Schlagwort: Impact Assessment

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GDV und europĂ€ische Versicherer Ă€ußern sich zu den ersten Ergebnissen der Auswirkungsstudie der EIOPA ĂŒber den Solvency II-Review

Im Rahmen des fortlaufenden Solvency II-Reviews zur Anpassung der Solvency II Richtlinie (siehe Blog vom 13. MĂ€rz 2020) hat EIOPA eine Auswirkungsstudie mittels Befragung (siehe Blog vom 21. Juli 2020) vorgenommen und auch die Folgen der Corona Pandemie berĂŒcksichtigt. Die ersten Ergebnisse wurden nun veröffentlicht. Ende August kommentierte Insurance Europa die Ergebnisse. Der GDV hat sich ebenfalls zu den Erkenntnissen geĂ€ußert.

EIOPA: Zeitplanung fĂŒr den Solvency II Review um sechs Monate verschoben

Die ÜberprĂŒfung der Solvency II-Richtlinie im Rahmen des Solvency II Reviews 2020 wird um ein halbes Jahr verschoben. Die EIOPA hat in Abstimmung mit der EU-Kommission beschlossen, ihre finalen Empfehlungen fĂŒr den Review 2020 erst Ende Dezember 2020 vorzulegen, um die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie entsprechend berĂŒcksichtigen zu können.

Solvency II Review: Auswirkungsstudie zu möglichen Anpassungen der Solvency II Richtlinie

Die europĂ€ische Aufsichtsbehörde EIOPA veröffentlichte am 15. Oktober 2019 ein Konsultationspapier hinsichtlich der im Jahr 2020 anstehenden ÜberprĂŒfung der Solvency II Richtlinie. In diesem Papier wurden insbesondere auch Empfehlungen fĂŒr eine eventuelle Anpassung der Solvency II Richtlinie sowie der Delegierten Verordnung ausgesprochen. Damit reagierte EIOPA auf den „Call for Advice“ der EuropĂ€ischen Kommission vom 11. Februar 2019. RĂŒckmeldungen zur Konsultation können bis zum 15. Januar 2020 eingereicht werden.

Um tiefergehende Einsichten in die Auswirkungen des Solvency II Reviews zu bekommen, hat EIOPA Versicherer und RĂŒckversicherer nun aufgefordert Auskunft ĂŒber korrelierende Auswirkungen der möglichen Anpassungen zu erteilen (Informal Impact Assessment). Insbesondere die folgenden SolvabilitĂ€tsbereiche sollen dabei betrachtet werden:

Hot Topic: Neuer ‘base case’ mit Start des LTGA

Bis voraussichtlich Ende MĂ€rz 2013 werden viele europĂ€ische Versicherer zu Testzwecken insgesamt 13 volle SovabilitĂ€tsĂŒbersichten im Rahmen der Auswirkungsstudie zur Bewertung langfristiger Garantien – kurz LTGA – aufstellen. FĂŒr jedes Szenario ist das jeweils benötigte Solvenzkapital zu berechnen. Dies erweist sich als Ă€ußerst ressourcen- und zeitaufwĂ€ndig und technisch anspruchsvoll. Zwar ist die Teilnahme an der Auswirkungsstudie laut EIOPA zunĂ€chst freiwillig, dennoch wĂ€hlen einige nationale Aufsichten vorab eine gezielte Auswahl an Versicherern, um der Anforderung, eine möglichst angemessene ReprĂ€sentation des lokalen Versicherungsmarktes zu gewĂ€hrleisten, gerecht zu werden. Auch der GDV hat seine Mitglieder zur Teilnahme aufgefordert.

Ziel des Assessments ist es, valide Aussagen ĂŒber den Einfluss verschiedener Bewertungsszenarien auf Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigte, Versicherungs- und RĂŒckversicherungsunternehmen, Aufsichtsbehörden sowie das europĂ€ische Finanzsystem als Ganzes zu erhalten.

