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Zweiter jährlicher Termin zur Veröffentlichung des SFCR

Heute, am 7. Mai 2018, sind die Versicherungsunternehmen zum zweiten Mal, nach der erstmaligen Berichterstattung im vergangenen Jahr (siehe Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017), dazu aufgerufen den Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) für das Geschäftsjahr 2017 zu veröffentlichen. Der SFCR soll im Laufe des Tages zur freien Verfügung auf der jeweiligen Homepage des Versicherers zu finden sein. Neben der Veröffentlichung des SFCR über die unternehmenseigene Homepage ist dieser bei der BaFin einzureichen. Darüber hinaus sind der Regular Supervisory Report (RSR) sowie die QRTs für die Jahresmeldung des Geschäftsjahres 2017 ebenfalls einzureichen.

Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht in 2018-2019

EIOPA und BaFin haben im Laufe des Aprils ihre Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht für die kommenden Jahre 2018-2019 bekannt gegeben:

Schwerpunkte der EIOPA

Im Rahmen des veröffentlichten „Supervisory Convergence Plan for 2018-2019“ hebt EIOPA zunächst das übergeordnete Ziel der Versicherungsaufsicht hervor: den Schutz des Versicherungsnehmers sowie die Aufrechterhaltung der Finanzmarktstabilität durch effektive, effiziente und konsistente Aufsicht innerhalb Europas.

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 14. Dezember 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die 2017 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung. Änderungen und Ergänzungen zur vorherigen Fassung vom 29. März 2017 sind im Wesentlichen die Folgenden:

Änderungen in der quantitativen Berichterstattung

Änderungen im quantitativen Berichtswesen beziehen sich beispielsweise auf den Umgang mit geschlossenen Listen: Felder, bei denen aus einer geschlossenen Liste auszuwählen ist, sind zwingend auszufüllen (sofern keine Ausnahmebedingungen existieren). Außerdem wird die Zuordnung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die keinen eigenen Posten in der Solvabilitätsübersicht besitzen, thematisiert: Sie sind entsprechend ihrer Art dem jeweiligen zutreffenden Element in der Solvabilitätsübersicht zuzuordnen.

EIOPA veröffentlicht Entwurf zur Taxonomie V2.2.0 für das Solvency II Reporting

Am 01. Juni 2017 veröffentlicht EIOPA einen Entwurf (sog. Public Working Draft) für die Taxonomie 2.2.0 und bittet um Kommentare bis zum 30. Juni 2017. Dieses Release ist die Weiterentwicklung der Taxonomie V2.1.0 vom Juli 2016. Eine finale Version der Taxonomie 2.2.0 soll Mitte Juli 2017 veröffentlicht werden. Diese soll dann für alle Meldeanlässe ab dem Referenzdatum 31.12.2017 Anwendung finden.

Die Veröffentlichung unterteilt sich in die folgenden Themenblöcke:

Draft List of Validations

Im Vergleich zu den bereits bestehenden Validierungsregeln aus Taxonomie 2.1.0 sind insgesamt 20 Validierungsregeln neu aufgenommen und 13 Validierungen gelöscht worden. Von den 20 neuen Validierungen bezieht sich insgesamt 13 auf Cross-Validierungen zwischen QRT S.05.01 (Premium Claims and Expenses by Line of Business) und S.26.05 (Solvency Capital Requirement – Non-Life underwriting risk). Darüber hinaus sind 6 übergreifende Validierungen für alle Templates und eine Cross-Validierung zwischen QRT S.02.01 (Balance Sheet) und S.06.02 (List of Assets) aufgenommen worden. Damit umfasst die Liste an Validierungen aktuell insgesamt 928 Checks.

Change Log

Das Change Log bietet eine detaillierte Übersicht über die vorgenommenen Änderungen im Datenmodell (Data Point Model) z.B. Hierarchien oder Metriken, sowie Änderungen der QRTs, welche auf Zellebene dokumentiert sind.

