruppen.

Zu den bereits in der Solvency II Taxonomy Roadmap am 29. Februar 2016 von EIOPA (siehe Blog-Beitrag vom 04. März 2016) veröffentlichten Daten besteht ein wichtiger Unterschied. Die BaFin hat für die Berichts- und Offenlegungspflichten, welche aufgrund der Angabe der Fristen in Wochen in §344 VAG an einem Wochenende eingereicht werden müssten, jeweils den darauffolgenden Montag als letztmöglichen Einreichungszeitpunkt definiert.

Nachfolgend auszugsweise die Daten der nächsten Meldeanlässe für die Berichterstattung der Versicherungsunternehmen an die BaFin:

  Einzelunternehmen  Gruppe 
 Meldeanlass (Stichtag) Wochen Datum Wochen Datum
Solvency II        
Jährlich (31.12.2016) 20 22. Mai 2017 26 03. Juli 2017
4. Quartal (31.12.2016) 8 27. Februar 2017 14 10. April 2017
1. Quartal (31.03.2017) 7 19. Mai 2017 13 30. Juni 2017
2. Quartal (30.06.2017) 7 18. August 2017 13 29. September 2017
3. Quartal (30.09.2017) 7 20. November 2017 13 02. Januar 2018
4. Quartal (31.12.2017) 7 19. Februar 2018 13 03. April 2018
Jährlich (31.12.2017) 18 07. Mai 2018 24 18. Juni 2018

 

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„Solvency II: Gerüstet für die erste Prüfungspflicht und vollständige Berichterstattung“

Unser Business Breakfast ist als Informationsveranstaltung für alle Vorstände, Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Risikomanagement, Interne Revision und Aktuariate von Versicherungsunternehmen gedacht. Unsere Experten freuen sich darauf, Ihnen folgende Themen vorzustellen und die wichtigsten Herausforderungen und Handlungsbedarfe zum Jahresende gemeinsam zu diskutieren:

  • „Be prepared“ – Erfahrungen aus den Solvency II Day1-Prüfungen: Angemessene Vorbereitung für die anstehende Solvency II Prüfungssaison
  • „Closer look“ – Datenqualität & IKS: Die Anforderungen, insbesondere mit Fokus auf die Prüfungspflicht“
  • „Reporting 1.0“ – Vorbereitet sein für die erste vollständige Berichterstattung und der Blick auf das Management Reporting der Zukunft

Letzte freie Plätze sind noch buchbar! Melden Sie sich einfach für einen der nachfolgenden Termine über unsere Anmeldeseite an:

  • 29. September in Köln
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„Solvency II: Gerüstet für die erste Prüfungspflicht und vollständige Berichterstattung“

Im Rahmen unseres Business Breakfast‘s freuen sich unsere Experten darauf, Ihnen folgende Themen vorzustellen und die wichtigsten Herausforderungen und Handlungsbedarfe zum Jahresende gemeinsam zu diskutieren:

  • „Be prepared“ – Erfahrungen aus den Solvency II Day1-Prüfungen: Angemessene Vorbereitung für die anstehende Solvency II Prüfungssaison
  • „Closer look“ – Datenqualität & IKS: Die Anforderungen, insbesondere mit Fokus auf die Prüfungspflicht“
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BaFin veröffentlicht Erkenntnisse aus Solvency-II-Berichtswesen

Nach Auswertung des Day1-Reportings zum 1. Januar 2016 und der ersten Quartalsberichterstattung zum 31. März 2016 veröffentlichte die BaFin am 9. August 2016 ihre Erkenntnisse aus dem Berichtswesen zu den einzelnen Versicherungssparten nach dem Inkrafttreten von Solvency II.

Mit wenigen Ausnahmen ist die Versicherungsbranche ausreichend kapitalisiert, um die neuen Solvabilitätskapitalanforderungen (SCR) und Mindestkapitalanforderungen (MCR) zu erfüllen. Dennoch war insbesondere im Bereich der Lebensversicherung aufgrund der schwierigen Kapitalmarktsituation eine deutliche Reduzierung der SCR-Bedeckungsquoten im Vergleich vom 1. Januar 2016 bis zum Ende des ersten Quartals zu verzeichnen.

