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Update der EIOPA Q&A

Im Laufe des Januars 2017 hat EIOPA aktualisierte Fragen und Antworten im „Q&A on Regulation“ zu den folgenden Technischen Standards und Leitlinien veröffentlicht:

Darüber hinaus wurden für den Themenbereich der symmetrischen Anpassungen für den Schockfaktor der Typ 1 und Typ 2 Aktien innerhalb des Aktienrisikomoduls (RTS (EU) 2015/2016) am 30. Januar 2017 neue Q&A veröffentlicht.

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL

Am 6. Juli 2015 veröffentlichte EIOPA das zweite Paket (Set 2) der Finalen Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL). Dieses zweite Paket umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung) und sind das Ergebnis der Konsultationsphase (siehe Blog-Beitrag vom 5. Dezember 2014), welche am 2. März dieses Jahres endete.

Die folgende Tabelle listet die ITS und GL des zweiten Pakets mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten auf:

Säule 1  
ITS  
EIOPA-Bos-15/119 Final Report on the public consultation CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures ​
EIOPA-Bos-15/120 Final Report on the public consultation CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener
EIOPA-Bos-15/121 Final Report on the public consultation CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies
EIOPA-Bos-15/122 Final Report on the public consultation CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/113 Final Report on the public consultation CP-14-043 Guidelines on Valuation assets and liabilities
EIOPA-BoS-15/111 Final Report on the public consultation CP-14-049 Guidelines on long term guarantees and transitional measures
Säule 2  
ITS  
EIOPA-Bos-15/114 Final Report on the public consultation CP-14-051 ITS on supervisory transparency and accountability ​
EIOPA-Bos-15/116 Final Report on the public consultation CP-14-053 ITS on capital add-on
EIOPA-Bos-15/117 Final Report on the public consultation CP-14-054 ITS on risk management: procedures when assessing external credit assessments
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/108 Final Report on the public consultation CP-14-046 Guidelines on extension of the recovery period
Säule 3  
ITS  
EIOPA-Bos-15/115 Final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (clean) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (track changes) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
EIOPA-Bos-15/118 Final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/106 Final Report on the public consultation CP-14-044 Guidelines on methods to determine the market share for the purpose of exemptions to supervisory reporting
EIOPA-BoS-15/107 Final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
EIOPA-BoS-15/109 Final Report on the public consultation CP-14-047 Guidelines on reporting and disclosure
EIOPA-BoS-15/112 Final Report on the public consultation CP-14-050 Guidelines on exchange of information on a systematic basis within colleges
EIOPA-BoS-15/110 Final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches

Die Final Reports werden nun der EU Kommission vorgelegt und sind von dieser binnen 3 Monaten zu genehmigen. Im Anschluss erfolgt die Übersetzung und Veröffentlichung in alle offiziellen EU-Amtssprachen. Die ITS entfalten mit finaler Veröffentlichung unmittelbar rechtlich bindende Wirkung. Für die GL startet mit Veröffentlichung der Übersetzungen das „Comply-or-explain“-Verfahren der nationalen Aufsichtsbehörden. Diese haben innerhalb von 2 Monaten Stellung zu nehmen, inwiefern sie den GL auf nationaler Ebene nachkommen werden oder aus welchen Gründen eine Umsetzung der GL nicht erfolgen soll.

Als nächste Schritte wird EIOPA zudem im Laufe des Juli 2015 die XBRL-Taxonomie auf Basis der Durchführungsstandards für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung veröffentlichen. Dies ermöglicht es Versicherungsunternehmen ihre Vorbereitungen für die Berichterstattung im Rahmen von Solvency II abzuschließen. Fragen zur Anwendung der Vorschriften, insbesondere im Hinblick auf die EIOPA Leitlinien und den risikofreien Zinssatz, werden durch ein Q&A-Tool auf der Homepage der EIOPA beantwortet.

Zu ausgewählten Themen der Final Reports von EIOPA werden Sie in den kommenden Tagen weitere Beiträge von PwC in unserem Solvency II Blog finden.

EIOPA startet Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL zu Solvency II

EIOPA hat, wie angekündigt (vgl. Blog-Artikel vom 25. November 2014), am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet.

Die bereits finalen ITS und GL aus Set 1 gehen auf die Anforderungen an einen risikoorientierten Genehmigungsprozess unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips ein (vgl. Blog-Artikel vom 11. November 2014). Dieses zweite Paket (Set 2) umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung). Die Inhalte der Dokumente haben wir in der folgenden Tabelle kurz umrissen:

Säule 1
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures (ITS zur Risikounterlegung bei regionalen Behörden und lokalen Aufsichtsbehörden)
 
  • Liste der Einrichtungen / Behörden, die innerhalb des Markt- und Ausfallrisikomoduls der gleichen (begünstigten) Behandlung unterliegen, wie zentrale Regierungen (z.B. Risikounterlegung von 0% bei Staatsanleihen).
CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener (ITS zur Berechnung der symmetrischen Anpassungen für Aktien)
 
  • Darstellung der Methodik und zugrunde gelegten Annahmen zur Berechnung der symmetrischen Anpassungen für Aktien Typ 1 und Typ innerhalb des Marktrisikomoduls.

