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ESAs konsultieren Anpassungen in der Zuordnung von Bonitätsbeurteilungen externer Ratingagenturen

Am 7. Juni 2019 veröffentlichten die ESAs (Europäische Aufsichtsbehörden – ESMA, EBA, EIOPA) im Rahmen einer Konsultation einen Entwurf für die Umsetzung technischer Standards (ITS) zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2016/1800 bzgl. der Zuordnung von Bonitätsbeurteilungen externer Ratingagenturen (ECAI) nach einer objektiven Skala von Bonitätsstufen gemäß der Richtlinie 2009/138/EG (Solvency II).

EIOPA konsultiert Änderungen an ITS zur Berichterstattung und Offenlegung

EIOPA hat am 2. April 2019 eine Konsultation zur Änderung der Durchführungsverordnung für Berichterstattung und Offenlegung gestartet. Kommentare können bis 14. Mai 2019 über folgendes Template eingereicht werden.

Die vorgeschlagenen Änderungen beschränken sich auf geringfügige Anpassungserfordernisse und spiegeln keine umfangreiche Anpassung der Anforderungen an Berichterstattung und Offenlegung wider.

Änderung der ITS hinsichtlich Verfahren, Formate und Meldebögen des SFCR

Neben der Veröffentlichung einer Änderung der ITS zur Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörden DVO 2017/2189 (siehe Blogbeitrag vom 30. November 2017) wurde am 25. November 2017 im Amtsblatt der Europäischen Union ebenfalls die Durchführungsverordnung DVO 2017/2190 veröffentlicht. Sie ändert und berichtigt die im Dezember 2015 veröffentlichte DVO 2015/2452 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards hinsichtlich der Verfahren, Formate und Meldebögen für den Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) gemäß der Richtlinie 2009/138/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Die Verordnung tritt am 14. Dezember 2017 in Kraft.

Die Änderungen und Berichtigungen der DVO 2017/2190 umfassen vor allem redaktionelle Anpassungen. Darüber hinaus werden Zellen der QRTs, welche als Anhang des SFCR zu übermitteln sind, zusätzlich erläutert und nicht auszufüllende Zellen geschwärzt. In einigen Fällen (siehe bspw. S.25.02.22 und S.25.03.22) werden Zeilen aus den QRTs eliminiert.

Mit den Änderungen wird ein besseres Verständnis der veröffentlichten Informationen verfolgt, insbesondere zum Zwecke zeit- und unternehmensübergreifender Vergleiche. Mit der Verwendung von Meldebögen sollen außerdem die Gleichbehandlung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen gewährleistet und das Verständnis der von Gruppen offengelegten Informationen verbessert werden.

Änderung der ITS zur Informationsübermittlung an die Aufsicht

Am 25. November 2017 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die Durchführungsverordnung DVO 2017/2189 zur Änderung und Berichtigung der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2450 veröffentlicht, in welcher die technischen Durchführungsstandards hinsichtlich der Meldebögen für die Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörde festgelegt sind. Die nun vorliegende DVO 2017/2189 ändert und berichtigt unter anderem die folgenden QRTs:

Update der EIOPA Q&A

Im Laufe des Oktobers 2016 wurden von EIOPA weitere Fragen und Antworten im „Q&A on Regulation“ zu Solvency II veröffentlicht. Diese beziehen sich sowohl auf EIOPA-Leitlinien und technische Durchführungsstandards als auch auf andere Themen, wie beispielsweise das Meinungspapier von EIOPA zur Anwendung der kombinierten Methode zur Berechnung des Gruppen-SCR (vgl. Q&A vom 6. Oktober 2016).

Darüber hinaus wurden zuletzt am 26. Oktober 2016 die Fragen und Antworten zu folgenden Themen aktualisiert bzw. neu veröffentlicht:

 

Veröffentlichung des finalen Pakets 2 der ITS im EU-Amtsblatt

Nachdem bereits das zweite Paket der finalen EIOPA-Leitlinien im September von EIOPA veröffentlicht wurde (vgl. Blog-Beitrag vom 14. September 2015), folgte heute die Veröffentlichung des zweiten Pakets der finalen Durchführungsverordnungen (Implementing Technical Standards, ITS) vom 11. November 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union.