Mit ihrer Veröffentlichung gibt die BaFin einen guten Überblick über die aktuelle Branchensituation und schafft somit Transparenz für alle Marktteilnehmer, um sich ein Bild über die Auswirkungen der neuen Solvency II-Anforderungen auf die einzelnen Versicherungssparten zu machen. Die BaFin macht jedoch auch deutlich, dass „aufgrund der hohen Volatilität – bedingt durch die Veränderungen des Marktumfeldes -… der bloße Vergleich von SCR-Bedeckungsquoten mit Vorsicht zu genießen ist“.

Nachfolgend ein Überblick über wesentliche Erkenntnisse der BaFin aus dem Solvency II-Berichtswesen:

Lebensversicherung (LV)
  • 77 der LV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, 7 der LV verwendeten ein (partielles) internes Modell.
  • Alle 84 LV konnten zum 1. Januar 2016 eine ausreichende SCR-Bedeckung aufweisen.
  • 16 (1.1.2016) bzw. 26 (31.3.2016) der LV erreichten nur mit Anwendung von Übergangsmaßnahmen eine SCR-Überdeckung.
  • 12 der 84 LV wendeten ausschließlich die Volatilitätsanpassung an.
  • 9 der 84 LV wendeten ausschließlich die Übergangsmaßnahmen an.
  • Etwa die Hälfte (43) aller LV wendeten sowohl Volatilitätsanpassung als auch Übergangsmaßnahmen an.
  • Die SCR-Quote der Branche betrug 283 % (1.1.2016) bzw. 209 % (31.3.2016).
  • Das arithmetische Mittel der SCR-Quote betrug 364 % (1.1.2016) bzw. 286 % (31.3.2016).
Schaden- und Unfallversicherung (SUV)
  • 173 der SUV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, wovon 7 der SUV unternehmensspezifische Parameter verwendeten (insb. Rechtsschutzversicherer).
  • Außerdem verwendeten 6 SUV ein partielles internes Modell, 7 SUV ein volles internes Modell.
  • Von den 186 berichtspflichtigen SUV waren 3 SUV nicht ausreichend kapitalisiert, um das SCR zu bedecken.
  • Die durchschnittliche Bedeckungsquote betrug 278 % (1.1.2016) bzw. 280 % (31.3.2016).
Krankenversicherung (KV)
  • 38 der KV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, 4 der KV verwendeten ein (partielles) internes Modell.
  • Von den 41 KV waren alle Unternehmen in ausreichendem Maße bedeckt: 528 % (1.1.2016) bzw. 510 % (31.3.2016).
  • 8 KV wendeten spezielle Maßnahmen zur Bewertung langfristiger Garantien unter Solvency II (Long-Term-Guarantee-Maßnahmen) und Übergangsmaßnahmen an.
Rückversicherern (RV)
  • 23 der RV wendeten zur Berechnung des SCR die Standardformel an, 1 der RV verwendete unternehmensspezifische Parameter.
  • Bei den RV ergab sich eine durchschnittliche SCR-Quote von 326 % (1.1.2016) bzw. 320 % (31.3.2016).

Eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse – u.a. mit Angaben zur Zusammensetzung des SCR, der Kapitalanlagen und der Basiseigenmittel – findet sich in der von der BaFin zur Verfügung gestellten Anlage zu den Erkenntnissen aus den Sparten unter Solvency II.

Ab 2017 müssen alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen sowie alle Versicherungsgruppen unternehmensbezogene Informationen im Rahmen des Berichts über ihre Solvabilität und Finanzlage (SFCR) unter Solvency II veröffentlichen.

Veröffentlichung der Versicherungs-Meldeverordnung (Vers-MeldeV)

Am 18. April 2016 verabschiedete das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Versicherungs-Meldeverordnung (VersMeldeV) (vgl. Blog-Beitrag vom 26. April 2016). Mit dieser Verordnung spezifiziert das BMF die Art und Weise der Datenübermittlung, die zu verwendenden Datenformate, die einzuhaltende Datenqualität sowie die anzugebende Unternehmenskennung für das Meldewesen von Versicherungsunternehmen im Einklang mit § 39 Abs. 1 S. 1 Nr. 7 VAG.

Die VersMeldeV findet Anwendung für alle Unternehmen, die zur regelmäßigen Berichterstattung nach Solvency II verpflichtet sind. Dies umfasst sowohl Einzelversicherungsunternehmen i.S.v. § 7 Nr. 33 VAG sowie Gruppen, bei denen gemäß Artikel 372 DVO die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Gruppenaufsichtsbehörde fungiert.

