Schlagwort: SFCR

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der SFCR RSS-Feed

BaFin stellt Qualitätsfortschritte beim SFCR fest

Am 17. September 2018 hat die BaFin in einem Fachartikel¬†‚ÄěSolvency II: Qualit√§tsfortschritte beim Solvabili√§ts- und Finanzbericht‚Äú¬†ihre ersten Eindr√ľcke der zum zweiten Mal ver√∂ffentlichten Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) √ľber das Jahr 2017 der Versicherer publiziert. Bereits im Dezember 2017 ver√∂ffentlichte EIOPA eine Analyse der SFCR im Hinblick auf Verbesserungsm√∂glichkeiten (vgl.¬†Blog-Beitrag vom 19. Dezember 2017).

Die Ergebnisse der BaFin basieren auf einer stichprobenhaften Auswertung der Berichte und fasst letztlich zusammen, dass die im

Zweiter jährlicher Termin zur Veröffentlichung des SFCR

Heute, am 7. Mai 2018, sind die Versicherungsunternehmen zum zweiten Mal, nach der erstmaligen Berichterstattung im vergangenen Jahr (siehe Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017), dazu aufgerufen den Bericht √ľber die Solvabilit√§t und Finanzlage (SFCR) f√ľr das Gesch√§ftsjahr 2017 zu ver√∂ffentlichen. Der SFCR soll im Laufe des Tages zur freien Verf√ľgung auf der jeweiligen Homepage des Versicherers zu finden sein. Neben der Ver√∂ffentlichung des SFCR √ľber die unternehmenseigene Homepage ist dieser bei der BaFin einzureichen. Dar√ľber hinaus sind der Regular Supervisory Report (RSR) sowie die QRTs f√ľr die Jahresmeldung des Gesch√§ftsjahres 2017 ebenfalls einzureichen.

EIOPA veröffentlicht Analyse der SFCR im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten

Am 18. Dezember 2017 ver√∂ffentlichte EIOPA eine Stellungnahme hinsichtlich ihrer Analyse der Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) f√ľr das Jahr 2016 mit dem Ziel, Verbesserungspotential zuk√ľnftiger SFCR aufzuzeigen. Die Grundlage hierf√ľr bildete eine repr√§sentative Stichprobe aller im europ√§ischen Wirtschaftsraum ver√∂ffentlichten SFCRs.

Die Analyse zeigte, dass die Mehrheit der Berichte fristgerecht ver√∂ffentlicht wurde und diese die Solvency II-Anforderungen grunds√§tzlich erf√ľllen. Zudem sind die meisten SFCRs auf der jeweiligen Homepage des Versicherungsunternehmens leicht auffindbar und erreichbar.

Jedoch hat EIOPA neben den positiven Aspekten auch Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt. Hierzu zählen unter anderem:

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 14. Dezember 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen f√ľr Erst- und R√ľckversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 ver√∂ffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die 2017 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung. √Ąnderungen und Erg√§nzungen zur vorherigen Fassung vom 29. M√§rz 2017 sind im Wesentlichen die Folgenden:

√Ąnderungen in der quantitativen Berichterstattung

√Ąnderungen im quantitativen Berichtswesen beziehen sich beispielsweise auf den Umgang mit geschlossenen Listen: Felder, bei denen aus einer geschlossenen Liste auszuw√§hlen ist, sind zwingend auszuf√ľllen (sofern keine Ausnahmebedingungen existieren). Au√üerdem wird die Zuordnung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die keinen eigenen Posten in der Solvabilit√§ts√ľbersicht besitzen, thematisiert: Sie sind entsprechend ihrer Art dem jeweiligen zutreffenden Element in der Solvabilit√§ts√ľbersicht zuzuordnen.

