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BaFin-Auslegungsentscheidung zur Finanzrückversicherung im Bezug auf traditionelle Rückversicherungen im Bereich Nichtleben

Am 18. Juli 2019 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zur Finanzrückversicherung im Bezug auf traditionelle Rückversicherungen im Bereich Nichtleben veröffentlicht: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Auslegungsentscheidung/VA/ae_150719_finanzrueckversicherung_va.html.

Die Auslegungsentscheidung richtet sich an alle Versicherungsunternehmen mit Sitz im Inland und Niederlassungen von Versicherungsunternehmen eines Drittstaates, die das Nichtlebensversicherungsgeschäft betreiben.

Die Auslegungsentscheidung gibt Hinweise zur auf den Risikotransfer bezogenen Abgrenzung der Finanzrückversicherung (definiert in § 167 Abs. 1 Satz 1 VAG) von der traditionellen Rückversicherung.

EIOPA richtet zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission.

Hintergrund:

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

Das Schreiben baut strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des zweiten Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltliche Anpassungen, beziehungsweise die Auswahl verschiedener diskutierter Möglichkeiten vor. Diese Anpassungen und Entscheidungen betreffen:

  • Prämien- und Reserverisiko
  • Sterblichkeits- und Langlebigkeitsstresse
  • Seefahrtrisiko
  • Identifikation des größten man-made Katastrophen Risikos
  • Rekalibrierung der Naturkatastrophen Szenarien
  • Vertragsgrenzen in der Berechnung von Naturkatastrophen
  • Zinsrisiko
  • Konzentrationsrisiko
  • unrated debts
  • unlisted equity
  • Gegenparteiausfallrisiko
  • Behandlung von CCP-Exposures und Änderungen aufgrund von EMIR
  • Verlustausgleichsfähigkeit latenter Steuern
  • Vergleich von Eigenmittel in Versicherungs- und Bankensektoren
  • Kapitalinstrumente

Nächste Schritte:

Es ist geplant, dass der Standardformel Review Ende 2018 von der Europäischen Kommission finalisiert wird. Die Überprüfung der Solvency II Rahmenbedingungen im Gesamten, einschließlich der Behandlung von langfristigen Garantien, soll bis 2021 abgeschlossen sein.

EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2017

EIOPA hat am 25. Januar 2018 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 27. Oktober 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen stiegen bei Versicherungsgruppen (6 %-Punkte), Lebensversicherern (20 %-Punkte) und Nicht-Lebensversicherern (4 %-Punkte) im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Grund hierfür ist der Anstieg der anrechenbaren Eigenmittel.
  • Trotz positiver Makro- und Markttrends waren die Risiken in Verbindung mit den niedrigen Zinssätzen und der potenziellen Fehlbewertung von Kreditrisiken für die europäische Versicherungswirtschaft nach wie vor ein großes Problem.
  • Einige Profitabilitäts- und Underwriting-Indikatoren verschlechterten sich aufgrund der jüngsten Naturkatastrophen.
  • Die Marktwahrnehmung blieb mit einigen Verbesserungen der Ratingausblicke stabil.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der Solvency II Quoten aller Versicherungs­unternehmen im Solvency II Regime zwischen Q1 2016 und Q3 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

Solvency II Standardformel Review: EIOPA veröffentlicht zweites Konsultationspapier

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 9. November 2017).

EIOPA richtet erstes Set zum Solvency II Standardformel Review an EU Kommission

Nach der Veröffentlichung des Konsultationspapiers zum ersten Set zum Solvency II Standardformel Review (vgl. auch Blog-Beitrag vom 5. Juli 2017) hat EIOPA am 30. Oktober 2017 nun den „Final Report on the public consultation on EIOPA’s first set of advice“ einschließlich Kommentare der Stakeholder Gruppen auf ihrer Website veröffentlicht.

In gleichem Zuge richtet EIOPA ihr erstes Set an Empfehlungen (EIOPA’s first set of advice, EIOPA-BoS-17/280) an die Europäische Kommission. In den Empfehlungen baut EIOPA strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltlich lediglich kleinere Anpassungen vor. Die Änderungen sind nach den folgenden Themenbereichen gegliedert (für eine Übersicht der Themenbereiche vgl. auch PwC Solvency II-Newsletter August 2017, S. 3 ff.):

Vereinfachte Berechnungen:

  • Ergänzung eines Vorschlags, nach dem es Unternehmen erlaubt sein soll, ihre Basissolvabilitätskapitalanforderung oder Solvabilitätskapitalanforderung für Sub-Module zu berechnen, ohne Diversifikationsvorteile zu berücksichtigen (vgl. Tz. 67 EIOPA-BoS-17/280).

Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings:

  • Konkretisierung des Schwellenwertes unter welchem es (Rück-) Versicherungsunternehmen gestattet ist auf Vereinfachungen in der Berechnung des Spread- und Konzentrationsrisikos zurückzugreifen. Vereinfachungen bei der Kalkulation dürfen vorgenommen werden, wenn unter anderem mindestens 80% (im Konsultationspapier noch „der Großteil“) des Portfolios von mindestens einer ECAI (External Credit Assessment Institution) bedeckt werden (vgl. Tz. 109 EIOPA-BoS-17/280).

Look-Through Ansatz:

  • Konkretisierung, nach der „related undertakings“, die nicht für Investmentzwecke gedacht sind, nach wie vor in der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen wie Tochtergesellschaften behandelt werden (vgl. Tz. 265 EIOPA-BoS-17/280).
  • Konkretisierung zur vereinfachten Berechnung auf Basis der „Target Asset Allocation“ von Fonds (vgl. Tz. 266 EIOPA-BoS-17/280). Die Methode soll im Zuge des zweiten Sets noch genauer beschreiben werden.

EIOPA plant bis Februar 2018 das zweite Set an Empfehlungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Die Konsultation zum zweiten Set wurde am 6. November 2017 von EIOPA veröffentlicht. Dieses zweite Set konzentriert sich vor allem auf die Analyse von Kapitalkosten bei der Kalkulation der Risikomarge und auf die Kalkulation von Risiken.

EIOPA Risk Dashboard – Zweites Quartal 2017

EIOPA hat am 26. Oktober 2017 das Risk Dashboard für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 2. März 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen verbleiben stabil. Es gibt kleinere Verbesserungen bei Versicherungsgruppen und Lebensversicherern. Auch bezüglich Profitabilität können erste positive Anzeichen sowohl für Lebensversicherer, als auch Nicht-Lebensversicherer beobachtet werden.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen und Besorgnis in der Versicherungsindustrie.
  • Weiterhin wenig Anlass zur Besorgnis bereiten Versicherungstechnische Risiken. Die jüngsten Nat-Cat Ereignisse wurden jedoch noch nicht in diesem Risk Dashboard berücksichtigt und könnten zu einem Anstieg der Versicherungstechnischen Risiken für Nicht-Lebensversicherer und Rückversicherungsgesellschaften führen.
  • Es kann eine Verbesserung der allgemeinen Markterwartungen beobachtet werden mit einer Outperformance von Aktien im Versicherungssektor und Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime im Verlauf des letzten Jahres bis Q2 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

EIOPA Risk Dashboard – Erstes Quartal 2017

EIOPA hat am 31. Juli 2017 das Risk Dashboard für das erste Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beitrag vom 2. März 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Gruppen verbleiben stark und stabil, es gibt lediglich kleine Verschlechterungen für Non-Life Solo-Unternehmen.
  • Stabile Versicherungsprämien führen zu einer moderaten Verringerung der Versicherungsrisiken.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen in der Versicherungsindustrie. Die allgemeinen Markterwartungen sind jedoch stabil mit Anzeichen von Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich ergänzt.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

Abfrage der BaFin für EIOPA LTG-Bericht 2017

Im Auftrag von EIOPA führt die BaFin bis zum 15. Juni 2017 eine Abfrage bei allen Solvency-II-Unternehmen (Erst- und Rückversicherer) durch, um Informationen über die Anwendung und Wirkung der Maßnahmen für langfristige Garantien (Long-Term Guarantee, LTG) und der Maßnahmen gegen Aktienrisiken (Anwendung der symmetrischen Anpassung) zum Stichtag 31. Dezember 2016 zu sammeln (vgl. auch Zusammenfassung zum ersten LTG-Bericht der EIOPA in unserem Blog-Beitrag v. 22. Dezember 2016).

Die in einem von EIOPA bereit gestellten Template abgefragten Informationen betreffen:

  • die Auswirkungen auf Eigenmittel, SCR und MCR mit und ohne Berechnung der symmetrischen Anpassung der Kapitalanforderung für Aktienanlagen,
  • Szenarien zu Auswirkungen einer Extrapolation der risikofreien Zinssätze auf versicherungstechnische Rückstellungen, Eigenmittel, SCR und MCR unter Berücksichtigung sämtlicher Übergangsmaßnahmen (LTG-Maßnahmen und symmetrische Anpassungen), sowie
  • die Verlustwirkung bei der Anwendung von Matching-Adjustments auf die Portfolien.

Im nächsten Schritt haben die nationalen Aufsichtsbehörden (u.a. die BaFin) bis 16. Juli 2017 die gesammelten Informationen an EIOPA zu liefern. Die Versicherer werden bis September 2017 angehalten für Rückfragen der Aufsichtsbehörden zur Verfügung zu stehen (vgl. technische Spezifikationen, Tz. 17). Im Anschluss wird EIOPA auf Basis der gesammelten Angaben ihren LTG-Bericht für 2017 erstellen, welcher gemäß Artikel 77f SII-Richtlinie bis 2021 jährlich in aggregierter und anonymisierter Form zu veröffentlichen ist.

