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IAIS verabschiedet Rahmenwerk für die Beaufsichtigung international tätiger Versicherungsgruppen und die Minderung systemischer Risiken im Versicherungssektor

Die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) hat mit Wirkung zum 14. November 2019 ein umfangreiches Rahmenwerk für die Beaufsichtigung von international tätigen Versicherungsgruppen verabschiedet, das eine grenzüberschreitende Aufsicht ermöglicht, einen stärken Schutz der Versicherungsnehmer fokussiert und zur globalen Finanzstabilität beitragen soll.

IAIS Updates im Januar 2019

Die International Association of Insurance Supervision (IAIS) hat am 30. Januar 2019 seinen monatlichen Newsletter veröffentlicht.

Das Exekutivkomitee hielt am 13. und 14. Januar 2019 seine jährliche strategische Tagung ab, bei der Fragen hinsichtlich der Fertigstellung der Reformagenda nach der Finanzkrise, zu den IAIS-Arbeitsplänen für die Durchführung von Schlüsselprojekten sowie zur Operationalisierung des strategischen Fünfjahresplans zur Diskussion standen.

IAIS Updates im April

Am 25. April 2018 hat der International Association of Insurance Supervision (IAIS) seinen monatlichen Newsletter mit den wesentlichen Updates zu den aktuellen Konsultationen, Berichten und den Aktivitäten der einzelnen Komitees veröffentlicht. Die folgenden Themen stehen im Fokus des April Newsletters:

  • Am 30. März 2018 wurde vom IAIS ein Entwurf eines Themenpapiers zur Konsultation veröffentlicht, das sich mit den Risiken durch den Klimawandel für den Versicherungssektor befasst. Die Kommentare konnten  bis zum 29. April 2018 eingereicht werden. Die Veröffentlichung der finalen Version ist für Juli 2018 geplant.
  • Der IAIS plant eine umfassende Konsultation zu ComFrame in Juli 2018 zu veröffentlichen, mit einer anschließenden Konsultationsphase von 90 Tagen. Die Konsultation soll dabei die folgenden Themen umfassen:
  1. Überarbeitetes ComFrame Material aus der Konsultation vom März – Juni 2017 (Insurance Core Principles – ICPs – 5, 7, 8, 9, 10, 12 und 25)
  2. Überarbeitetes ComFrame Material aus der Konsultation vom November 2017 – Januar 2018 (ICPs 8, 15, 16)
  1. Neues ComFrame Material, mit Bezug auf ICP 23, das sich auf die Identifizierung von international tätigen Versicherungsgruppen bezieh
  2. Insurance Capital Standards (ICS) Version 2.0
  • Am 17. Mai 2018 berichtet die „Accounting and Auditing Working Group“ des IAIS im Rahmen einer öffentlichen Konferenz zu seinen aktuellen und anstehenden Aktivitäten. Thema wird ebenfalls die geplante Überarbeitung des ICP 20 Public Disclosure sein, die voraussichtlich in Juli 2018 zur Konsultation veröffentlicht wird.

IAIS entwickelt ICPs kontinuierlich weiter

Anfang November 2017 hat die International Association of Insurance Supervision (IAIS) zum einen bereits konsultierte Insurance Core Principles (ICPs) im überarbeiteten Entwurf veröffentlicht bzw. verabschiedet. Zum anderen wurden ICPs zur Konsultation veröffentlicht, für die Kommentare bis 8. Januar 2018 eingereicht werden können.

Veröffentlichung überarbeiteter ICPs

Im IAIS General Meeting 2017 wurden folgende ICPs verabschiedet:

  • ICP 13 Rückversicherung und andere Formen des Risikotransfers,
  • ICP 18 Vermittler und
  • ICP 19 Geschäftsführung.

IAIS veröffentlicht ICS Version 1.0

Nach Abschluss mehrerer Konsultationsphasen (vgl. Blog-Beitrag vom 11. August 2016) veröffentlichte der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) am 21. Juli 2017 die Insurance Capital Standards (ICS) Version 1.0 for extended field testing. Die Verabschiedung von ICS Version 1.0 ist ein wichtiger Meilenstein in der Etablierung länderübergreifend einheitlicher Verfahren für die Bestimmung von Kapitalanforderungen und -rücklagen.