√Ąnderung der ITS hinsichtlich Verfahren, Formate und Meldeb√∂gen des SFCR

Neben der Ver√∂ffentlichung einer √Ąnderung der ITS zur √úbermittlung von Informationen an die Aufsichtsbeh√∂rden DVO 2017/2189 (siehe Blogbeitrag vom 30. November 2017) wurde am 25. November 2017 im Amtsblatt der Europ√§ischen Union ebenfalls die Durchf√ľhrungsverordnung DVO 2017/2190 ver√∂ffentlicht. Sie √§ndert und berichtigt die im Dezember 2015 ver√∂ffentlichte DVO 2015/2452 zur Festlegung technischer Durchf√ľhrungsstandards hinsichtlich der Verfahren, Formate und Meldeb√∂gen f√ľr den Bericht √ľber Solvabilit√§t und Finanzlage (SFCR) gem√§√ü der Richtlinie 2009/138/EG des Europ√§ischen Parlaments und des Rates. Die Verordnung tritt am 14. Dezember 2017 in Kraft.

Die √Ąnderungen und Berichtigungen der DVO 2017/2190 umfassen vor allem redaktionelle Anpassungen. Dar√ľber hinaus werden Zellen der QRTs, welche als Anhang des SFCR zu √ľbermitteln sind, zus√§tzlich erl√§utert und nicht auszuf√ľllende Zellen geschw√§rzt. In einigen F√§llen (siehe bspw. S.25.02.22 und S.25.03.22) werden Zeilen aus den QRTs eliminiert.

Mit den √Ąnderungen wird ein besseres Verst√§ndnis der ver√∂ffentlichten Informationen verfolgt, insbesondere zum Zwecke zeit- und unternehmens√ľbergreifender Vergleiche. Mit der Verwendung von Meldeb√∂gen sollen au√üerdem die Gleichbehandlung von Versicherungs- und R√ľckversicherungsunternehmen gew√§hrleistet und das Verst√§ndnis der von Gruppen offengelegten Informationen verbessert werden.

BaFin veröffentlicht vertiefende Analyse aus dem Solvency II Berichtswesen

Am 28. Juli 2017 hat die BaFin eine detaillierte Analyse der Solvency II Jahreszahlen aus den quantitativen Formularen (QRTs) sowie dem Bericht √ľber Solvabilit√§t und Finanzlage (SFCR) der Versicherungsunternehmen ver√∂ffentlicht. Damit konkretisiert die BaFin ihre ersten Auswertungen vom 09. Juni 2017 (vgl. Blog-Beitrag vom 22. Juni 2017). Insbesondere stellt die BaFin nun erstmals wesentliche Erkenntnisse aus den ver√∂ffentlichten SFCR dar und hebt Verbesserungspotentiale hervor.

Narrative Berichterstattung

In Bezug auf die Qualität des narrativen Berichtswesens der erstmalig veröffentlichten SFCR fällt das Urteil der BaFin durchaus positiv aus. Dennoch sind Verbesserungspotentiale vorhanden, welche die BaFin in weiteren Veröffentlichungen konkretisieren will.

Aufgrund der klaren Vorgaben zur Struktur und Ausgestaltung des SFCR beziehen sich die von der BaFin hervorgehobenen Defizite der narrativen Berichterstattung insbesondere auf die Detailtiefe der zu berichtenden Angaben. Als Beispiele f√ľhrt die BaFin hier nicht ausreichende Angaben zur relativen Bedeutung fester und variabler Verg√ľtungsbestandteile an. Dar√ľber hinaus fanden die Spezifizierungen und Hinweise der EIOPA oder der BaFin nicht ausreichende Ber√ľcksichtigung innerhalb der Berichte. Hierunter fallen laut BaFin Ausf√ľhrungen zu Bewertungsunterschieden oder unternehmensindividuellen Einfl√ľssen, die in nicht ausreichendem Umfang dargelegt wurden.

