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EIOPA veröffentlicht Konsultation zu den Änderungen und Korrekturen der ITS zum Reporting und Disclosure

Am 28. März 2018 veröffentlicht EIOPA eine Konsultation zu den geplanten Anpassungen der Implementing Technical Standards (ITS) zum Reporting und Disclosure. Neben einigen wenigen Korrekturen von Fehlern, ist das Ziel der vorgeschlagenen Änderungen das Verständnis der aktuellen Anforderungen zu verbessern, eine konsistente Anwendung sicherzustellen sowie die Qualität der berichteten und veröffentlichten Daten zu verbessern. Die Konsultationsphase endet am 11. Mai 2018.

Bestandteil der Konsultation ist ebenfalls eine Korrektur der EIOPA Guidelines zur Finanzmarktstabilität, die sich auf das QRT S.01.01 (Content of submission) bezieht sowie neue Validierungsregeln. Die neuen Validierungen werden in die XBRL Taxonomy Version 2.3.0 mit aufgenommen, die im Juli dieses Jahres veröffentlicht werden.

Erster EIOPA Bericht über Nutzung von Vereinfachungen bei der Übermittlung quantitativer Informationen

Am 23. Dezember 2016 veröffentlichte EIOPA den ersten (jährlichen) Bericht über die Anwendung von Befreiungen und Einschränkungen in Bezug auf die regelmäßige Berichterstattung von quantitativen Informationen an die Aufsichtsbehörden.

Nationalen Aufsichten sind gemäß der SII-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) befugt, den Umfang der zu übermittelnden Quantitativen Reporting Templates (QRTs) als Erleichterung für (Rück-)Versicherungsunternehmen und Gruppen einzuschränken. Für Versicherungsunternehmen befinden sich diese Regelungen in den Artikeln 35 Abs. 6 und Artikel 35 Abs. 7 SII-Rahmenrichtlinie, sowie für Gruppen in Artikel 254 Abs. 2 SII-Rahmenrichtlinie.

In ihrem Bericht veröffentlicht EIOPA gemäß Artikel 52 der SII-Rahmenrichtlinie jährlich die Zahl der Versicherungsunternehmen, die von Einschränkungen oder Befreiungen regelmäßiger Berichterstattung profitieren. Für den Bericht 2016 beruht die Anzahl der Unternehmen auf der Berichterstattung des ersten Quartals 2016. Für die Finanz- und Solvenzinformationen greift EIOPA auf die von den jeweiligen Aufsichten zum Day 1-Reporting übermittelten Zahlen zurück.

Der Bericht beinhaltet unter anderem Informationen über die Anzahl der Aufsichten, welche generell Befreiungen oder Einschränkungen zulassen sowie Informationen über die Anzahl der Unternehmen, welche diese tatsächlich in Anspruch nehmen. Weiterhin werden beispielsweise die Solvabilitätskapitalanforderung, versicherungstechnische Rückstellung insgesamt sowie Vermögenswerte insgesamt der in Anspruch nehmenden Unternehmen ins Verhältnis zum jeweiligen Gesamtwert aller Mitgliedsstaaten gesetzt. Generell werden die Informationen sowohl für alle Mitgliedsstaaten insgesamt, als auch getrennt nach jeweiligem Mitgliedsstaat dargestellt.

Bereits für die Quartalsberichterstattung im Jahr 2016 gewährten 11 nationale Aufsichtsbehörden die Möglichkeit eines beschränkten Lieferumfanges der QRTs. Profitiert davon haben in den EU-Mitgliedstaaten 924 von insgesamt 3.111 Versicherungsunternehmen (davon 76 von 346 in Deutschland) und 30 von insgesamt 411 Versicherungsgruppen (davon 6 von 61 in Deutschland), dies sind rund 30% (20% in Deutschland) der meldepflichtigen Unternehmen.

