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IFRS 17: Denken Sie an Ihre KPIs!

KPIs sind wesentliche Instrumente, um das Gesch√§ft eines Versicherers und seine Performance zu analysieren und zu bewerten. KPIs sind weiterhin Messgr√∂√üen, die auch regelm√§√üig von Analysten und Investoren verwendet werden. Ein Thema, das f√ľr viele, einschlie√ülich der Aufsichtsbeh√∂rde, von Interesse ist, sind die durch die Einf√ľhrung von IFRS 17 zu erwartenden Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen und wie sich diese infolge entwickeln oder ver√§ndern k√∂nnten.

Die von den Versicherern verwendeten KPIs variieren je nach Branche und Rechtsordnung, fallen aber im Allgemeinen in die drei Kategorien Wachstum, Rentabilit√§t und Finanzkraft, welche zu ber√ľcksichtigen sind.

Agile Steuerung im Versicherungsbereich РWie können Sie Ihr Unternehmen agil steuern, um heute gestärkt in die Zukunft zu starten?

Klassische, herkömmliche Steuerungsmethoden.

Seit Jahrzehnten liegt der Fokus bei der Unternehmenssteuerung im deutschen Versicherungsmarkt auf der HGB Bilanz. Moderne regulatorische Anforderungen wie beispielsweise die Aufstellung einer √∂konomischen Bilanz unter SII spielt insbesondere bei mittelst√§ndischen Versicherungsunternehmen meist nur eine sekund√§re Rolle, als relevante Nebenbedingung der Unternehmenssteuerung. Aus den von PwC untersuchten Gesch√§ftsberichten nationaler Versicherungsunternehmen geht hervor, dass sich das Reporting grunds√§tzlich an einer festen Struktur orientiert. Hierbei spielt die Verwendung von herk√∂mmlichen (finanziellen) Key Performance Indicators (KPIs) die Hauptrolle. In der Bilanz tauchen √ľberwiegend Umsatz, gebuchte Bruttobeitr√§ge, Return on Equity (ROE), kombinierte Schaden-/Kostenquote, Combined Ratio (COR) und Solvency II Ratio auf. Mit der Ausnahme des Solvency II Ratios zeichnen sich diese KPIs vor allem durch eine retrospektive Betrachtung aus, ohne Ber√ľcksichtigung von potentiellen Auswirkungen und Einfl√ľssen aus zuk√ľnftigen Perioden.

Finale Impact-Studie von VVA Consulting zu IFRS 17

In seiner Juli Sitzung vom 16.07.2020 hat das EFRAG Board diverse Themen in Zusammenhang mit dem draft endorsement advice (DEA) f√ľr IFRS 17 behandelt. Erg√§nzend hat VVA Consulting dem EFRAG Board die finale Studie zum Einfluss der Implementierung von IFRS 17 auf verschiedene Bereiche pr√§sentiert (Paper 06-02 und 06-03).

In der von VVA aktualisierten und erneut vorgestellten Studie wurden zwischenzeitlich, die vom IASB verabschiedeten √Ąnderungen von IFRS 17; weitere Konsultationen von Stakeholdern (z.B. Versicherer, Regulatoren); von EFRAG zusammengestellte Unterlagen und aktuelle quantitative Datenanalysen inkludiert.

Erste √Ąnderungen an IFRS 17 vorgeschlagen

Vom 10. bis 12. Dezember wird in London die letzte Sitzung des International Accounting Standard Board (IASB) im Jahr 2019 stattfinden. In dieser Sitzung wird das IASB die folgenden Themen mit IFRS 17-Bezug diskutieren (Cover Note):

  1. Vorgeschlagene √Ąnderungen, mit der Empfehlung, diese zu best√§tigen (sechs Themen)
  2. Die Erwartete Werthaltigkeit aktivierter Abschlusskosten
  3. Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen

 

Das Staff plant seine Vorschläge in Bezug auf eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17 und die damit einhergehende Frage, ob ggf. auch IFRS 9 mit verschoben wird, erst gegen Ende der laufenden Analyse, demnach voraussichtlich in 1. Quartal 2020 vorzulegen.

Im kommenden Meeting empfiehlt das Staff dem Board, die folgenden sechs √Ąnderungen an IFRS 17, wie im Exposure Draft vorgeschlagen, abzuschlie√üen (Agenda Paper 2A):

  1. Ausnahme vom Anwendungsbereich f√ľr Kredite
  2. Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen mit direkter Überschussbeteiligung entfällt
  3. Ausweis von Versicherungsverträgen in der Bilanz auf Portfolioebene statt auf Ebene der Gruppe von Versicherungsverträgen
  4. Anwendbarkeit der Risikominderungsoption im Zusammenhang mit passiver R√ľckversicherung
  5. √úbergangserleichterungen f√ľr Unternehmenszusammenschl√ľsse
  6. √úbergangserleichterungen f√ľr die Anwendung der Risikominderungsoption i.R.d. Transition, sowie die M√∂glichkeit, den Fair Value Ansatz anzuwenden

