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Erste Änderungen an IFRS 17 vorgeschlagen

Vom 10. bis 12. Dezember wird in London die letzte Sitzung des International Accounting Standard Board (IASB) im Jahr 2019 stattfinden. In dieser Sitzung wird das IASB die folgenden Themen mit IFRS 17-Bezug diskutieren (Cover Note):

  1. Vorgeschlagene Änderungen, mit der Empfehlung, diese zu bestätigen (sechs Themen)
  2. Die Erwartete Werthaltigkeit aktivierter Abschlusskosten
  3. Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen

 

Das Staff plant seine Vorschläge in Bezug auf eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17 und die damit einhergehende Frage, ob ggf. auch IFRS 9 mit verschoben wird, erst gegen Ende der laufenden Analyse, demnach voraussichtlich in 1. Quartal 2020 vorzulegen.

Im kommenden Meeting empfiehlt das Staff dem Board, die folgenden sechs Änderungen an IFRS 17, wie im Exposure Draft vorgeschlagen, abzuschließen (Agenda Paper 2A):

  1. Ausnahme vom Anwendungsbereich für Kredite
  2. Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen mit direkter Überschussbeteiligung entfällt
  3. Ausweis von Versicherungsverträgen in der Bilanz auf Portfolioebene statt auf Ebene der Gruppe von Versicherungsverträgen
  4. Anwendbarkeit der Risikominderungsoption im Zusammenhang mit passiver Rückversicherung
  5. Übergangserleichterungen für Unternehmenszusammenschlüsse
  6. Übergangserleichterungen für die Anwendung der Risikominderungsoption i.R.d. Transition, sowie die Möglichkeit, den Fair Value Ansatz anzuwenden

 

Im Zusammenhang mit der erwarteten Werthaltigkeit aktivierter Abschlusskosten empfiehlt das Staff dem Board (Agenda Paper 2B):

  1. Finalisierung der vorgeschlagenen Änderung, die einer Gruppe von Versicherungsverträgen direkt zurechenbaren Abschlusskosten nach einer systematischen und rationalen Methode dieser Gruppe und künftigen Gruppen, die aus Erneuerungsrechten entstehen, zuzuallokieren.
  2. Bestätigung, dass die Bilanzierungseinheit für einen Vermögenswert für vor Vertragszugang gezahlte Abschlusskosten die Gruppe von Versicherungsverträgen ist, der diese Abschlusskosten zugeordnet werden
  3. Finalisierung der vorgeschlagenen Anforderungen an Unternehmen, einen Werthaltigkeitstest dann durchzuführen, wenn Tatsachen und Umstände auf eine mögliche Wertminderung hinweisen
  4. Finalisierung der in diesem Zusammenhang vorgeschlagenen Anhangangaben
  5. Unverändert die Verpflichtung beizubehalten, den Vermögenswert für die vor Vertragszugang gezahlten Abschlusskosten im Buchwert des Portfolios auszuweisen, dem die (künftigen) Versicherungsverträge angehören.

 

Bezüglich der Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen schlägt das IASB Staff folgende Änderungen vor (Agenda Paper 2C):

  1. Den Anwendungsbereich der ursprünglich vorgeschlagenen Änderung von IFRS 17 auszudehnen (nunmehr nicht mehr beschränkt auf proportionale (proportionate) Verträge)
  2. Die Anpassung der Berechnung des Ertrags aus der Verlustdeckung (income from loss recovered) in Folge des erweiterten Anwendungsbereichs
  3. Den Verzicht auf die Fußnote in §304 der Basis for Conclusions, wonach ein gehaltener Rückversicherungsvertrag, welcher Schäden deckt, die einen bestimmten Betrag auf einem einzelnen Versicherungsvertrag übersteigen, keine proportionale Abdeckung bieten würde
  4. Die Bestätigung, dass die Änderung nur auf Fälle anzuwenden ist, in denen der gehaltene Rückversicherungsvertrag vor oder zur gleichen Zeit wie der Verlust aus den zugrunde liegenden Versicherungsverträgen erfasst wird
  5. Klarstellung, dass Paragraph 66(c)(ii), der auf die Folgebewertung einer Gruppe von gehaltenen Rückversicherungsverträgen anzuwenden ist, wenn eine Gruppe von zugrunde liegenden Versicherungsverträgen verlustbringend ist, auch anzuwenden ist, wenn die zugrunde liegenden Versicherungsverträge nach PAA bewertet werden.

 

Next Steps:

Das Staff plant, alle restlichen in der November-Sitzung beschlossenen Themen in zukünftigen Sitzungen zu diskutieren (Liste mit den Themen). Der gewählte Zeitplan ermöglicht es, das Feedback aus den Stellungnahmen zu weiteren Themen zu prüfen und die daraus resultierenden Änderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschließen.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

Systeme und Datenmanagement unter IFRS 17 – 2 Jahre nach der Verabschiedung

Mit dem International Financial Reporting Standard (IFRS) 17 wurde den betroffenen Versicherungsunternehmen – nach Jahren der Konsultation und mehreren Entwürfen – erstmals ein weltweit einheitlicher Ansatz für die Bewertung von Versicherungsverträgen und die Performance-Berichterstattung in die Hand gegeben. Schon weit vor der Verabschiedung am 18. Mai 2017 war klar, dass die Implementierung nicht nur fachlich, sondern für viele Versicherer vor allem auch systemtechnisch große Herausforderungen mit sich bringt.

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