Diese globalen risikoorientierten Kapitalstandards für international tätigen Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups) sind ein Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs), der qualitative und quantitative Anforderungen umfasst und eine effektive regulatorische Aufsicht aller IAIGs sicherstellen soll.

Im Gegensatz zu den Insurance Core Principles (ICPs), welche allgemeine Grundsätze beschreiben und von lokalen Aufsichtsbehörden unterschiedlich ausgelegt werden können, legen die ICS konkrete Mindeststandards für die Berechnung von Kapitalanforderungen und -rücklagen der IAIGs fest. Diese Standards ermöglichen eine bessere Vergleichbarkeit der Gruppen und sollen im Rahmen der ICPs als Solvenzgrenze angesehen werden, über der Aufsichtsbehörden nicht aufgrund von Kapitaladäquanz intervenieren.

Die ICS Version 1.0 enthält auf Basis von vorangegangen Konsultationen unter anderem Eingrenzungen und Begründungen für die gewählte Ausgestaltung und Kalibrierung einzelner Vorschriften. Insbesondere werden folgende Themen behandelt:

  • Anwendungsbereich: Umfang der ICS-Berechnungen
  • Bewertungsansätze: Market-Adjusted Valuation (MAV), GAAP Plus und Margin over Current Estimate (MOCE)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderung (Standardmethode)
  • Behandlung von Steuern

An dem Praxistest 2017 (Extended Field Testing) dürfen auf freiwilliger Basis sowohl potentielle IAIGs als auch andere interessierte Gruppen (Volunteer Groups) teilnehmen, wobei der IAIS eine Teilnahmequote von 100% unter den IAIGs anstrebt. Die teilnehmenden Unternehmen sollen der IAIS ihre Erfahrungen über relevante technische und regulatorische Aspekte der Anwendung von ICS Version 1.0 berichten. Die Analyse der eingegangenen Daten und die Diskussion zu ICS Version 2.0 sollen im September 2017 beginnen. Die Verabschiedung von ICS Version 2.0 ist derzeit für die zweite Hälfte 2019 geplant.

IAIS konsultiert die Überarbeitung mehrerer ICPs sowie des ComFrame

Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) hat am 3. März 2017 die Konsultationsphase für die überarbeitete Version mehrerer „Insurance Core Principles“ (ICPs) sowie von Texten des „ComFrame“ gestartet. Kommentare können bis zum 1. Juni 2017 eingereicht werden.

Die ICP bilden ein global anerkanntes Rahmenwerk für die Versicherungsaufsicht und stellen die höchste Ebene der IAIS Aufsicht dar. Das ComFrame ist ein Set an internationalen aufsichtsrechtlichen Anforderungen für international tätige Versicherungsgruppen mit dem Fokus auf einer effektiven Gruppenaufsicht. Im Juni 2016 wurde von der IAIS entschieden, die ComFrame Texte umzustrukturieren und direkt in die zugehörigen ICPs zu integrieren. Die einzigen inhaltlichen Änderungen ergeben sich durch Anpassungen in Folge der Weiterentwicklung des ComFrame seit der Entwurfsfassung in 2014, beispielsweise durch neue Erkenntnisse aus durchgeführten Feldstudien.

Die öffentliche Konsultation der Überarbeitung umfasst Folgendes:

Einführung

zu den ICPs, dem ComFrame und der Bewertungsmethodik.

Governance

ComFrame-spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 5 (Eignung der Personen), ICP 7 (Corporate Governance) und ICP 8 (Risikomanagement und interne Kontrollen).

Aufsicht und aufsichtliche Maßnahmen

Überarbeiteter ICP 9 (Aufsichtliche Überprüfung und Berichterstattung) und ICP 10 (Präventive Maßnahmen, Korrigierende Maßnahmen und Sanktionen) sowie ComFrame spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 9 und 10, wobei ICP 10 und ICP 11 (Durchsetzung) in ICP 10 kombiniert werden.