Im Juli 2015 wurden die Finalen Reports dieser ITS veröffentlicht (vgl. Blog-Beitrag vom 9. Juli 2015), die nun weitgehend nach einer 3-monatigen Genehmigungsfrist von der Europäischen Kommission verabschiedet wurden. Ausgenommen sind die finalen Durchführungsverordnungen (ITS) zu den quantitativen Berichtspflichten (Quantitative Reporting Templates, QRTs). Diese sind noch ausstehend und werden im Laufe des Novembers 2015 erwartet.

Folgende Durchführungsverordnungen (ITS) stehen in allen EU-Amtssprachen zur Verfügung:

Nr.  Thema der Durchführungsverordnung (ITS)
2015/2011 Technische Durchführungsstandards in Bezug auf die Verzeichnisse regionaler und lokaler Gebietskörperschaften, dass Risiken ihnen gegenüber als Risiken gegenüber dem Zentralstaat zu betrachten sind
2015/2012 Technische Durchführungsstandards in Bezug auf die Verfahren für Beschlüsse zur Festsetzung, Berechnung und Aufhebung von Kapitalaufschlägen
2015/2013 Technische Durchführungsstandards in Bezug auf Standardabweichungen bei gesundheitsbasierten Risikoausgleichssystemen
2015/2014 Technische Durchführungsstandards im Hinblick auf die Verfahren und Muster für die Übermittlung der Informationen an die für die Gruppenaufsicht zuständige Behörde und für den Informationsaustausch zwischen den Aufsichtsbehörden
2015/2015 Technische Durchführungsstandards für die Verfahren zur Bewertung externer Ratings
2015/2016 Technische Durchführungsstandards in Bezug auf den Aktienindex für die symmetrische Anpassung der Standardkapitalanforderung für Aktienanlagen
2015/2017 Technische Durchführungsstandards in Bezug auf die angepassten Faktoren zur Berechnung der Kapitalanforderung für das Wechselkursrisiko für an den Euro gekoppelte Währungen

Die heute veröffentlichten Durchführungsverordnungen (ITS) treten am zwanzigsten Tag nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, das heißt zum 2. Dezember 2015, und entfalten damit unmittelbar bindende Wirkung für die Anwendung in den Mitgliedstaaten.

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL – Details zu den ITS der Säule 1

Die am 6. Juli 2015 veröffentlichten Final Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL) des Set 2 umfassen Papiere der Säule 1, 2 und 3 (siehe Blog-Beitrag vom 8. Juli 2015).

Die Analyse der nachfolgenden ITS deckt ausgewählte Themen der Säule 1 ab und skizziert die wesentlichen Inhalte und Veränderungen gegenüber den Konsultationspapieren (siehe Blog-Beitrag vom 5. Dezember 2014).*

EIOPA-Bos-15/119 – Final Report on the public consultation CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures

Der ITS definiert eine Liste derjenigen regionalen und lokalen Gebietskörperschaften, die für die Ermittlung der Solvabilitätskapitalanforderungen im Spread-Risiko der Standardformel analog den Zentralstaaten der Mitgliedsländer behandelt werden. Für Deutschland umfasst dies die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften Land, Gemeindeverband und Gemeinden.

Im Final Report (EIOPA-Bos-15/119) wurden gegenüber dem Konsultationspapier (CP-14-057) lediglich redaktionelle Änderungen vorgenommen.

Weiterhin bleibt die Definition von regionalen und lokalen Körperschaften unkonkret, d.h. es wurde auch nach Abschluss der Konsultationsphase keine Liste von Einrichtungen veröffentlicht, die eine einheitliche Umsetzung sicherstellt.

EIOPA-Bos-15/120 – Final Report on the public consultation CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener

Der ITS definiert die Methodik und die zugrunde gelegten Annahmen zur Berechnung der symmetrischen Anpassungen für den Schockfaktor der Typ 1 und Typ 2 Aktien innerhalb des Aktienrisikomoduls der Standardformel.