Die folgenden Änderungen sind hierbei insbesondere hervorzuheben:

  • Die Entry Points .21 und .22, die den jährlichen Public Disclosure QRTs (Solo & Gruppe) zugeordnet sind, wurden in der Taxonomie ergänzt. Davon betroffen sind sieben QRTs, die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind.
QRT Name .21 (Public Disclosure Solo) .22 (Public Disclosure Group)
Non-life insurance claims S.19.01.21
Impact of long term guarantees measures and transitionals S.22.01.21 S.22.01.22
Own Funds S.23.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Standard Formula S.25.01.21 S.25.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings using the standard formula and partial internal model S.25.02.21 S.25.02.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Full Internal Models S.25.03.21 S.25.03.22
Undertakings in the scope of the group S.32.01.22

 

  • Der Entry Point .23 wurde von “adh” (Ad Hoc Reporting) zu “tep” (Technical Entry Point) umbenannt. Da dieser technische Entry Point keinem Berichtsanlass zugeordnet ist, soll auf diese Weise die Flexibilität in der Datenübertragung an die lokalen Aufsichtsbehörden (NCAs) erhöht werden (z.B. Meldung einzelner QRTs).
  • Darüber hinaus wurde Template „T.99.01.01“ in der QRT Übersicht ergänzt. Hierbei handelt es sich um einen „Technical Table“, der allen Berichtsanlässen zugeordnet ist und in Zukunft mit zu melden wäre. Die genaue Funktion dieses Templates geht aus der Veröffentlichung bisher noch nicht hervor.

Erstmaliger Termin zur Veröffentlichung des SFCR heute

Heute ist eine wichtige Deadline für alle, die sich in den vergangen Jahren mit Solvency II beschäftigt haben – die Veröffentlichung der Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR). Damit wird erstmalig umfassend über sehr viele unternehmensspezifische Themen berichterstattet und somit die öffentliche Transparenz massiv erhöht.

Bis zum Ende des heutigen Tages müssen alle deutschen Versicherungsunternehmen ihre SFCRs auf Ebene der Einzelunternehmen für das Geschäftsjahr 2016 auf den unternehmenseigenen Internetseiten veröffentlicht haben. Ebenso müssen der Bericht über Solvabilität und Finanzlage, der Regelmäßige Aufsichtliche Bericht (Regular Supervisory Report – RSR) sowie die jährlichen quantitativen Meldebögen (Quantitative Reporting Templates – QRTs) über das MVP-Portal an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) übermittelt werden. Für die Übermittlung der genannten Dokumente auf Gruppenebene sowie der Veröffentlichung des Gruppen-SFCR oder eines einzigen SFCR (sog. Single-SFCR) haben die Versicherungsunternehmen in Deutschland noch bis zum 3. Juli 2017 Zeit.

Ein erster Blick in die Berichte zeigt teilweise doch unterschiedliche Detaillevel in denen Versicherer Einblicke in die erforderlichen Themen (bspw. Umsetzung des Risikomanagements, potentielle Auslagerungspolitik, unternehmenseigenes Risikoprofil und insbesondere Angemessenheit des Governance Systems) geben.

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die BaFin hat am 29. März 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts zum Berichtswesen vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 28. Januar 2016).

Während die Hinweise zur bisherigen Berichterstattung einschließlich der Erläuterungen zur Day 1-Berichterstattung nun nicht mehr enthalten sind, hat die BaFin ihre Erwartungen an die quantitative (QRT) und qualitative (SFCR, RSR, ORSA-Bericht) Berichterstattung nochmals konkretisiert und geht gegenüber der letzten Fassung auf weitere regulatorische Anforderungen näher ein. Weiterhin sind Abschnitte zu den Besonderheiten der Berichterstattung über die Solvenzkapitalanforderung bei Anwendern genehmigter Interner Modelle und zur Berichterstattung zum Zwecke der Finanzstabilität in der Veröffentlichung der BaFin enthalten, welche allerdings gegenüber der vorherigen Fassung kaum verändert wurden.

Als Aktualisierung im Hinblick auf die quantitative Berichterstattung ist beispielhaft der Umgang mit Leerformularen, leeren QRT-Zellen oder Vorzeichen in den QRTs zu nennen. Darüber hinaus gibt die BaFin nähere Erläuterungen zu den QRTs, beispielsweise wie gewisse Positionen den Zellen in den QRTs zuzuordnen sind.

