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EIOPA aktualisiert Aktionsplan 2015/2016 für die Aufsichtskollegien

Die EIOPA hat am 8. Oktober 2015 den Aktionsplan 2016 und zukünftige Schritte für die Colleges (“Aufsichtskollegien“) veröffentlicht. Es ist eine Aktualisierung des mehrjährigen Aktionsplanes, der in 2013 herausgegeben wurde (siehe Blogbeitrag vom 28. Oktober 2013).

Der Aktionsplan soll die Sicherstellung einer effizienten, effektiven und konsistenten Aufsicht von grenzübergreifend tätigen Versicherungsgruppen unterstützen. Eine aktualisierte Liste der relevanten Gruppen, für die Aufsichtskollegien vorgesehen sind, hat EIOPA bereits im Oktober 2014 veröffentlicht.

Die folgenden fünf Themenblöcke* sollen in den nächsten Monaten vorangetrieben werden:

Zeitplan Aktivitäten von EIOPA
In 2015 Themenblock III: Subgruppenaufsicht

  • Diskussion von Plänen und Begründungen für das Erfordernis einer zusätzlichen Subgruppenaufsicht auf nationaler Ebene oder EWR-übergreifend; vor allem   Sicherstellung der konsistenten Umsetzung von EU Recht in nationales Recht.
Bis 31. Okt 2016 Themenblock I: Angemessene Qualität und angemessenes Datenset für die Aufsichtskollegien für die Sicht auf die Risiken der Gruppe und wesentlicher Einzelunternehmen

  • Festlegung eines Datensets für den Austausch von Informationen und zur Nutzung innerhalb der Aufsichtskollegien.
  • Review der Angemessenheit der Schwellenwerte für signifikante Risikokonzentrationen und gruppeninterne Transaktionen.
  • Aufruf der Aufsichtskollegien zur Erarbeitung technischer und analytischer Standards für einen effizienten und vertrauensvollen Austausch von Informationen.
Bis 31. Dez 2016 Themenblock II: Transparenz der Aufsichtskollegien

  • Konsultationen der Gruppenaufseher an die Colleges zur Förderung der Kommunikation zwischen Gruppenaufsicht und der Versicherungsgruppe und zur Verbesserung der Transparenz der Arbeit der Aufsichtskollegien.
Bis 31. Dez 2016 Themenblock IV: Gruppenweite Umsetzung der ORSA-/SCR-Anforderungen

  • Überprüfung, ob die Anforderungen an das Gruppen-ORSA-, die Gruppensolvabilitätsberechnung (SCR) sowie die Eigenmittel und versicherungstechnischen Rückstellungen gruppenweit konsistent und angemessen umgesetzt worden sind.
Bis 31. Dez 2016 Themenblock V: (Partielle) interne Modelle

  • Festlegung eines Verfahrens zur Prüfung, dass das (partielle) interne Modellen für Gruppen- und Solo-Solvabilitätsberechnungen nach wie vor angemessen ist.

*Themenblöcke in Reihenfolge der Zeitplanung genannt.

Als Ausblick sieht EIOPA für 2017 die folgenden Themen der Aufsichtskollegien:

  • Fokussierung auf die Themen des Aktionsplans, mit dem Ziel einer konsistenten und geeigneten Aufsicht von Versicherungsgruppen innerhalb des EWR.
  • Stärkung und Unterstützung der Arbeit der Aufsichtskollegien, durch das Aufgreifen von Themen, die von den Aufsichtskollegien an EIOPA herangetragen werden.

 

EIOPA Stellungnahme zum Umgang mit Anträgen zur Anwendung Interner Modelle

Mit dem Ziel einer harmonisierten Anwendung der europarechtlichen Vorgaben von Solvency II durch die nationalen Aufsichtsbehörden, hat EIOPA am 14. April 2015 eine Stellungnahme zum Umgang mit Anträgen für die Genehmigung von internen Modellen veröffentlicht. Die Notwendigkeit ergibt sich aus der Gegebenheit, dass eine unterschiedliche Auslegung der Anforderungen zu Inkonsistenzen bei der Abbildung bestimmter Risiken sowie bei der Anwendung gruppenweiter interner Modelle führen kann.