Der Final Report (EIOPA-Bos-15/119) beinhaltet folgende Änderungen gegenüber dem Konsultationspapier (CP 14-058):

  • Bei den Definitionen wurde der Begrif ‚closing level‘ in ‚last level‘ umbenannt und dahingehend konkretisiert, dass es sich um den letzten Wert des Equity Index eines bestimmten Tages handelt, der vom Anbieter des Equity Index veröffentlicht wurde. Zudem wurde eine Definition für Arbeitstage (‚working day‘) ergänzt.
  • Im Anhang wurde konkretisiert, dass es sich bei den Equity Indices um Price Indices handelt.

EIOPA-Bos-15/121 – Final Report on the public consultation CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies

Der ITS definiert die an den Euro gekoppelten Währungen (Dänische Krone, Bulgarischer Lev, CFA-Franc BCEAO, CFA-Franc BEAC und Comorian Franc), für welche sich der Schockfaktor für das Fremdwährungsrisiko in der delegierten Verordnung (EU) 2015/35 von 25% auf einen Wert zwischen 2,24% – 4,04% reduziert.

Im Final Report (EIOPA-Bos-15/121) wurden gegenüber dem Konsultationspapier (CP-14-059) lediglich redaktionelle Änderungen vorgenommen.

EIOPA-Bos-15/122 – Final Report on the public consultation CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations

Der ITS über die Angabe der Standardabweichungen für die Berechnung des versicherungstechnischen Risikos im Krankenmodul legt für das Risikoausgleichssystem der niederländischen Krankenversicherung eine abweichende anzuwendende Standardabweichung fest. Für Risikoausgleichssysteme in der Krankenversicherungen in anderen EU-Mitgliedsstaaten wurden mangels Erfüllung der geforderten Kriterien keine abweichenden Standardabweichungen definiert.

Im Final Report (EIOPA-Bos-15/122) gab es gegenüber dem Konsultationspapier (CP-14-060) ebenfalls lediglich redaktionelle Änderungen.

Public consultation CP-14-061 ITS on the procedures for the application of the transitional measure for the calculation of the equity risk sub-module

Der Final Report zum Konsultationspapier CP-14-161 über die Anwendung von Übergangsbestimmungen für die Berechnung des Untermoduls Aktienrisiko in der Standardformel wurde nicht mit den anderen Final Reports aus Paket 2 veröffentlicht und ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch ausstehend.

Wie alle Final Reports der ITS werden nun auch die Papiere der Säule 1 der EU Kommission vorgelegt und sind binnen 3 Monaten von dieser zu erlassen. Die Erkenntnisse aus der Finalisierungsphase zu Set 1 waren, dass keine wesentlichen Anpassungen mehr durch die EU Kommission vorgenommen wurden. Die Möglichkeit hierzu bleibt jedoch bis zum Erlass bestehen. Im Anschluss an den Erlass der EU Kommission erfolgt die Übersetzung und Veröffentlichung in allen offiziellen EU-Amtssprachen und die ITS entfalten damit unmittelbar ihre rechtlich bindende Wirkung auf nationaler Ebene.
_______________
*Die wesentlichen Guidelines werden in einem separaten Blog durchleuchtet.

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL

Am 6. Juli 2015 veröffentlichte EIOPA das zweite Paket (Set 2) der Finalen Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL). Dieses zweite Paket umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung) und sind das Ergebnis der Konsultationsphase (siehe Blog-Beitrag vom 5. Dezember 2014), welche am 2. März dieses Jahres endete.

Die folgende Tabelle listet die ITS und GL des zweiten Pakets mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten auf:

