Schlagwort: Berichterstattung

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Veröffentlichung der Versicherungs-Meldeverordnung (Vers-MeldeV)

Am 18. April 2016 verabschiedete das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Versicherungs-Meldeverordnung (VersMeldeV) (vgl. Blog-Beitrag vom 26. April 2016). Mit dieser Verordnung spezifiziert das BMF die Art und Weise der Daten√ľbermittlung, die zu verwendenden Datenformate, die einzuhaltende Datenqualit√§t sowie die anzugebende Unternehmenskennung f√ľr das Meldewesen von Versicherungsunternehmen im Einklang mit ¬ß 39 Abs. 1 S. 1 Nr. 7 VAG.

Die VersMeldeV findet Anwendung f√ľr alle Unternehmen, die zur regelm√§√üigen Berichterstattung nach Solvency II verpflichtet sind. Dies umfasst sowohl Einzelversicherungsunternehmen i.S.v. ¬ß 7 Nr. 33 VAG sowie Gruppen, bei denen gem√§√ü Artikel 372 DVO die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Gruppenaufsichtsbeh√∂rde fungiert.

Die VersMeldeV legt fest, dass die Meldungen in elektronischer Form √ľber die BaFin-eigene Melde- und Ver√∂ffentlichungsplattform (MVP-Portal) innerhalb der in Level 2 vorgegebenen Fristen und im Einklang mit den technischen Durchf√ľhrungsstandards einzureichen sind. Hinsichtlich der qualitativen Berichte (SFCR, RSR, Day 1-Bericht, ORSA-Bericht) sind die Formatvorgaben des MVP-Portals zu beachten. Die quantitativen Meldungen erfolgen auf Basis der jeweils aktuellen von EIOPA vorgegebenen XBRL-Taxonomie unter Einhaltung der von EIOPA vorgegebenen Validierungsregeln.

Die Datens√§tze m√ľssen, auch nach der Korrektur einzelner Daten, vollst√§ndig eingereicht werden. Als vollst√§ndig gelten auch Datens√§tze, bei denen Angaben, zu deren Vorlage das Unternehmen nicht verpflichtet ist (z.B. aufgrund von Materialit√§tsschwellen), fehlen. Ebenso gelten Datens√§tze als vollst√§ndig, bei denen ausschlie√ülich Angaben im Rahmen der EZB-Berichterstattung gem√§√ü der Verordnung (EU) Nr. 1374/2014 fehlen. Um zwischen den einzelnen Unternehmen differenzieren zu k√∂nnen, ist eine unternehmensspezifische Kennziffer (Legal Entity Identifier; LEI) von jedem Unternehmen zu beantragen.

Datens√§tze, welche die beschriebenen Kriterien nicht erf√ľllen, werden zur√ľckgewiesen und gelten als nicht eingereicht. Die Meldung hier√ľber ist im MVP-Portal abrufbar.

BaFin Auslegungsentscheidungen zu latente Steuern auf vt. R√ľckstellungen unter SII

Am 22. Februar 2016 ver√∂ffentlichte die BaFin ihre Auslegungsentscheidung zur Ermittlung der tempor√§ren Differenz zwischen dem Ansatz und der Bewertung der versicherungstechnischen R√ľckstellungen in der Solvabilit√§ts√ľbersicht und dem Ansatz und der Bewertung der versicherungstechnischen R√ľckstellungen zu Steuerzwecken.

F√ľr den Ansatz und Bewertung latenter Steuern unter Solvency II sind die Vorschriften der internationalen Rechnungslegung (IFRS) ma√ügeblich. F√ľr die vt. R√ľckstellungen ist die Differenz aus der Bewertung f√ľr Solvabilit√§tszwecke und der Bewertung f√ľr Steuerzwecke in voller H√∂he als tempor√§r im Sinne des IAS 12 zu betrachten. Daher erfolgt ein Ansatz von latenten Steuern auf Grundlage der gesamten Differenz.

Ein Ansatz von latenten Steuerguthaben (aktive latente Steuern) ist nur dann zul√§ssig, wenn die Anforderungen an deren Werthaltigkeit gem√§√ü Artikel 15 (3) der Delegierte Verordnung (EU) 2015/13 durch das Versicherungsunternehmen erf√ľllt werden.

Der Wert der versicherungstechnischen R√ľckstellungen in der Solvabilit√§ts√ľbersicht wird gem√§√ü den Artikeln 76 bis 85 der Solvency II-Richtlinie 2009/138/EG ermittelt. Hierbei m√ľssen evtl. Wechselwirkungen zwischen √úberschussbeteiligung und Neugesch√§ft (siehe dazu weitere Auslegungsentscheidung) sowie die Auswirkungen der √úbergangsma√ünahmen nach ¬ß 351 und ¬ß 352 VAG Ber√ľcksichtigung finden.

F√ľr die Bewertung der latenten Steuern heranzuziehende steuerliche Bewertung der versicherungstechnischen R√ľckstellungen sind folgende R√ľckstellungen einzubeziehen:

  • HGB-Deckungsr√ľckstellung einschl. Zinszusatzreserve
  • R√ľckstellung f√ľr erfolgsabh√§ngige und erfolgsunabh√§ngige Beitragsr√ľckerstattung
  • Beitrags√ľbertr√§ge
  • R√ľckstellungen f√ľr noch nicht abgewickelte Versicherungsf√§lle
  • Sonstige versicherungstechnische R√ľckstellungen
  • Schwankungsr√ľckstellung und √§hnliche R√ľckstellungen
  • Versicherungstechnische R√ľckstellungen der fondsgebundenen Lebensversicherung
  • Ansammlungsguthaben in der Lebensversicherung
  • Noch nicht f√§llige Anspr√ľche aus Forderungen s. a. G. an Versicherungsnehmer sind mindernd zu ber√ľcksichtigen.

