Schlagwort: Kapitalanforderungen

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EIOPA EbAV-Stresstest 2019

Am 2. April 2019 kündigte EIOPA den dritten europaweiten Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) an. Dieser knüpft an die ersten beiden Stresstests an, die im Mai 2015 und Mai 2017 durchgeführt wurden. Die teilnehmenden Einrichtungen müssen bis zum 19. Juni 2019 ihre Ergebnisse an die nationalen Aufsichtsbehörden einreichen. Die gesammelten Ergebnisse werden dann bis zum 28. August 2019 an EIOPA übermittelt.

EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2018

EIOPA hat am 31. Januar 2019 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2018 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 26. Juli 2018 und 31. Oktober 2018). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche in der Europäischen Union blieb im dritten Quartal 2018 weitgehend stabil.
  • Die makroökonomischen Risiken bleiben auf mittlerem Niveau. Weitere Abwärtskorrekturen in den Prognosen für das Wirtschaftswachstum geben jedoch Anlass zur Sorge.
  • Die Kredit- und Marktrisiken bleiben auf mittlerem Niveau. Die CDS-Spreads für Unternehmensanleihen sowie die Volatilität an den Aktienmärkten nehmen seit September zu.
  • Das Risiko durch Verflechtungen nahm aufgrund von Kapitalmaßnahmen und M&A-Aktivitäten einiger Versicherungsgruppen zu.
  • Auch die Versicherungsrisiken stiegen infolge der Auswirkungen der im dritten Quartal 2018 beobachteten Naturkatastrophen auf die Schadenquoten der (Rück-)Versicherer, bleiben aber auf niedrigem Niveau. Unterbewertung und Unterreservierung durch den Wettbewerb könnten für einige Geschäftsbereiche ein Problem darstellen.
  • Die Marktwahrnehmung bleibt auf mittlerem Niveau stabil mit einer Outperformance der Versicherungsaktien gegenüber dem Markt. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Versicherer sanken leicht, während die CDS-Spreads leicht anstiegen.

EIOPA richtet zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission.

Hintergrund:

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

Das Schreiben baut strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des zweiten Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltliche Anpassungen, beziehungsweise die Auswahl verschiedener diskutierter Möglichkeiten vor. Diese Anpassungen und Entscheidungen betreffen:

  • Prämien- und Reserverisiko
  • Sterblichkeits- und Langlebigkeitsstresse
  • Seefahrtrisiko
  • Identifikation des größten man-made Katastrophen Risikos
  • Rekalibrierung der Naturkatastrophen Szenarien
  • Vertragsgrenzen in der Berechnung von Naturkatastrophen
  • Zinsrisiko
  • Konzentrationsrisiko
  • unrated debts
  • unlisted equity
  • Gegenparteiausfallrisiko
  • Behandlung von CCP-Exposures und Änderungen aufgrund von EMIR
  • Verlustausgleichsfähigkeit latenter Steuern
  • Vergleich von Eigenmittel in Versicherungs- und Bankensektoren
  • Kapitalinstrumente

Nächste Schritte:

Es ist geplant, dass der Standardformel Review Ende 2018 von der Europäischen Kommission finalisiert wird. Die Überprüfung der Solvency II Rahmenbedingungen im Gesamten, einschließlich der Behandlung von langfristigen Garantien, soll bis 2021 abgeschlossen sein.

EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2017

EIOPA hat am 25. Januar 2018 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 27. Oktober 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen stiegen bei Versicherungsgruppen (6 %-Punkte), Lebensversicherern (20 %-Punkte) und Nicht-Lebensversicherern (4 %-Punkte) im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Grund hierfür ist der Anstieg der anrechenbaren Eigenmittel.
  • Trotz positiver Makro- und Markttrends waren die Risiken in Verbindung mit den niedrigen Zinssätzen und der potenziellen Fehlbewertung von Kreditrisiken für die europäische Versicherungswirtschaft nach wie vor ein großes Problem.
  • Einige Profitabilitäts- und Underwriting-Indikatoren verschlechterten sich aufgrund der jüngsten Naturkatastrophen.
  • Die Marktwahrnehmung blieb mit einigen Verbesserungen der Ratingausblicke stabil.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der Solvency II Quoten aller Versicherungs­unternehmen im Solvency II Regime zwischen Q1 2016 und Q3 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