Für die qualitative Berichterstattung nennt die BaFin beispielsweise die exakten Kontaktdaten, welche Versicherungsunternehmen bei Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde im SFCR nennen müssen. Als weiteres Beispiel ist der Hinweis der BaFin anzuführen, dass in aller Regel ein Hinweis im Kapitel E.2 „Solvenzkapitalanforderung und Mindestkapitalanforderung“ des SFCR erforderlich sein wird, dass der endgültige Betrag der Solvabilitätskapitalanforderung noch der aufsichtlichen Prüfung unterliegt, da es der Aufsichtsbehörde aufgrund der Fristenregelung normalerweise zeitlich kaum möglich sein wird, vor der Veröffentlichung des SFCR eine Prüfung der Berechnung der Solvenzkapitalanforderung vorzunehmen.

EIOPA Konsultation zu den Änderungen an den ITS zur Informationsübermittlung an die Aufsicht

EIOPA hat am 5. April 2016 ein Konsultationspapier über Änderungen an den Implementing Technical Standards (ITS) zur Informationsübermittlung an die Aufsicht veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Änderungen resultieren aus der Änderungsverordnung 2016/467 (vgl. auch Blog-Beitrag vom 6. April 2016). Die Änderungsverordnung definiert zur Erleichterung von Investitionen in Infrastruktureinrichtungen entsprechende Rahmenbedingungen, die ein angemessenes Risikoprofil gewährleisten, jedoch Infrastrukturinvestitionen mit niedrigeren Eigenmittelanforderungen zulassen.

Das Konsultationspapier setzt im Wesentlichen die Inhalte der Änderungsverordnung in die Regelungen zur Informationsübermittlung an die Aufsicht um. Dies hat sowohl Auswirkungen auf das quantitative als auch auf das qualitative Berichtswesen.

Über die Umsetzung der Änderungsverordnung hinaus hat EIOPA weitere redaktionelle Änderungen und Klarstellungen zu den Quantitativen Reporting Templates (QRTs) aufgenommen. Beispielsweise sind in den LOG-Files Änderungen von Zellen-bezeichnungen und kleinere Umformulierungen vorgenommen worden.

Im Hinblick auf das Thema „Investitionen in Infrastruktur“ wurden im quantitativen Berichtswesen die folgenden 3 Punkte geändert:

  • Um den Investitionen in Infrastruktureinrichtungen Rechnung tragen zu können wurden im QRT S.26.01 „Solvency Capital Requirement – Market Risk“ im Equity- und Spread Risk weitere Zeilen für das Reporting von qualifizierten Infrastrukturinvestitionen eingefügt.
  • In den LOG-Files wurden neben der Beschreibung der neu in das QRT S.26.01 eingefügten Zeilen für das QRT S.06.02 „List of assets“ im Feld für die Infrastrukturinvestitionen die Auswahlmöglichkeiten auf die Einführung der qualifizierten Infrastrukturinvestitionen angepasst.
  • Zusätzlich erfolgt auch eine Anpassung des CIC Tables.

Die Änderungen an den Anforderungen für das Quantitative Berichtswesen werden durch weitere narrative Anforderungen ergänzt. So sieht das Konsultationspapier vor, Angaben zu qualifizierten Infrastrukturinvestments in den RSR aufzunehmen. Diese sollen aus Erklärungen zum Entscheidungsprozess sowie qualitative und quantitative Informationen zum Infrastrukturinvestment bestehen. Hierzu zählen folgende Angaben:

  • Zahlungsfähigkeit (auch bei unterstelltem Stress Szenario);
  • Möglichkeit zur Bestimmung künftiger cash flows;
  • Vertragliche Ausgestaltung der Investments;
  • Fähigkeit Anleihen bis zur Endfälligkeit zu halten;
  • Herangezogene Kriterien und Methoden zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit, falls kein offizielles Rating vorlag.

Um Kommentare zum Konsultationspapier wird bis zum 3. Mai 2016 von EIOPA gebeten.