Kooperation und Koordination der Aufsicht

Überarbeiteter ICP 3 (Informationsaustausch und Vertraulichkeitsanforderungen) und ICP 25 (Aufsichtskooperation und -koordination) sowie ComFrame-spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 25. Außerdem sind Teile des ICP 26 (Grenzübergreifende Kooperation und Koordination bezgl. Krisenmanagement) in ICP 25 aufgegangen.

Abwicklung

Überarbeiteter ICP12 (Marktaustritt und Abwicklung) und darauf abgestimmtes ComFrame Material.
Um die vorliegende Konsultationsfassung zu diskutieren und Hintergrundinformationen zu geben wird außerdem am 15. und am 20. März jeweils eine öffentliche Telefonkonferenz stattfinden.

IAIS startet Konsultation zu ICS Version 1.0

Der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 19. Juli 2016 die zweite öffentliche Konsultation zu den Insurance Capital Standards (ICS) veröffentlicht. Kommentare können bis zum 19. Oktober 2016 eingereicht werden.

Die ICS sind risikobasierte, globale Kapitalstandards für Versicherungsgruppen. Sie werden seit 2013 vom IAIS als Bestandteil der Aufsicht von international aktiven Versicherungsgruppen – ComFrame – im Auftrag des Financial Stability Board (FSB) entwickelt. Die erste Konsultation zu ICS fand bereits im Dezember 2014 statt (vgl. Blogbeitrag vom 19. Dezember 2014). Nach Abschluss der Entwicklungen der ICS sollen diese das BCR (Basic Capital Requirements), das als Basis für die Ermittlung der HLA-Anforderungen (Higher Loss Absorbency) bei den global systemrelevanten Versicherer dient, ablösen.

Der Fokus der aktuellen Konsultation liegt auf den folgenden Themen:

  • ICS Bewertungsgrundsätze gemäß der Market-Adjusted Valuation (MAV) und GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) mit Anpassungen (GAAP Plus)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderungen auf Basis der Standardmethode
  • Anwendungsbereich der Gruppenanforderungen: Umfang der ICS-Berechnungen

Zudem sind insgesamt 235 Fragen Bestandteil der Konsultation.

Nächste Schritte
Die Bestandteile von ICS Version 1.0 sollen die Grundlage bilden für eine erste vertrauliche Berichterstattung durch ausgewählte Versicherungsunternehmen ab Mitte 2017. Die Daten der Versicherer werden vom IAIS genutzt, um die ICS weiter zu entwickeln und ggf. anzupassen.

Die geplanten Entwicklungen zu den ICS werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Zeitplanung
Meilenstein
19. Oktober 2016
Abschluss der Konsultationsphase zu ICS Version 1.0
Mai/Juni 2017
Finalisierung und Veröffentlichung der ICS Version 1.0
Mitte 2017
Vertrauliche Berichterstattung auf Basis ICS Version 1.0
Mai/Juni 2018
Vertrauliche Berichterstattung
Mitte 2018
Veröffentlichung der ComFrame Konsultation inkl. ICS Version 2.0
April/Mai 2019
Vertrauliche Berichterstattung
Ende 2019
IAIS Hauptversammlung zur Verabschiedung von ComFrame inkl. ICS Version 2.0

Im Rahmen der weiteren Entwicklung der ICS sollen u.a. ebenfalls die folgenden Themen, die von großem Interesse für die betroffenen Versicherungsunternehmen sind, analysiert werden:

  • Berücksichtigung von internen Modellen (diese werden voraussichtlich Teil der Konsultation zu ICS Version 2.0 sein)
  • Übergangsmaßnahmen von bestehenden Aufsichtsregimen zu ICS
  • Vergleichbarkeit und Äquivalenz bestehender Aufsichtssysteme mit ICS
  • Kommunikation von ICS gegenüber der Öffentlichkeit
  • Integration von nationalen Kapitalanforderungen einzelne Unternehmen in die ICS Kapitalanforderungen auf Gruppenebene
  • Einfluss der ICS auf das gruppenweite Risikomanagementsystem einer international aktiven Versicherungsgruppe auf Ebene der einzelnen Unternehmen

Grundsätzlich ist noch offen, in wie fern der IAIS die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen aus aktuellen risikobasierten Aufsichtssystemen, wie z.B. Solvency II, bei der Entwicklung der ICS berücksichtigen wird.

