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EIOPA veröffentlicht technische Dokumentation zu risikofreien Zinsstrukturkurven für Solvency II

Am 28. Februar 2015 veröffentlichte EIOPA die Technische Dokumentation und begleitend dazu die relevanten risikofreien Zinsstrukturkurven (technische Information) sowie dazugehörige Questions&Answers (Q&A’s).

Die Technische Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve wurde im November 2014 konsultiert (vgl. Blog-Artikel aus November 2014) und nun final veröffentlicht. Die Dokumentation erläutert im Detail die Methoden, Annahmen sowie die Identifizierung der relevanten Datenbasis zur Berechnung der Zinsstrukturkurve.

Die Technischen Informationen beinhalten die relevanten risikofreien Zinsstrukturkurven zum Stichtag 31. Dezember 2014. Das Paket der „Technischen Informationen“ ist Excel-basiert und beinhaltet

  • Zinsstrukturkurven für 53 Länder, jeweils mit und ohne Volatility Adjustment für die Basiskurve ohne Schock sowie nach Zinsaufwärts- und -abwärtsschock,
  • die Höhe des Volatility Adjustment pro relevantem Portfolio,
  • den „fundamental Spread“ pro relevantem Portfolio, der für die Berechnung des Matching Adjustment zu verwenden ist,
  • die verwendeten Parameter für die Extrapolation mittels Smith-Wilson-Methode.

Die risikofreien Zinsstrukturkurven stellen einen der Hauptparameter für die Berechnung der Solvenzbedeckung der Versicherungsunternehmen dar. Die Verwendung einheitlicher Zinsstrukturkurven garantiert dabei eine europaweit konsistente Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen. EIOPA plant ab sofort eine monatliche Veröffentlichung der Zinsstrukturkurven, um den Versicherungsunternehmen eine angemessene Vorbereitungsphase zu ermöglichen. Zinsstrukturkurven zum Stichtag 31. Januar und 28. Februar 2015 sollen Anfang März veröffentlicht werden.

Die Q&A’s geben letztlich Antworten zu häufigen Fragestellungen bezüglich der Inhalte der Veröffentlichungen zur Zinsstrukturkurve, der Verbindlichkeit der Anwendung in der Vorbereitungsphase und der Anwendung ab dem Inkrafttreten von Solvency II. Ebenso steht ein Formular zur Verfügung, über welches Fragen zu dieser Thematik an EIOPA übermittelt werden können.

Konsultationspapier zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve nach Solvency II

Am 2. November 2014 veröffentlichte EIOPA ein Konsultationspapier zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurve nach Solvency II.

Das Konsultationspapier erläutert die Methoden, Annahmen sowie die Identifizierung der relevanten Datenbasis zur Berechnung der Zinsstrukturkurve. Ab Februar 2015 plant EIOPA eine monatliche Veröffentlichung der Zinsstrukturkurve, um den Versicherungsunternehmen eine entsprechende Vorbereitung zu ermöglichen.

Die Parameter und Methoden für die Berechnung der Zinsstrukturkurve wurden bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen der Ausgestaltung der Omnibus II-Richtlinie kontrovers diskutiert. Einige der Aspekte wurden in den finalen Solvency II-Vorschriften berücksichtigt, einige fanden nicht bzw. nur unzureichend Anklang, sodass EIOPA Bedarf für weitere technische Standards sieht.

Die folgenden Aspekte stehen in der Konsultation im Fokus:

  • Identifizierung von zulässigen Marktdaten
  • Einschätzung eines hinreichend entwickelten, liquiden und transparenten Marktes
  • Credit Risk Adjustment
  • Extrapolation und Interpolation
  • Volatility adjustment
  • Matching adjustment

Die oben genannten Aspekte sowie weitere Parameter und Methoden werden in dem Konsultationspapier genauer definiert. Als obersten Grundsatz für die Ausgestaltung nennt EIOPA insbesondere die Transparenz im Rahmen der Berechnungsprozesse, wobei EIOPA folgende Zielsetzung zugrunde legt:

  • Replikation: Die risikolose Zinsstrukturkurve sollte anhand der EIOPA Dokumentation von den Versicherungsunternehmen und anderen Stakeholdern replizierbar sein.
  • Marktkonsistenz: Die risikolose Zinsstrukturkurve soll anhand von entwickelten, liquiden und transparenten Märkten berechnet werden.
  • Sicherstellung Solvency II Berichterstattung: Die risikolose Zinsstrukturkurve wird auf monatlicher Basis veröffentlicht.
  • Stabilität von Versicherungsunternehmen: Ein künstlicher Anstieg der Volatilität der Passiv-Seite durch die risikolose Zinsstrukturkurve soll verhindert werden.
  • Schutz der Versicherungsnehmer: Die oben aufgelisteten Ziele dienen dem Schutz der Versicherungsnehmer, wobei auch die Bewertung von Unternehmen sowie die Arbeit der Aufsichtsbehörden erleichtert werden.

Die Zinsstrukturkurve wird letztlich von den Versicherern verwendet, um die Positionen innerhalb der Solvabilitätsübersicht nach Solvency II zu ermitteln. Einen erheblichen Effekt hat die Verwendung der Zinsstrukturkurve vor allem auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen. Außerdem wirkt sie die Zinsstrukturkurve auf die Ermittlung des SCR aus. Einerseits ist das Niveau der Vermögenswerte und Verpflichtungen eine wichtige Eingangsgröße für die Berechnung des SCR, zusätzlich werden mögliche Änderungen des Zinsniveaus direkt über das Risikomodul Zinsänderungsrisiko abgebildet.

Stakeholder haben bis zum 21. November 2014 die Möglichkeit ihre Stellungnahmen an EIOPA zu übermitteln.

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