Säule 1  
ITS  
EIOPA-Bos-15/119 Final Report on the public consultation CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures ​
EIOPA-Bos-15/120 Final Report on the public consultation CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener
EIOPA-Bos-15/121 Final Report on the public consultation CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies
EIOPA-Bos-15/122 Final Report on the public consultation CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/113 Final Report on the public consultation CP-14-043 Guidelines on Valuation assets and liabilities
EIOPA-BoS-15/111 Final Report on the public consultation CP-14-049 Guidelines on long term guarantees and transitional measures
Säule 2  
ITS  
EIOPA-Bos-15/114 Final Report on the public consultation CP-14-051 ITS on supervisory transparency and accountability ​
EIOPA-Bos-15/116 Final Report on the public consultation CP-14-053 ITS on capital add-on
EIOPA-Bos-15/117 Final Report on the public consultation CP-14-054 ITS on risk management: procedures when assessing external credit assessments
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/108 Final Report on the public consultation CP-14-046 Guidelines on extension of the recovery period
Säule 3  
ITS  
EIOPA-Bos-15/115 Final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (clean) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (track changes) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
EIOPA-Bos-15/118 Final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/106 Final Report on the public consultation CP-14-044 Guidelines on methods to determine the market share for the purpose of exemptions to supervisory reporting
EIOPA-BoS-15/107 Final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
EIOPA-BoS-15/109 Final Report on the public consultation CP-14-047 Guidelines on reporting and disclosure
EIOPA-BoS-15/112 Final Report on the public consultation CP-14-050 Guidelines on exchange of information on a systematic basis within colleges
EIOPA-BoS-15/110 Final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches

Die Final Reports werden nun der EU Kommission vorgelegt und sind von dieser binnen 3 Monaten zu genehmigen. Im Anschluss erfolgt die Übersetzung und Veröffentlichung in alle offiziellen EU-Amtssprachen. Die ITS entfalten mit finaler Veröffentlichung unmittelbar rechtlich bindende Wirkung. Für die GL startet mit Veröffentlichung der Übersetzungen das „Comply-or-explain“-Verfahren der nationalen Aufsichtsbehörden. Diese haben innerhalb von 2 Monaten Stellung zu nehmen, inwiefern sie den GL auf nationaler Ebene nachkommen werden oder aus welchen Gründen eine Umsetzung der GL nicht erfolgen soll.

Als nächste Schritte wird EIOPA zudem im Laufe des Juli 2015 die XBRL-Taxonomie auf Basis der Durchführungsstandards für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung veröffentlichen. Dies ermöglicht es Versicherungsunternehmen ihre Vorbereitungen für die Berichterstattung im Rahmen von Solvency II abzuschließen. Fragen zur Anwendung der Vorschriften, insbesondere im Hinblick auf die EIOPA Leitlinien und den risikofreien Zinssatz, werden durch ein Q&A-Tool auf der Homepage der EIOPA beantwortet.

Zu ausgewählten Themen der Final Reports von EIOPA werden Sie in den kommenden Tagen weitere Beiträge von PwC in unserem Solvency II Blog finden.

BaFin veröffentlicht Antrags- und Genehmigungsprozess zu Internen Modellen

Am 26. März 2015 veröffentlichte die BaFin Informationen zum Antrags- und Genehmigungsprozess für interne Modelle.

Allgemeines

Das Antragsformular für die Genehmigung von internen Modellen kann ab dem 1. April 2015 bei der BaFin eingereicht werden. Für alle Antragsarten soll das EIOPA Common Application Package for Internal Models vom Herbst 2014 verwendet werden. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine gesetzliche Vorgabe; die BaFin folgt jedoch der entsprechenden EIOPA-Meinung. Das EIOPA Common Application Package for Internal Models basiert auf den Implementing Technical Standards on internal models approval process und Artikel 343 sowie 347 der Delegated Acts in der Version vom Oktober 2014. Das erste Paket der finalen Level 3-Leitlininen wurde am 2. Februar 2015 veröffentlicht und die nationalen Aufsichtsbehörden hatten 2 Monate Zeit, um entsprechend dem „comply or explain“-Verfahren eine Stellungnahme zu veröffentlichen (siehe Blog-Beitrag vom 3. Februar 2015).

Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben prüft die BaFin innerhalb von 30 Tagen (bei Anträgen nach Artikel 231 SII-RL 45 Tage) ab Eingang des Antrags die Vollständigkeit und informiert den Antragsteller. Im Falle der Vollständigkeit werden Anträge innerhalb einer Frist von 6 Monaten ab Eingang des vollständigen Antrags beschieden.

Formelle Antragsprüfung und Verfahrensregelung

Die rechtlichen Anforderungen unterscheiden sich je nach beantragter Modellart.

Solo-Modelle: Es sind die „ITS on the approval on internal models“ für den Antrag auf Verwendung eines internen (Partial-)Modells gemäß Artikel 112, 113 der SII-RL (Umsetzung in den §§ 111, 112 VAG-E) zu beachten.