Die VersMeldeV legt fest, dass die Meldungen in elektronischer Form über die BaFin-eigene Melde- und Veröffentlichungsplattform (MVP-Portal) innerhalb der in Level 2 vorgegebenen Fristen und im Einklang mit den technischen Durchführungsstandards einzureichen sind. Hinsichtlich der qualitativen Berichte (SFCR, RSR, Day 1-Bericht, ORSA-Bericht) sind die Formatvorgaben des MVP-Portals zu beachten. Die quantitativen Meldungen erfolgen auf Basis der jeweils aktuellen von EIOPA vorgegebenen XBRL-Taxonomie unter Einhaltung der von EIOPA vorgegebenen Validierungsregeln.

Die Datensätze müssen, auch nach der Korrektur einzelner Daten, vollständig eingereicht werden. Als vollständig gelten auch Datensätze, bei denen Angaben, zu deren Vorlage das Unternehmen nicht verpflichtet ist (z.B. aufgrund von Materialitätsschwellen), fehlen. Ebenso gelten Datensätze als vollständig, bei denen ausschließlich Angaben im Rahmen der EZB-Berichterstattung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1374/2014 fehlen. Um zwischen den einzelnen Unternehmen differenzieren zu können, ist eine unternehmensspezifische Kennziffer (Legal Entity Identifier; LEI) von jedem Unternehmen zu beantragen.

Datensätze, welche die beschriebenen Kriterien nicht erfüllen, werden zurückgewiesen und gelten als nicht eingereicht. Die Meldung hierüber ist im MVP-Portal abrufbar.

BaFin Auslegungsentscheidungen zu latente Steuern auf vt. Rückstellungen unter SII

Am 22. Februar 2016 veröffentlichte die BaFin ihre Auslegungsentscheidung zur Ermittlung der temporären Differenz zwischen dem Ansatz und der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen in der Solvabilitätsübersicht und dem Ansatz und der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen zu Steuerzwecken.

Für den Ansatz und Bewertung latenter Steuern unter Solvency II sind die Vorschriften der internationalen Rechnungslegung (IFRS) maßgeblich. Für die vt. Rückstellungen ist die Differenz aus der Bewertung für Solvabilitätszwecke und der Bewertung für Steuerzwecke in voller Höhe als temporär im Sinne des IAS 12 zu betrachten. Daher erfolgt ein Ansatz von latenten Steuern auf Grundlage der gesamten Differenz.

Ein Ansatz von latenten Steuerguthaben (aktive latente Steuern) ist nur dann zulässig, wenn die Anforderungen an deren Werthaltigkeit gemäß Artikel 15 (3) der Delegierte Verordnung (EU) 2015/13 durch das Versicherungsunternehmen erfüllt werden.

Der Wert der versicherungstechnischen Rückstellungen in der Solvabilitätsübersicht wird gemäß den Artikeln 76 bis 85 der Solvency II-Richtlinie 2009/138/EG ermittelt. Hierbei müssen evtl. Wechselwirkungen zwischen Überschussbeteiligung und Neugeschäft (siehe dazu weitere Auslegungsentscheidung) sowie die Auswirkungen der Übergangsmaßnahmen nach § 351 und § 352 VAG Berücksichtigung finden.

Für die Bewertung der latenten Steuern heranzuziehende steuerliche Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen sind folgende Rückstellungen einzubeziehen:

  • HGB-Deckungsrückstellung einschl. Zinszusatzreserve
  • Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
  • Beitragsüberträge
  • Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
  • Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
  • Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
  • Versicherungstechnische Rückstellungen der fondsgebundenen Lebensversicherung
  • Ansammlungsguthaben in der Lebensversicherung
  • Noch nicht fällige Ansprüche aus Forderungen s. a. G. an Versicherungsnehmer sind mindernd zu berücksichtigen.

Die Bewertung der temporären Differenz erfolgt Brutto, d.h. vor abgegebener Rückversicherung.