(Veröffentlichung des CP-14-058 wurde am 23.12.2014 von EIOPA zur Verfügung gestellt und an dieser Stelle ergänzt.)

CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies (ITS zu Anpassungen im Währungsrisiko)
 
  • Anforderungen im Hinblick auf die Anpassung des Schock-Faktors für Fremdwährungsrisiken, die an den Devisenkurs des Euro gekoppelt sind.
CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations (ITS zu Standardabweichung im Krankenrisikomodul)
 
  • Angabe der Standardabweichungen für die Berechnung des versicherungstechnischen Risikos im Krankenmodul („Health risk equalisation system“ (HRES)) – nur für die niederländische Versicherungsaufsicht relevant.
CP-14-061 ITS on the application of the equity transitional (ITS zu Übergangsvorschriften für Aktien)
 
  • Anforderungen zur Berechnung und Anwendung der Übergangvorschriften für Typ 1 Aktien.
CP-xx-xxx ITS on rating allocation to credit quality standards (ITS zu Ratingeinstufung anerkannter Rating-Agenturen)
 
  • Ankündigung von EIOPA, das Konsultationspapier im Hinblick auf die Zuordnung der Ratingeinstufungen von anerkannten Rating-Agenturen auf die Kreditqualitätsstufen erst Anfang 2015 zur Konsultation zu veröffentlichen.
Guidelines (GL)  
CP-14-043 Guidelines on Valuation assets and liabilities (GL zur Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten)
 
  • Anforderungen an die Anwendung der „International Financial Accounting Standards“ (IFRS) in Bezug auf eine marktkonsistente Bewertung nach Solvency II.

  • Leitlinien zu den Voraussetzungen zur Anwendung alternativer Bewertungsmethoden (z.B. für Kapitalanlagen und Immobilien).

  • Prinzipien der Wesentlichkeit und Proportionalität.

CP-14-049 Guidelines on long term guarantees and transitional measures (GL zu Übergangsvorschriften zu langfristigen Garantien)
 
  • Leitlinien zur Zusammenwirkung von Long Term Guarantee Anpassungen (Volatilitätsanpassung, Matching-Anpassung), separat und in Kombination, auf die Standardformel einerseits sowie den MCR, der Berechnung der zukünftigen Überschussbeteiligung und der Risikomarge andererseits.

  • Übergangsvorschriften zur risikofreien Zinsstrukturkurve und das SCR-Untermodul zum Zinsrisiko.

Säule 2
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-051 ITS on supervisory transparency and accountability (ITS zur Transparenz und Verantwortung der Aufsichtsbehörden)
 
  • Vorgaben für die Veröffentlichungen von Berichten an die Aufsichtsbehörden.

  • Anforderungen an die Einreichung statistischer Daten der nationalen Aufsichtsbehörden zur Sicherstellung eines einheitlichen und vergleichbaren Berichtswesens.

CP-14-053 ITS on capital add-on (ITS zum Kapitalaufschlag)
 
  • Anforderungen an die Meldepflicht vor Ansatz eines Kapitalaufschlags.

  • Regelungen zur Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörde und Versicherungsunternehmen.

  • Regelungen zur Kommunikation der Aufsichtsbehörde zum Ansatz eines Kapitalaufschlags (z.B. Begründung zum Ansatz, Methoden zur Berechnung, Frist der Ansatzpflicht, Fristen zur Beseitigung der Defizite beim VU, Umfang und Häufigkeit Fortschrittsberichts hinsichtlich der ergriffenen Maßnahmen des Versicherungsunternehmen).

  • Regelungen zur mind. jährlichen Überwachung des Kapitalaufschlags.

  • Anforderungen an die Änderung (Erhöhung oder Absenkung) oder Beseitigung des Kapitalaufschlags.

CP-14-054 ITS on risk management: procedures when assessing external credit assessments (ITS zum Risikomanagement: Anforderungen bei Verwendung externer Ratings)
 
  • Vorgehen zur Bewertung der Angemessenheit der Assessments von Rating-Agenturen und Verwendung der Ergebnisse bei der Berechnung von Solvenzkapitalanforderungen (SCR) und versicherungstechnischen Rückstellungen.
Guidelines (GL)  
CP-14-046 Guidelines on extension of the recovery period (GL zur Verlängerung des Sanierungszeitraums)
 
  • Leitlinien zur möglichen Verlängerung des Sanierungszeitraums im Falle außergewöhnlicher Umstände (wie Einbruch der Finanzmärkte, dauerhaftes Niedrigzinsumfeld, Katastrophenereignis) für Einzel- Versicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen.
Säule 3
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting (ITS zur Berichterstattung an die Aufsichtsbehörde)
 
  • Auflistung der zu berichtenden Quantitative Reporting Templates (QRTs), jeweils getrennt für Einzel- und Gruppenunternehmen sowie unterjähriges und jährliches Reporting.