Im Hinblick auf das Governance-System sei nach Ansicht der BaFin h√§ufig eine Wiederholung der  gesetzlichen Anforderungen erfolgt, welche jedoch keine Auskunft √ľber die unternehmensindividuelle Umsetzung gibt. Folglich sind hier Verbesserungen in dem Detaillierungsgrad vorzunehmen, die auch auf eine Steigerung der Transparenz der SFCR f√ľr zuk√ľnftige Berichterstattungen abzielen.

Zudem sollten alle relevanten Informationen adressatengerecht im Gesamtkontext dargestellt werden. So sollte der Textteil bereits ein hinreichendes und aussagekräftiges Gesamtbild vermitteln. Verweise auf Angaben in den QRTs im Anhang des SFCR sollten weitestgehend vermieden werden.

Die BaFin merkt an, dass das jeweilige Unterkapitel ‚ÄěSonstige Angaben‚Äú nur sp√§rlich genutzt wurde. Im Rahmen weiterer Analysen versucht die BaFin die Ursache hierf√ľr zu eruieren.

Quantitative Berichterstattung

Eine zentrale Erkenntnis der Analyse der quantitativen Berichterstattung ist, dass alle unter die Aufsicht fallenden Versicherer die Solvenzkapitalanforderungen erf√ľllen. Jedoch bleibt zu erw√§hnen, dass neun Unternehmen ohne die Anwendung der √úbergangsma√ünahmen keine ausreichende Bedeckungsquote h√§tten vorweisen k√∂nnen. Der signifikante Einfluss der √úbergangsma√ünahmen und der Volatilit√§tsanpassung auf den Bereich Leben wird in einem Vergleich der SCR-Quoten mit Anwendung (344%) und ohne Anwendung der √úbergangsma√ünahmen sowie der Volatilit√§tsanpassung (165%) deutlich.

Die folgende Tabelle zeigt die Erkenntnisse je Branche (graue Felder = keine Angaben):

Hinsichtlich der dargestellten Informationen bleibt zu beachten, dass es sich um Durchschnittswerte handelt. Die Bedeckung der Unternehmen in den einzelnen Sparten hingegen weist signifikante Unterschiede auf. Demnach liegt die höchste SCR-Bedeckungsquote im Bereich Leben bei 3.560% wohingegen die niedrigste Quote lediglich 117% beträgt.

Die BaFin plant die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um die zuk√ľnftige Berichterstattung zu verbessern und konkretisierende Anforderungen zu entwickeln. Dabei soll insbesondere die Transparenz des narrativen Berichtswesens weiter verst√§rkt werden. Weiterhin beabsichtigt die BaFin auch zuk√ľnftig in regelm√§√üigen Abst√§nden derartige Kennzahlen zu ver√∂ffentlichen.

EIOPA ver√∂ffentlicht Entwurf zur Taxonomie V2.2.0 f√ľr das Solvency II Reporting

Am 01. Juni 2017 ver√∂ffentlicht EIOPA einen Entwurf (sog. Public Working Draft) f√ľr die Taxonomie 2.2.0 und bittet um Kommentare bis zum 30. Juni 2017. Dieses Release ist die Weiterentwicklung der Taxonomie V2.1.0 vom Juli 2016. Eine finale Version der Taxonomie 2.2.0 soll Mitte Juli 2017 ver√∂ffentlicht werden. Diese soll dann f√ľr alle Meldeanl√§sse ab dem Referenzdatum 31.12.2017 Anwendung finden.

Die Veröffentlichung unterteilt sich in die folgenden Themenblöcke:

Draft List of Validations

Im Vergleich zu den bereits bestehenden Validierungsregeln aus Taxonomie 2.1.0 sind insgesamt 20 Validierungsregeln neu aufgenommen und 13 Validierungen gel√∂scht worden. Von den 20 neuen Validierungen bezieht sich insgesamt 13 auf Cross-Validierungen zwischen QRT S.05.01 (Premium Claims and Expenses by Line of Business) und S.26.05 (Solvency Capital Requirement – Non-Life underwriting risk). Dar√ľber hinaus sind 6 √ľbergreifende Validierungen f√ľr alle Templates und eine Cross-Validierung zwischen QRT S.02.01 (Balance Sheet) und S.06.02 (List of Assets) aufgenommen worden. Damit umfasst die Liste an Validierungen aktuell insgesamt 928 Checks.