Modell zur Berechnung der konsolidierten Gruppensolvabilitätskapitalanforderung: Es gelten die „ITS on the approval on internal models“ gem. Ziffer 8 der Einleitung zu den ITS im Hinblick auf den Antrag zur Berechnung der konsolidierten Gruppensolvabilitätskapitalanforderung gem. Artikel 230 der Solvabilität-II-Richtlinie (§ 261 Absatz 2 VAG-E) grundsätzlich entsprechend. Aus Artikel 343-346 der delegierten Verordnung (EU) 2015/35 der Europäischen Kommission vom 10. Oktober 2014 („delegierte Verordnung“) ergeben sich speziellere und zusätzliche Anforderungen.

Internes Modell für die Gruppe: Handelt es sich um einen Antrag zur Verwendung eines gruppeninternen Modells zur Berechnung der konsolidierten Solvenzkapitalanforderungen für die Gruppe sowie der Solvenzkapitalanforderungen für Unternehmen der Gruppe gem. Artikel 231 der SI-RL (§ 262 VAG-E), gelten die „ITS on the approval on internal models“ gem. Ziffer 8 der Einleitung zu den ITS ebenfalls grundsätzlich entsprechend. Hierbei müssen grundsätzlich von allen Unternehmen die gleichen Informationen eingereicht werden, soweit es sich nicht um Duplikationen der eingereichten Dokumente der Gruppe handelt. Speziellere und zusätzliche Anforderungen ergeben sich aus Artikel 347-350 der delegierten Verordnung zum Beispiel hinsichtlich Ausführungen zur Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe für Zwecke der Modellentwicklung, Implementierung der Modelle sowie deren Validierung.

Bezüglich des Abstimmungsprozesses im College (joint decision) im Rahmen des Antragsverfahrens nach Artikel 231 der SII-RL gelten darüber hinaus die „ITS on the joint decision process for group internal model“.

Zur Beurteilung der Anträge wird die BaFin die Vorschriften der SII-RL und des ab dem 1. April 2015 geltenden Versicherungsaufsichtsgesetzes sowie die delegierte Verordnung, Durchführungsstandards und die EIOPA-Richtlinien heranziehen.

Antragstellung nach „EIOPA Common Application Package for Internal Models“

Die Antragstellung hat schriftlich zu erfolgen, wobei folgende Aspekte darzustellen sind:

  1. Self Assessment Template (SAT) beinhaltet Anforderungen, die das Interne Modell erfüllen muss
    • Test- und Standardanforderungen (z.B. Model Change Policy, Use Test, Calibration Standards, Profit and Loss (P&L)Attribution, Validierungs- und Dokumentationsstandards)
    • Grundsätzliche Anforderungen bezogen auf Risikomanagement und Internal Controls
    • Für Gruppen darüber hinaus zusätzliche Anforderungen nach Artikel 230 und 231
  2. ITS zum Genehmigungsprozess für Interne Modelle (Artikel 2) bestehend aus
    • Erläuterung wie Internes Modell materielle und quantifizierbare Risiken abdeckt
    • Beschreibung und Angemessenheit der Integration des Internen Modells in das Risikomanagement
    • Bewertung und Rechtfertigung der Stärken und Schwächen sowie Grenzen des Internen Modells
    • Technische Spezifikationen des Internen Modells
    • Beschreibung der Angemessenheit des internen Kontrollsystems
    • Beschreibung der Angemessenheit der Ressourcen insbesondere mit Bezug auf Fähigkeiten und Unabhängigkeit
    • Model-Change-Policy
    • Prozessbeschreibung zur Sicherstellung der Konsistenz zwischen Methoden für PDF und TP
    • Verzeichnis der verwendeten Daten im Internen Modell
    • Ergebnisse der letzten P&L-Attribution
    • Beschreibung des unabhängigen Validierungsprozesses und Ergebnis-Report der letzten Validierung
    • Bestandsaufnahme der Dokumentation
    • Angemessenheit der verwendeten externen Daten und Methoden
    • Bewertung des SCR mit der Standardformel
    • Identifikation der Hauptgeschäftsfelder
  3. Zusätzliche Informationen für Gruppen (Artikel 230 und 231 der Solvency II Direktive) bestehend aus
    • Liste der verbundenen Unternehmen
    • Rechtliche und organisatorische Struktur der Gruppe
    • Sofern zutreffend, eine Liste der verbundenen Unternehmen, die nicht durch das (Partial-)Modell der Gruppe erfasst sind (mit Angabe der Gründe)
    • Etwaige Gründe für die Nicht-Verwendung des Gruppenmodells
    • Bewertung des Gruppen-SCR mit Internem Modell und Standardformel
    • SCR nach Standardformel für verbundene Unternehmen
    • Erläuterung der Differenz zwischen Summe der Solvabilitätsanforderungen aller verbunden Unternehmen der Gruppe und des Gruppen-SCR mit Internen Modell berechnet