Neben den Ausführungen der BaFin zur Ermittlung der temporären Differenz bei der Versicherungstechnik möchten wir an dieser Stelle auf die umfassenden Anforderungen in den EIOPA-Leitlinien Level 3 zum Ansatz & Bewertung (EIOPA-BoS-15/113), sowie an die detaillierten erforderlichen Informationspflichten in den EIOPA-Leitlinien Level 3 zum Reporting (EIOPA-BoS-15/209) im Zusammenhang mit latenten Steuern hinweisen. Sofern nicht bereits durch die Unternehmen erfolgt, sollte zeitnah eine Analyse der Verfügbarkeit der erforderlichen Daten und Informationen für die geforderten Nachweise bzw. Berichtspflichten erfolgen.

PwC Business Breakfast: „Solvency II: Finale Umsetzung und Regelbetrieb“

Im Rahmen der Vorbereitungsphase auf Solvency II wurde ein Vielzahl wichtiger Meilensteine zur finalen Umsetzung der Solvency II Anforderungen auf den Weg gebracht. Jetzt gilt es auf der letzten Meile die noch offenen Herausforderungen zu  meistern und die Überführung von Solvency II in den Regelbetrieb einzuleiten. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen ausgewählte Themen und Herausforderungen im Rahmen einer Roadshow diskutieren und laden Sie herzlich zum Business Breakfast „Solvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb“ ein.

Das Business Breakfast findet an insgesamt vier PwC Standorten zu den nachfolgenden Terminen statt:

  • 16. November 2015, München
  • 23. November 2015, Stuttgart
  • 1. Dezember 2015, Köln
  • 8. Dezember 2015, Hannover

Folgende Themen würden wir gerne vorstellen und mit Ihnen gemeinsam diskutieren:

  • Lessons learned aus der ersten Solvency II-Berichterstattung gegenüber der BaFin im Rahmen der Vorbereitungsphase.
  • Integration von Solvency II in die bestehenden Abschluss- und Meldeprozesse und deren Implikation auf Daten, IT und  Prozesse.
  • Sind Sie bereits „ready“ für eine Solvency II Prüfung? Erwartungshaltung aus Sicht des Wirtschaftsprüfers.

Wir würden uns freuen wenn wir Ihr Interesse zur Teilnahme an der Veranstaltung wecken konnten. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pwc-event.com/anmeldung_solvency_II.

Über das Kontaktformular im Abschnitt „Anmeldung“ können Sie sich bei Interesse direkt registrieren.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Weiter Informationen erfragen Sie bitte bei matthias.schiessl@de.pwc.com
(+49 151 122 679 35)

 

Solvency II Newsletter Nr. 9, Oktober 2015

Mit unserer neunten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II auf der Zielgerade“
  • Kapitalanforderungen: „Unternehmensspezifische Parameter unter Solvency II“
  • Aufsichtsrechtlicher Dialog & Genehmigungsverfahren: „Aufsichtsrechtlicher Dialog und Sanktionen der BaFin
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Day 1 Reporting – Anforderungen der ersten Berichtspflicht unter Solvency II“ sowie „Zusätzliche Anforderungen an die Berichterstattung über Kapitalanlagen“

Neben diesen Themen finden Sie Informationen zu unserem „Business Breakfast Solvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb“, welches im November und Dezember 2015 an verschiedenen Standorten stattfinden wird. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik „Service“.

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

 

Schweizer Finanzmarktaufsicht veröffentlicht Rundschreiben zur Offenlegung von Versicherungsunternehmen

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) veröffentlicht im Rundschreiben 2016/xx Offenlegung Versicherer (Public Disclosure) einen Entwurf über Vorlagen zur quantitativen Berichterstattung für Versicherer auf Einzelunternehmens- und Konzernebene. Die FINMA konkretisiert damit Art. 111a und 203a der Aufsichtsverordnung (CH) (AVO; SR 961.011).

Der Entwurf beschreibt die Grundlagen zum Inhalt und Aufbau des Berichtes über die Finanzlage sowie die Mindestanforderung an Art und Inhalt der Offenlegung. Im Anhang werden quantitative Vorlagen zum Bericht über die Finanzlage der Versicherungsunternehmen und der Versicherungskonzerne definiert.