  • Festlegung des Reporting-Umfangs des sogenannten „Day 1 Reportings“.

CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates (ITS zur Berichterstattung an die Öffentlichkeit: Verfahren, Formate und Templates)
 
  • Auflistung der von Einzel- und Gruppenunternehmen im Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) zu veröffentlichenden QRTs.
Guidelines (GL)  
CP-14-044 Guidelines on methods to determine the market share for the purpose of exemptions to supervisory reporting (GL zur Befreiung der Berichterstattung an die Aufsichtsbehörde)
 
  • Befreiung von der regulären Berichterstattung gemäß Art. 35 der SII-Rahmenrichtlinie.

  • Definition des Umfangs des zu berücksichtigenden Marktanteils (80% Abdeckung erforderlich).

  • Angaben zur Berechnung der jeweiligen Marktanteile, getrennt nach Leben, Nicht-Leben und Komposit.

CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting (GL zur Berichterstattung über die Finanzstabilität)
 
  • Erläuterung der Berichtsformate, welche (wieder) von den regulären QRTs getrennt wurden. Fokus liegt auf Asset- sowie Bilanzdaten und gilt für Einzel- und Gruppenunternehmen mit einer Bilanzsumme von mindestens 12 Mrd. Euro.

  • Auflistung der unterjährig zu liefernden Informationen samt einer Erklärung zum Vorgehen hinsichtlich der unterjährigen SCR-Kalkulation.

  • Ausführliche Informationen zu den finalen Berichtsfristen sowie den bis 2018 geltenden Übergangsvorschriften.

CP-14-047 Guidelines on reporting and disclosure (GL zur Berichterstattung und Veröffentlichung)
 
  • Ergänzende Beschreibung der Inhalte des Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) und dem Bericht an die Aufsichtsbehörde (Regular Supervisory Report, RSR) im Vergleich zu den Level 2-Delegierten Rechtsakten, jeweils getrennt nach Einzel- und Gruppenunternehmen.

  • Detaillierte Übersicht der anzuwendenden Validierungsregeln (im Anhang der Guideline).

  • Details zur Berichterstattung im Falle vordefinierter Ereignisse.

  • Anforderungen an die Prozessdokumentation der aufsichtsrechtlichen sowie öffentlichen Berichterstattung.

CP-14-050 Guidelines on exchange of information on a systematic basis within colleges (GL zum Informationsaustausch zwischen Aufsichtskollegien)
 
  • Auflistung wesentlicher Kriterien zur Bestimmung des Informationsumfangs innerhalb des regelmäßiger Austauschs zwischen den Aufsichtskollegien.
CP-14-048 Guidelines on third country branches (GL zu Drittstaaten-Versicherer mit Niederlassung im EWR)
 
  • Definition angemessener aufsichtsrechtlicher Vorgehensweisen zum Umgang mit Niederlassungen im EWR, in Fällen in denen das Versicherungsunternehmen selbst einer Drittstaaten-Aufsicht unterliegt.

Im Auftrag der EU Kommission (von Juli 2014) veröffentlichte EIOPA im Zuge des Set 2 ein Konsultationspapier mit EIOPA-Empfehlungen in Form von Regulatory Technical Standards (RTS) zu „Recovery plan and finance scheme (CP-14-062) (RTS zur Sanierungs- und Finanzplanung). Ziel des RTS ist die Konkretisierung der Art. 138 bis 142 SII-RL, der die Folgen einer (möglichen) Nichtbedeckung der SCR bzw. MCR Anforderungen regelt und damit die Anforderungen an die Aufstellung eines Sanierungsplans („Recovery Plan“) bzw. eines Finanzplans („finance scheme“).

Die Stakeholder haben nun die Möglichkeit bis zum 2. März 2015 (im Falle des RTS zu „Recovery Plan and finance scheme“ bis zum 18. Februar) zu den ITS und GL Stellung zu nehmen.

Im Anschluss daran, werden die finalen Dokumente bis Ende Juni 2015 der EU Kommission zur Genehmigung vorgelegt. Nach Finalisierung entfalten die GL eine nicht-bindende Wirkung für die Versicherungsunternehmen, das bedeutet sie konkretisieren lediglich Aufsichtsprinzipien zur Umsetzung der Solvency II Anforderungen. Die ITS zielen hingegen auf eine einheitliche Anwendung der zwingenden Anforderungen aus Solvency II ab und entfalten nach ihrer Finalisierung rechtliche Gültigkeit und damit eine Bindungswirkung für die Versicherungsbranche. Für diese ITS hat daher die EU Kommission nach Finalisierung (Juni 2015) drei Monate Zeit (bis Ende September 2015) diese in Kraft zu setzen, bevor sie anschließend in jede der offiziellen EU-Amtssprachen übersetzt werden und damit rechtliche Gültigkeit erlangen. Die GL werden ebenfalls übersetzt und wie grundsätzlich alle Level 3 Dokumente durch das „Comply-or-Explain“ Prinzip lokal umgesetzt.