BaFin aktualisiert Merkblatt zum Berichtswesen

Mit Inkrafttreten des Solvency II Regimes hat die BaFin am 19. Januar 2016 ein aktualisiertes Merkblatt zum Berichtswesen veröffentlicht, welches ab diesem Jahr Anwendung findet und somit das am 16. Oktober 2015 veröffentlichte Merkblatt (siehe auch Blog-Beitrag vom 23. Oktober 2015) ablöst. Formelle Änderungen betreffen hauptsächlich die Berücksichtigung der finalen veröffentlichten technischen Durchführungsstandards (Implementing Technical Standards – ITS). Des Weiteren wurden Hinweise aus der Vorbereitungsphase zu Solvency II, welche auch zum Start des Aufsichtsregimes von Bedeutung sind, in das aktualisierte Merkblatt eingearbeitet.

Zusätzlich zu den formellen Änderungen hat die BaFin auch inhaltliche Änderungen in dem aktualisierten Merkblatt zur Berichterstattung vorgenommen. Diese beziehen sich inhaltlich auf die Befüllung der Quantitative Reporting Templates (QRTs) und die Inhalte des Regular Supervisory Reports (RSR).

Enthalten sind konkret ergänzende Hinweise in der Beschreibung zur Meldung der TP-NL QRTs S.21.01 (Risikoprofil der Verlustverteilung) und S.21.03 (Verteilung der NL-versicherungstechnischen Risiken – nach Versicherungssumme) welche folgend kurz beschrieben werden.

S.21.01 Risikoprofil der Verlustverteilung

In diesem QRT werden Schäden nach zwei möglichen verschiedenen Methoden eingeteilt. Versicherungsunternehmen können Schäden in fünf vorgegebene und somit festgelegte Schadenaufwandklassen einteilen, oder unternehmensindividuelle Schadenaufwandklassen verwenden. Mit der Aktualisierung des Merkblattes gibt die BaFin den zusätzlichen Hinweis, dass falls die fünf vorgegebenen Basisoptionen zur Einteilung der Schäden genutzt werden, diese so gewählt werden, dass ein möglichst guter Einblick in die Verteilung der Schadenaufwendungen gewonnen wird.

S.21.03 Verteilung der NL-versicherungstechnischen Risiken – nach Versicherungssumme

Analog zu den Ergänzungen in der Beschreibung des QRTs S.21.01 wurde auch die des QRT S.21.03 angepasst. Demnach sollen Unternehmen individuelle Stufen verwenden, wenn diese die Einsicht in die Risiken verbessern. Unternehmensindividuelle Intervalle müssen der BaFin vorab mitgeteilt werden.

Regular Supervisory Report (RSR)

Bezüglich der inhaltlichen Änderungen im RSR wurden hauptsächlich die Anforderungen aus der Vorbereitungsphase übernommen. Zusammengefasst sind dies die Folgenden:

  • Bezüglich des Empfängerhorizonts sollte die Sachkunde der Empfänger berücksichtigt werden. Jegliche Erklärungen, welche in Geschäftsberichten üblich sind, können als bei der Aufsichtsbehörde bekannt angesehen werden.
  • Nicht erforderliche Angaben (weil nicht vorhanden) müssen als diese aufgenommen werden. Beispiel: „Es liegen keine gruppeninternen Ausgliederungen vor“.
  • Das Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan (VMAO) kann je nach Kontext Vorstand, Aufsichtsrat oder beide Organe bezeichnen.
  • Angaben zur Aufgabenverteilung und Delegation müssen ausreichend detailliert dargestellt sein, damit seitens der BaFin eingeschätzt werden kann, ob eine Funktionstrennung im Unternehmen sichergestellt wird.
  • Bei Angaben zur fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit gem. Art. 308 DVO ist nicht nur eine Liste der Personen in Schlüsselfunktionen, sondern auch möglicher anderer Schlüsselaufgaben vorzulegen (Name d. Person und Aufgabe/Funktion). Bei Ausgliederung von Schlüsselfunktionen ist der Ausgliederungsbeauftragte anzugeben.
  • Informationen der Leitlinien und Prozesse, welche die ausreichende Qualifikation von Personen sicherstellen, müssen zusammengefasst und die hierfür eingerichteten Prozesse kurz beschrieben werden.
  • Die Dokumentation zur Einhaltung der unternehmerischen Vorsicht erfordert Angaben zur Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des gesamten Kapitalanlage-Portfolios. Auch eine angemessene Mischung und Streuung innerhalb des Portfolios muss vorhanden und dokumentiert sein. Hierbei sind insbesondere Angaben zu internen quantitativen Obergrenzen erforderlich. Bei der Nutzung Derivater Finanzinstrumente muss dargestellt werden, in welcher Weise diese der Risikominderung dienen bzw. das Portfoliomanagement effizienter gestalten.