Die Bewertung der tempor√§ren Differenz erfolgt Brutto, d.h. vor abgegebener R√ľckversicherung.

Neben den Ausf√ľhrungen der BaFin zur Ermittlung der tempor√§ren Differenz bei der Versicherungstechnik m√∂chten wir an dieser Stelle auf die umfassenden Anforderungen in den EIOPA-Leitlinien Level 3 zum Ansatz & Bewertung (EIOPA-BoS-15/113), sowie an die detaillierten erforderlichen Informationspflichten in den EIOPA-Leitlinien Level 3 zum Reporting (EIOPA-BoS-15/209) im Zusammenhang mit latenten Steuern hinweisen. Sofern nicht bereits durch die Unternehmen erfolgt, sollte zeitnah eine Analyse der Verf√ľgbarkeit der erforderlichen Daten und Informationen f√ľr die geforderten Nachweise bzw. Berichtspflichten erfolgen.

PwC Business Breakfast: ‚ÄěSolvency II: Finale Umsetzung und Regelbetrieb“

Im Rahmen der Vorbereitungsphase auf Solvency II wurde ein Vielzahl wichtiger Meilensteine zur finalen Umsetzung der Solvency II Anforderungen auf den Weg gebracht. Jetzt gilt es auf der letzten Meile die noch offenen Herausforderungen zu  meistern und die √úberf√ľhrung von Solvency II in den Regelbetrieb einzuleiten. Wir m√∂chten gemeinsam mit Ihnen ausgew√§hlte Themen und Herausforderungen im Rahmen einer Roadshow diskutieren und laden Sie herzlich zum Business Breakfast ‚ÄěSolvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb‚Äú ein.

Das Business Breakfast findet an insgesamt vier PwC Standorten zu den nachfolgenden Terminen statt:

  • 16. November 2015, M√ľnchen
  • 23. November 2015, Stuttgart
  • 1. Dezember 2015, K√∂ln
  • 8. Dezember 2015, Hannover

Folgende Themen w√ľrden wir gerne vorstellen und mit Ihnen gemeinsam diskutieren:

  • Lessons learned aus der ersten Solvency II-Berichterstattung gegen√ľber der BaFin im Rahmen der Vorbereitungsphase.
  • Integration von Solvency II in die bestehenden Abschluss- und Meldeprozesse und deren Implikation auf Daten, IT und  Prozesse.
  • Sind Sie bereits ‚Äěready‚Äú f√ľr eine Solvency II Pr√ľfung? Erwartungshaltung aus Sicht des Wirtschaftspr√ľfers.

Wir w√ľrden uns freuen wenn wir Ihr Interesse zur Teilnahme an der Veranstaltung wecken konnten. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pwc-event.com/anmeldung_solvency_II.

√úber das Kontaktformular im Abschnitt „Anmeldung“ k√∂nnen Sie sich bei Interesse direkt registrieren.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Weiter Informationen erfragen Sie bitte bei matthias.schiessl@de.pwc.com
(+49 151 122 679 35)

 

Solvency II Newsletter Nr. 9, Oktober 2015

Mit unserer neunten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters m√∂chten wir Sie √ľber Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (R√ľck-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: ‚ÄěSolvency II auf der Zielgerade‚Äú
  • Kapitalanforderungen: „Unternehmensspezifische Parameter unter Solvency II“
  • Aufsichtsrechtlicher Dialog & Genehmigungsverfahren: „Aufsichtsrechtlicher Dialog und Sanktionen der BaFin
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Day 1 Reporting – Anforderungen der ersten Berichtspflicht unter Solvency II“ sowie „Zus√§tzliche Anforderungen an die Berichterstattung √ľber Kapitalanlagen“

Neben diesen Themen finden Sie Informationen zu unserem „Business Breakfast Solvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb“, welches im November und Dezember 2015 an verschiedenen Standorten stattfinden wird. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik „Service“.

√úber folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter au√üerdem in einer f√ľr Ihr iPad-optimierten Version zur Verf√ľgung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

√úber unsere Solvency II-App k√∂nnen Sie sich dar√ľber hinaus jederzeit √ľber Ihr iPad √ľber wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-M√∂glichkeit f√ľr die Solvency II-App gelangen Sie √ľber den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten f√ľr unseren Solvency II-Newsletter k√∂nnen sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter k√ľnftig nicht mehr erhalten m√∂chten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

 

Schweizer Finanzmarktaufsicht veröffentlicht Rundschreiben zur Offenlegung von Versicherungsunternehmen

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) ver√∂ffentlicht im Rundschreiben 2016/xx Offenlegung Versicherer (Public Disclosure) einen Entwurf √ľber Vorlagen zur quantitativen Berichterstattung f√ľr Versicherer auf Einzelunternehmens- und Konzernebene. Die FINMA konkretisiert damit Art. 111a und 203a der Aufsichtsverordnung (CH)¬†(AVO; SR 961.011).

Der Entwurf beschreibt die Grundlagen zum Inhalt und Aufbau des Berichtes √ľber die Finanzlage sowie die Mindestanforderung an Art und Inhalt der Offenlegung. Im Anhang werden quantitative Vorlagen zum Bericht √ľber die Finanzlage der Versicherungsunternehmen und der Versicherungskonzerne definiert.