 

Ankündigung zur öffentlichen Konsultation von EIOPA zu Set 2 der ITS und GL

Im Dezember 2014 plant EIOPA den Start der öffentlichen Konsultation bis Februar 2015 zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II.

Das Set 2 der ITS soll die Erkenntnisse aus der Vorbereitungsphase, aus der Umsetzung durch die Aufsichtsbehörden und dem Dialog mit Stakeholdern berücksichtigen. EIOPA hat bereits einige inhaltliche Aspekte zu Set 2 der ITS angekündigt. Ein wesentlicher Bereich der ITS betrifft die nachfolgenden Themen hinsichtlich der Berichterstattung:

  • Im Zusammenhang mit dem Long-term Guarantee Assessment (LTGA) werden neue Quantitative Reporting Templates (QRTs) veröffentlicht und Änderungen an bestehenden QRTs vorgenommen. Darüber hinaus werden die QRTs umbenannt und Zellen neu kodifiziert. Zudem sollen die Data Point Model (DPM) verbessert werden, um Differenzen zwischen den Business- und den DPM-Templates zu minimieren.
  • Erläuterungen zu Sonderverbänden (ring-fenced funds, RFF), einschließlich spezifische Varianten, sowie zu Vereinfachungen und den QRTs zu RFF.
  • Change Logs und neue LOG-Files, welche Verbesserungen beinhalten und Klarheit schaffen sollen.
  • Leitlinien zu Berichterstattungsprozessen zum Zweck der Finanzmarktstabilität.
  • Details zum SFCR und RSR.
  • Vorlage zur Berichterstattung über Risikokonzentration und gruppeninterne Transaktionen.
  • Informationen zu den verwendeten Validierungen bei der Übermittlung von Daten an die nationalen Aufsichtsbehörden, Informationen zur Verwendung von Data Point Modeling, Informationen zur Berichterstattung beim Eintritt vordefinierter Ereignisse sowie Informationen zum Meldeprozess an die Aufsicht und der Veröffentlichung.
  • Darstellung des aktuellen Stands der Diskussionen zwischen EIOPA und der EZB (Das EZB Reporting soll im Rahmen des identischen Prozesses zur Berichterstattung sowie den gleichen Fristen wie Solvency II erfolgen. Dazu werden in die QRTs an vereinzelten Stellen zusätzliche Informationen aufgenommen, die für die EZB relevant sind).

Neben den vorgenannten Themenblöcken zur Berichterstattung, kündigte EIOPA auch an, mit den ITS und GL weitere Anforderungen zu den folgenden Inhalten zu veröffentlichen:

  • Ansatz und Berechnung von Kapitalaufschlägen und deren Aufhebung.
  • Risikomanagement-Anforderungen an die Bewertung externer Ratingagenturen.
  • Zuordnung von Ratingklassen in Bonitätsstufen.
  • Weitere Details zu Risiko-Submodulen (e.g. Krankenrisiko, Aktienrisiko, Währungsrisiko).
  • Formate für den Informationsaustausch innerhalb der Aufsichtskollegien.

Nach Abschluss der Konsultationsphase der ITS werden die Dokumente der Europäischen Kommission bis Ende Juni 2015 vorgelegt. Die Europäische Kommission hat dann bis Ende September 2015 drei Monate Zeit die ITS in Kraft zu setzen, bevor sie anschließend in jede der offiziellen EU-Amtssprachen übersetzt werden und damit rechtliche Gültigkeit erlangen. Die GL werden ebenfalls übersetzt und wie grundsätzlich alle Level 3 Dokumente durch das „Comply-or-Explain“ Prinzip lokal umgesetzt.

EIOPA veröffentlicht die finalen Guidelines für die Verwendung der Legal Entity Identifier (LEI) in den jeweiligen Amtssprachen

Anknüpfend an die am 29. August 2014 abgeschlossene Konsultation zur Verwendung der Legal Entity Identifier veröffentlichte EIOPA am 11. September 2014 die finalen „Guidelines on the use of the Legal Entity Identifier (LEI)“. Die Bereitstellung der Leitlinien in den jeweiligen Amtssprachen folgte am 20. Oktober 2014 (deutsche Übersetzung).

Bei dem LEI-Code handelt es sich eine 20-stellige alphanumerische Kennung, welche die eindeutige Identifizierung der an globalen Finanzmärkten teilnehmenden Unternehmen ermöglicht. Mit der Veröffentlichung der Leitlinien unterstützt EIOPA somit die Übernahme des LEI-Systems, welches vom Financial Stability Board (FSB) vorgeschlagen und von den G20 empfohlen wird.

EIOPA will mit der Einführung der LEI-Codes für die Versicherungswirtschaft eine Verbesserung der Konvergenz und Effizienz des aufsichtsrechtlichen Überwachungssystems bei einer gleichzeitigen Sicherstellung hoher Datenqualität, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit erzielen.