Change Log

Das Change Log bietet eine detaillierte √úbersicht √ľber die vorgenommenen √Ąnderungen im Datenmodell (Data Point Model) z.B. Hierarchien oder Metriken, sowie √Ąnderungen der QRTs, welche auf Zellebene dokumentiert sind.

Die folgenden √Ąnderungen sind hierbei insbesondere hervorzuheben:

  • Die Entry Points .21 und .22, die den j√§hrlichen Public Disclosure QRTs (Solo & Gruppe) zugeordnet sind, wurden in der Taxonomie erg√§nzt. Davon betroffen sind sieben QRTs, die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind.
QRT Name .21 (Public Disclosure Solo) .22 (Public Disclosure Group)
Non-life insurance claims S.19.01.21
Impact of long term guarantees measures and transitionals S.22.01.21 S.22.01.22
Own Funds S.23.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Standard Formula S.25.01.21 S.25.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings using the standard formula and partial internal model S.25.02.21 S.25.02.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Full Internal Models S.25.03.21 S.25.03.22
Undertakings in the scope of the group S.32.01.22

 

  • Der Entry Point .23 wurde von ‚Äúadh‚ÄĚ (Ad Hoc Reporting) zu ‚Äútep‚ÄĚ (Technical Entry Point) umbenannt. Da dieser technische Entry Point keinem Berichtsanlass zugeordnet ist, soll auf diese Weise die Flexibilit√§t in der Daten√ľbertragung an die lokalen Aufsichtsbeh√∂rden (NCAs) erh√∂ht werden (z.B. Meldung einzelner QRTs).
  • Dar√ľber hinaus wurde Template ‚ÄěT.99.01.01‚Äú in der QRT √úbersicht erg√§nzt. Hierbei handelt es sich um einen ‚ÄěTechnical Table‚Äú, der allen Berichtsanl√§ssen zugeordnet ist und in Zukunft mit zu melden w√§re. Die genaue Funktion dieses Templates geht aus der Ver√∂ffentlichung bisher noch nicht hervor.

Erste Erkenntnisse aus den veröffentlichten SFCR

Am 22. Mai 2017 haben die Versicherungsunternehmen zum ersten Mal seit Inkrafttreten von Solvency II ihre Berichte √ľber die Solvabilit√§t und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report ‚Äď SFCR) auf Ebene der Einzelunternehmen f√ľr das Gesch√§ftsjahr 2016 auf den Unternehmensinternetseiten ver√∂ffentlicht (siehe auch Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Damit sind detaillierte Informationen als bisher √ľber die Solvenzkapitalanforderungen sowie die Auswirkungen der verwendeten √úbergangsma√ünahmen √∂ffentlich verf√ľgbar.

Auf Basis einer Auswahl von jeweils zehn deutschen Lebens-, Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern haben wir eine erste Analyse der Solvabilit√§tsquoten, jeweils mit und ohne die verwendeten √úbergangsma√ünahmen vorgenommen. In der gew√§hlten Stichprobe kommt ein Internes Modell bei einem Lebens-, drei Kranken- und einem Schaden-/Unfallversicherer zur Anwendung. Ein weiterer Schaden-/Unfallversicherer nutzt ein partielles internes Modell. Alle √ľbrigen Unternehmen berechnen ihre Solvabilit√§tskapitalanforderung mit der Standardformel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lebensversicherer in dieser Erhebung kamen auf eine Solvabilit√§tsquote von 341 % im Median, unter Ber√ľcksichtigung aller √úbergangsma√ünahmen (einschlie√ülich Volatilit√§tsanpassung). Bei den Krankenversicherungen lag die Solvabilit√§tsquoten zum 31. Dezember 2016 im Median bei 444 %. Die Schaden-/Unfallversicherer erreichten eine Quote von 222 %. Bei keinem der jeweils zehn Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern in dieser Erhebung finden √úbergangsma√ünahmen Anwendung.