 

BaFin veröffentlicht Merkblatt zum Berichtswesen

Die BaFin hat am 16. Oktober 2015 das Merkblatt zum Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen, Versicherungsgruppen und Pensionsfonds veröffentlicht. Es beinhaltet fachliche Aspekte zur Berichterstattung gegenüber der BaFin, zu den Veröffentlichungspflichten der Unternehmen und im Hinblick auf die Finanzstabilität. Darüber hinaus weist die BaFin darauf hin, dass die Hinweise in der Verlautbarung zur Informationsübermittlung während der Vorbereitungsphase (siehe Blog-Beitrag vom 01. Juli 2014), sofern diese nicht explizit nur die Vorbereitungsphase betreffen, weiterhin zu beachten sind. Im Folgenden werden ausgewählte Inhalte des Merkblatts kurz dargestellt.

Für alle von der BaFin beaufsichtigten Unternehmen und Gruppen ergeben sich Änderungen in den Berichtspflichten, unabhängig davon, ob diese Unternehmen und Gruppen unter Solvency II fallen oder nicht. Unter Hinweise zur bisherigen Berichterstattung (Abschnitt 2) beschreibt die BaFin, inwiefern Berichtspflichten für Erst- und Rückversicherungsunternehmen, Versicherungsgruppen und Pensionsfonds weiterhin gültig sind, geändert oder aufgehoben wurden.

Zum Start von Solvency II müssen Versicherungsunternehmen gemäß Art. 314 bzw. 375 DVO (Delegierte Verordnung (EU) 2015/35, Level 2) im Jahre 2016 im Rahmen des Day 1 Reportings (Abschnitt 3.6) als erste Berichterstattung unter Solvency II (Abschnitt 3) einen zeitnahen Überblick über die Vermögenslage und die Solvenzsituation des Unternehmens vorlegen. Dies geschieht sowohl in Form von Quantitative Reporting Templates (QRTs) der folgenden Kategorien:

  • Solvabilitätsübersicht
  • Eigenmittel
  • Solvabilitätskapitalanforderung (SCR)
  • Mindestkapitalanforderung (MCR)
  • Umfang der Versicherungsgruppe
  • Informationen zu dem SCR von gruppenangehörigen Unternehmen

als auch in Form eines narrativen Berichts. Die Ausführungen sind auf Deutsch bei der BaFin einzureichen.

Das Merkblatt beinhaltet eine wichtige Aussage zur Day 1 Reporting-Frist: Obgleich hierfür in Art. 314 Abs. 2 DVO eine Frist von 20 Wochen sowohl für Einzelunternehmen als auch für Gruppen vorgesehen ist, so haben Gruppen nun aufgrund der Novelle zur DVO vom 30. September 2015 eine Frist von 26 Wochen nach dem 1. Januar 2016, um die geforderten Informationen bei der BaFin einzureichen.

In ihrem Merkblatt schafft die BaFin Klarheit zur Struktur der einzureichenden narrativen Informationen: So sollen alle Informationen zur Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gemäß Art. 310 DVO sowie zum Kapitalmanagement gemäß Art. 311 Abs. 1, 2, 4 und 5 DVO angegeben werden, wobei die Darstellung der Informationen der in Anhang XX DVO festgelegten Struktur folgen soll, wobei die nach Art. 310 DVO „ Vermögenswerte und Verbindlichkeiten“ und die nach Art. 311 Abs. 1, 2, 4 und 5 DVO „Kapitalmanagement“ verlangten Angaben zu machen sind. Dies geht vom Inhalt und Umfang über die Anforderungen, die bisher in der DVO oder in den ITS (Implementing Technical Standards, Level 2,5) zum Day 1 Reporting gefordert wurden, hinaus.

