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FSB Diskussionsrunde zum Thema COVID-19

Im Rahmen einer Videokonferenz wurde am 26. Mai 2020, unter der F√ľhrung des Finanzstabilit√§tsrates (Financial Stability Board ‚Äď FSB), √ľber internationale politische Reaktionen auf die aktuelle Pandemie beraten.

Organisiert wurde die Beratung vom¬†St√§ndigen Ausschuss f√ľr aufsichtliche und regulatorische Zusammenarbeit (SRC)¬†gemeinsam mit dem Basler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht (BCBS), dem Ausschuss f√ľr Zahlungen und Marktinfrastrukturen (CPMI), der Internationalen Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbeh√∂rden (IAIS) und der Internationalen Organisation der Wertpapierkommissionen (IOSCO). Die Teilnehmer der Runde setzten sich zusammen aus Vertretern von Zentralbanken, Regulierungsbeh√∂rden und Finanzministerien sowie Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen, Verm√∂gensverwaltern, Marktinfrastrukturen und Ratingagenturen.

FSB fordert Aufsichtsbehörden angesichts der Herausforderungen durch das Corona-Virus zu Flexibilität auf

Der Finanzstabilitätsrat der EU (FSB) hat in einer Veröffentlichung am 20. März 2020 auf die Aufgaben der Aufsichtsbehörden und des Finanzmarkts in der Krisenlage aufgrund COVID-19 und den damit zusammenhängenden Schwierigkeiten hingewiesen.

Das Ziel des FSB ist es derweil die Finanzstabilität angesichts dieser Herausforderungen aufrecht zu erhalten.

FSB veröffentlicht eine aktualisierte Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen

Das Financial Stability Board (FSB) hat am 3. November 2015 eine aktualisierte Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen (global systemically important insurers ‚Äď G-SIIs) ver√∂ffentlicht. Die aktualisierte Liste beinhaltet insgesamt neun Versicherungsunternehmen mit der √Ąnderung, dass Aegon N.V. neu aufgenommen wurde, w√§hrend Generali S.p.A. nicht mehr als global systemrelevant eingestuft ist.

Die Liste beinhaltet aktuell die nachfolgenden Versicherungsunternehmen:

 Versicherungsunternehmen Hauptsitz
Aegon N.V. Den Haag, Niederlande
Allianz SE M√ľnchen, Deutschland
American International Group, Inc. New York, Vereinigte Staaten von Amerika
Aviva plc London, Vereinigtes Königreich
Axa S.A. Paris, Frankreich
MetLife, Inc. New York, Vereinigte Staaten von Amerika
Ping An Insurance (Group) Company of China, Ltd. Shenzhen, China
Prudential Financial, Inc. New Jersey, Vereinigte Staaten von Amerika
Prudential plc London, Vereinigtes Königreich

Die erstmalige Liste der betroffenen Versicherungsunternehmen wurde im Juli 2013 vom FSB ver√∂ffentlicht (vgl. auch unseren Blog-Beitrag vom 19. Juli 2013). Die Identifizierung der Versicherungsunternehmen erfolgte dabei auf Basis der entwickelten Bewertungsmethode vom International Association of Insurance Supervisors (IAIS). Im Rahmen dieser Ver√∂ffentlichung wurde bereits vom FSB angek√ľndigt, dass ab November 2014 ein j√§hrliches Update der G-SIIs erfolgen soll.

F√ľr die diesj√§hrige Identifizierung der G-SIIs wurden Jahresabschluss-Daten aus 2014 herangezogen und dieselbe Bewertungsmethode vom IAIS verwendet, wie bereits im Juli 2013.

Nach aktueller Planung wird der IAIS Ende November 2015 eine Konsultation bzgl. der zuk√ľnftigen Methode zur Identifizierung der G-SIIs ver√∂ffentlichen. Ziel ist es, die bisherige Methode weiterzuentwickeln und diese dann bereits ab 2016 anzuwenden.

Versicherungsunternehmen, die als global systemrelevant eingestuft wurden unterliegen einer verst√§rkten √úberwachung auf Gruppenebene und m√ľssen unter anderem einen effektiven Sanierungs- und Abwicklungsplan erstellen. Die zus√§tzlichen Anforderungen sowie der Zeitplan, um diese Anforderungen zu erf√ľllen sehen wie folgt aus:

 G-SII Anforderung Deadline f√ľr die Umsetzung nach der Ernennung
Etablierung eines Krisenmanagementteams auf Gruppenebene (CMG) 6 Monate
Entwicklung eines Sanierungsplans 12 Monate
Entwicklung eines Abwicklungsplans basierend auf der Abwicklungsstrategie und abgestimmt mit dem CMG 18 Monate
Vereinbarung √ľber die grenz√ľbergreifende Zusammenarbeit 18 Monate
Durchf√ľhrung einer Aufl√∂sungsbeurteilung innerhalb der CMG 24 Monate
Systemischer Risikomanagement Plan 12 Monate
Liquiditätsmanagement und -planung 12 Monate

 

IAIS schließt Entwicklung der Basic Capital Requirements (BCR) ab

Am 23. Oktober 2014 verk√ľndete der IAIS (The International Association of Insurance Supervisors) den planm√§√üigen Abschluss der Entwicklung der Basiskapitalanforderungen (BCR) f√ľr global systemrelevante Versicherer (G-SIIs). Nach Annahme durch das Financial Stability Board (FSB) im Oktober 2014 wird die Best√§tigung des BCR Vorgehens durch den G20-Gipfel im November 2014 erwartet.