Die erstmalige Berichterstattung an die FINMA erfolgt sp√§testens am 30. April 2017 √ľber die Berichtsperiode 2016. Nach Pr√ľfung der eingereichten Berichte entscheidet die FINMA, ob und wann die Berichte der Versicherungsunternehmen gesamthaft zu ver√∂ffentlichen sind. Von 2018 an, d.h. beginnend mit der Berichtsperiode 2017, m√ľssen Versicherungsunternehmen den Bericht bis sp√§testens zum 30. April eines jeden Jahres ver√∂ffentlichen. Eine Ver√∂ffentlichungspflicht besteht f√ľr jedes Versicherungsunternehmen mit gebuchten Brutto-Pr√§mien √ľber 5 Mio. CHF und brutto versicherungstechnischen R√ľckstellungen √ľber 25 Mio. CHF. Den Bericht √ľber die Finanzlage m√ľssen Versicherungsunternehmen gem√§√ü Art. 28 Abs. 1 VAG (CH)[1] pr√ľfen lassen und das Pr√ľftestat dem Bericht beif√ľgen.

Geltungsbereich des Rundschreibens

Im Einklang mit dem schweizerischen Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG (CH); SR 961.01) richtet sich das Rundschreiben sowohl an schweizerische Versicherungsunternehmen, welche Direktversicherung oder R√ľckversicherung betreiben, als auch an Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland, die ihre Versicherungst√§tigkeit in der Schweiz oder von der Schweiz aus betreiben, unter Vorbehalt abweichender staatsvertraglicher Bestimmungen (Art. 2 Abs. 1 Bst. A und b VAG (CH)).

Dar√ľber hinaus kann die FINMA eine Versicherungsgruppe oder ein Versicherungskonglomerat, denen eine Unternehmung in der Schweiz angeh√∂rt, der Aufsicht unterstellen, wenn diese tats√§chlich von der Schweiz oder tats√§chlich vom Ausland aus geleitet werden, dort aber keiner gleichwertigen Aufsicht unterstellt sind. Sollte gleichzeitig eine ausl√§ndische Beh√∂rde die vollst√§ndige oder teilweise Aufsicht beanspruchen, so verst√§ndigt sich die FINMA mit diesen √ľber Zust√§ndigkeiten, Modalit√§ten und Gegenstand der Aufsicht (Art. 65 und 73 VAG (CH)).

Somit ist dieses Rundschreiben auch f√ľr deutsche Versicherungsunternehmen relevant, welche in der Schweiz Gesch√§ft betreiben. Allerdings sind die Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland von gewissen Bestimmungen ausgenommen.

Qualitative Berichterstattung

Versicherungskonzerne, welche in der Schweiz beaufsichtigt werden, ver√∂ffentlichen einen Bericht √ľber die Finanzlage, welcher sowohl die unten aufgef√ľhrten Anforderungen erf√ľllt als auch dar√ľberhinausgehende Informationen beinhaltet. Der Bericht √ľber die Finanzlage hat im Aufbau der nachfolgenden Struktur zu entsprechen.

Bericht √ľber die Finanzlage von VU ‚Äď Struktur Berichtspflicht f√ľr VU mit Sitz im Ausland
Management Summary Ja
A. Geschäftstätigkeit Ja
B. Unternehmenserfolg Ja
C.¬†Governance und Risikomanagement Teilweise (Rz 38-44 ‚ÄöInformationen zum Governance-System‚Äė m√ľssen nicht berichtet werden)
D. Risikoprofil Nein
E. Bewertung Nein
F. Kapitalmanagement Ja
G. Solvabilität Nein

Es lassen sich gewisse √Ąhnlichkeiten zum unter Solvency II geforderten Solvency and Financial Condition Report (SFCR) und Regular Supervisory Report (RSR) erkennen, wobei allerdings die Anforderungen der FINMA weniger umfangreich sind.

 

Quantitative Berichterstattung

Zus√§tzlich zu den qualitativen Angaben enth√§lt der Bericht √ľber die Finanzlage quantitative Vorlagen. Die quantitativen Vorlagen enthalten jeweils Angaben zur Berichtsperiode, zur Vorberichtsperiode sowie teilweise zu m√∂glichen Anpassungen der Angaben durch die FINMA.

Quantitative Vorlagen Inhalte Berichtspflicht f√ľr VU mit Sitz im Ausland
Einzelunternehmen
Unternehmenserfolg Nicht-Leben
  • Versicherungstechnisches Ergebnis
  • Kapitalanlagenergebnis
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Ertr√§ge aus dem versicherungstechnischen Gesch√§ft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der √ľbrigen Aktiven
  • Bestm√∂glicher Sch√§tzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der √ľbrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
Nein
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
Nein
Konzern
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Ertr√§ge aus dem versicherungstechnischen Gesch√§ft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
    => Aufteilung der wichtigsten internationalen Märkte (nach Prämienvolumen)
n/a
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der √ľbrigen Aktiven
  • Bestm√∂glicher Sch√§tzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der √ľbrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
n/a
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
n/a

Die quantitativen Vorlagen weisen gewisse √Ąhnlichkeiten mit den unter Solvency II geforderten Quantitative Reporting Templates (QRTs) auf, wobei allerdings die geforderten Informationen weitaus weniger granular sind.

 

[1] im Folgenden ist mit der Bezeichnung VAG (CH) das schweizerische VAG gemeint (VAG; SR 961.01).

EIOPA veröffentlicht finales Paket 2 der Level 3-Leitlinien

Am 14. September 2015 veröffentlichte die EIOPA das zweite Paket der finalen Level 3-Leitlinien (Guidelines, GL) in den jeweiligen EU-Amtssprachen. Das erste Paket der finalen Level 3-Leitlinien wurde am 02. Februar 2015 von der EIOPA veröffentlicht und gilt bereits seit dem 01. April 2015 (siehe hierzu auch den Blog-Artikel vom 03. Februar 2015).