IAIS veröffentlicht ICS Version 1.0

Nach Abschluss mehrerer Konsultationsphasen (vgl. Blog-Beitrag vom 11. August 2016) veröffentlichte der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) am 21. Juli 2017 die Insurance Capital Standards (ICS) Version 1.0 for extended field testing. Die Verabschiedung von ICS Version 1.0 ist ein wichtiger Meilenstein in der Etablierung länderübergreifend einheitlicher Verfahren für die Bestimmung von Kapitalanforderungen und -rücklagen.

Diese globalen risikoorientierten Kapitalstandards für international tätigen Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups) sind ein Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs), der qualitative und quantitative Anforderungen umfasst und eine effektive regulatorische Aufsicht aller IAIGs sicherstellen soll.

Im Gegensatz zu den Insurance Core Principles (ICPs), welche allgemeine Grundsätze beschreiben und von lokalen Aufsichtsbehörden unterschiedlich ausgelegt werden können, legen die ICS konkrete Mindeststandards für die Berechnung von Kapitalanforderungen und -rücklagen der IAIGs fest. Diese Standards ermöglichen eine bessere Vergleichbarkeit der Gruppen und sollen im Rahmen der ICPs als Solvenzgrenze angesehen werden, über der Aufsichtsbehörden nicht aufgrund von Kapitaladäquanz intervenieren.

Die ICS Version 1.0 enthält auf Basis von vorangegangen Konsultationen unter anderem Eingrenzungen und Begründungen für die gewählte Ausgestaltung und Kalibrierung einzelner Vorschriften. Insbesondere werden folgende Themen behandelt:

  • Anwendungsbereich: Umfang der ICS-Berechnungen
  • Bewertungsansätze: Market-Adjusted Valuation (MAV), GAAP Plus und Margin over Current Estimate (MOCE)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderung (Standardmethode)
  • Behandlung von Steuern

An dem Praxistest 2017 (Extended Field Testing) dürfen auf freiwilliger Basis sowohl potentielle IAIGs als auch andere interessierte Gruppen (Volunteer Groups) teilnehmen, wobei der IAIS eine Teilnahmequote von 100% unter den IAIGs anstrebt. Die teilnehmenden Unternehmen sollen der IAIS ihre Erfahrungen über relevante technische und regulatorische Aspekte der Anwendung von ICS Version 1.0 berichten. Die Analyse der eingegangenen Daten und die Diskussion zu ICS Version 2.0 sollen im September 2017 beginnen. Die Verabschiedung von ICS Version 2.0 ist derzeit für die zweite Hälfte 2019 geplant.

EIOPA veröffentlicht erstes Konsultationspapier Solvency II Standardformel Review

Mit der Veröffentlichung des Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet (vgl. auch Blog-Beitrag vom 12. Dezember 2016). Die Konsultationsphase endete am 3. März 2017. Das Feedback der verschiedenen Stakeholder wurde von EIOPA analysiert, um Änderungsvorschläge zu formulieren (inklusive Vorschlägen, welche während des „Roundtables“ im Mai 2017 erarbeitet wurden).

Am 4. Juli 2017 hat EIOPA nun das erste Konsultationspapier veröffentlicht. Es beinhaltet ausgearbeitete Änderungsvorschläge zu den folgenden Themenbereichen:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings
  • Behandlung von Garantien
  • Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Unternehmensspezifische Parameter
  • Look-Through Ansatz

Ein zweites Konsultationspapier mit allen verbleibenden, nicht in diesem Konsultationspapier veröffentlichten Themenbereichen wird EIOPA am Ende des Jahres veröffentlichen. Diese betreffen: Anpassung für die Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern, Katastrophenrisiken, Prämien- und Reserverisiko, Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko, Gegenparteiausfallrisiko, Wechselkursrisiko auf Gruppenebene, Zinsrisiko, nicht-geratete Schuldverschreibungen, nicht-börsennotierte Aktien sowie zu strategische Beteiligungen.