Die nationalen Aufsichtsbehörden sind nun in einem „comply-or-explain“-Verfahren dazu aufgefordert innerhalb der nächsten zwei Monate zu bestätigen, dass sie den Leitlinien (rechtskräftig ab 31.12.2014) nachkommen bzw. beabsichtigen dies zu tun. Im Falle einer Ablehnung ist darzulegen, aus welchen Gründen eine Umsetzung nicht möglich ist.

Sofern die BaFin die Leitlinien annimmt, gilt es für Unternehmen der Versicherungswirtschaft in einem nächsten Schritt einen LEI-Code zu beantragen. Für Unternehmen, welche in den Geltungsbereich der Solvency II-Richtlinie fallen, hat dies bis zum 30. Juni 2015 zu erfolgen. Die Vergabe der LEI-Codes wird dabei von sogenannten Local Operating Units (LOU) geregelt und kann bei diversen Anbietern beantragt werden.

Der LEI-Code ist im QRT „Basic Information“ anzugeben, welches bereits im Rahmen der Preparatory Phase in 2015 zu berichten ist. Liegt dieser bis zum Berichtszeitpunkt nicht vor, so muss gemäß der EIOPA Log-Files entweder ein Pre-LEI (auch GEI, Global Entity Identifier) oder, wenn auch dieser nicht verfügbar ist, der jeweils im lokalen Markt verwendete Code berichtet werden.

EIOPA startet öffentliche Konsultation zu den Leitlinien für die Aufsicht und Governance von Versicherungsprodukten

EIOPA startete am 29. Oktober 2014 die öffentliche Konsultation zu den Leitlinien für die Aufsicht und Governance von Versicherungsprodukten („Guidelines on product oversight & governance arrangements by insurance undertakings“). Kommentare hierzu können bis zum Ende der Konsultationsphase am 23. Januar 2015 über das Template auf der EIOPA-Homepage eingereicht werden.

In den Leitlinien wird die Etablierung von Prozessen und Verantwortlichkeiten zur Aufsicht und Governance von Versicherungsprodukten als Bestandteil der Governance-Systems unter Solvency II gefordert. Die Ausgestaltung hat entsprechend der Komplexität der Produkte und des Geschäftsmodells der Versicherer zu erfolgen. Unter der Aufsicht und Governance von Versicherungsprodukten werden die internen Prozesse, Funktionen und Strategien im Zusammenhang mit der Entwicklung, Vermarktung und Überwachung von Versicherungsprodukten verstanden. Die erforderlichen Prozessschritte umfassen dabei:

  • Identifikation des Zielmarkts
  • Identifikation des Marktsegments
  • Durchführung einer Produktanalyse
  • Durchführung einer Produktüberprüfung
  • Identifikation der relevanten Distributionskanäle
  • Sicherstellung der Compliance der Distributionskanäle mit den Vorgaben des Produktentwicklers

Die Verantwortung für die Etablierung und Überprüfung der Aufsicht und Governance von Versicherungsprodukten – auch bei Auslagerung der Produktentwicklung – obliegt dem Verwaltungs-, Management oder Aufsichtsorgan. Für Personen, die in die Produktentwicklung involviert sind, ist sicherzustellen, dass sie über die entsprechenden, relevanten Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen.

Die Leitlinien richten sich an die nationalen Aufsichtsbehörden. Sie stellen aber auch klar, dass die ausschließliche Verantwortung zur Sicherstellung der Compliance bei den Versicherern liegt. Sie beziehen sich ausschließlich auf den Entwickler von Versicherungsprodukten und nicht auf Rückversicherer oder Vermittler. Ziel der Leitlinien ist es zum einen eine konsistente, effiziente und effektive Aufsichtspraxis sicherzustellen und zum anderen dem Verkauf unausgereifter Versicherungsprodukte zum Schutz des Versicherungsnehmers vorzubeugen.

Nach Abschluss der Konsultationsphase werden ein finaler Konsultationsbericht sowie die Einreichung zum Board of Supervisors für das 2. Quartal 2015 erwartet. Nach Veröffentlichung der Leitlinien haben die nationalen Aufsichten binnen zwei Monaten gegenüber EIOPA zu erklären, inwieweit sie die Leitlinien national umsetzen (“comply” bzw. “intend to comply”) oder nicht (“not comply”).

EIOPA startet öffentliche Konsultation zum ersten Paket der Level 3-Leitlinien (Guidelines)

Wie von EIOPA am 31. Januar 2014 angekündigt (siehe Blog-Beitrag vom 7. Februar 2014) startet im Juni 2014 pünktlich die öffentliche Konsultation zum ersten Paket der Level 3-Leitlinien (Guidelines). Kommentare hierzu können bis zum Ende der Konsultationsphase am 29. August 2014 über das Template auf der EIOPA-Homepage eingereicht werden. Nach Abschluss der Konsultationsphase werden die Leitlinien von EIOPA final erarbeitet (inkl. der Übersetzung in alle EU-Amtssprachen) und erlassen. Der EU-Kommission steht in diesem Zusammenhang nur ein Informationsrecht zu.