Analog zur Vorgehensweise bei der Ver√∂ffentlichung des ersten Pakets im Februar diesen Jahres sind nun bei der Ver√∂ffentlichung des zweiten Pakets der finalen Level 3-Leitlinien wiederum die nationalen Aufsichtsbeh√∂rden im Rahmen des ‚ÄěComply-or-explain‚Äú-Verfahrens gefordert, innerhalb der n√§chsten zwei Monate Stellung zu nehmen, inwiefern man den Leitlinien auf nationaler Ebene nachkommen wird oder aus welchen Gr√ľnden eine Umsetzung der Leitlinien nicht erfolgen soll.

Die folgende Tabelle listet die Level 3-Leitlinien des zweiten Pakets vom 14. September 2015 mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten in deutscher Sprache auf:

 

 EIOPA-BoS-15/106 Leitlinien zu den Methoden f√ľr die Bestimmung von Marktanteilen f√ľr die Berichterstattung (Guidelines on methods for determining the market shares for reporting)
 EIOPA-BoS-15/107 Leitlinien √ľber die Berichterstattung zum Zwecke der finanziellen Stabilit√§t (Guidelines on reporting for financial stability purposes‚Äč‚Äč)
 EIOPA-BoS-15/108 Leitlinien f√ľr die Verl√§ngerung der Frist f√ľr die Wiederherstellung gesunder Finanzverh√§ltnisse im Falle au√üergew√∂hnlicher widriger Umst√§nde (‚Äč‚ÄčGuidelines on the extension of the recovery period in exceptional adverse situations‚Äč)
 EIOPA-BoS-15/109 Leitlinien √ľber die Berichterstattung und die Ver√∂ffentlichung (Guidelines on reporting and public disclosure)
 EIOPA-BoS-15/111 Leitlinien f√ľr die Umsetzung von langfristigen Garantien (Guidelines on the implementation of the long-term guarantee measures)
 EIOPA-BoS-15/112 Leitlinien zum systematischen Informationsaustausch innerhalb von Kollegien (Guidelines on exchange of information on a systematic basis within Colleges)
 EIOPA-BoS-15/113 Leitlinien f√ľr den Ansatz und die Bewertung von Verm√∂genswerten und Verbindlichkeiten, bei denen es sich nicht um versicherungstechnische R√ľckstellungen handelt (Guidelines on recognition and valuation of assets and liabilities other than technical provisions)
 EIOPA-BoS-14/253 Leitlinien zum Governance-System (Guidelines on system of governance)
 EIOPA-BoS-14/259 Leitlinien f√ľr die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilit√§tsbeurteilung (Guidelines on own risk and solvency assessment)

 

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL РDetails zu Säule 3

Wie bereits im Blog-Beitrag vom 8. Juli berichtet wurde (siehe Blog-Beitrag vom 8. Juli), veröffentlichte EIOPA am 6. Juli 2015 das zweite Paket (Set 2) der Finalen Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL) betreffend der Säulen 1, 2 und 3.

Die wohl umfangreichste √Ąnderung EIOPAs bildet bei den ITS der S√§ule 3 die vollzogene, abermalige Namens√§nderung der QRTs. Diese soll eine Vereinfachung darstellen und besteht im Wesentlichen darin, dass QRTs lediglich einmalig (inhaltlich) definiert werden, sofern diese identisch f√ľr mehrere Berichtsanl√§sse (sog. ‚ÄěVariants‚Äú) verwendbar sind. Liegt also keine inhaltliche √Ąnderung eines QRTs zwischen unterschiedlichen Berichtsanl√§ssen vor (z.B. Solo viertelj√§hrlich und Solo j√§hrlich), so ist die Kodierung eines QRTs f√ľr mehrere Berichtsanl√§sse gleich – so z.B. das QRT S.05.02.01. Liegen hingegen inhaltliche √Ąnderungen zwischen zwei Berichtsanl√§ssen vor, erfolgt die Vergabe einer neuen Endung mittels sog. ‚ÄěEntry Points‚Äú, welche jeweils einen Berichtsanlass abbilden. Eine gesamthafte Darstellung ist folgender Matrix zu entnehmen: Data Entry Points.

Die vollzogene Kodierung stellt durch die erhebliche Reduktion der bestehenden Varianten (in Summe verringern sich die Varianten aller bestehenden QRTs um etwa 50%) zwar eine Vereinfachung dar, jedoch ist es anhand eines QRT-Namens nicht mehr möglich, den konkreten Berichtsanlass zu erkennen.

Inhaltlich haben sich ebenfalls einige √Ąnderungen ergeben, die sich meist auf Klarstellungen in den Log-files beziehen oder zu inhaltlichen Ver√§nderungen f√ľhren. Bspw. wurden folgende Themen ge√§ndert bzw. klargestellt*:

Thema/QRT √Ąnderung/Klarstellung
Berichtsw√§hrung Die Definitionen der ‚ÄěSolvency II reporting currency‚ÄĚ und der ‚Äělocal currency‚Äú wurden zwecks Berechnung des W√§hrungsrisikos des SCR angeglichen. Es ist die W√§hrung zu verwenden, welche im Rahmen des Gesch√§ftsberichts Anwendung findet. Au√üer es besteht eine anderslautende Anforderung seitens der lokalen Aufsicht.
Berichtsformat Mit Ausnahme des Datentyps ‚ÄěMonetary‚Äú (kommt bspw. in den Templates bzgl. Derivaten vor) sind keine Dezimalstellen zu berichten.
Wechselkurse Im Rahmen der Solo- und Gruppen-Berichterstattung ist es konform, die Wechselkurse derselben Quelle zu nutzen, welche f√ľr den Gesch√§ftsbericht genutzt werden. Es sei denn, die lokale Aufsicht fordert die Verwendung anderer Wechselkurse. In der Konsultation wurde vormals die Verwendung der Wechselkurse der EZB oder der jeweiligen Nationalbanken gefordert.
Q4 Berichterstattung Die Notwendigkeit einer separaten Berichterstattung des Q4 wird beibehalten, da die Fristen der Jahresmeldung seitens EIOPA als zu spät angesehen werden, um adäquat auf etwaige Veränderungen reagieren zu können.
Freigabe der QRTs durch VMAO (Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan) Es wurde klargestellt, dass eine Freigabe der qualitativen Berichte nicht ausreicht, sondern auch alle QRTs freigegeben werden m√ľssen.
Solvabilit√§ts√ľbersicht (S.02.01)