In der Stellungnahme adressiert EIOPA daher insbesondere die unterschiedliche Abbildung von Risiken, die im Zusammenhang mit Exposures in Staatsanleihen bestehen. Diesbezüglich soll gewährleistet werden, dass Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, die ihre Solvenzkapitalanforderung (SCR) durch Anwendung eines internen Modells berechnen, solche Risiken in angemessener Weise innerhalb ihres internen Modells berücksichtigen. Um einen einheitlichen Umgang dieser Exposures sicherzustellen, wird EIOPA eine Follow-up-Studie bezüglich der von den nationalen Aufsichtsbehörden angewandten Praktiken erstellen. Auf Basis dieser Ergebnisse wird EIOPA entscheiden, ob weiterführende Vorgaben und Maßnahmen erforderlich sind.

Darüber hinaus werden den nationalen Aufsichtsbehörden in der Stellungnahme Hinweise an die Hand gegeben, wie zu verfahren ist, wenn während des Antragsverfahrens die risikofreie Zinsstrukturkurve nicht rechtzeitig zur Verfügung steht oder eine Beurteilung zur Äquivalenz eines Drittstaates noch nicht vorliegen.

EIOPA hält es zudem für sinnvoll, dass die Aufsichtsbehörden Vergleichsstudien auf nationaler Ebene erstellen, in denen Erfahrungen mit der Anwendung interner Modelle gesammelt werden. Diese sollen dann in eine korrespondierende Studie auf EU Ebene unter Koordination von EIOPA einfließen.

BaFin veröffentlicht Antrags- und Genehmigungsprozess zu Internen Modellen

Am 26. März 2015 veröffentlichte die BaFin Informationen zum Antrags- und Genehmigungsprozess für interne Modelle.

Allgemeines

Das Antragsformular für die Genehmigung von internen Modellen kann ab dem 1. April 2015 bei der BaFin eingereicht werden. Für alle Antragsarten soll das EIOPA Common Application Package for Internal Models vom Herbst 2014 verwendet werden. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine gesetzliche Vorgabe; die BaFin folgt jedoch der entsprechenden EIOPA-Meinung. Das EIOPA Common Application Package for Internal Models basiert auf den Implementing Technical Standards on internal models approval process und Artikel 343 sowie 347 der Delegated Acts in der Version vom Oktober 2014. Das erste Paket der finalen Level 3-Leitlininen wurde am 2. Februar 2015 veröffentlicht und die nationalen Aufsichtsbehörden hatten 2 Monate Zeit, um entsprechend dem „comply or explain“-Verfahren eine Stellungnahme zu veröffentlichen (siehe Blog-Beitrag vom 3. Februar 2015).

Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben prüft die BaFin innerhalb von 30 Tagen (bei Anträgen nach Artikel 231 SII-RL 45 Tage) ab Eingang des Antrags die Vollständigkeit und informiert den Antragsteller. Im Falle der Vollständigkeit werden Anträge innerhalb einer Frist von 6 Monaten ab Eingang des vollständigen Antrags beschieden.

Formelle Antragsprüfung und Verfahrensregelung

Die rechtlichen Anforderungen unterscheiden sich je nach beantragter Modellart.

Solo-Modelle: Es sind die „ITS on the approval on internal models“ für den Antrag auf Verwendung eines internen (Partial-)Modells gemäß Artikel 112, 113 der SII-RL (Umsetzung in den §§ 111, 112 VAG-E) zu beachten.

Modell zur Berechnung der konsolidierten Gruppensolvabilitätskapitalanforderung: Es gelten die „ITS on the approval on internal models“ gem. Ziffer 8 der Einleitung zu den ITS im Hinblick auf den Antrag zur Berechnung der konsolidierten Gruppensolvabilitätskapitalanforderung gem. Artikel 230 der Solvabilität-II-Richtlinie (§ 261 Absatz 2 VAG-E) grundsätzlich entsprechend. Aus Artikel 343-346 der delegierten Verordnung (EU) 2015/35 der Europäischen Kommission vom 10. Oktober 2014 („delegierte Verordnung“) ergeben sich speziellere und zusätzliche Anforderungen.