Die zu befüllenden Templates, technische Spezifikationen und Informationen sowie zusätzliche Hinweise und Hintergrundinformationen zur Abfrage sind auf der Internetseite von EIOPA zu finden.

EIOPA’s Jahresbericht zur Zusammenarbeit der Colleges

EIOPA hat am 1. März 2017 den Jahresbericht über die Arbeitsweise der Colleges der Aufsichtsbehörden und den Schwerpunkten für die Zukunft veröffentlicht. Die Colleges wurden gegründet, um eine effektive und effiziente Gruppenaufsicht der rund 90 grenzübergreifenden Versicherungsgruppen mit Sitz im EWR sicherzustellen.

Zusammenfassend sind aus Sicht von EIOPA deutliche Verbesserungen erkennbar und weitere Schritte notwendig, um den Paradigmenwechsel zur risikobasierten Aufsicht zu vollenden. Im folgenden werden einige wichtige Aspekte des Jahresberichts zusammengefasst.

Zielerreichung der Colleges in 2016 und weiterhin bestehende Arbeitsfelder

Förderung des Informationsaustauschs der Colleges:

  • Vermehrte Treffen der Colleges und intensiverer Austausch zu den Quantitative Reporting Templates (QRTs).
  • Förderung des Informationsaustauschs mit Versicherungsgruppen: Die Colleges haben den Versicherungsgruppen Feedback gegeben, beispielsweise bezüglich der Qualität ihrer ORSA Berichte, und das Top Management von einigen Gruppen zu Sitzungen der Colleges eingeladen.
  • Um auch Nicht-EWR Aufsichten in die Arbeit der Colleges zu integrieren sind Verträge über den Austausch vertraulicher Information notwendig. Nicht alle Geheimhaltungserklärungen wurden bisher unterzeichnet, was den Informationsaustausch bisher schwächt.
  • EIOPA soll als zentrale Verwahrstätte für die QRTs dienen.

Stärkung der Sub-Gruppenaufsicht:

  • Die Sub-Gruppenaufsicht ist nach Auffassung der EIOPA effektiver als eine reine Solo Aufsicht oder die Aufsicht auf Top-Gruppenebene. Es besteht jedoch die Gefahr, dass durch die verschiedenen Ebenen der Aufsicht eine zu hohe Komplexität entsteht.
  • Die Colleges haben begonnen Pläne für die Struktur und Organisation der Sub-Gruppenaufsicht auszuarbeiten.

Überprüfung der Qualität und Konsistenz der SCR und ORSA Berechnungen und der Berichterstattungen nach Solvency II:

  • In 2016 wurde die Überprüfung der SCR Berechnungen in den Colleges gestartet, wobei es keine wesentlichen Beanstandungen gab. Die Überprüfung soll in 2017 weitergeführt werden.
  • Innerhalb der Colleges erfolgte in 2016 ein intensiver Austausch zu den ORSA Berichten. Raum für Verbesserungen bestehen aus Sicht von EIOPA insbesondere hinsichtlich folgender Aspekte:
    • Stärkere Einbindung der ORSA Ergebnisse in strategische und operative Entscheidungsprozesse des Managements
    • Bedarf für stärkere Verzahnung von Risikotoleranz, Risikoappetit und Limitsystem
    • Verbesserung der Qualität der ORSA Berichte durch einen mehr in die Zukunft gerichteten Ansatz, der auch Änderungen im Risiko- und Geschäftsumfeld, die Planung und strategische Entscheidungen mit berücksichtigt
    • Angemessenheit und Bedeutung der gewählten ORSA Stresstests und Sensitivitätsanalysen, die künftig noch besser die unternehmensspezifischen Risiken widerspiegeln sollen
    • Einbeziehung von Unternehmen aus Nicht-EWR Staaten in den Gruppen-ORSA
    • Verbesserung der Analysen der Abweichung des unternehmenseigenen Risikoprofils von der Standardformel
  • Zwischen Gruppen- und Einzel-ORSA-Berichten bestehen darüber hinaus insbesondere bei den Stichtagen der zugrundeliegenden Datenbasis Inkonsistenzen. Außerdem werden Risikobeurteilungen in vielen Colleges noch retrospektiv (statt vorausschauend in die Zukunft) vorgenommen und sind bisher nicht einheitlich in den Colleges umgesetzt. EIOPA geht davon aus, dass sich dies im Laufe der Zeit legen wird, sobald vermehrt standardisierte Daten als Basis verwendet werden.
  • Bei der Solvency II-Berichterstattung an die Öffentlichkeit (SFCR-Berichte) soll die Anwendung von Übergangs- und LTG-Maßnahmen transparenter gemacht werden, um eine stärkere Vergleichbarkeit zu schaffen.