Die erstmalige Berichterstattung an die FINMA erfolgt spätestens am 30. April 2017 über die Berichtsperiode 2016. Nach Prüfung der eingereichten Berichte entscheidet die FINMA, ob und wann die Berichte der Versicherungsunternehmen gesamthaft zu veröffentlichen sind. Von 2018 an, d.h. beginnend mit der Berichtsperiode 2017, müssen Versicherungsunternehmen den Bericht bis spätestens zum 30. April eines jeden Jahres veröffentlichen. Eine Veröffentlichungspflicht besteht für jedes Versicherungsunternehmen mit gebuchten Brutto-Prämien über 5 Mio. CHF und brutto versicherungstechnischen Rückstellungen über 25 Mio. CHF. Den Bericht über die Finanzlage müssen Versicherungsunternehmen gemäß Art. 28 Abs. 1 VAG (CH)[1] prüfen lassen und das Prüftestat dem Bericht beifügen.

Geltungsbereich des Rundschreibens

Im Einklang mit dem schweizerischen Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG (CH); SR 961.01) richtet sich das Rundschreiben sowohl an schweizerische Versicherungsunternehmen, welche Direktversicherung oder Rückversicherung betreiben, als auch an Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland, die ihre Versicherungstätigkeit in der Schweiz oder von der Schweiz aus betreiben, unter Vorbehalt abweichender staatsvertraglicher Bestimmungen (Art. 2 Abs. 1 Bst. A und b VAG (CH)).

Darüber hinaus kann die FINMA eine Versicherungsgruppe oder ein Versicherungskonglomerat, denen eine Unternehmung in der Schweiz angehört, der Aufsicht unterstellen, wenn diese tatsächlich von der Schweiz oder tatsächlich vom Ausland aus geleitet werden, dort aber keiner gleichwertigen Aufsicht unterstellt sind. Sollte gleichzeitig eine ausländische Behörde die vollständige oder teilweise Aufsicht beanspruchen, so verständigt sich die FINMA mit diesen über Zuständigkeiten, Modalitäten und Gegenstand der Aufsicht (Art. 65 und 73 VAG (CH)).

Somit ist dieses Rundschreiben auch für deutsche Versicherungsunternehmen relevant, welche in der Schweiz Geschäft betreiben. Allerdings sind die Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland von gewissen Bestimmungen ausgenommen.

Qualitative Berichterstattung

Versicherungskonzerne, welche in der Schweiz beaufsichtigt werden, veröffentlichen einen Bericht über die Finanzlage, welcher sowohl die unten aufgeführten Anforderungen erfüllt als auch darüberhinausgehende Informationen beinhaltet. Der Bericht über die Finanzlage hat im Aufbau der nachfolgenden Struktur zu entsprechen.

Bericht über die Finanzlage von VU – Struktur Berichtspflicht für VU mit Sitz im Ausland
Management Summary Ja
A. Geschäftstätigkeit Ja
B. Unternehmenserfolg Ja
C. Governance und Risikomanagement Teilweise (Rz 38-44 ‚Informationen zum Governance-System‘ müssen nicht berichtet werden)
D. Risikoprofil Nein
E. Bewertung Nein
F. Kapitalmanagement Ja
G. Solvabilität Nein

Es lassen sich gewisse Ähnlichkeiten zum unter Solvency II geforderten Solvency and Financial Condition Report (SFCR) und Regular Supervisory Report (RSR) erkennen, wobei allerdings die Anforderungen der FINMA weniger umfangreich sind.

 

Quantitative Berichterstattung

Zusätzlich zu den qualitativen Angaben enthält der Bericht über die Finanzlage quantitative Vorlagen. Die quantitativen Vorlagen enthalten jeweils Angaben zur Berichtsperiode, zur Vorberichtsperiode sowie teilweise zu möglichen Anpassungen der Angaben durch die FINMA.

Quantitative Vorlagen Inhalte Berichtspflicht für VU mit Sitz im Ausland
Einzelunternehmen
Unternehmenserfolg Nicht-Leben
  • Versicherungstechnisches Ergebnis
  • Kapitalanlagenergebnis
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der übrigen Aktiven
  • Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
Nein
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
Nein
Konzern
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
    => Aufteilung der wichtigsten internationalen Märkte (nach Prämienvolumen)
n/a
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der übrigen Aktiven
  • Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
n/a
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
n/a

Die quantitativen Vorlagen weisen gewisse Ähnlichkeiten mit den unter Solvency II geforderten Quantitative Reporting Templates (QRTs) auf, wobei allerdings die geforderten Informationen weitaus weniger granular sind.

 

[1] im Folgenden ist mit der Bezeichnung VAG (CH) das schweizerische VAG gemeint (VAG; SR 961.01).

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