EIOPA veröffentlicht im Rahmen der Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL (Solvency II) eine Navigationshilfe für das Reporting Package

Wie bereits im Blog-Artikel vom 5. Dezember 2014 berichtet hat EIOPA am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet. Ein wesentlicher Bestandteil der Konsultation sind das ITS CP-14/052 und CP-14/055. Diese beinhalten alle aktualisierten sowie neuen QRTs. Am 19. Dezember 2014 veröffentlichte EIOPA darüber hinaus Erläuterungen zu den Änderungen der QRTs („Navigation through the Solvency II reporting and disclosure package, Note accompanying the public consultation on the GL and ITS“).

Insgesamt gibt es zwei wesentliche Neuerungen im Hinblick auf den bereits bekannten QRT Reporting Umfang:

  1. Reporting Umfang für das „Day 1 Reporting“ wurde festgelegt – Gekennzeichnet durch: „.s“ und „.t“ am Ende der QRT Bezeichnung.
  2. Neue Reporting Anforderungen an Versicherungsunternehmen in Dritt-Ländern wurden definiert – Gekennzeichnet durch: „.o“, „.p“, „.r“ und „.u“ am Ende der QRT Bezeichnung.

Neben diversen formalen Änderungen (wie z.B. dem Aufbau des QRTs und Formulierungen) gibt es auch eine Reihe von inhaltliche Änderungen. Die nachfolgende Tabelle gibt je QRT einen Überblick über vollzogene wesentliche Änderungen:

 Kategorie Ausgewählte wesentliche Änderungen
 Basis Information S.01.02.:

  • z.T. mehr Informationen gefordert im Vgl. zur letzten Version, so müssen nun bspw. Angaben hinsichtlich LTG, RFF oder USPs angegeben werden
Solvabilitätsübersicht S.02.01.:

  • Eine neue Zelle „Reinsurance recoverables not recognised for TP calculation“
  • Für Financial Stability Reporting (FSR) nicht mehr unterjährig zu berichten (für Einzelunternehmen

S.03.01./S.03.02./S.03.03.:

  • QRT aufgeteilt in drei QRTs
  • Zwei neue Zellen zu „Guarantees provided by the undertaking“ zu berichten

S.02.02.:

  • QRT nun auch jährlich von Gruppen zu melden

S.04.01./S.04.02.:

  • QRT (vormals „Country“) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • Neu zu liefernde Information: „Line of Business“, keine Aufteilung nach „Class of Business“ mehr notwendig
  • Zum Teil mehr Informationen (detailliertere Aufteilung) gefordert im Vgl. zum alten Stand (z.B. „FPS by country“ zusätzlich zu „branch“)

S.05.01./S.05.02.:

  • QRT (vormals „Cover“) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • Für FSR nicht mehr unterjährig zu berichten (für Einzelunternehmen)
  • Neu zu liefern: „Changes in other technical provisions“ für Life und Non-Life
  • Neu zu liefern im Quartal: „Premium Earned“
Eigenmittel
  • Angaben zu Ring Fenced Funds erweitert auf Matching Adjustment Portfolio im Own Funds QRT
  • Insgesamt nur kleinere Änderungen
Vermögenswerte S.06.01.:

  • QRT (vormals “Asset – D1”) wurde inhaltlich stark überarbeitet.
  • Aufgeteilt in zwei QRTs (siehe S.06.02.)