Mit der Veröffentlichung dieses Konsultationspapiers lädt EIOPA alle Stakeholder ein, Feedback zu den behandelten Themengebieten zu geben (Template für Kommentare). Die Konsultationsphase endet am 31. August 2017.

BaFin veröffentlicht erste Erkenntnisse aus dem Solvency II Berichtswesen

Am 9. Juni 2017 hat die BaFin eine erste Auswertung der Solvency II Jahreszahlen aus den quantitativen Formularen (QRTs), dem Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) und dem regelmäßigen Aufsichtsbericht (RSR) der Versicherungsunternehmen veröffentlicht.

Diese ergab, dass alle Versicherer ihre Solvenzkapitalanforderungen erfüllen können, wobei einige auf die Anwendung von Übergangsmaßnahmen angewiesen waren. Die durchschnittliche Bedeckung der Kapitalanforderungen über alle Sparten liegt bei 330 %. Die folgende Tabelle zeigt die Erkenntnisse je Branche (graue Felder = keine Angaben):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund des größeren Stichprobenumfangs konkretisieren die Daten die ersten Erkenntnisse, welche wir auf Basis der SFCR in unserem Blog-Beitrag vom 29. Mai 2017 veröffentlicht haben. Die grundsätzliche Tendenz der SCR-Quoten nach Sparten und die relativen Verteilungen des SCR auf die Risikokategorien werden hierdurch bestätigt. Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren. Die BaFin wird ebenfalls detailliertere Auswertungen Anfang Juli 2017 veröffentlichen.

 

Erste Erkenntnisse aus den veröffentlichten SFCR

Am 22. Mai 2017 haben die Versicherungsunternehmen zum ersten Mal seit Inkrafttreten von Solvency II ihre Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR) auf Ebene der Einzelunternehmen für das Geschäftsjahr 2016 auf den Unternehmensinternetseiten veröffentlicht (siehe auch Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Damit sind detaillierte Informationen als bisher über die Solvenzkapitalanforderungen sowie die Auswirkungen der verwendeten Übergangsmaßnahmen öffentlich verfügbar.

Auf Basis einer Auswahl von jeweils zehn deutschen Lebens-, Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern haben wir eine erste Analyse der Solvabilitätsquoten, jeweils mit und ohne die verwendeten Übergangsmaßnahmen vorgenommen. In der gewählten Stichprobe kommt ein Internes Modell bei einem Lebens-, drei Kranken- und einem Schaden-/Unfallversicherer zur Anwendung. Ein weiterer Schaden-/Unfallversicherer nutzt ein partielles internes Modell. Alle übrigen Unternehmen berechnen ihre Solvabilitätskapitalanforderung mit der Standardformel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lebensversicherer in dieser Erhebung kamen auf eine Solvabilitätsquote von 341 % im Median, unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen (einschließlich Volatilitätsanpassung). Bei den Krankenversicherungen lag die Solvabilitätsquoten zum 31. Dezember 2016 im Median bei 444 %. Die Schaden-/Unfallversicherer erreichten eine Quote von 222 %. Bei keinem der jeweils zehn Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern in dieser Erhebung finden Übergangsmaßnahmen Anwendung.

Zieht man zum Vergleich das EIOPA Risk Dashboard aus April 2017 (Basis: 4. Quartal 2016¹) heran, kann man feststellen, dass die deutschen Lebensversicherer in dieser kleinen Stichprobe eine deutlich höhere Solvabilitätsquote als ihre europäischen Wettbewerber (208 %) haben. Bei den Schaden-/Unfallversicherer verhält es sich umgekehrt: Hier haben die deutschen Unternehmen eine niedrigere Solvabilitätsquote als ihre europäische Vergleichsgruppe (259 %).

