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EIOPA veröffentlicht Update der Technischen Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven

Im Rahmen der monatlichen Veröffentlichung der aktuellen risikofreien Zinsstrukturkurven hat EIOPA am 7. MÀrz 2016 auch die Technische Dokumentation zur Berechnung der Zinsstrukturkurven aktualisiert.

Die Aktualisierung der Technischen Dokumentation betrifft die Berechnung des Credit Risk Adjustment (CRA) fĂŒr WĂ€hrungen, fĂŒr die die risikofreien Zinskurven weder auf Swaprates, bei denen die Übernachtindex-SwapsĂ€tze von tiefen, liquiden und transparenten MĂ€rkten verfĂŒgbar sind, noch auf Renditen von Staatsanleihen basieren. Sie konkretisiert die Berechnung bei Vorliegen negativer EUR-ZinssĂ€tze. Außerdem wurde der Umgang mit fehlenden Daten fĂŒr bestimmte Laufzeiten in der Berechnung des CRA fĂŒr die oben genannten WĂ€hrungen klargestellt.

Die risikofreien Zinsstrukturkurven stellen einen der Hauptparameter fĂŒr die Berechnung der SolvabilitĂ€tskapitalanforderung der Versicherungsunternehmen dar und werden fĂŒr die Diskontierung der sogenannten Best Estimates der versicherungstechnischen RĂŒckstellungen verwendet. EIOPA veröffentlichte bereits in der Vorbereitungsphase erstmalig die Technische Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven inklusive eines entsprechenden FAQ-Dokuments, und gibt seitdem monatlich die aktuellen Zinsstrukturkurven (vgl. Blog-Beitrag vom 2. MĂ€rz 2015) heraus. Letztere werden von der Kommission aufgegriffen und seit dem 9. Februar 2016 auch in DurchfĂŒhrungsverordnungen veröffentlicht (vgl. Blog-Beitrag vom 17. Februar 2016). Eine erste Aktualisierung der Technischen Dokumentation fand zudem bereits am 7. Dezember 2015 statt.

Konsultationspapier zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve nach Solvency II

Am 2. November 2014 veröffentlichte EIOPA ein Konsultationspapier zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve nach Solvency II.

Das Konsultationspapier erlÀutert die Methoden, Annahmen sowie die Identifizierung der relevanten Datenbasis zur Berechnung der Zinsstrukturkurve. Ab Februar 2015 plant EIOPA eine monatliche Veröffentlichung der Zinsstrukturkurve, um den Versicherungsunternehmen eine entsprechende Vorbereitung zu ermöglichen.

Die Parameter und Methoden fĂŒr die Berechnung der Zinsstrukturkurve wurden bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen der Ausgestaltung der Omnibus II-Richtlinie kontrovers diskutiert. Einige der Aspekte wurden in den finalen Solvency II-Vorschriften berĂŒcksichtigt, einige fanden nicht bzw. nur unzureichend Anklang, sodass EIOPA Bedarf fĂŒr weitere technische Standards sieht.

Die folgenden Aspekte stehen in der Konsultation im Fokus:

  • Identifizierung von zulĂ€ssigen Marktdaten
  • EinschĂ€tzung eines hinreichend entwickelten, liquiden und transparenten Marktes
  • Credit Risk Adjustment
  • Extrapolation und Interpolation
  • Volatility adjustment
  • Matching adjustment

Die oben genannten Aspekte sowie weitere Parameter und Methoden werden in dem Konsultationspapier genauer definiert. Als obersten Grundsatz fĂŒr die Ausgestaltung nennt EIOPA insbesondere die Transparenz im Rahmen der Berechnungsprozesse, wobei EIOPA folgende Zielsetzung zugrunde legt:

  • Replikation: Die risikolose Zinsstrukturkurve sollte anhand der EIOPA Dokumentation von den Versicherungsunternehmen und anderen Stakeholdern replizierbar sein.
  • Marktkonsistenz: Die risikolose Zinsstrukturkurve soll anhand von entwickelten, liquiden und transparenten MĂ€rkten berechnet werden.
  • Sicherstellung Solvency II Berichterstattung: Die risikolose Zinsstrukturkurve wird auf monatlicher Basis veröffentlicht.
  • StabilitĂ€t von Versicherungsunternehmen: Ein kĂŒnstlicher Anstieg der VolatilitĂ€t der Passiv-Seite durch die risikolose Zinsstrukturkurve soll verhindert werden.
  • Schutz der Versicherungsnehmer: Die oben aufgelisteten Ziele dienen dem Schutz der Versicherungsnehmer, wobei auch die Bewertung von Unternehmen sowie die Arbeit der Aufsichtsbehörden erleichtert werden.

Die Zinsstrukturkurve wird letztlich von den Versicherern verwendet, um die Positionen innerhalb der SolvabilitĂ€tsĂŒbersicht nach Solvency II zu ermitteln. Einen erheblichen Effekt hat die Verwendung der Zinsstrukturkurve vor allem auf die Höhe der versicherungstechnischen RĂŒckstellungen. Außerdem wirkt sie die Zinsstrukturkurve auf die Ermittlung des SCR aus. Einerseits ist das Niveau der Vermögenswerte und Verpflichtungen eine wichtige EingangsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Berechnung des SCR, zusĂ€tzlich werden mögliche Änderungen des Zinsniveaus direkt ĂŒber das Risikomodul ZinsĂ€nderungsrisiko abgebildet.

Stakeholder haben bis zum 21. November 2014 die Möglichkeit ihre Stellungnahmen an EIOPA zu ĂŒbermitteln.

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