S.06.02.:

  • Diverse neue Informationen zu liefern u.a.: „Identification on Infra-Structure investments“, “Identificatrion of matching portfolio”, “Identification of Custodian”

S.07.01.:

  • Neue Zellen: „Collateral Portfolio“, „Identification Code of the undertaking“

S.08.02.:

  • Zusätzlich jährliche Berichterstattung

S.09.01.:

  • Neue Informationen gefordert zu Zins und unrealisierten Gewinnen und Verlusten
Vt. Rückstellungen  S.12.01./S.12.02./S.17.01./S.17.02.:

  • Aufteilung des QRTs TP-F1 sowie TP-E1 jeweils in zwei QRTs
  • Neue Zeilen für „Recoverables“ zu „TP as a whole“, „Transitionals on TP“, zusätzliche Informationen zu TP ohne Matching Adjustment, Variation Analysis und Zinstransitional

S.15.01.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden
  • Angabe von Beginn und Ende der Garantie einzeln statt Deckungszeitraum gesamt

S.15.02.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden

S.16.01./S.19.01.:

  • Neu Zelle: „Total LoB or by currency“

S.21.01.:

  • Kann nun per Anfalljahr oder Zeichnungsjahr berichtet werden (vorher: nur Zeichnungsjahr)
SCR/ MCR  S.25.01.:

  • Neu: ausschließlich für Standardformelnutzer zu liefern, diesbezüglich Anpassungen der Struktur

S.25.02.:

  • Neu: ausschließlich für Partielles Internes Modell zu liefern, diesbezüglich Anpassungen der Struktur
  • Diverse zusätzliche Angaben zu liefern bspw. zur Berücksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung für durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.25.03.:

  • Diverse zusätzliche Angaben zu liefern bspw. zur Berücksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung für durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.26.01.:

  • Zusätzliche Angaben zu Spread Risiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Zinsrisiko

S.26.04:

  • Angaben zu KV Krankheitsrisiko nun granularer gefordert für Krankheitskosten- und Einkommensersatzversicherung

S.26.05:

  • Zusätzliche Angaben zu USPs gefordert: „USP – Standard Deviation gross/ net“
Gruppen  S.32.01.:

  • Neu zu berichten: „Accounting standards“, „Proportional share used for group solvency calculation“

S.35.01.:

  • Neu: Informationen zu Long Term Guarantee Measures müssen berichtet werden

S.36.03.:

  • Neu zu berichten: „Cedent“, „Line of Business“ sowie „ID Codes“

S.36.04.:

  • Neu zu berichten: „Maximum value of letters of credit/ guarantees“, „Value of guaranteed assets“
Veränderungsanalyse
  • Neu zu berichten: „Details of Investment revenues“
  • Aufteilung des ehemaligen VA-C2C auf zwei QRTs
Rückversicherung  S.30.01.:

  • Neu zu berichten: „Finite reinsurance or similar arrangements“, „Identification of the company/ person to which the risk relates“ jeweils für Life und Non-Life

S.30.02:

  • Neu zu berichten: ”Type of code reinsurer“, „Credit quality step“, „Type of code broker“

S.30.03:

  • Eine neue Zelle: „Finite reinsurance or similar Arrangements“
  • Nicht mehr unterjährig zu berichten
  • Split von „Reinsurance commission“, „Overriding commission“ sowie „Profit commission“ jeweils in Maximum, Minimum und Expected

S.30.04:

  • Nicht mehr unterjährig zu berichten
  • Diverse neue Zellen zu liefern: überwiegend allgemeine Informationen zum Rückversicherer und Broker –  z.T. Überschneidungen zu anderen Reinsurance QRTs

S.31.02.:

  • Neue Zellen: „Internal Code of SPV“, „Lines of Business SPV securitisation relates“, „Credit quality step“ sowie „Internal Rating“
Finanzmarktstabilität  Keine wesentlichen Veränderungen

Die angehängte Übersicht illustriert den aktuellen Gesamtumfang der quantitativen Berichtserfordernisse. Neu zu liefernde QRTs sind dabei rot markiert und QRTs, die in der Vorbereitungsphase zu berichten sind, blau.

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