F√ľr das Day 1 Reporting wurde die Spalte ‚ÄěSolvency I‚Äú gel√∂scht. Die Kommentierung der bestehenden Differenzen ist im narrativen Berichtswesen zu leisten.

‚ÄěRecoverables not recognized under article 41‚ÄĚ m√ľssen nicht gesondert ausgewiesen werden, sondern unter ‚ÄúAny other assets‚ÄĚ.

Best Estimate by country and currency (S.12.03 & S.17.03) Beide QRTs sind ersatzlos entfallen. Im Falle der Verwendung von LTG- oder Übergangsmaßnahmen ist fortan das QRT S.22.06 zu berichten, dieses entspricht inhaltlich den zuvor genannten QRTs.
Basic Information – RFF and matching adjustment portfolios (S.01.03) und Premiums, claims and expenses by country (S.05.02) Beide QRTs sind im Quartal nicht mehr zu melden.
Beschreibung der variablen Annuitäten (S.15.01) und Hedging der Garantien (S.15.02) Beide QRTs sind nun auch von Gruppen jährlich zu berichten.
Ver√§nderungsanalyse (S.29.01 ‚Äď S.29.04) Es wurde klargestellt, dass diese QRTs erstmalig in 2018 f√ľr den Vergleich der Jahre 2016 und 2017 zu melden sind.
Risikokonzentration (S.37.01) Wesentliche inhaltliche √Ąnderungen – Wegfall eines gemischten Ansatzes ausschlie√ülich hin zum ‚Äěline-by-line exposure approach‚Äú.
R√ľckversicherung EIOPA hat entschieden, dass es anders als geplant aktuell keine R√ľckversicherer Datenbank geben wird, um die R√ľckversicherer Codes zu harmonisieren. Es wird die Verbreitung des LEI Codes f√ľr diesen Zweck abgewartet und in 2017 erneut √ľber das Thema entschieden.
Financial Stability Reporting

Die folgenden QRTs sind viertelj√§hrlich nicht mehr f√ľr das Financial Stability Reporting zu berichten: S.08.01, S.09.01, S.06.03, S.10.01 & S.31.01

Die folgenden QRTs sind j√§hrlich nicht mehr f√ľr das Financial Stability Reporting zu berichten: S.30.03 & S.30.04

* Nur eine beispielhafte Auflistung und keine vollständige Liste.

EIOPA ver√∂ffentlicht im Rahmen der Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL (Solvency II) eine Navigationshilfe f√ľr das Reporting Package

Wie bereits im Blog-Artikel vom 5. Dezember 2014 berichtet hat EIOPA am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet. Ein wesentlicher Bestandteil der Konsultation sind das ITS CP-14/052 und CP-14/055. Diese beinhalten alle aktualisierten sowie neuen QRTs. Am 19. Dezember 2014¬†ver√∂ffentlichte EIOPA dar√ľber hinaus Erl√§uterungen zu den √Ąnderungen der QRTs (‚ÄěNavigation through the Solvency II reporting and disclosure package, Note accompanying the public consultation on the GL and ITS‚Äú).

Insgesamt gibt es zwei wesentliche Neuerungen im Hinblick auf den bereits bekannten QRT Reporting Umfang:

  1. Reporting Umfang f√ľr das ‚ÄěDay 1 Reporting‚Äú wurde festgelegt – Gekennzeichnet durch: ‚Äě.s‚Äú und ‚Äě.t‚Äú am Ende der QRT Bezeichnung.
  2. Neue Reporting Anforderungen an Versicherungsunternehmen in Dritt-L√§ndern wurden definiert – Gekennzeichnet durch: ‚Äě.o‚Äú, ‚Äě.p‚Äú, ‚Äě.r‚Äú und ‚Äě.u‚Äú am Ende der QRT Bezeichnung.

Neben diversen formalen √Ąnderungen (wie z.B. dem Aufbau des QRTs und Formulierungen) gibt es auch eine Reihe von inhaltliche √Ąnderungen. Die nachfolgende Tabelle gibt je QRT einen √úberblick √ľber vollzogene wesentliche √Ąnderungen:

¬†Kategorie Ausgew√§hlte wesentliche √Ąnderungen
 Basis Information S.01.02.:

  • z.T. mehr Informationen gefordert im Vgl. zur letzten Version, so m√ľssen nun bspw. Angaben hinsichtlich LTG, RFF oder USPs angegeben werden
Solvabilit√§ts√ľbersicht S.02.01.:

  • Eine neue Zelle ‚ÄěReinsurance recoverables not recognised for TP calculation‚Äú
  • F√ľr Financial Stability Reporting (FSR) nicht mehr unterj√§hrig zu berichten (f√ľr Einzelunternehmen

S.03.01./S.03.02./S.03.03.:

  • QRT aufgeteilt in drei QRTs
  • Zwei neue Zellen zu ‚ÄěGuarantees provided by the undertaking‚Äú zu berichten

S.02.02.:

  • QRT nun auch j√§hrlich von Gruppen zu melden

S.04.01./S.04.02.:

  • QRT (vormals ‚ÄěCountry‚Äú) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • Neu zu liefernde Information: ‚ÄěLine of Business‚Äú, keine Aufteilung nach ‚ÄěClass of Business‚Äú mehr notwendig
  • Zum Teil mehr Informationen (detailliertere Aufteilung) gefordert im Vgl. zum alten Stand (z.B. ‚ÄěFPS by country‚Äú zus√§tzlich zu ‚Äěbranch‚Äú)

S.05.01./S.05.02.:

  • QRT (vormals ‚ÄěCover‚Äú) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • F√ľr FSR nicht mehr unterj√§hrig zu berichten (f√ľr Einzelunternehmen)
  • Neu zu liefern: ‚ÄěChanges in other technical provisions‚Äú f√ľr Life und Non-Life
  • Neu zu liefern im Quartal: ‚ÄěPremium Earned‚Äú
Eigenmittel
  • Angaben zu Ring Fenced Funds erweitert auf Matching Adjustment Portfolio im Own Funds QRT
  • Insgesamt nur kleinere √Ąnderungen
Vermögenswerte S.06.01.:

  • QRT (vormals ‚ÄúAsset ‚Äď D1‚ÄĚ) wurde inhaltlich stark √ľberarbeitet.
  • Aufgeteilt in zwei QRTs (siehe S.06.02.)

S.06.02.:

  • Diverse neue Informationen zu liefern u.a.: ‚ÄěIdentification on Infra-Structure investments‚Äú, ‚ÄúIdentificatrion of matching portfolio‚ÄĚ, ‚ÄúIdentification of Custodian‚ÄĚ

S.07.01.:

  • Neue Zellen: ‚ÄěCollateral Portfolio‚Äú, ‚ÄěIdentification Code of the undertaking‚Äú

S.08.02.:

  • Zus√§tzlich j√§hrliche Berichterstattung

S.09.01.:

  • Neue Informationen¬†gefordert zu Zins und unrealisierten Gewinnen und Verlusten
Vt. R√ľckstellungen ¬†S.12.01./S.12.02./S.17.01./S.17.02.:

  • Aufteilung des QRTs TP-F1 sowie TP-E1 jeweils in zwei QRTs
  • Neue Zeilen f√ľr ‚ÄěRecoverables‚Äú zu ‚ÄěTP as a whole‚Äú, ‚ÄěTransitionals on TP‚Äú, zus√§tzliche Informationen zu TP ohne Matching Adjustment, Variation Analysis und Zinstransitional

S.15.01.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden
  • Angabe von Beginn und Ende der Garantie einzeln statt Deckungszeitraum gesamt

S.15.02.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden

S.16.01./S.19.01.:

  • Neu Zelle: ‚ÄěTotal LoB or by currency‚Äú

S.21.01.:

  • Kann nun per Anfalljahr oder Zeichnungsjahr berichtet werden (vorher: nur Zeichnungsjahr)
SCR/ MCR  S.25.01.:

  • Neu: ausschlie√ülich f√ľr Standardformelnutzer zu liefern, diesbez√ľglich Anpassungen der Struktur

S.25.02.:

  • Neu: ausschlie√ülich f√ľr Partielles Internes Modell zu liefern, diesbez√ľglich Anpassungen der Struktur
  • Diverse zus√§tzliche Angaben zu liefern bspw. zur Ber√ľcksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung f√ľr durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.25.03.:

  • Diverse zus√§tzliche Angaben zu liefern bspw. zur Ber√ľcksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung f√ľr durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.26.01.:

  • Zus√§tzliche Angaben zu Spread Risiko, W√§hrungsrisiko, Aktienrisiko, Zinsrisiko

S.26.04:

  • Angaben zu KV Krankheitsrisiko nun granularer gefordert f√ľr Krankheitskosten- und Einkommensersatzversicherung

S.26.05:

  • Zus√§tzliche Angaben zu USPs gefordert: ‚ÄěUSP ‚Äď Standard Deviation gross/ net‚Äú
Gruppen  S.32.01.:

  • Neu zu berichten: ‚ÄěAccounting standards‚Äú, ‚ÄěProportional share used for group solvency calculation‚Äú

S.35.01.:

  • Neu: Informationen zu Long Term Guarantee Measures m√ľssen berichtet werden

S.36.03.:

  • Neu zu berichten: ‚ÄěCedent‚Äú, ‚ÄěLine of Business‚Äú sowie ‚ÄěID Codes‚Äú

S.36.04.:

  • Neu zu berichten: ‚ÄěMaximum value of letters of credit/ guarantees‚Äú, ‚ÄěValue of guaranteed assets‚Äú
Veränderungsanalyse
  • Neu zu berichten: ‚ÄěDetails of Investment revenues‚Äú
  • Aufteilung des ehemaligen VA-C2C auf zwei QRTs
R√ľckversicherung ¬†S.30.01.:

  • Neu zu berichten: „Finite reinsurance or similar arrangements“, „Identification of the company/ person to which the risk relates“ jeweils f√ľr Life und Non-Life

S.30.02:

  • Neu zu berichten: ‚ÄĚType of code reinsurer“, „Credit quality step“, „Type of code broker“

S.30.03:

  • Eine neue Zelle: „Finite reinsurance or similar Arrangements“
  • Nicht mehr unterj√§hrig zu berichten
  • Split von „Reinsurance commission“, „Overriding commission“ sowie „Profit commission“ jeweils in Maximum, Minimum und Expected

S.30.04:

  • Nicht mehr unterj√§hrig zu berichten
  • Diverse neue Zellen zu liefern: √ľberwiegend allgemeine Informationen zum R√ľckversicherer und Broker –¬† z.T. √úberschneidungen zu anderen Reinsurance QRTs

S.31.02.:

  • Neue Zellen: „Internal Code of SPV“, „Lines of Business SPV securitisation relates“, „Credit quality step“ sowie „Internal Rating“
Finanzmarktstabilität  Keine wesentlichen Veränderungen

Die angehängte Übersicht illustriert den aktuellen Gesamtumfang der quantitativen Berichtserfordernisse. Neu zu liefernde QRTs sind dabei rot markiert und QRTs, die in der Vorbereitungsphase zu berichten sind, blau.