 

Veröffentlichung der Durchführungsverordnungen (ITS) aus dem Paket 2 für das Berichtswesen

Wie von der Europäischen Kommission im November angekündigt (vgl. Blog-Beitrag vom 12. November 2015), wurden nun auch die ausstehenden Durchführungsverordnungen (Implementing Technical Standards, ITS) zu den quantitativen Berichtspflichten übersetzt und veröffentlicht. Die Europäische Kommission hat auf ihrer Internetseite am 2. Dezember 2015 hierzu drei verabschiedeten ITS veröffentlicht, deren Veröffentlichung im EU-Amtsblatt aktuell jedoch noch aussteht.

Die erste Durchführungsverordnung (ITS) beinhaltet die Meldebögen (Quantitative Reporting Templates (QRTs)), die jeweiligen Log-Files sowie weitere ergänzende Dokumente für die QRTs.

Name Beschreibung
Anhang 1 (Excel) Meldebögen (QRTs)
Anhang 2 (PDF) Log-files (Einzelunternehmen)
Anhang 3 (PDF) Log-files (Gruppen)
Anhang 4 (PDF) Vermögenskategorien
Anhang 5 (Excel) Complementary Identification Codes (CIC)
Anhang 6 (PDF) Erläuterungen CIC Tabelle

Im der zweiten Durchführungsverordnung (ITS) werden Verfahren, Formate und Meldebögen (QRTs) für die Veröffentlichung im Bericht zur Solvabilitäts- und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR) festgelegt.

Name Beschreibung
Anhang 1 (Excel) Meldebögen (QRTs) zur Veröffentlichung im SFCR
Anhang 2 (PDF) Log-files (Einzelunternehmen)
Anhang 3 (PDF) Log-files (Gruppen)

Die dritte Durchführungsverordnung (ITS) legt die Meldebögen und die Struktur für die von den Aufsichtsbehörden offenzulegenden Informationen fest.

Name Beschreibung
Anhang 1 (Word) Meldebögen für die Offenlegung aggregierter statistischer Daten
Anhang 2 (PDF) Anweisung für die Offenlegung aggregierter statistischer Daten
Anhang 3 (Word) Meldebögen für die Offenlegung – Ausübung von Optionen

Der erste ITS soll am Tag nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten und ab 1. Januar 2016 verbindlich und unmittelbar in den Mitgliedstaaten gelten. Der zweite und dritte ITS soll am 20. Tag nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten und wird damit verbindlich und unmittelbar anwendungspflichtig.

Schweizer Finanzmarktaufsicht veröffentlicht Rundschreiben zur Offenlegung von Versicherungsunternehmen

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) veröffentlicht im Rundschreiben 2016/xx Offenlegung Versicherer (Public Disclosure) einen Entwurf über Vorlagen zur quantitativen Berichterstattung für Versicherer auf Einzelunternehmens- und Konzernebene. Die FINMA konkretisiert damit Art. 111a und 203a der Aufsichtsverordnung (CH) (AVO; SR 961.011).

Der Entwurf beschreibt die Grundlagen zum Inhalt und Aufbau des Berichtes über die Finanzlage sowie die Mindestanforderung an Art und Inhalt der Offenlegung. Im Anhang werden quantitative Vorlagen zum Bericht über die Finanzlage der Versicherungsunternehmen und der Versicherungskonzerne definiert.

Die erstmalige Berichterstattung an die FINMA erfolgt spätestens am 30. April 2017 über die Berichtsperiode 2016. Nach Prüfung der eingereichten Berichte entscheidet die FINMA, ob und wann die Berichte der Versicherungsunternehmen gesamthaft zu veröffentlichen sind. Von 2018 an, d.h. beginnend mit der Berichtsperiode 2017, müssen Versicherungsunternehmen den Bericht bis spätestens zum 30. April eines jeden Jahres veröffentlichen. Eine Veröffentlichungspflicht besteht für jedes Versicherungsunternehmen mit gebuchten Brutto-Prämien über 5 Mio. CHF und brutto versicherungstechnischen Rückstellungen über 25 Mio. CHF. Den Bericht über die Finanzlage müssen Versicherungsunternehmen gemäß Art. 28 Abs. 1 VAG (CH)[1] prüfen lassen und das Prüftestat dem Bericht beifügen.