Die BCR schaffen eine weltweit einheitliche Berechnungsbasis f√ľr die Ermittlung der zus√§tzlichen Kapitalanforderungen f√ľr G-SII (sog. ‚ÄěHigher Loss Absorption‚Äú (HLA)), die ein Kernelement des IAIS Rahmenwerks f√ľr G-SII sind („Policy Measures“, siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013). Ab 2019 werden als G-SII eingestufte Unternehmen Kapital in H√∂he des BCR und des HLA vorhalten m√ľssen.

Die BCR-Quote wird mit dem Verh√§ltnis von ‚Total Qualifying Capital Resources‘ zu ‚Required Capital‘ ermittelt.

Die ‚Total Qualifying Capital Resources‘ setzen sich zusammen aus Kern- und erg√§nzendem Kapital. Sie m√ľssen verf√ľgbar und frei von Belastungen sein, nachrangig in Bezug auf die Rechte der Versicherungsnehmer; zudem darf die Aussch√ľttungsh√∂he nicht gekoppelt sein an die Finanzsituation oder Kreditw√ľrdigkeit des G-SII.

Kernkapital muss zudem u.a. folgende Voraussetzungen erf√ľllen:

  • Volle Einzahlung,
  • Unbeschr√§nkte Laufzeit,
  • Keine Einziehungsm√∂glichkeit durch den Inhaber,
  • R√ľckzahlungsm√∂glichkeit fr√ľhestens nach f√ľnf Jahren, wobei die R√ľckzahlung an die Genehmigung durch die Aufsichtsbeh√∂rde gekoppelt sein muss,
  • M√∂glichkeit der Aussetzung oder K√ľndigung von Aussch√ľttungen,
  • Frei von Verpflichtungen, Anspr√ľchen oder sonstigen Nachteilen.

Als Kernkapital nicht anrechenbar und daher abzuziehen sind hingegen insbesondere ein Gesch√§fts- und Firmenwert, immaterielle Verm√∂gensgegenst√§nde, aktive latente Steuern, die sich auf die k√ľnftige Profitabilit√§t des G-SII beziehen.

Die beiden wesentlichen Merkmale f√ľr erg√§nzendes Kapital sind Nachrangigkeit und die M√∂glichkeit zur Verlustabsorption im Falle der Abwicklung.

Die Ermittlung des ‚Required Capital‘ erfolgt anhand eines faktorbasierten Ansatzes, der sich auf folgende wesentliche Aktivit√§ten der G-SII bezieht:

  • Traditionelles Lebens- und Nichtlebensversicherungsgesch√§ft
  • Nicht traditionelles Versicherungsgesch√§ft
  • Kapitalanlagen
  • Nichtversicherungsgesch√§ft

In die Berechnung der BCR-Quote flie√üen alle Finanzaktivit√§ten und wesentlichen nicht-Finanzaktivit√§ten der G-SII ein und ber√ľcksichtigen auf konsolidierter Basis alle Holdinggesellschaften, Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute und weitere Unternehmen der G-SII. Vereinzelte Institute, die keine Finanzinstitute sind, brauchen nur dann nicht in die Betrachtung einbezogen werden, wenn die daraus resultierenden Risiken zu vernachl√§ssigen sind. Den Startpunkt der Berechnung bildet die allgemeine, gepr√ľfte und ver√∂ffentlichte konsolidierte Bilanz (nach IFRS oder anderen lokalen Rechnungslegungsvorschriften), die zwecks Vergleichbarkeit bei wesentlichen Posten Anpassungen unterzogen wird; dies betrifft insbesondere versicherungstechnische R√ľckstellungen, einschlie√ülich R√ľckversicherungspositionen sowie Finanzinstrumente.

Nach Abschluss dieses Meilensteins sollen f√ľr G-SII nun bis Ende 2015 die Anforderungen an die zus√§tzlichen Kapitalanforderungen (HLA) f√ľr nicht traditionelles oder versicherungsfremdes Gesch√§ft entwickelt werden.

Parallel entwickelt der IAIS einen globalen risikobasierten Kapitalstandard (ICS), der ab 2019 f√ľr alle international t√§tigen Versicherungsgruppen (IAIGs) Anwendung finden und den BCR abl√∂sen soll.

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