Die nicht bindenden Leitlinien richten sich an die nationalen Aufsichtsbehörden und Finanzinstitute und verfolgen dabei zwei Ziele. Sie sollen zum einen die einheitliche, gleichmäßige und konsistente Umsetzung des europäischen Rechts innerhalb der Mitgliedstaaten sicherstellen. Zum anderen unterstützen sie eine konsistente, effiziente und effektive Aufsichtspraxis. Die nationalen Aufsichtsbehörden sind verpflichtet gegenüber EIOPA zu erklären, inwieweit sie die Leitlinien national umsetzen (“comply” bzw. “intend to comply”) oder nicht (“not comply”). Anschließend ist EIOPA verpflichtet eine Übersicht der non-compliance-Erklärungen zu veröffentlichen.

Die öffentliche Konsultationsphase umfasst im Einzelnen folgende sechs Leitlinien, deren Inhalte nachstehend kurz skizziert sind:

Thema  Inhalt der Leitlinie
1. Konsultation zu Säule 1
Versicherungstechnische Rückstellungen Das Ziel der Leitlinie zu den versicherungstechnischen Rückstellungen ist eine verbesserte Konsistenz hinsichtlich der Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen zwischen den verschiedenen Arten von Versicherern.Dazu enthält die Leitlinie Abschnitte zu Datenqualität, Segmentierung, Annahmen, Methodenwahl und Validierung für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen (insbesondere relevant für Aktuare, die die Versicherungsmathematische Funktion innehaben) sowie Klarstellungen bei der Bestimmung von Contract Boundaries.
Eigenmittel Die Leitlinie zu Eigenmitteln enthält die folgenden Themenschwerpunkte

  • Ergänzende Eigenmittel – Klassifizierung, Identifizierung, Anforderungen für die Genehmigung,
  • Klassifizierung von Eigenmitteln – Genehmigungsprozess für Bestandteile, die nicht aufgeführt sind, und Interpretationen von Schlüsselbegriffen und Konzepten in der Rahmenrichtlinie und den Implementing Technical Standards (ITS, Level 2,5),
  • Ring Fenced Funds (RFF) – Identifizierung, Bestimmung der Vermögenwerte und Verbindlichkeiten innerhalb von RFF, Einfluss der RFF auf die SCR-Berechnung, Wesentlichkeit von RFF),
  • Behandlung von verbundenen Unternehmen einschließlich Beteiligungen – Identifizierung von verschiedenen Arten von verbundenen Unternehmen, einschließlich strategischer Beteiligungen.
SCR – Standard Formel Die Leitlinie zur SCR Standard Formel umfasst folgende Themen:

  • Marktrisiko – Behandlung von Short-Positionen, Vereinbarungen zur Wertpapierleihe, Hybridkapitalinstrumente und Sozialleistungsverpflichtungen.
  • Durchschau – Erklärung der Fälle, in denen die Durchschau anzuwenden ist, Berechnung im Fall von indirekten versicherungstechnischen Risiken (wie Cat Bonds), Behandlung indirekter Risiken innerhalb indirekter Risiken (das Investieren in Mittel der Mittel).
  • Existenz von Basisrisiko – Versicherer dürfen den Effekt von Risikominderungstechniken bei der Berechnung des SCR nicht berücksichtigen, wenn diese zu einem wesentlichen Basisrisiko führen; Erklärung der Kriterien, um die Existenz von Basisrisiko festzustellen.
  • Lebensversicherungstechnisches Risiko – Berechnung von Stressszenarien für die meisten Unterrisiken, Behandlung von Verträgen, bei denen Leistungen vom Grad der Berufsunfähigkeit abhängen.
  • Kranken Cat Risiko – Leitlinie als Hilfestellung, um das einzubeziehende Volumen und die zu verwendenden Daten für die Berechnung der Kapitalanforderungen für das Kranken Cat Risiko zu bestimmen.
  • Verlustabsorptionskapazität von versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern – Level der Granularität, Annahmen zu zukünftigen Managemententscheidungen und andere Elemente der Berechnung.
  • Verwendung der Rückversicherung für  das Cat Risiko (Events, Disaggregation von Verlusten, etc., inklusive der Anwendung auf Gruppen), Anwendung des Sub-Moduls für das durch den Menschen verursachte Cat Risiko, Allokation von Versicherungspolicen zu den Risikogruppen für das Sub-Modul Man-Made Liability Catastrophe Risk.
  • USPs – Datenqualität, Datenanpassungen, Verwendung externer Daten und Rolle von Expertenschätzungen.
Gruppen-Solvabilitätsberechnung Die Leitlinie zur Gruppen-Solvabilitätsberechnung umfasst die Klarstellung des Umfangs der Gruppenaufsicht im Kontext von Drittstaaten, analoge Anwendung auf die Solo-Solvabilitätsberechnung auf Gruppenebene, Berechnung der Gruppensolvabilität bei Anwendung der Konsolidierungsmethode, Abzugs-/ Aggregationsmethode und Kombinationsmethode. Darüber hinaus werden die Beurteilung der Verfügbarkeit von Eigenmitteln auf Gruppenebene und die Behandlung von Minderheitenanteilen, der Umgang mit RFFs, die Behandlung von (Rück-)Versicherungsholdinggesellschaften und gemischten Finanzholdinggesellschaften, die Kriterien für die Identifizierung von Tochterunternehmen mit beschränkter Haftung und die Spezifizierung von deren Behandlung adressiert.
2. Konsultation zum Internen Modell
Verwendung des Internen Modells

Vergleichbar mit den Preparatory Guidelines werden den (Rück-) Versicherungsunternehmen mit dieser Leitlinie zum Internen Modell mehr Hinweise dazu gegeben, wie sie die Anforderungen an das Interne Modell erfüllen können und wie die Aufsichtskollegien bei gruppeninternen Modellen funktionieren.