Internes Modell für die Gruppe: Handelt es sich um einen Antrag zur Verwendung eines gruppeninternen Modells zur Berechnung der konsolidierten Solvenzkapitalanforderungen für die Gruppe sowie der Solvenzkapitalanforderungen für Unternehmen der Gruppe gem. Artikel 231 der SI-RL (§ 262 VAG-E), gelten die „ITS on the approval on internal models“ gem. Ziffer 8 der Einleitung zu den ITS ebenfalls grundsätzlich entsprechend. Hierbei müssen grundsätzlich von allen Unternehmen die gleichen Informationen eingereicht werden, soweit es sich nicht um Duplikationen der eingereichten Dokumente der Gruppe handelt. Speziellere und zusätzliche Anforderungen ergeben sich aus Artikel 347-350 der delegierten Verordnung zum Beispiel hinsichtlich Ausführungen zur Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe für Zwecke der Modellentwicklung, Implementierung der Modelle sowie deren Validierung.

Bezüglich des Abstimmungsprozesses im College (joint decision) im Rahmen des Antragsverfahrens nach Artikel 231 der SII-RL gelten darüber hinaus die „ITS on the joint decision process for group internal model“.

Zur Beurteilung der Anträge wird die BaFin die Vorschriften der SII-RL und des ab dem 1. April 2015 geltenden Versicherungsaufsichtsgesetzes sowie die delegierte Verordnung, Durchführungsstandards und die EIOPA-Richtlinien heranziehen.

Antragstellung nach „EIOPA Common Application Package for Internal Models“

Die Antragstellung hat schriftlich zu erfolgen, wobei folgende Aspekte darzustellen sind:

  1. Self Assessment Template (SAT) beinhaltet Anforderungen, die das Interne Modell erfüllen muss
    • Test- und Standardanforderungen (z.B. Model Change Policy, Use Test, Calibration Standards, Profit and Loss (P&L)Attribution, Validierungs- und Dokumentationsstandards)
    • Grundsätzliche Anforderungen bezogen auf Risikomanagement und Internal Controls
    • Für Gruppen darüber hinaus zusätzliche Anforderungen nach Artikel 230 und 231
  2. ITS zum Genehmigungsprozess für Interne Modelle (Artikel 2) bestehend aus
    • Erläuterung wie Internes Modell materielle und quantifizierbare Risiken abdeckt
    • Beschreibung und Angemessenheit der Integration des Internen Modells in das Risikomanagement
    • Bewertung und Rechtfertigung der Stärken und Schwächen sowie Grenzen des Internen Modells
    • Technische Spezifikationen des Internen Modells
    • Beschreibung der Angemessenheit des internen Kontrollsystems
    • Beschreibung der Angemessenheit der Ressourcen insbesondere mit Bezug auf Fähigkeiten und Unabhängigkeit
    • Model-Change-Policy
    • Prozessbeschreibung zur Sicherstellung der Konsistenz zwischen Methoden für PDF und TP
    • Verzeichnis der verwendeten Daten im Internen Modell
    • Ergebnisse der letzten P&L-Attribution
    • Beschreibung des unabhängigen Validierungsprozesses und Ergebnis-Report der letzten Validierung
    • Bestandsaufnahme der Dokumentation
    • Angemessenheit der verwendeten externen Daten und Methoden
    • Bewertung des SCR mit der Standardformel
    • Identifikation der Hauptgeschäftsfelder
  3. Zusätzliche Informationen für Gruppen (Artikel 230 und 231 der Solvency II Direktive) bestehend aus
    • Liste der verbundenen Unternehmen
    • Rechtliche und organisatorische Struktur der Gruppe
    • Sofern zutreffend, eine Liste der verbundenen Unternehmen, die nicht durch das (Partial-)Modell der Gruppe erfasst sind (mit Angabe der Gründe)
    • Etwaige Gründe für die Nicht-Verwendung des Gruppenmodells
    • Bewertung des Gruppen-SCR mit Internem Modell und Standardformel
    • SCR nach Standardformel für verbundene Unternehmen
    • Erläuterung der Differenz zwischen Summe der Solvabilitätsanforderungen aller verbunden Unternehmen der Gruppe und des Gruppen-SCR mit Internen Modell berechnet

EIOPA veröffentlicht finales Paket 1 der Level 3-Leitlinien

Am 2. Februar 2015 veröffentlichte EIOPA das erste Paket der finalen Level 3-Leitlinien (Guidelines, GL) in den jeweiligen EU-Amtssprachen (bzgl. der öffentlichen Konsultation siehe Blog-Artikel vom 3. Juni 2014). Diese finalen EIOPA-Leitlinien gelten ab dem 1. April 2015.