Geltungsbereich des Rundschreibens

Im Einklang mit dem schweizerischen Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG (CH); SR 961.01) richtet sich das Rundschreiben sowohl an schweizerische Versicherungsunternehmen, welche Direktversicherung oder Rückversicherung betreiben, als auch an Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland, die ihre Versicherungstätigkeit in der Schweiz oder von der Schweiz aus betreiben, unter Vorbehalt abweichender staatsvertraglicher Bestimmungen (Art. 2 Abs. 1 Bst. A und b VAG (CH)).

Darüber hinaus kann die FINMA eine Versicherungsgruppe oder ein Versicherungskonglomerat, denen eine Unternehmung in der Schweiz angehört, der Aufsicht unterstellen, wenn diese tatsächlich von der Schweiz oder tatsächlich vom Ausland aus geleitet werden, dort aber keiner gleichwertigen Aufsicht unterstellt sind. Sollte gleichzeitig eine ausländische Behörde die vollständige oder teilweise Aufsicht beanspruchen, so verständigt sich die FINMA mit diesen über Zuständigkeiten, Modalitäten und Gegenstand der Aufsicht (Art. 65 und 73 VAG (CH)).

Somit ist dieses Rundschreiben auch für deutsche Versicherungsunternehmen relevant, welche in der Schweiz Geschäft betreiben. Allerdings sind die Versicherungsunternehmen mit Sitz im Ausland von gewissen Bestimmungen ausgenommen.

Qualitative Berichterstattung

Versicherungskonzerne, welche in der Schweiz beaufsichtigt werden, veröffentlichen einen Bericht über die Finanzlage, welcher sowohl die unten aufgeführten Anforderungen erfüllt als auch darüberhinausgehende Informationen beinhaltet. Der Bericht über die Finanzlage hat im Aufbau der nachfolgenden Struktur zu entsprechen.

Bericht über die Finanzlage von VU – Struktur Berichtspflicht für VU mit Sitz im Ausland
Management Summary Ja
A. Geschäftstätigkeit Ja
B. Unternehmenserfolg Ja
C. Governance und Risikomanagement Teilweise (Rz 38-44 ‚Informationen zum Governance-System‘ müssen nicht berichtet werden)
D. Risikoprofil Nein
E. Bewertung Nein
F. Kapitalmanagement Ja
G. Solvabilität Nein

Es lassen sich gewisse Ähnlichkeiten zum unter Solvency II geforderten Solvency and Financial Condition Report (SFCR) und Regular Supervisory Report (RSR) erkennen, wobei allerdings die Anforderungen der FINMA weniger umfangreich sind.

 

Quantitative Berichterstattung

Zusätzlich zu den qualitativen Angaben enthält der Bericht über die Finanzlage quantitative Vorlagen. Die quantitativen Vorlagen enthalten jeweils Angaben zur Berichtsperiode, zur Vorberichtsperiode sowie teilweise zu möglichen Anpassungen der Angaben durch die FINMA.

Quantitative Vorlagen Inhalte Berichtspflicht für VU mit Sitz im Ausland
Einzelunternehmen
Unternehmenserfolg Nicht-Leben
  • Versicherungstechnisches Ergebnis
  • Kapitalanlagenergebnis
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
Ja
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der übrigen Aktiven
  • Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
Nein
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
Nein
Konzern
Unternehmenserfolg Leben
  • Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft
  • Operatives Ergebnis
  • Gewinn/Verlust
    => Aufteilung der wichtigsten internationalen Märkte (nach Prämienvolumen)
n/a
Marktnahe Bilanz
  • Marktnaher Wert der Kapitalanlagen
  • Marktnaher Wert der übrigen Aktiven
  • Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungs-Verpflichtungen
  • Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen
  • Mindestbetrag
n/a
Solvabilität
  • Herleitung risikotragendes Kapital (RTK)
  • Herleitung Zielkapital
  • SST-Quotient
n/a

Die quantitativen Vorlagen weisen gewisse Ähnlichkeiten mit den unter Solvency II geforderten Quantitative Reporting Templates (QRTs) auf, wobei allerdings die geforderten Informationen weitaus weniger granular sind.

 

[1] im Folgenden ist mit der Bezeichnung VAG (CH) das schweizerische VAG gemeint (VAG; SR 961.01).

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