Zieht man zum Vergleich das EIOPA Risk Dashboard aus April 2017 (Basis: 4. Quartal 2016¬Ļ) heran, kann man feststellen, dass die deutschen Lebensversicherer in dieser kleinen Stichprobe eine deutlich h√∂here Solvabilit√§tsquote als ihre europ√§ischen Wettbewerber (208 %) haben. Bei den Schaden-/Unfallversicherer verh√§lt es sich umgekehrt: Hier haben die deutschen Unternehmen eine niedrigere Solvabilit√§tsquote als ihre europ√§ische Vergleichsgruppe (259 %).

Von den zehn Lebensversicherungsunternehmen in dieser Auswertung nutzen acht Unternehmen √úbergangsma√ünahmen: Die √úbergangsma√ünahme f√ľr versicherungstechnische R√ľckstellungen (R√ľckstellungstransitional) kommt bei sieben Unternehmen zur Anwendung; die Volatilit√§tsanpassung wenden acht Unternehmen an. Sechs Unternehmen verwenden sowohl die √úbergangsma√ünahme f√ľr die versicherungstechnischen R√ľckstellungen als auch die Volatilit√§tsanpassung an. Die √úbergangsma√ünahme bei Zinss√§tzen sowie Matching-Anpassungen werden von keinem Lebensversicherer verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Solvabilit√§tsquote der Lebensversicherer lag im Median bei 341 % unter Ber√ľcksichtigung aller √úbergangsma√ünahmen. Ohne die Verwendung der √úbergangsma√ünahme f√ľr versicherungstechnische R√ľckstellungen (aber mit der Volatilit√§tsanpassung) sinkt der Median auf 150 %; ohne die Volatilit√§tsanpassung (aber unter Verwendung des R√ľckstellungstransitional) auf 292 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verteilung der Solvabilit√§tskapitalanforderung (ohne Diversifikationseffekte) zeigen sich, je nach der betriebenen Sparte, Unterschiede. In der Stichprobe wurden zur besseren Vergleichbarkeit nur Unternehmen, welche die Standardformel anwenden, ber√ľcksichtigt: W√§hrend die Lebens- und Krankenversicherer im (arithmetischen) Mittel mit rund 58 % am st√§rksten gegen√ľber dem Marktrisiko exponiert sind, so kommt es f√ľr die Nichtlebensversicherer mit 39 % nur an zweiter Stelle.

Die st√§rkste Exponierung liegt hier mit rund 52 % beim versicherungstechnischen Risiko vor.  F√ľr die Krankversicherer macht es fast 35 % der Solvabilit√§tskapitalanforderung aus, bei den Lebensversicherern sind es 39 %. Das Gegenparteiausfall- sowie das operationelle Risiko sind f√ľr alle Sparten von untergeordneter Bedeutung, da sie nur einen Anteil von 0,5 % bis 6 % an der Solvabilit√§tskapitalanforderung haben.

Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren.

 

¬ĻJ√§hrliches und YE-Berichtswesen haben die gleiche Datenbasis, jedoch werden unter Umst√§nden im viertelj√§hrlichen Berichtswesen vereinfachte Bewertungsmethoden angewendet.

Erstmaliger Termin zur Veröffentlichung des SFCR heute

Heute ist eine wichtige Deadline f√ľr alle, die sich in den vergangen Jahren mit Solvency II besch√§ftigt haben – die Ver√∂ffentlichung der Berichte √ľber die Solvabilit√§t und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report ‚Äď SFCR). Damit wird erstmalig umfassend √ľber sehr viele unternehmensspezifische Themen berichterstattet und somit die √∂ffentliche Transparenz massiv erh√∂ht.