Die Leitlinien umfassen das Antragsverfahren (was müssen die (Rück-) Versicherungsunternehmen bei der Antragseinreichung beachten), Modelländerungen, Tests und Standards für die Genehmigung des Internen Modells und für die Aufsichtskollegien.

Sie enthalten zudem einen Abschnitt zu Annahmen und Expertenschätzungen (entsprechend Artikel 4 der Draft Implementing Measures), der in gleicher Weise für alle Unternehmen relevant ist.

3. Konsultation zu Säule 2
Governance Die Leitlinie zur Governance umfasst neben allgemeinen Governance-Themen spezifischere Themen wie Vergütungsrichtlinie, Fit and Proper, Risikomanagement, Prudent Person Prinzip, Eigenmittelanforderungen und das Governance-System, Interne Kontrollen, Interne Revision, Versicherungsmathematische Funktion, Outsourcing und Gruppenspezifika.Zudem enthält die Leitlinie auch Abschnitte zur Bewertung der Vermögenswerte und sonstigen Verbindlichkeiten.
ORSA Die Leitlinie zu ORSA basiert auf den Preparatory Guidelines und umfasst die ‚Governance‘ des ORSA Prozesses, die Assessments, die Berichterstattung und Dokumentation sowie gruppenspezifische Aspekte.
4. Konsultation zum aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozess
Aufsichtsrechtlicher Überprüfungsprozess Die Leitlinie zum aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozess beinhaltet zum einen allgemeine durch die nationalen Aufsichtsbehörden anzuwendende Prinzipien im Zuge des aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozesses und zum anderen eine Beschreibung verschiedener Stufen des aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozesses (im Wesentlichen relevant für die Aufsichtsbehörden).
5. Konsultation zur Gleichwertigkeit
Gleichwertigkeit Die Leitlinie zu Gleichwertigkeit umfasst die Beschreibung des Prozesses der nationalen Aufsichtsbehörden bei der Beurteilung der Gleichwertigkeit auf nationaler Ebene und die Bereitstellung eines Fragebogens, welcher verpflichtend bei der Informationssammlung von betroffenen Drittstaaten/ Versicherungsunternehmen heranzuziehen ist.
6. Konsultation zur Auswirkungsstudie
Auswirkungsstudie Dieses Papier soll helfen, die Verlinkungen zwischen einigen Themen zu schaffen und die gemeinsame Basis der Auswirkungsstudie zu verstehen.

EIOPA weist darauf hin, dass trotz der Aufteilung der Themen in die sechs Konsultationspapiere einige Themenbereiche in verschiedenen Konsultationspapieren behandelt werden. So enthält das Konsultationspapier zu den Leitlinien für das Interne Modell einen Abschnitt zu Annahmen und Expertenschätzungen (entsprechend Artikel 4 der Draft Implementing Measures), der in gleicher Weise für alle Unternehmen relevant ist und nicht nur für Unternehmen mit einem Internen Modell. Daher sind diese Leitlinien in Zusammenhang mit denjenigen zum Governance-System bezüglich der Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ohne versicherungstechnische Rückstellungen sowie mit den Leitlinien zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen zu lesen.

EIOPA-Zeitplan zu öffentlichen Konsultationen auf Ebene Level 2,5 und 3

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Trilog-Verhandlungen im November 2013 zur Level 1-Regulierung von Solvency II (vgl. Blog-Beitrag v. 17. November 2013), hat EIOPA nun am 31. Januar 2014 einen Zeitplan für die weiteren Entwicklungen auf Level 2,5 (Implementing Technical Standards, ITS) und Level 3 (Guidelines, GL) veröffentlicht.

Die Entwicklung weiterer Umsetzungsdetails ist für die Dauer der Übergangsphase von Solvency II (2014-2016) geplant und umfasst öffentliche Konsultationsphasen für die technischen Standards (ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL). Die Entwicklung soll in jeweils 2 Paketen erfolgen.

