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IAIS schließt Entwicklung der Basic Capital Requirements (BCR) ab

Am 23. Oktober 2014 verk√ľndete der IAIS (The International Association of Insurance Supervisors) den planm√§√üigen Abschluss der Entwicklung der Basiskapitalanforderungen (BCR) f√ľr global systemrelevante Versicherer (G-SIIs). Nach Annahme durch das Financial Stability Board (FSB) im Oktober 2014 wird die Best√§tigung des BCR Vorgehens durch den G20-Gipfel im November 2014 erwartet.

Die BCR schaffen eine weltweit einheitliche Berechnungsbasis f√ľr die Ermittlung der zus√§tzlichen Kapitalanforderungen f√ľr G-SII (sog. ‚ÄěHigher Loss Absorption‚Äú (HLA)), die ein Kernelement des IAIS Rahmenwerks f√ľr G-SII sind („Policy Measures“, siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013). Ab 2019 werden als G-SII eingestufte Unternehmen Kapital in H√∂he des BCR und des HLA vorhalten m√ľssen.

Die BCR-Quote wird mit dem Verh√§ltnis von ‚Total Qualifying Capital Resources‘ zu ‚Required Capital‘ ermittelt.

Die ‚Total Qualifying Capital Resources‘ setzen sich zusammen aus Kern- und erg√§nzendem Kapital. Sie m√ľssen verf√ľgbar und frei von Belastungen sein, nachrangig in Bezug auf die Rechte der Versicherungsnehmer; zudem darf die Aussch√ľttungsh√∂he nicht gekoppelt sein an die Finanzsituation oder Kreditw√ľrdigkeit des G-SII.

Kernkapital muss zudem u.a. folgende Voraussetzungen erf√ľllen:

  • Volle Einzahlung,
  • Unbeschr√§nkte Laufzeit,
  • Keine Einziehungsm√∂glichkeit durch den Inhaber,
  • R√ľckzahlungsm√∂glichkeit fr√ľhestens nach f√ľnf Jahren, wobei die R√ľckzahlung an die Genehmigung durch die Aufsichtsbeh√∂rde gekoppelt sein muss,
  • M√∂glichkeit der Aussetzung oder K√ľndigung von Aussch√ľttungen,
  • Frei von Verpflichtungen, Anspr√ľchen oder sonstigen Nachteilen.

Als Kernkapital nicht anrechenbar und daher abzuziehen sind hingegen insbesondere ein Gesch√§fts- und Firmenwert, immaterielle Verm√∂gensgegenst√§nde, aktive latente Steuern, die sich auf die k√ľnftige Profitabilit√§t des G-SII beziehen.

Die beiden wesentlichen Merkmale f√ľr erg√§nzendes Kapital sind Nachrangigkeit und die M√∂glichkeit zur Verlustabsorption im Falle der Abwicklung.

Die Ermittlung des ‚Required Capital‘ erfolgt anhand eines faktorbasierten Ansatzes, der sich auf folgende wesentliche Aktivit√§ten der G-SII bezieht:

  • Traditionelles Lebens- und Nichtlebensversicherungsgesch√§ft
  • Nicht traditionelles Versicherungsgesch√§ft
  • Kapitalanlagen
  • Nichtversicherungsgesch√§ft

In die Berechnung der BCR-Quote flie√üen alle Finanzaktivit√§ten und wesentlichen nicht-Finanzaktivit√§ten der G-SII ein und ber√ľcksichtigen auf konsolidierter Basis alle Holdinggesellschaften, Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute und weitere Unternehmen der G-SII. Vereinzelte Institute, die keine Finanzinstitute sind, brauchen nur dann nicht in die Betrachtung einbezogen werden, wenn die daraus resultierenden Risiken zu vernachl√§ssigen sind. Den Startpunkt der Berechnung bildet die allgemeine, gepr√ľfte und ver√∂ffentlichte konsolidierte Bilanz (nach IFRS oder anderen lokalen Rechnungslegungsvorschriften), die zwecks Vergleichbarkeit bei wesentlichen Posten Anpassungen unterzogen wird; dies betrifft insbesondere versicherungstechnische R√ľckstellungen, einschlie√ülich R√ľckversicherungspositionen sowie Finanzinstrumente.

Nach Abschluss dieses Meilensteins sollen f√ľr G-SII nun bis Ende 2015 die Anforderungen an die zus√§tzlichen Kapitalanforderungen (HLA) f√ľr nicht traditionelles oder versicherungsfremdes Gesch√§ft entwickelt werden.

Parallel entwickelt der IAIS einen globalen risikobasierten Kapitalstandard (ICS), der ab 2019 f√ľr alle international t√§tigen Versicherungsgruppen (IAIGs) Anwendung finden und den BCR abl√∂sen soll.

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