Von den zehn Lebensversicherungsunternehmen in dieser Auswertung nutzen acht Unternehmen Übergangsmaßnahmen: Die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (Rückstellungstransitional) kommt bei sieben Unternehmen zur Anwendung; die Volatilitätsanpassung wenden acht Unternehmen an. Sechs Unternehmen verwenden sowohl die Übergangsmaßnahme für die versicherungstechnischen Rückstellungen als auch die Volatilitätsanpassung an. Die Übergangsmaßnahme bei Zinssätzen sowie Matching-Anpassungen werden von keinem Lebensversicherer verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Solvabilitätsquote der Lebensversicherer lag im Median bei 341 % unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen. Ohne die Verwendung der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (aber mit der Volatilitätsanpassung) sinkt der Median auf 150 %; ohne die Volatilitätsanpassung (aber unter Verwendung des Rückstellungstransitional) auf 292 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verteilung der Solvabilitätskapitalanforderung (ohne Diversifikationseffekte) zeigen sich, je nach der betriebenen Sparte, Unterschiede. In der Stichprobe wurden zur besseren Vergleichbarkeit nur Unternehmen, welche die Standardformel anwenden, berücksichtigt: Während die Lebens- und Krankenversicherer im (arithmetischen) Mittel mit rund 58 % am stärksten gegenüber dem Marktrisiko exponiert sind, so kommt es für die Nichtlebensversicherer mit 39 % nur an zweiter Stelle.

Die stärkste Exponierung liegt hier mit rund 52 % beim versicherungstechnischen Risiko vor.  Für die Krankversicherer macht es fast 35 % der Solvabilitätskapitalanforderung aus, bei den Lebensversicherern sind es 39 %. Das Gegenparteiausfall- sowie das operationelle Risiko sind für alle Sparten von untergeordneter Bedeutung, da sie nur einen Anteil von 0,5 % bis 6 % an der Solvabilitätskapitalanforderung haben.

Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren.

 

¹Jährliches und YE-Berichtswesen haben die gleiche Datenbasis, jedoch werden unter Umständen im vierteljährlichen Berichtswesen vereinfachte Bewertungsmethoden angewendet.

EIOPA Konsultation: Beginn des Reviews der Standardformel

Mit der Veröffentlichung eines Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet. Die Konsultationsphase endet am 3. März 2017.

Sowohl die Solvency II Richtlinie 2009/138/EG als auch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 sehen einen formalen Überprüfungsprozess des neuen Versicherungsaufsichtsregimes Solvency II vor. Der Review der Standardformel ist bis Ende 2018 vorgesehen, wobei insbesondere die Methoden, Annahmen und Standardparameter überprüft werden sollen. Das Diskussionspapier ist der erste Schritt EIOPAs im Rahmen der Vorbereitung einer Antwort auf den Aufruf zur Stellungnahme (Call for Advice) der Europäischen Kommission, der im Juli 2016 erfolgte (vgl. auch Blog-Beitrag vom 25. Juli 2016).

Ziel der Überprüfung der SCR Standardformel ist die Sicherstellung eines proportionalen aber robusten, risikosensitiven und konsistenten Aufsichtsregimes. EIOPA strebt dabei eine Vereinfachung der Formel an.

Die Gliederung des Diskussionspapiers folgt der modularen Struktur der SCR Standardformel. EIOPA konsultiert sowohl übergreifende Aspekte der Standardformel als auch Vorschriften zu einzelnen Risikomodulen und Submodulen. Darunter sind das versicherungstechnische Risikomodul Leben und Nicht-Leben, das Ausfall- und Marktrisikomodul sowie die Risiko Submodule Katastrophenrisiko Nicht-Leben und Kranken. Außerdem fordert EIOPA von den Stakeholdern Input zu unternehmensspezifischen Parametern, der Verlustausgleichsfähigkeit von Latenten Steuern, der Risikomarge, und den Eigenmitteln.

Im Einzelnen geht das Konsultationspapier vor allem auf die folgenden Themen ein:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings in der Standardformel
  • Behandlung von Garantien, Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Volumenmaß für das Prämienrisiko
  • Beurteilung der Angemessenheit der Standardparameter für das Nicht-Leben Prämien- und Reserverisiko sowie für das Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko
  • Naturkatastrophenrisiko
  • Risiko vom Menschen verursachter Katastrophen
  • Krankenversicherungskatastrophenrisiko

EIOPA Vorsitzender Gabriel Bernardino betont, dass in diesem Stadium keine politischen Empfehlungen gegeben werden sollen. Diese werden erst im Laufe des Jahres 2017 in Diskussionsrunden mit relevanten Stakeholder Gruppen thematisiert. Bezüglich Themen, für die jährliche Berichtsdaten nicht erforderlich sind, sollen bereits Ende Oktober 2017 Empfehlungen gegeben werden. Ein „Final Advice“ soll bis Februar 2018 bei der Europäischen Kommission eingereicht werden.