Mit Veröffentlichung der Übersetzungen sind nun die nationalen Aufsichtsbehörden im Rahmen des „Comply-or-explain“-Verfahrens gefordert innerhalb der nächsten zwei Monate Stellung zu nehmen, inwiefern den Leitlinien auf nationaler Ebene nachkommen wird oder aus welchen Gründen eine Umsetzung der Leitlinien nicht erfolgen soll.

Die folgende Tabelle listet die Level 3-Leitlinien mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten in deutscher Sprache auf:

EIOPA-BoS-14/146 Leitlinien zur operativen Funktionsweise von Kollegien (GL on operational functioning of colleges)
EIOPA-BoS-14/165 Leitlinie zu Vertragsgrenzen (GL on contract boundaries)
EIOPA-BoS-14/166 Leitlinien zur Bewertung von versicherungstechnischen Rückstellungen (GL on valuation of technical provisions)
EIOPA-BoS-14/167 Leitlinien zu ergänzenden Eigenmitteln (GL on ancillary own funds)
EIOPA-BoS-14/168 Leitlinien zur Einstufung der Eigenmittel (GL on classification of own funds)
EIOPA-BoS-14/169 Leitlinien zu Sonderverbänden (GL on ring-fenced funds)
EIOPA-BoS-14/170 Leitlinien zur Behandlung von verbundenen Unternehmen, einschließlich Beteiligungen (GL on treatment of related undertakings, including participations)
EIOPA-BoS-14/171 Leitlinien bezüglich des Look-Through- Ansatzes (GL on look-through approach)
EIOPA-BoS-14/172 Leitlinien zum Basisrisiko (GL on basis risk)
EIOPA-BoS-14/173 Leitlinie über die Berücksichtigung von Vereinbarungen über passive Rückversicherung im Untermodul Nichtlebenskatastrophenrisiko (GL on the application of outwards reinsurance)
EIOPA-BoS-14/174 Leitlinien zum Umgang mit Markt- und Gegenparteirisikopositionen in der Standardformel (GL on the treatment of market and counterparty risk exposures in the standard formula)
EIOPA-BoS-14/175 Leitlinien zur Anwendung des lebensversicherungstechnischen Risikomoduls (GL on application of the life underwriting risk module)
EIOPA-BoS-14/176 Leitlinien zum Untermodul Krankenversicherungskatastrophenrisiko (GL on health catastrophe risk sub-module)
EIOPA-BoS-14/177 Leitlinien zur Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern (GL on the loss-absorbing capacity of technical provisions and deferred taxes)
EIOPA-BoS-14/178 Leitlinien zu unternehmensspezifischen Parametern (GL on undertaking-specific parameters)

EIOPA-BoS-14/179

Diagramm

Leitlinien zum aufsichtlichen Überprüfungsverfahren (GL on supervisory review process), inkl. Diagramm
EIOPA-BoS-14/180 Leitlinien zur Verwendung interner Modelle (GL on the use of internal models)
EIOPA-BoS-14/181 Leitlinien zur Gruppensolvabilität (GL on group solvency)
EIOPA-BoS-14/182 Methodische Leitlinien für die Bewertung der Gleichwertigkeit durch nationale Aufsichtsbehörden gemäß Solvabilität II (GL on the methodology for equivalence assessments by national supervisory authorities under Solvency II)

Nachtrag vom 3. Februar 2015:

Die Veröffentlichung vom 2. Februar 2015 enthält die finalen Level 3-Leitlinien des ersten Pakets, bis auf zwei Themen: „System of Governance“ und „ORSA“. Für diese beiden Leitlinien wurden erst am 3. Februar 2015 die finalen Reports der öffentlichen Konsultation von EIOPA bereitgestellt. Eine Finalisierung dieser Leitlinien sowie die Übersetzung in die EU-Amtssprachen soll bis April 2015 erfolgen und ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2016.

 

Paket 1 an Technischen Standards zur Vorgehensweise im aufsichtsrechtlichen Genehmigungsprozess an die EU Kommission übersandt

Wie zu Beginn des Konsultationsverfahrens (April bis Juni 2014) angekündigt (siehe Blog-Artikel vom 3. April 2014) übersandte EIOPA am 31. Oktober 2014 das erste Paket an „Technische Standards zum Genehmigungsprozess“ an die EU Kommission. Die Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) richten sich sowohl an die europäischen Versicherungsunternehmen als auch an die nationalen Aufsichtsbehörden.