EZB ver√∂ffentlicht Verordnung √ľber die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften

Am 20. Dezember 2014 hat die Europ√§ische Zentralbank die Verordnung √ľber die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften (EZB/2014/50) ver√∂ffentlicht. Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Ver√∂ffentlichung im Amtsblatt der Europ√§ischen Union in Kraft. Damit ist die EZB befugt, statistische Daten mit Unterst√ľtzung der nationalen Zentralbanken (NZBen) von Versicherungsgesellschaften in den Mitgliedstaaten, deren W√§hrung der Euro ist (nachfolgend die „Mitgliedstaaten des Euro-W√§hrungsgebiets“), zu erheben. Die monet√§ren und finanziellen Statistiken sollen es der EZB erm√∂glichen, regelm√§√üige sowie ad-hoc Analysen durchzuf√ľhren und damit zur Stabilit√§t des Finanzsystems beizutragen.

Da ein enger Zusammenhang zwischen den Daten, die nach dieser Verordnung erhoben werden sollen, und den Daten, die von den nationalen zust√§ndigen Beh√∂rden (National Competent Authorities¬†– NCAs) f√ľr Aufsichtszwecke gem√§√ü der Solvency II-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) gefordert werden, besteht, kann die √úbermittlung √ľber zwei verschiedene Wege geschehen. Sofern die jeweilige NZB und NCA eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben, so kann die NCA die Daten an die NZB √ľbermitteln. Anderenfalls m√ľssen die berichtspflichtigen Unternehmen die Daten direkt und gleichzeitig an die jeweilige NZB und NCA √ľbermitteln.

Geltungsbereich der Verordnung

Die Verordnung gilt f√ľr alle Versicherungsgesellschaften mit eigener Rechtspers√∂nlichkeit, welche in den Mitgliedsstaaten des Euro-W√§hrungsgebiets ans√§ssig sind, einschlie√ülich Tochtergesellschaften von au√üerhalb dieses Staatsgebiets ans√§ssigen Muttergesellschaften. Au√üerdem unterliegen Zweigniederlassungen der oben genannten Versicherungsgesellschaften, die au√üerhalb des jeweiligen Mitgliedstaats des Euro-W√§hrungsgebiets ans√§ssig sind, der Berichtspflicht. Ebenso berichtspflichtig sind Zweigniederlassungen der Versicherungsgesellschaften, die im Euro-W√§hrungsgebiet ans√§ssig sind, aber deren Hauptverwaltung sich au√üerhalb des EWR befindet.

Dar√ľber hinaus plant die EZB, sich bis zum Jahr 2020 mit der von der Versicherungsgesellschaft getrennten Meldung von Aktiva und Passiva der Zweigniederlassungen, die in Mitgliedstaaten des Euro-W√§hrungsgebiets ans√§ssig sind, von Versicherungsgesellschaften, die im EWR ans√§ssig sind, zu befassen.

F√ľr die j√§hrliche Berichterstattung sollen mindestens 95% des gesamten Marktanteils der Versicherungsgesellschaften in jedem Mitgliedstaat des Euro-W√§hrungsgebiets die Daten f√ľr die aggregierte Jahresbilanz liefern. Im Hinblick auf die viertelj√§hrliche Berichterstattung sollen 80% des gesamten Marktanteils der Versicherungsgesellschaften in jedem Mitgliedstaat des Euro-W√§hrungsgebiets ihre Daten einreichen. Die EZB plant dar√ľber hinaus f√ľr die viertelj√§hrliche Berichterstattung, sich sp√§testens bis zum Jahr 2020 mit den Kosten und Nutzen einer Ausweitung auf 95% des Marktes zu befassen.

Derzeit erstellt das Direktorium der EZB eine Liste der berichtspflichtigen Versicherungsgesellschaften und wird diese entweder auf elektronischem Wege, √ľber das Internet, oder, auf Antrag der betreffenden Berichtspflichtigen, in gedruckter Form ver√∂ffentlichen.

Berichterstattung

F√ľr die erstmalige viertelj√§hrliche Berichterstattung haben die Versicherungsgesellschaften nach Ende des ersten Quartals 2016 8 Wochen Zeit. Anschlie√üend verk√ľrzt sich die Berichtsfrist bis 2019 j√§hrlich um eine Woche, sodass die Versicherungsgesellschaften nach Ende des ersten Quartals 2019 innerhalb von 5 Wochen die Daten an die jeweilige NZB oder NCA √ľbermitteln m√ľssen. Die EZB plant dar√ľber hinaus, sich sp√§testens bis zum Jahr 2020 mit den Kosten und Nutzen einer weiteren Verk√ľrzung auf 4 Wochen nach Ende des Quartals zu befassen.

F√ľr die erstmalige j√§hrliche Berichterstattung verbleiben den Versicherungsgesellschaften nach Ende des Jahres 2016 20 Wochen Zeit, welche sich bis 2019 um zwei Wochen pro Jahr verk√ľrzt. F√ľr die Berichterstattung √ľber das Jahr 2019 bleiben damit den Versicherungsgesellschaften 14 Wochen Zeit, die Daten an die jeweilige NZB oder NCA zu √ľbermitteln.