Die zusĂ€tzliche Belastung durch die Auswirkungsstudie stieß in der Branche zunĂ€chst auf heftige Kritik. Da die Erkenntnisse aus der Studie als Diskussionsgrundlage fĂŒr die folgenden Trilog-Verhandlungen zu Omnibus II dienen sollen, sind sie jedoch Ă€ußerst wichtig fĂŒr die europĂ€ische Versicherungsindustrie. Dies gilt insbesondere fĂŒr das deutsche LebensversicherungsgeschĂ€ft, das sich gerade im Vergleich zu anderen MĂ€rkten durch die langfristig gewĂ€hrten Garantien (speziell im Bereich der Rentenprodukte) auszeichnet. Folglich werden die resultierenden Entscheidungen einen signifikanten Einfluss auf den Wert der versicherungstechnischen Verpflichtungen und auf die Höhe der zusĂ€tzlichen Kapitalanforderungen haben und gleichermaßen das Risikomanagement beeinflussen.

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht die geeignete Herleitung der risikolosen Zinsstrukturkurve zur Diskontierung der zukĂŒnftigen Zahlungsströme. Verschiedene Sichtweisen ĂŒber die Annahmen, die Ausgestaltung und die Extrapolation der Zinskurve haben in der Branche eine zunehmende Unsicherheit bei der Bewertung der versicherungstechnischen RĂŒckstellungen bewirkt. Auch wenn auf europĂ€ischer Ebene eine finale Entscheidung noch nicht in Sicht ist, so kann doch das „BASE Szenario mit LTG-Maßnahmen“ aus den Technical Specifications Part II (erhĂ€ltlich unter https://eiopa.europa.eu/) als ein aussagekrĂ€ftiger Indikator fĂŒr die endgĂŒltige Handhabung angesehen werden.

Die Relevanz der Studieninhalte und die Implikationen fĂŒr die individuelle Positionierung sollten Versicherer motivieren, am LTGA teilzunehmen. Eine Teilnahme wird dabei nicht nur das VerstĂ€ndnis möglicher Auswirkungen der unterschiedlichen Optionen auf das eigene GeschĂ€ft fördern, sondern darĂŒber hinaus dazu beitragen, fundierte Handlungs- und Modellierungsalternativen zu identifizieren.

Die Wahl der geeigneten Diskontrate wird fĂŒr Produkte mit langfristigen Garantien (wie z.B. Renten) einen signifikanten Einfluss auf die Höhe der versicherungstechnischen RĂŒckstellungen haben. Die Trilog-Verhandlungen im Juli 2012 fĂŒhrten zunĂ€chst zu keinem finalen Ergebnis. PrimĂ€rer Grund hierfĂŒr war, dass zunĂ€chst keine Übereinkunft bezĂŒglich der zu verwendenden Diskontrate – die risikofreie Zinsstrukturkurve –, sowie der BerĂŒcksichtigung eines „Matching Adjustment“ zustande kam. Nichtsdestotrotz waren sich die Trilog-Parteien einig, dass der Einfluss der LTG-Maßnahmen evaluiert werden sollte. Im Zeitraum vom 28. Januar 2013 bis 31.MĂ€rz 2013 haben die Versicherer im Rahmen der LTGA-Studie nun Zeit, ihre Berechnungen durchzufĂŒhren und die Ergebnisse an die nationalen Aufsichten zu ĂŒbermitteln. Den finalen Abschlussbericht der Auswirkungsstudie mit technischen Befunden sowie zentralen Schlussforderungen plant die europĂ€ische Versicherungsaufsicht (EIOPA) in der zweiten Juni HĂ€lfte 2013 zu veröffentlichen.

Background

Die Wahl der geeigneten Diskontrate wird fĂŒr Produkte mit langfristigen Garantien (wie z.B. Renten) einen signifikanten Einfluss auf die Höhe der versicherungstechnischen RĂŒckstellungen haben. Die Trilog-Verhandlungen im Juli 2012 fĂŒhrten zunĂ€chst zu keinem finalen Ergebnis. PrimĂ€rer Grund hierfĂŒr war, dass zunĂ€chst keine Übereinkunft bezĂŒglich der zu verwendenden Diskontrate – die risikofreie Zinsstrukturkurve –, sowie der BerĂŒcksichtigung eines „Matching Adjustment“ zustande kam. Nichtsdestotrotz waren sich die Trilog-Parteien einig, dass der Einfluss der LTG-Maßnahmen evaluiert werden sollte. Im Zeitraum vom 28. Januar 2013 bis 31.MĂ€rz 2013 haben die Versicherer im Rahmen der LTGA-Studie nun Zeit, ihre Berechnungen durchzufĂŒhren und die Ergebnisse an die nationalen Aufsichten zu ĂŒbermitteln. Den finalen Abschlussbericht der Auswirkungsstudie mit technischen Befunden sowie zentralen Schlussforderungen plant die europĂ€ische Versicherungsaufsicht (EIOPA) in der zweiten Juni HĂ€lfte 2013 zu veröffentlichen.

