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BaFin veröffentlicht die Konkretisierung zur Verlautbarung des Themenblocks 6 ,,Interne Kontrollen und Interne Revision“

Am 3. Dezember 2014 hat die BaFin im Rahmen der Dialog- und Verlautbarungsphase zur Vorbereitung auf Solvency II die angekündigte Konkretisierung zur Verlautbarung des Themenblocks 6 ,,Interne Kontrollen und Interne Revision“ veröffentlicht. Gegenüber der Verlautbarung zu Themenblock 6 vom 9. Juli 2014 (siehe Blog-Beitrag vom 21. Juli 2014) enthält die Konkretisierung insbesondere weitere Ausführungen zum Aufgabenbereich der Compliance Funktion als Folge des im Oktober 2014 gehaltenen Austauschs zwischen Vertretern des GDV, des PKV-Verbandes sowie Vertretern der Landesaufsichtsbehörden und der BaFin.

Hintergrund der Aktualisierung waren die derzeit in den aufsichtsrechtlichen Grundlagen geforderten nur sehr abstrakten Anforderungen an die Compliance Funktion. Einerseits ermöglicht dies einen größeren Spielraum für die Ausgestaltung der Funktion; andererseits besteht jedoch für die Branche die Herausforderung, die konkreten Aufgaben der Compliance Funktion zu benennen und klar von anderen Funktionen abzugrenzen (siehe auch Blog-Beitrag vom 14. Oktober 2014).

Nachfolgend sind die wesentlichen Punkte der Konkretisierung in der Verlautbarung zu Themenbock 6 zusammengefasst:

  • Die Überwachungsaufgabe umfasst alle externen Anforderungen wie Gesetze, Verordnungen und sonstige aufsichtsrechtliche Anforderungen und bezieht sich nicht nur auf die Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Solvency II-Rahmenrichtlinie.
  • Die Intensität der Überwachung hängt vom jeweiligen Rechtsbereich (z.B. Versicherungsvertrieb, Kapitalanlagerecht, Datenschutzrecht) ab. Beispielsweise gilt der Betrieb des Versicherungsgeschäfts als einer der „intensiven“ Bereiche und soll somit einer intensiven Überwachung durch die Compliance Funktion unterliegen.
  • Es soll keine Doppelzuständigkeiten geben – dort, wo es bereits gesetzlich vorgeschriebene Unternehmensbeauftragte zur Überwachung gibt (bspw. Datenschutz), soll die Compliance Funktion überwachen, ob diese ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben wahrnehmen.
  • Die Compliance Funktion überwacht, ob die Einhaltung externer Anforderungen durch wirksame interne Verfahren in den entsprechenden Bereichen sichergestellt wird.
  • Die Verantwortung für die Durchführung der Überprüfung der Einhaltung externer Anforderungen trägt grundsätzlich die Geschäftsleitung. Eine teilweise Zuweisung an die Interne Revision und die Compliance Funktion oder eine vollständige Zuweisung nur an die Interne Revision ist möglich.
  • Die Compliance Funktion überprüft, ob die internen Vorgaben die Einhaltung der externen Anforderungen sicherstellen.
  • Eine Bündelung von Schlüsselfunktionen (RMF, CF, VMF) ist ausschließlich im Falle der möglichen Anwendung des Proportionalitätsprinzips gestattet (vgl. dazu Delegierte Rechtsakte (Level 2), Art. 271 Abs. 2).

Die Konkretisierungen der BaFin beziehen sich derzeit lediglich auf die Vorbereitungsphase von Solvency II. Eine Übernahme in die regulatorischen Anforderungen zum Inkrafttreten von Solvency II ab dem 1. Januar 2016 bleibt abzuwarten.

BaFin kündigt Änderung der Verlautbarung zu Themenblock 6 ,,Interne Kontrollen und Interne Revision“ an

Im Rahmen der zweiten Dialogphase zur BaFin-Verlautbarung zu Themenblock 6 „Interne Kontrollen und Interne Revision“ (siehe Blog-Beitrag vom 21. Juli 2014) fand am 13. Oktober 2014 ein Austausch zwischen Vertretern des GDV, des PKV-Verbandes sowie Vertretern der Landesaufsichtsbehörden und der BaFin statt.

Im Ergebnis hat die BaFin angekündigt, die Verlautbarung an verschiedenen Stellen zu überarbeiten. Im Wesentlichen betrifft dies die folgenden Punkte:

  • Konkretisierung der Überwachungsaufgaben der Compliance-Funktion über die Einhaltung interner Vorgaben und damit einer deutlicheren Abgrenzung zum Aufgabenbereich der Internen Revision.
  • Klarstellung bezüglich der Vermeidung von Doppelzuständigkeiten zwischen der Compliance-Funktion und gesetzlich vorgeschriebenen Unternehmensbeauftragten (z.B. Datenschutzbeauftragten) sowie deren Verantwortungs- und Aufgabenbereiche.
  • Anpassung der (strengeren) Voraussetzungen hinsichtlich der Bündelung von Schlüsselfunktionen gemäß der Delegierten Rechtsakte (Level 2).

Hinsichtlich der Überwachungsaufgabe der Compliance-Funktion hält die BaFin weiterhin daran fest, dass sich diese nicht ausschließlich auf die Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Solvency II-Rahmenrichtlinie beziehen soll.

Darüber hinaus wird keine weitere Auslegung hinsichtlich der Anforderungen an eine Berichtslinie vom Leiter der Internen Revision an die BaFin vorgenommen. Die BaFin geht davon aus, dass der derzeitige Wortlaut bereits zum Ausdruck bringt, dass eine solche Einrichtung grundsätzlich nicht zwingend erwartet wird (vgl. Rd.-Nr. 62 und 63 der Verlautbarung). Die Versicherer haben sich jedoch damit auseinander zu setzen und bei relevanten Erkenntnissen eine Berichterstattung an die BaFin sicherzustellen.

Eine Überarbeitung der Verlautbarung wird zeitnah erwartet. Einen konkreten Zeitplan zur Überarbeitung nennt die BaFin jedoch nicht.

Solvency II Newsletter Nr. 6, September 2014

Wir freuen uns, Sie mit der sechsten Ausgabe unseres interaktiven Solvency II-Newsletters über die aktuellen Solvency II-Diskussionen zu informieren.

Auch in diesem Newsletter greifen wir wieder Schwerpunkte auf, die sich aus der Praxis im aktuellen Umfeld und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II – Rückblick 1. Halbjahr 2014“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „ORSA“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Compliance-Funktion unter Solvency II“
  • Prozesse, Kontrollen, Daten & IT: „Datenqualität – Im Fokus von Aufsicht und (Rück-)Versicherungsunternehmen“

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