Verbesserung des Informationsaustauschs zu Finanzkonglomeraten

  • Bei der sektorübergreifenden Aufsicht über Finanzkonglomerate besteht weiterhin Verbesserungsbedarf insbesondere beim Informationsaustausch und der Risikoanalyse mit dem Ziel, Risikokonzentrationen und Ansteckungsrisiken in Zukunft besser zu überwachen.

 Erweiterung der Koordinationsvereinbarungen mit Aufsichtsbehörden aus nicht-EWR Staaten

  • Die Aufsicht über Tochtergesellschaften deren Mutterunternehmen ihren Sitz außerhalb des EWR haben stellt nach wie vor eine Herausforderung aus Sicht von EIOPA dar, da es teilweise für solche Strukturen bisher keine Gruppenaufsicht gibt.
  • Die Koordinationsvereinbarungen stellen daher ein wichtiges Instrument der Colleges für die Stärkung des Informationsaustausches zu gruppenangehörigen Unternehmen dar.
  • In 2016 konnten bereits Koordinationsvereinbarungen mit Bermuda, Kanada, Hong Kong, Isle of Man, Guernsey, Japan, Singapur, State of New York, Südafrika und der Schweiz geschlossen werden. Für viele weitere Staaten stehen Verhandlungen noch aus.

Schwerpunkte der nächsten Jahre

Die wichtigsten Themen der EIOPA Strategie bis 2019 (vgl. „EIOPA Colleges Strategy 2016-2019“) sind zum einen die Weiterentwicklung der Effektivität, der Effizienz und des Einflusses des Informationsaustauschs und der gemeinsamen Risiko Assessments in den Colleges. Daher soll eine eingehende Analyse der Arbeitsweisen der Colleges erfolgen und neue Ansätze, z.B. in Form von themen- oder regionenbasierten „Break-out sessions“ in denen die Kommunikation in größeren Colleges vorangetrieben werden sollen, getestet werden.

Zum anderen wird die Sicherstellung der Robustheit und Zuverlässigkeit der Solvabilitätsübersichten priorisiert. Dahingehend sollen Diskussionen über Unterschiede in der Anwendung von Bewertungsprinzipien und der Ausübung von Ermessensspielräumen sowie der Einfluss auf die Solvabilität der Gruppen bzw. der Einzelgesellschaften erfolgen.

EIOPAs neues Risiko-Dashboard

Am 28. Februar 2017 hat EIOPA das neues Risiko-Dashboard veröffentlicht. Es basiert erstmalig auf Solvency II Daten der Europäischen Versicherungsbranche.

Das Dashboard wird quartalsweise veröffentlicht und fasst die wesentlichen Risiken und Schwachstellen der (Rück-)Versicherer anhand von sieben Risikokategorien zusammen. Diese Kategorien umfassen Makrorisiken, Kreditrisiken, Marktrisiken, Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken, Profitabilität und Solvabilität, Wechselwirkungen und Ungleichgewichte sowie versicherungstechnische Risiken. Die zusätzliche Kategorie „Marktwahrnehmungen“ zeigt außerdem, wie die Versicherer innerhalb der Finanzindustrie wahrgenommen werden. Die Risiken werden mittels einer vierstufigen Skala – von niedrig bis sehr hoch- bewertet und der jeweilige Entwicklungstrend wird beurteilt.

Das neue Dashboard basiert auf den Daten von allen (Rück-)Versicherern, die unter das Solvency II Regime fallen – 93 Versicherungsgruppen und 3076 Einzelversicherungsunternehmen. Es beinhaltet nicht nur die Daten einer größeren Anzahl von Versicherern als das vorherige Dashboard, sondern wurde auch erheblich analytisch und methodisch verbessert, um mehr Transparenz zu schaffen. Im Laufe von 2017 soll das Dashboard weiterentwickelt werden.

Trotz der großen Veränderungen bezüglich der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen verlief der Übergang vom Solvency I zum Solvency II Regime recht fließend. Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 zeigen jedoch deutlich, dass das Niedrigzinsumfeld und die Marktrisiken weiterhin eine große Herausforderung für die Europäischen Versicherer darstellen, da die beiden Kategorien Makrorisiken und Marktrisiken mit „hoch“ bewertet wurden. Alle anderen Risiken wurden als „medium“ eingeschätzt bis auf das vt. Risiko, das nur mit „niedrig“ bewertet wurde. Der Trend von allen Risiken ist „konstant“, nur für die Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken wird ein Rückgang erwartet.

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