IAIS startet öffentliche Konsultation zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (ICS)

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) veröffentlichte am 17. Dezember 2014 ein Konsultationspapier zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (Risk-based Global Insurance Capital Standard (ICS)). Die Entwicklung eines solchen war von IAIS bereits am 9. Oktober 2013 angekündigt worden (siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013).

Als Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) soll mit dem ICS ein Minimum-Kapitalstandard für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) etabliert werden. Ziel dieses Konsultationspapiers ist es, Regelungen für die Standardmethoden zur Ableitung der Kapitalanforderungen, für Bewertungsansätze und anrechenbare Eigenmittel zu definieren.

Der Entwurf sieht dabei zwei Varianten für die Ermittlung der Kapitalanforderungen vor:

  • Auf Basis einer marktnahen Bewertungen der einzelnen Bilanzposten oder
  • Auf Basis der lokalen Bilanzierungsregeln unter Berücksichtigung von Korrekturfaktoren.

Die ICS-Quote (Bedeckungsquote) wird aus dem Verhältnis von „Qualifying Capital Resources“ (Eigenmitteln) zu „ICS Capital Requirement“ (Kapitalanforderungen) ermittelt.

Bei den Eigenmitteln (Qualifying Capital Resources) soll im Rahmen der Klassifizierung mindestens zwischen zwei Kategorien unterschieden werden: Tier 1 und Tier 2. Die hierfür vorgeschlagenen Kriterien umfassen: Nachrangigkeit, Verfügbarkeit, Verlustabsorptionsfähigkeit, keine feste Laufzeit, keine obligatorischen Servicekosten oder sonstigen Belastungen.

Für die Bestimmung der Kapitalanforderungen (ICS Capital Requirement) sollen folgende Risikokategorien berücksichtigt werden: Versicherungstechnisches Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko und Operationelles Risiko. Gruppen- und Liquiditätsrisiken sollen zunächst nicht für die Kapitalanforderungen quantifiziert werden. Als Risikomaß werden derzeit Value-at-Risk und Tail-Value-at-Risk über den Zeithorizont von einem Jahr diskutiert. Als Arbeitshypothese für die Kalibrierung des Risikomaßes wurden Minimum 99,5 % Value-at-Risk über 1 Jahr und Minimum 90 % Tail Value-at-Risk über 1 Jahr benannt.

IAIS hat für die Finalisierung der ICS folgenden Zeitplan vorgesehen:

7. Januar 2015 bis Februar 2015 Erste Konsultationsphase ICS
April bis Juni 2015 Quantitative Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2015 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2015 bis Februar 2016 Zweite Konsultationsphase zu ComFrame einschl. ICS
April bis Juni 2016 Weitere quantitativen Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2016 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2016 Finalisierung der ICS
ab 2017 Berichterstattung zu ICS an Aufsichtsbehörden
Ende 2017 Dritte Konsultationsphase (nach erster Berichterstattung zu ICS an die Aufsichtsbehörden)
Q4 2018 Inkrafttreten ComFrame einschl. ICS

Langfristig sollen die ICS die im Oktober 2014 verabschiedeten Basiskapitalanforderungen (BCR) für global systemrelevante Versicherer (G-SII) ersetzen (vgl. Blog-Beitrag v. 27. Oktober 2014). Aktuell bilden die BCR jedoch auch die Basis für die Ermittlung der zusätzlichen Kapitalanforderungen (Higher Loss Absorbency (HLA)) für global systemrelevante Versicherer. Für die Weiterentwicklung dieser zusätzlichen Kapitalanforderungen (HLA) ist daher eine weitere Konsultation für 2015 vorgesehen.