Dieses erste Paket umfasst sechs ITS, die die Anforderungen an die Vorgehensweise im Genehmigungsprozess für ergänzende Eigenmittel, Interne Modelle, den Prozess der Entscheidungsfindung für gruppeninterne Modelle, Matching Adjustment (MA), Zweckgesellschaften (SPVs) und die Verwendung von unternehmensspezifischen Parametern beinhalten. Sie sollen eine Grundlage schaffen für einen risikoorientierten Genehmigungsprozess unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips einzelner Versicherungsunternehmen.

Ergebnisse der Konsultationsphase zu den ITS

Die im Rahmen des Konsultationsverfahrens eingereichten Kommentare wurden von EIOPA überprüft. Ein finaler Bericht von EIOPA zu den einzelnen Konsultationspapieren beinhaltet die Ergebnisse des „Impact Assessments“, die Kommentare der Stakeholder sowie Stellungnahme von EIOPA‘s „Insurance and Reinsurance Stakeholder Group“ (IRSG). In der folgenden Übersicht werden die wesentlichen Ergebnisse der Konsultationsphase zusammenfassend dargestellt:

CP-14/004 Consultation Paper on the proposal for ITS with regard to the procedures to be used for granting supervisory approval for the use of ancillary own-fund items (Konsultation zum Genehmigungsprozess für ergänzende Eigenmittel)
 
  • Konsistenz des ITS zur Solvency II-Rahmenrichtlinie (SII-RL) und den Delegierten Rechtsakten (Level 2) wurde überprüft und Anpassungen zur konsistenten Darstellung vorgenommen
  • Genehmigungszeiträume werden als angemessen erachtet: 3 Monate unter normalen Umständen, 6 Monate unter besonderen Umständen
  • Vorgenehmigungsprozess für ergänzende Eigenmittel ist nicht vorgesehen (weder für die Vorbereitungsphase, noch ab Inkrafttreten von SII), da eine Beurteilung zum Zeitpunkt der Anrechnung erforderlich ist
  • Genehmigungsprozess für die Vorbereitungsphase soll in 2015 starten
  • Die Verfügbarkeit von ergänzenden Eigenmitteln sicherzustellen, liegt in der Verantwortung des Versicherungsunternehmens
CP-14/005 Consultation Paper on the proposal for ITS on Internal Models approval processes (Konsultation zum Genehmigungsprozess Interner Modelle)
 
  • Kein separater Technischer Standard für den Genehmigungsprozess von Gruppeninnternen Modellen vorgesehen, da keine Ermächtigung hierzu gegeben
  • Erweiterung des Internen Modells (z.B. durch Aufnahme neuer Risiken oder neuer Geschäftsbereiche) erfordert, wie beim erstmaligen Genehmigungsprozess, eine Neubeantragung des Internen Modells
  • Anforderung, das SCR nach Standformel mit der Beantragung einzureichen, soll beibehalten werden um auf eine mögliche Ablehnung des Antrags vorzubereiten und für Zwecke des Ergebnisvergleichs
CP-14/006 Consultation Paper on the proposal for ITS on the process to reach a joint decision for group internal models (Konsultation zum Prozess der Entscheidungsfindung für gruppeninterne Modelle)
 
  • Zeitplanung der in diesem ITS formulierten wesentlichen Schritte und Ergebnisse wird nicht in einem sog. Koordinationsabkommen („Coordination Arrangement“) der Aufsichts-Kollegien erfolgen, sondern in einem separaten Dokument, das mehr Flexibilität gewährleistet
CP-14/007 Consultation Paper on the proposal for ITS on the procedures to be followed for the approval of the application of a matching adjustment (Konsultation zum Matching Adjustment (MA))
 
  • Maximale Genehmigungsdauer bleibt bei 6 Monaten
  • Einführung eines „Fast-Track“-Genehmigungsprozesses wurde mit Verweis auf mangelnde EIOPA-Ermächtigung abgelehnt
  • Die SII-RL definiert allgemeine Anforderungen an Genehmigungsprozesse die nicht konsistent sind mit den Anforderungen des ITS zu MA, d.h. Aufsichtsbehörden können nach den übergreifenden Grundsätzen der SII-RL entscheiden und nicht nach den strengeren Anforderungen des ITS
CP-14/008 Consultation Paper on the proposal for ITS on special purpose vehicles (Konsultation zu Zweckgesellschaften (SPVs))
 