Auswirkungen fĂŒr Versicherer

Die debattierten Optionen können einen wesentlichen Einfluss auf das ĂŒberschĂŒssige Kapital haben und somit starke Anforderungen an ein effektives Risikomanagement mit sich bringen. Zum Beispiel:

  • Der „beste SchĂ€tzwert (Best Estimate)“ der versicherungstechnischen Verpflichtungen kann sich erhöhen, sofern die Bereinigung der Swap-Kurve um das Kreditrisiko ansteigt, die Anwendung des klassischen „Matching Adjustment“ reduziert oder gar beschrĂ€nkt wird, oder eine Anwendung des „Erweiterten Matching Adjustment“ bzw. der antizyklischen PrĂ€mie („Counter-Cyclical Premium“, CCP) nicht erlaubt sind.
  • Die Kapitalanforderungen (sowie die Risikomarge) können sich erhöhen, falls die zugrunde liegenden Verpflichtungen aufgrund des Verlaufs der Diskontraten weniger risikosensitiv sind oder falls willkĂŒrliche Bedingungen an die nach Anwendung der SCR-Stresstests modellierte Zinsstrukturkurve geknĂŒpft werden.
  • Hedging-Optionen können an EffektivitĂ€t verlieren, wenn das Basisrisiko durch eine beliebige Wahl von Limits der Diskontraten verschĂ€rft wird, einschließlich der Gefahr, dass die zugrunde liegende risikolose Zinskurve inkonsistent zur aktuellen Finanzmarktsituation extrapoliert wird.
  • InstabilitĂ€t des Kapital- und Unternehmensanleihenmarktes kann entstehen, falls keine Übergangsmaßnahmen erlaubt sind. Einige Versicherer mĂŒssten möglicherweise zusĂ€tzliches Kapital (sofern möglich) an den KapitalmĂ€rkten erwirtschaften oder gar von Unternehmensanleihen Abstand nehmen und in weniger kapitalintensive Alternativen investieren.

Quantitative Anforderungen

Der quantitative Teil der Auswirkungsstudie erfordert in 13 verschiedenen Szenarien neben einer Aufstellung der vollstĂ€ndigen SolvabilitĂ€tsĂŒbersicht nach Solvency II sowie entsprechender Kapitalanforderungen (SCR und MCR) auch die Angabe resultierender Eigenmittel und KapitalĂŒberschĂŒsse. Innerhalb der Szenarien werden zu drei verschiedenen Stichtagen (2011, 2009, 2004) folgende fĂŒnf SchlĂŒsselprobleme getestet:

  • „Klassisches Matching Adjustment“, um den Einfluss der Anwendung eines „Matching Adjustment“ auf das RentengeschĂ€ft zu testen.
  • „Erweitertes Matching Adjustment“, um den Einfluss der Anwendung eines partiellen „Matching Adjustment“ auf ausfallrisikobehaftetes GeschĂ€ft zu testen.
  • „Counter-Cyclical Premium (CCP)“, um den Einfluss eines fixen Basispunkteaufschlags auf den liquiden Bereich der risikofreien Zinskurve in Zeiten gestresster FinanzmĂ€rkte zu testen.
  • Extrapolation der risikofreien Zinskurve, um die unterschiedlichen AnsĂ€tze zur Extrapolation der risikofreien Zinskurve fĂŒr Laufzeiten zu testen, fĂŒr die keine verlĂ€sslichen Marktinformationen mehr beobachtbar sind.
  • Übergangsmaßnahmen, um den Einfluss unterschiedlicher Übergangsmaßnahmen zu testen, die ĂŒber eine Zeitspanne von sieben Jahren eine schrittweise EinfĂŒhrung der risikolosen Zinskurve nach Solvency II gewĂ€hrleisten sollen.