IAIS beschließt die Entwicklung eines weltweiten Kapitalstandards für Versicherungen

Der IAIS (The International Association of Insurance Supervisors) hat am 9. Oktober 2013 in einer Pressemittelung veröffentlicht, bis Ende 2016 einen weltweiten Kapitalstandard für Versicherungen („insurance capital standard“ (ICS)) zu entwickeln, welcher nach einer Testphase von zwei Jahren mit den Aufsehern und den international tätigen Versicherungsgruppen (internationally active insurance groups (IAIGs)) in Kraft treten soll.

Die ICS sollen der weltweiten Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen dienen und insbesondere zu einer Stabilisierung der globalen Finanzmärkte beitragen. Vor der Verabschiedung der ICS erfolgt neben der angedachten Testphase auch eine öffentliche Konsultation der Anforderungen mit den Stakeholdern.

Die ICS sollen künftig als weiterer Bestandteil im sogenannten ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) integriert werden. Gegenstand des ebenfalls derzeit durch den IAIS entwickelten ComFrame ist ein Set internationaler aufsichtsrechtlicher Anforderungen für IAIGs mit dem Fokus auf einer effektiven Gruppenaufsicht. ComFrame beinhaltet bereits eine quantitative Kapitalkomponente im Rahmen der dort kodifizierten Solvabilitätsbeurteilung, die als Grundlage für die Entwicklung des ICS dienen soll. Weitere Details hinsichtlich der konzeptionellen Ausgestaltung der Kapitalregeln wurden durch den IAIS bislang nicht veröffentlicht. Anwendung finden die Anforderungen des ComFrame und somit auch die künftigen Kapitalstandards (ICS) auf international tätige Versicherungsgruppen (IAIGs). Diese sind durch den IAIS als eine Gruppe mit mindesten einem großen Versicherungsunternehmen als Tochterunternehmen definiert. Die Beurteilung, ab wann eine Gruppe als IAIGs klassifiziert wird, legen die nationalen Aufsichtsbehörden auf Basis der durch den IAIS verabschiedeten Kriterien fest.

Eine Parallele stellen die Entwicklungen der Kapitalanforderungen für global systemrelevante Versicherer dar (G-SII), die sogenannten „backstop capital requirements“ (BCRs). Diese sollen bereits Ende 2014 durch die G-SII (siehe hierzu Blog Beitrag vom 19. Juli 2013) als Basis für die Bestimmung der zusätzlichen Kapitalanforderungen („higher loss absorbency“ (HLA)) aufgrund deren systemischem Risiko angewendet werden. Es ist anzunehmen, dass die Entwicklung der BCRs einen unmittelbaren Einfluss auf die ICS haben wird. G-SII grenzen sich von den IAIGs dahingehend ab, dass deren Insolvenz ein Risiko für die Stabilität der globalen Finanzmärkte und der Weltwirtschaft darstellt.

Eine spannende Frage hinsichtlich der Entwicklung der weltweiten Kapitalstandards für Versicherungen bleibt mit Sicherheit, wie diese mit nationalen und regionalen Entwicklungen wie beispielsweise Solvency II in Einklang gebracht werden können, um den Aufwand bei den Versicherungsunternehmen auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Es bleibt kritisch abzuwarten, ob dies erreicht wird, zumal sich beispielsweise bei der derzeitigen Entwicklung der BCRs für G-SII abzeichnet, dass sich die Bewertungsgrundsätze von denen unter Solvency II unterscheiden.

Die geplanten Entwicklungen des IAIS haben wir in der nachfolgenden Übersicht zusammenfassend dargestellt:

Datum Aktivität
Oktober bis Dezember 2013 Öffentliche Konsultation des ComFrame Entwurfs
Frühjahr 2014 Field Testing ComFrame

  • Beginn des Testings zu BCRs
  • Beginn der Entwicklung der ICS
November 2014 Implementierung der BCRs durch die G-SII
2015 Entwicklung der HLA auf Basis der BCRs (relevant für G-SII)
2015-2016 Testing der ICS
Ende 2016 Abschließende Entwicklung der ICS
2017-2018 Erneutes Testing und Verfeinerung der ICS
Ende 2018 Verabschiedung von ComFrame inklusive ICS
2019
  • Implementierung der Anforderung aus ComFrame inklusive ICS
  • Inkrafttreten der HLA für G-SII

 

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