Die BaFin weist in ihrem Merkblatt auf ihre Erwartungshaltung hin: So müssen Versicherungsunternehmen bei der Erklärung der Hauptunterschiede zwischen der Bewertung gemäß „Eröffnungsbewertung“ nach den Regelungen von Solvency II und nach der bis zum 31. Dezember 2015 geltenden Bewertung für Solvenzzwecke vor allem darauf eingehen, warum die unterschiedlichen Bewertungsprinzipien konkret zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Die BaFin weist darauf hin, dass für die Vollständigkeit und Korrektheit der Berichterstattung an die Aufsichtsbehörde der Vorstand zuständig ist. Obgleich es bislang keine Prüfungspflicht für die im Rahmen des Day 1 Reportings vorzulegende Solvabilitätsübersicht gibt, so würde die BaFin es dennoch begrüßen, wenn dies bereits freiwillig durchgeführt werden würde und das Ergebnis in Form eines Prüfungsberichts der BaFin mitgeteilt wird.

Zum Narrativen Berichtswesen (SFCR, RSR und ORSA-Bericht) (Abschnitt 3.8) weist die BaFin in ihrem Merkblatt darauf hin, dass trotz der gleichen Struktur des Solvency and Financial Condition Report (SFCR) und des Regular Supervisory Reporting (RSR) gemäß Anhang XX DVO, die verschiedenen Adressaten der beiden Berichte stets berücksichtigt werden müssen. Während der SFCR (Abschnitt 3.8.1) so geschrieben sein muss, dass auch Leser mit einem weniger detaillierten Vorwissen sich eine eigene Meinung über die Qualität des Geschäftsbetriebes und der Solvenzsituation des Unternehmens bilden können müssen, so muss der aufsichtliche RSR die Sachkunde der BaFin berücksichtigen. Das bedeutet, dass allgemeingültige Erklärungen, die beispielsweise in Geschäftsberichten oder im SFCR üblich sind, gegenüber der BaFin als bekannt vorausgesetzt werden können. Die BaFin betont, dass Berichte, welche die Erwartungshaltung der BaFin nicht erfüllen, beanstandet werden können.

Während der SFCR jährlich zu veröffentlichen ist, wird die BaFin, nach dem erstmalig für alle Unternehmen verpflichtend einzureichenden RSR (Abschnitt 3.8.2) für das Geschäftsjahr 2016, die zukünftige Berichtsfrequenz unternehmensindividuell festlegen. Das bedeutet, dass sowohl eine Berichtsvorlage mindestens alle drei Jahre als auch jedes Jahr möglich ist; die BaFin wird die Unternehmen hierüber voraussichtlich Anfang 2016 informieren. Ein Bericht über wesentliche Änderungen ist jedoch von allen Unternehmen jährlich einzureichen.

Hinsichtlich des ORSA-Berichts (Abschnitt 3.8.3) betont die BaFin, dass dieser neben der Darstellung von Ergebnissen insbesondere auch Entscheidungen umfassen soll, welche auf Erkenntnissen aus der Verknüpfung von ORSA mit der Geschäftsstrategie beruhen. Beim Abgleich mit der Solvabilitätskapitalanforderung (SCR) hat der ORSA-Bericht des Weiteren alle wesentlichen quantifizierbaren sowie identifizierten Risiken zu beinhalten, deren fehlende oder nicht ausreichende Berücksichtigung bei der SCR Berechnung vom Unternehmen geprüft wurden. Ebenfalls ist im ORSA-Bericht anzugeben, wie das Unternehmen „Signifikanz“ für sich mit welcher Begründung definiert hat.

Abschließend erläutert die BaFin zum Berichtswesen zum Zwecke der Finanzstabilität (Abschnitt 3.10), dass Versicherungsgruppen sowie nicht-gruppenangehörige Versicherungsunternehmen, die den Schwellenwert von 12 Mrd. EUR Total Assets (= Summe der Aktiva) überschreiten, Daten melden müssen. Die BaFin weist darauf hin, dass Unternehmen, die einer Versicherungsgruppe angehören, welche diesen Schwellenwert auf Gruppen-Ebene überschreitet, ausschließlich auf Gruppen-Ebene berichten. Eine Berichterstattung auf Ebene des Einzelunternehmens entfällt hier.

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