  • Genehmigungsdauer bleibt ebenfalls bei 6 Monaten
  • Damit ein SPV als risikominderndes Instrument (z.B. im Rahmen Interner Modelle) berücksichtigt werden darf, muss es erst zugelassen werden,
  • Es wurde konkretisiert, dass ein SPV als juristische Person genehmigt wird und nicht als individueller Vertrag
  • Interne Ratings werden als zulässig erachtet, sofern keine externen Ratings verfügbar sind
  • Unter bestimmten Umständen sind Dokumente in Entwurfsfassung für die Beantragung von SPVs zulässig
  • Für Konkretisierungen der Übergangsregelungen sowie Auflösungsprozesse ist keine Ermächtigung für EIOPA ersichtlich
CP-14/009 Consultation Paper on the proposal for ITS with regard to the supervisory approval procedure to use undertaking-specific parameters (Konsultation zur Verwendung von unternehmensspezifischen Parametern)
 
  • Maximale Genehmigungsdauer von 6 Monaten wird weiterhin als angemessen erachtet
  • Formaler Vorgenehmigungsprozess für USP ist nicht vorgesehen, aber ein frühzeitiger Austausch mit der Aufsicht wird empfohlen

Ausblick

Die EU Kommission hat die Technischen Standards binnen 3 Monaten zu genehmigen. Im Anschluss erfolgt die Übersetzung in alle offiziellen EU-Amtssprachen, womit die Technischen Standards ihre unmittelbar rechtlich bindende Wirkung entfalten.

Neben dem ersten Paket an Technischen Standards zum Genehmigungsprozess hat EIOPA in 2014 ergänzende Level 3-Leitlinien (Guidelines) zum Genehmigungsprozess konsultiert (siehe Blog-Artikel vom 3. Juni 2014). Die finalen Level 3-Leitlinien sollen planmäßig noch im Dezember 2014 von EIOPA veröffentlicht werden.

EIOPA eröffnet Konsultationsverfahren zum ersten Paket an Technischen Standards (Genehmigungsprozess)

Entsprechend der Ankündigung EIOPAs (siehe Blog-Beitrag vom 7. Februar 2014) steht nun seit 1. April 2014 das erste Paket „Technische Standards zum Genehmigungsprozess“ zur öffentlichen Konsultation zur Verfügung.

Im Einzelnen umfasst dieses die folgenden sechs Technischen Standards, die die Vorgehensweise im Genehmigungsprozess für ergänzende Eigenmittel, Interne Modelle, den Prozess der Entscheidungsfindung für gruppeninterne Modelle, Matching Adjustment, SPVs und die Verwendung von unternehmensspezifischen Parametern konkretisieren.

CP-14/004 Consultation Paper on the proposal for ITS with regard to the procedures to be used for granting supervisory approval for the use of ancillary own-fund items
CP-14/005 Consultation Paper on the proposal for ITS on Internal Models approval processes
CP-14/006 Consultation Paper on the proposal for ITS on the process to reach a joint decision for group internal models
CP-14/007 Consultation Paper on the proposal for ITS on the procedures to be followed for the approval of the application of a matching adjustment
CP-14/008 Consultation Paper on the proposal for ITS on special purpose vehicles
CP-14/009 Consultation Paper on the proposal for ITS with regard to the supervisory approval procedure to use undertaking-specific parameters

Versicherungsunternehmen können sich auf dieser Grundlage nun zielgerichtet auf alle erforderlichen Informationen für ihre jeweiligen Genehmigungsanträge und den Genehmigungsprozess bei der Aufsichtsbehörde vorbereiten. Genehmigungsanträge können ab dem 1. April 2015 bei den nationalen Aufsichtsbehörden eingereicht werden.

Die erste Konsultationsphase dauert planmäßig bis Ende Juni 2014. Kommentare zu den Konsultationspapieren können anhand von spezifischen, vorgegebenen Rückmeldungsformularen bis 30. Juni 2014 eingereicht werden.

Nach Abschluss der Konsultationsphase werden die Technischen Standards bis 31. Oktober 2015 der EU Kommission zur Genehmigung vorgelegt. Im Falle einer Zustimmung informiert die EU Kommission das EU Parlament und den EU Rat, und die Technischen Standards werden rechtlich bindend. Die Entwicklungen bei den Technischen Standards lassen ein zeitnahes und planmäßiges Fortschreiten der weiteren Konsultationspakete erwarten.

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