Die berichtspflichtigen Versicherungsgesellschaften m√ľssen der jeweiligen NZB entweder direkt oder √ľber die betreffende NCA gem√§√ü den Kooperationsvereinbarungen vor Ort folgende Daten zur Verf√ľgung stellen:

 Lebensversicherung Nichtlebensversicherung
Vierteljährlich  
  • Wertpapierbest√§nde mit ISIN-Code: Einzelwertpapiermeldungen
  • Wertpapierbest√§nde ohne ISIN-Code: Meldung entweder auf der Basis von Einzelwertpapiermeldungen oder auf aggregierter Basis, untergliedert nach Arten der Instrumente, Laufzeitkategorien sowie der Gesch√§ftspartner
  • Bestandsdaten √ľber Aktiva und Passiva zum Quartalsende sowie gegebenenfalls viertelj√§hrliche Bereinigungen infolge Neubewertung oder Finanztransaktionen
abcdefghijklmnopqrstuvwxyzabcdefghijklmnopqrstuv
  • Bestandsdaten √ľber Anspr√ľche privater Haushalte aus R√ľckstellungen zum Quartalsende, nach Gesch√§ftsbereichen aufgegliedert
Jährlich 
  • J√§hrliche Pr√§mien, Versicherungsf√§lle und Provisionen, nach Inland, Zweigniederlassung (nach L√§ndern) innerhalb/au√üerhalb des EWR aufgegliedert
abcdefghijklmnopqrstuvwxyzabcdefghijklmnopqrstuv
  • Bestandsdaten √ľber Anspr√ľche privater Haushalte aus R√ľckstellungen zum Jahresende, nach Gesch√§ftsbereichen und geografischem Gebiet aufgegliedert

Ank√ľndigung zur √∂ffentlichen Konsultation von EIOPA zu Set 2 der ITS und GL

Im Dezember 2014 plant EIOPA den Start der öffentlichen Konsultation bis Februar 2015 zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II.

Das Set 2 der ITS soll die Erkenntnisse aus der Vorbereitungsphase, aus der Umsetzung durch die Aufsichtsbeh√∂rden und dem Dialog mit Stakeholdern ber√ľcksichtigen. EIOPA hat bereits einige inhaltliche Aspekte zu Set 2 der ITS angek√ľndigt. Ein wesentlicher Bereich der ITS betrifft die nachfolgenden Themen hinsichtlich der Berichterstattung:

  • Im Zusammenhang mit dem Long-term Guarantee Assessment (LTGA) werden neue Quantitative Reporting Templates (QRTs) ver√∂ffentlicht und √Ąnderungen an bestehenden QRTs vorgenommen. Dar√ľber hinaus werden die QRTs umbenannt und Zellen neu kodifiziert. Zudem sollen die Data Point Model (DPM) verbessert werden, um Differenzen zwischen den Business- und den DPM-Templates zu minimieren.
  • Erl√§uterungen zu Sonderverb√§nden (ring-fenced funds, RFF), einschlie√ülich spezifische Varianten, sowie zu Vereinfachungen und den QRTs zu RFF.
  • Change Logs und neue LOG-Files, welche Verbesserungen beinhalten und Klarheit schaffen sollen.
  • Leitlinien zu Berichterstattungsprozessen zum Zweck der Finanzmarktstabilit√§t.
  • Details zum SFCR und RSR.
  • Vorlage zur Berichterstattung √ľber Risikokonzentration und gruppeninterne Transaktionen.
  • Informationen zu den verwendeten Validierungen bei der √úbermittlung von Daten an die nationalen Aufsichtsbeh√∂rden, Informationen zur Verwendung von Data Point Modeling, Informationen zur Berichterstattung beim Eintritt vordefinierter Ereignisse sowie Informationen zum Meldeprozess an die Aufsicht und der Ver√∂ffentlichung.
  • Darstellung des aktuellen Stands der Diskussionen zwischen EIOPA und der EZB (Das EZB Reporting soll im Rahmen des identischen Prozesses zur Berichterstattung sowie den gleichen Fristen wie Solvency II erfolgen. Dazu werden in die QRTs an vereinzelten Stellen zus√§tzliche Informationen aufgenommen, die f√ľr die EZB relevant sind).

Neben den vorgenannten Themenbl√∂cken zur Berichterstattung, k√ľndigte EIOPA auch an, mit den ITS und GL weitere Anforderungen zu den folgenden Inhalten zu ver√∂ffentlichen:

  • Ansatz und Berechnung von Kapitalaufschl√§gen und deren Aufhebung.
  • Risikomanagement-Anforderungen an die Bewertung externer Ratingagenturen.
  • Zuordnung von Ratingklassen in Bonit√§tsstufen.
  • Weitere Details zu Risiko-Submodulen (e.g. Krankenrisiko, Aktienrisiko, W√§hrungsrisiko).
  • Formate f√ľr den Informationsaustausch innerhalb der Aufsichtskollegien.

Nach Abschluss der Konsultationsphase der ITS werden die Dokumente der Europ√§ischen Kommission bis Ende Juni 2015 vorgelegt. Die Europ√§ische Kommission hat dann bis Ende September 2015 drei Monate Zeit die ITS in Kraft zu setzen, bevor sie anschlie√üend in jede der offiziellen EU-Amtssprachen √ľbersetzt werden und damit rechtliche G√ľltigkeit erlangen. Die GL werden ebenfalls √ľbersetzt und wie grunds√§tzlich alle Level 3 Dokumente durch das ‚ÄěComply-or-Explain‚Äú Prinzip lokal umgesetzt.

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