 

Im Zusammenhang mit der erwarteten Werthaltigkeit aktivierter Abschlusskosten empfiehlt das Staff dem Board (Agenda Paper 2B):

  1. Finalisierung der vorgeschlagenen √Ąnderung, die einer Gruppe von Versicherungsvertr√§gen direkt zurechenbaren Abschlusskosten nach einer systematischen und rationalen Methode dieser Gruppe und k√ľnftigen Gruppen, die aus Erneuerungsrechten entstehen, zuzuallokieren.
  2. Best√§tigung, dass die Bilanzierungseinheit f√ľr einen Verm√∂genswert f√ľr vor Vertragszugang gezahlte Abschlusskosten die Gruppe von Versicherungsvertr√§gen ist, der diese Abschlusskosten zugeordnet werden
  3. Finalisierung der vorgeschlagenen Anforderungen an Unternehmen, einen Werthaltigkeitstest dann durchzuf√ľhren, wenn Tatsachen und Umst√§nde auf eine m√∂gliche Wertminderung hinweisen
  4. Finalisierung der in diesem Zusammenhang vorgeschlagenen Anhangangaben
  5. Unver√§ndert die Verpflichtung beizubehalten, den Verm√∂genswert f√ľr die vor Vertragszugang gezahlten Abschlusskosten im Buchwert des Portfolios auszuweisen, dem die (k√ľnftigen) Versicherungsvertr√§ge angeh√∂ren.

 

Bez√ľglich der Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen schl√§gt das IASB Staff folgende √Ąnderungen vor (Agenda Paper 2C):

  1. Den Anwendungsbereich der urspr√ľnglich vorgeschlagenen √Ąnderung von IFRS 17 auszudehnen (nunmehr nicht mehr beschr√§nkt auf proportionale (proportionate) Vertr√§ge)
  2. Die Anpassung der Berechnung des Ertrags aus der Verlustdeckung (income from loss recovered) in Folge des erweiterten Anwendungsbereichs
  3. Den Verzicht auf die Fu√ünote in ¬ß304 der Basis for Conclusions, wonach ein gehaltener R√ľckversicherungsvertrag, welcher Sch√§den deckt, die einen bestimmten Betrag auf einem einzelnen Versicherungsvertrag √ľbersteigen, keine proportionale Abdeckung bieten w√ľrde
  4. Die Best√§tigung, dass die √Ąnderung nur auf F√§lle anzuwenden ist, in denen der gehaltene R√ľckversicherungsvertrag vor oder zur gleichen Zeit wie der Verlust aus den zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen erfasst wird
  5. Klarstellung, dass Paragraph 66(c)(ii), der auf die Folgebewertung einer Gruppe von gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen anzuwenden ist, wenn eine Gruppe von zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen verlustbringend ist, auch anzuwenden ist, wenn die zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§ge nach PAA bewertet werden.

 

Next Steps:

Das Staff plant, alle restlichen in der November-Sitzung beschlossenen Themen in zuk√ľnftigen Sitzungen zu diskutieren (Liste mit den Themen). Der gew√§hlte Zeitplan erm√∂glicht es, das Feedback aus den Stellungnahmen zu weiteren Themen zu pr√ľfen und die daraus resultierenden √Ąnderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschlie√üen.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

IFRS 17-Implementierungsprojekte in der Praxis – Herausforderungen des Datenmanagements

In unserem ersten Beitrag zu den Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 auf das Datenmanagement und die Systemarchitektur bei betroffenen Versicherern (Link) hatten wir auf die umfassende Komplexit√§t in der Umsetzung verwiesen. Aus Erfahrungen laufender IFRS17-Projekte wissen wir, dass sich viele Versicherer und Interessengruppen auch 2 Jahre nach Verabschiedung des Standards noch sehr stark mit Fragen zur Methodik und Interpretation auseinandersetzen. Diese Diskussionen sind zweifellos notwendig, f√ľhren aber regelm√§√üig dazu, dass Entscheidungen aufgeschoben werden oder oftmals auch etwas der Mut zu substantiellen √Ąnderungen fehlt.

Systeme und Datenmanagement unter IFRS 17 – 2 Jahre nach der Verabschiedung

Mit dem International Financial Reporting Standard (IFRS) 17 wurde den betroffenen Versicherungsunternehmen ‚Äď nach Jahren der Konsultation und mehreren Entw√ľrfen ‚Äď erstmals ein weltweit einheitlicher Ansatz f√ľr die Bewertung von Versicherungsvertr√§gen und die Performance-Berichterstattung in die Hand gegeben. Schon weit vor der Verabschiedung am 18. Mai 2017 war klar, dass die Implementierung nicht nur fachlich, sondern f√ľr viele Versicherer vor allem auch systemtechnisch gro√üe Herausforderungen mit sich bringt.