Qualitative Anforderungen

Der qualitative Teil der Umfrage enthĂ€lt eine Vielzahl von Fragen: Neben allgemeinen Fragen zum Risikomanagement, zu Implementierungskosten, zum Investitionsverhalten sowie möglichen Konsequenzen fĂŒr den Versicherungsnehmer muss zusĂ€tzlich zu den Auswirkungen jeder der fĂŒnf SchlĂŒsselmaßnahmen umfangreich Stellung bezogen werden. Erfragt wird ein Mix aus unterstĂŒtzenden Informationen (z.B. „Welche RessourcenkapazitĂ€t war nötig, um die technische Studie zu bewĂ€ltigen?“) und Meinungen zu festgelegten Aspekten des vorgeschlagenen Maßnahmenpaketes (z.B. „Bitte erlĂ€utern Sie sĂ€mtliche EinschĂ€tzungen ĂŒber die Anreize fĂŒr ein effektives Risikomanagement.“). Einige Fragen schließen insbesondere unternehmensspezifische SchĂ€tzungen ein (z.B. Stornoraten, Ausfall von Kapitalanlagen nach Rating).

Kontakt

Sie suchen einen Diskussionspartner fĂŒr Fragen des LTGA? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Name                        Telefon                   E-Mail

Dr. Clemens Frey    +49 89 5790-6236   clemens.frey@de.pwc.com

Özlem Kaplan          +49 89 5790-5572   oezlem.kaplan@de.pwc.com

Marco Ehlscheid     +49 211 981-2501    marco.ehlscheid@de.pwc.com

 

Artikel downloaden: PwC Hot Topic – Neuer base case mit Start des LTGA

EIOPA gibt den Startschuss fĂŒr das Long-Term Guarantee Assessment

Nach Verabschiedung des Terms of Reference fĂŒr das Impact Assessment durch die Trilog-Parteien (EuropĂ€isches Parlament, EuropĂ€ischer Rat und EuropĂ€ische Kommission) im Dezember 2012 (siehe Beitrag vom 20.12.2012) hat am 28. Januar 2013 die europĂ€ische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority) den Start der europaweiten technischen Auswirkungsstudie zur Bewertung langfristiger Garantien (LTGA) verkĂŒndet und die notwendigen technischen Dokumente auf ihrer Homepage bereitgestellt. Binnen der neunwöchigen Testphase sollen die teilnehmenden Versicherer nun verschiedene Methoden zur Bewertung langfristiger Garantien testen, um valide Aussagen ĂŒber einen möglichen Einfluss der Bewertungsmaßnahmen auf Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigte, Versicherungs- und RĂŒckversicherungsunternehmen, Aufsichtsbehörden sowie das europĂ€ische Finanzsystem als Ganzes treffen zu können.

Im Fokus des Assessments stehen dabei die folgenden Methoden:

  • Die Verwendung der adaptierten, maßgeblichen risikolosen Zinsstrukturkurve (antizyklische PrĂ€mie, CCP) in Zeiten gestresster FinanzmĂ€rkte
  • Die Extrapolationsmethodik der risikolosen Zinsstrukturkurve zur langfristigen Bewertung
  • Das Matching Adjustment („klassisch“ und „erweitert“) an die risikolose Zinsstrukturkurve zur Eliminierung der Bewertungsdiskrepanz zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
  • Übergangsmaßnahmen zur schrittweisen EinfĂŒhrung der vollen Wirkung von Solvency II ĂŒber eine ausreichend lange Zeitspanne
  • Die Ausweitung der „Recovery Periode“ im Falle gerissener SCR-Grenzwerte.

Die teilnehmenden Unternehmen haben bis zum 31. MĂ€rz 2013 Zeit, um ihre Ergebnisse an die nationalen Aufsichten weiterzugeben. Der finale Bericht der technischen Resultate soll voraussichtlich Mitte Juni 2013 veröffentlicht werden. Auf Basis der Studienergebnisse sollen im Sommer 2013 die Trilog-Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Trilog-Parteien verabschieden die Terms of Reference (Rahmenrichtlinie) fĂŒr das Impact Assessment

Nach Einigung durch die Trilog-Parteien wurden am 14. Dezember 2012 die sog. Terms of Reference (ToR) fĂŒr die Studie in Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Omnibus II Richtlinie und der Untersuchung der Auswirkungen von Solvency II auf die langfristigen Garantien final verabschiedet. Somit beginnt die Testphase am 28. Januar 2013; die Dauer wurde auf 9 Wochen verkĂŒrzt, so dass die Testphase Ende MĂ€rz endet. Am 12. Juli 2013 wird der finale Bericht der EuropĂ€ischen Kommission an die Trilog-Parteien erwartet.

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