Bis zum Ende des heutigen Tages m√ľssen alle deutschen Versicherungsunternehmen ihre SFCRs auf Ebene der Einzelunternehmen f√ľr das Gesch√§ftsjahr 2016 auf den unternehmenseigenen Internetseiten ver√∂ffentlicht haben. Ebenso m√ľssen der Bericht √ľber Solvabilit√§t und Finanzlage, der Regelm√§√üige Aufsichtliche Bericht (Regular Supervisory Report ‚Äď RSR) sowie die j√§hrlichen quantitativen Meldeb√∂gen (Quantitative Reporting Templates ‚Äď QRTs) √ľber das MVP-Portal an die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) √ľbermittelt werden. F√ľr die √úbermittlung der genannten Dokumente auf Gruppenebene sowie der Ver√∂ffentlichung des Gruppen-SFCR oder eines einzigen SFCR (sog. Single-SFCR) haben die Versicherungsunternehmen in Deutschland noch bis zum 3. Juli 2017 Zeit.

Ein erster Blick in die Berichte zeigt teilweise doch unterschiedliche Detaillevel in denen Versicherer Einblicke in die erforderlichen Themen (bspw. Umsetzung des Risikomanagements, potentielle Auslagerungspolitik, unternehmenseigenes Risikoprofil und insbesondere Angemessenheit des Governance Systems) geben.

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die BaFin hat am 29. M√§rz 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen f√ľr Erst- und R√ľckversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts zum Berichtswesen vom 16. Oktober 2015 ver√∂ffentlicht (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 28. Januar 2016).

W√§hrend die Hinweise zur bisherigen Berichterstattung einschlie√ülich der Erl√§uterungen zur Day 1-Berichterstattung nun nicht mehr enthalten sind, hat die BaFin ihre Erwartungen an die quantitative (QRT) und qualitative (SFCR, RSR, ORSA-Bericht) Berichterstattung nochmals konkretisiert und geht gegen√ľber der letzten Fassung auf weitere regulatorische Anforderungen n√§her ein. Weiterhin sind Abschnitte zu den Besonderheiten der Berichterstattung √ľber die Solvenzkapitalanforderung bei Anwendern genehmigter Interner Modelle und zur Berichterstattung zum Zwecke der Finanzstabilit√§t in der Ver√∂ffentlichung der BaFin enthalten, welche allerdings gegen√ľber der vorherigen Fassung kaum ver√§ndert wurden.

Als Aktualisierung im Hinblick auf die quantitative Berichterstattung ist beispielhaft der Umgang mit Leerformularen, leeren QRT-Zellen oder Vorzeichen in den QRTs zu nennen. Dar√ľber hinaus gibt die BaFin n√§here Erl√§uterungen zu den QRTs, beispielsweise wie gewisse Positionen den Zellen in den QRTs zuzuordnen sind.

F√ľr die qualitative Berichterstattung nennt die BaFin beispielsweise die exakten Kontaktdaten, welche Versicherungsunternehmen bei Angabe der zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rde im SFCR nennen m√ľssen. Als weiteres Beispiel ist der Hinweis der BaFin anzuf√ľhren, dass in aller Regel ein Hinweis im Kapitel E.2 „Solvenzkapitalanforderung und Mindestkapitalanforderung“ des SFCR erforderlich sein wird, dass der endg√ľltige Betrag der Solvabilit√§tskapitalanforderung noch der aufsichtlichen Pr√ľfung unterliegt, da es der Aufsichtsbeh√∂rde aufgrund der Fristenregelung normalerweise zeitlich kaum m√∂glich sein wird, vor der Ver√∂ffentlichung des SFCR eine Pr√ľfung der Berechnung der Solvenzkapitalanforderung vorzunehmen.

/* */