IAIS startet Konsultation zu ICS Version 1.0

Der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 19. Juli 2016 die zweite öffentliche Konsultation zu den Insurance Capital Standards (ICS) veröffentlicht. Kommentare können bis zum 19. Oktober 2016 eingereicht werden.

Die ICS sind risikobasierte, globale Kapitalstandards für Versicherungsgruppen. Sie werden seit 2013 vom IAIS als Bestandteil der Aufsicht von international aktiven Versicherungsgruppen – ComFrame – im Auftrag des Financial Stability Board (FSB) entwickelt. Die erste Konsultation zu ICS fand bereits im Dezember 2014 statt (vgl. Blogbeitrag vom 19. Dezember 2014). Nach Abschluss der Entwicklungen der ICS sollen diese das BCR (Basic Capital Requirements), das als Basis für die Ermittlung der HLA-Anforderungen (Higher Loss Absorbency) bei den global systemrelevanten Versicherer dient, ablösen.

Der Fokus der aktuellen Konsultation liegt auf den folgenden Themen:

  • ICS Bewertungsgrundsätze gemäß der Market-Adjusted Valuation (MAV) und GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) mit Anpassungen (GAAP Plus)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderungen auf Basis der Standardmethode
  • Anwendungsbereich der Gruppenanforderungen: Umfang der ICS-Berechnungen

Zudem sind insgesamt 235 Fragen Bestandteil der Konsultation.

Nächste Schritte
Die Bestandteile von ICS Version 1.0 sollen die Grundlage bilden für eine erste vertrauliche Berichterstattung durch ausgewählte Versicherungsunternehmen ab Mitte 2017. Die Daten der Versicherer werden vom IAIS genutzt, um die ICS weiter zu entwickeln und ggf. anzupassen.

Die geplanten Entwicklungen zu den ICS werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Zeitplanung
Meilenstein
19. Oktober 2016
Abschluss der Konsultationsphase zu ICS Version 1.0
Mai/Juni 2017
Finalisierung und Veröffentlichung der ICS Version 1.0
Mitte 2017
Vertrauliche Berichterstattung auf Basis ICS Version 1.0
Mai/Juni 2018
Vertrauliche Berichterstattung
Mitte 2018
Veröffentlichung der ComFrame Konsultation inkl. ICS Version 2.0
April/Mai 2019
Vertrauliche Berichterstattung
Ende 2019
IAIS Hauptversammlung zur Verabschiedung von ComFrame inkl. ICS Version 2.0

Im Rahmen der weiteren Entwicklung der ICS sollen u.a. ebenfalls die folgenden Themen, die von großem Interesse für die betroffenen Versicherungsunternehmen sind, analysiert werden:

  • Berücksichtigung von internen Modellen (diese werden voraussichtlich Teil der Konsultation zu ICS Version 2.0 sein)
  • Übergangsmaßnahmen von bestehenden Aufsichtsregimen zu ICS
  • Vergleichbarkeit und Äquivalenz bestehender Aufsichtssysteme mit ICS
  • Kommunikation von ICS gegenüber der Öffentlichkeit
  • Integration von nationalen Kapitalanforderungen einzelne Unternehmen in die ICS Kapitalanforderungen auf Gruppenebene
  • Einfluss der ICS auf das gruppenweite Risikomanagementsystem einer international aktiven Versicherungsgruppe auf Ebene der einzelnen Unternehmen

Grundsätzlich ist noch offen, in wie fern der IAIS die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen aus aktuellen risikobasierten Aufsichtssystemen, wie z.B. Solvency II, bei der Entwicklung der ICS berücksichtigen wird.

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