Technische Standards (ITS) – Level 2,5

  • Paket 1: Technische Standards zum Genehmigungsprozess
  • Paket 2: Technische Standards zu
    • Säule 1 (quantitative Anforderungen),
    • Säule 2 (qualitative Anforderungen) und
    • Säule 3 (Berichterstattung und Offenlegung) und Transparenz der Aufsichtsbehörden

Die technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) dienen dazu, die Anforderungen aus der Solvency II-Rahmenrichtlinie zu konkretisieren und eine einheitliche Anwendung der Vorschriften in allen Mitgliedsstaaten sicherzustellen, ohne jedoch politische oder strategische Inhalte aufzugreifen, die dem Basisrechtsakt vorbehalten sind. Sie haben eine unmittelbare bindende Wirkung und bedürfen keiner weiteren Umsetzung in nationales Recht.

Leitlinien (Guidelines, GL) – Level 3

  • Paket 1: Leitlinien zum Genehmigungsprozess, inkl. Säule 1 (quantitative Anforderungen) und zum  Internen Modell
  • Paket 2: Leitlinien zu
    • Säule 2 (qualitative Anforderungen) und
    • Säule 3 (Berichterstattung und Offenlegung)

Die Level 3-Dokumenten sind Leitlinien (Guidelines, GL) und Empfehlungen, die eine konsistente EU-weite Umsetzung sicherstellen sollen. Sie entfalten zwar keine rechtlich bindende Wirkung, sind jedoch faktisch bindend, da der „Comply-or-Explain“-Mechanismus greift. Somit müssen sich nationale Aufsichtsbehörden nach Veröffentlichung der Leitlinien innerhalb von zwei Monaten im Rahmen des sog. „Comply-or-Explain“-Verfahrens zur Umsetzung der Leitlinien gegenüber EIOPA äußern, und sich im Falle einer Nichterfüllung auch gegenüber dieser erklären. Damit wird letztlich eine faktische Bindungswirkung geschaffen.

Zeitplanung

Die einzelnen Pakete werden von EIOPA zwischen April 2014 und Dezember 2014 (mit einer Konsultationsphase von jeweils 3-4 Monaten) in Form von öffentlichen Konsultationspapieren an die Stakeholder veröffentlicht. Die EIOPA-Zeitplanung sieht im Detail Folgendes vor:Timeline Feb 2014

Im zweiten Quartal 2014 startet die erste öffentliche Konsultationswelle zu den Technischen Standards (ITS) von EIOPA zum Genehmigungsprozess (Paket 1) und wird planmäßig von April bis Juni 2014 laufen. Die Technischen Standards zu Säule 1, 2 und 3 (Paket 2) werden von Dezember 2014 bis März 2015 öffentlich konsultiert. Für beide Pakete werden jeweils, nach Abschluss der Konsultationsphase, die ITS final von EIOPA entwickelt, bei der EU-Kommission eingereicht und von dieser erlassen. Mit dem Erlass der EU-Kommission (in 2015 erwartet) erhalten die ITS ihre unmittelbar rechtlich bindende Wirkung.

Parallel zu den Technischen Standards (ITS) stößt EIOPA ab Juni 2014 die öffentliche Konsultationswelle zu den Level 3 – Leitlinien an. Von Juni 2014 bis September 2014 werden Leitlinien zum Genehmigungsprozess und zu Säule 1 (Paket 1) konsultiert. Die Konsultationsphase zu den Leitlinien zu Säule 2 und 3 (Paket 2) wird von Dezember 2014 bis März 2015 laufen. Die Leitlinien werden nach Konsultation final von EIOPA erarbeitet (inkl. der Übersetzung in alle EU-Amtssprachen) und, im Gegensatz zu den ITS, von EIOPA erlassen. Die EU-Kommission hat hier nur ein Informationsrecht. Die nationalen Aufsichtsbehörden haben dann innerhalb von 2 Monaten die Möglichkeit gegenüber EIOPA eine Erklärung abzugeben, ob sie die Leitlinien national umsetzen („comply“ bzw. „intent to comply“) oder nicht („not comply“). Sofern die nationalen Aufsichtsbehörden keine Umsetzung vorsehen, ist eine Erklärung gegenüber EIOPA abzugeben, die von dieser veröffentlicht wird.

Weitere Entwicklungen und EIOPA-Stresstest

Neben den vorgenannten Entwicklungen im Bereich von Level 2,5 und 3 werden zurzeit die Level 2-Vorschriften (sog. „Delegated Acts“) weiterentwickelt; mit einem offiziellen Vorschlag der Kommission wird im Sommer 2014 zu rechnen sein. Zudem wird die Verabschiedung  der Omnibus II-RL (vorauss. am 28. März 2014) erwartet, so dass der Entwicklungsprozess für technische Details seinen angestrebten Lauf nehmen kann.

Darüber hinaus plant EIOPA in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Aufsichtsbehörden die Durchführung von EU-weiten Stresstests im Zeitraum April – November 2014, um durch Auswirkungsanalysen die Entwicklung quantitativer Details weiter voranzutreiben. Der Test soll zum einen Erkenntnisse hinsichtlich der Belastbarkeit der Versicherer in Hinblick auf das Marktrisiko in Verbindung mit historischen und hypothetischen Szenarien liefern. Zum anderen soll das Versicherungsrisiko getestet werden und ein Element zur Auswirkung eines anhaltenden Niedrigzinsumfeldes eingeschlossen werden.

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