Schlagwort: Solvabilitätskapitalanforderung

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Legislativvorschlag zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35

Die EU Kommission hat am 8. März 2019 die bereits erwartete Verordnung zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 (SII-DVO) herausgegeben. Zuvor hatte die EU Kommission am 9. November 2018 einen entsprechenden Entwurf zur Konsultation vorgelegt (siehe hierzu auch Blogbeiträge vom 21. November 2018 und 23. März 2017).

Bereits im Juli 2016 hatte die EU Kommission den Review der Standardformel in der Branche angestoßen (siehe hierzu Blog-Beitrag vom 25. Juli 2016). Hierzu wurden verschiedene Initiativen und Umfragen in der Versicherungsbranche seitens der EU Kommission eingeleitet (sog. „Call for Evidence“). Basierend auf diesen wurden im Anschluss zwei verschiedene Sets von Konsultationspapieren der EIOPA veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 5. März 2018 sowie 9. November 2017).

EIOPA Risk Dashboard – Viertes Quartal 2017

EIOPA hat am 27. April 2018 das Risk Dashboard für das vierte Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 26. Januar 2018 und 27. Oktober 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche blieb im vierten Quartal 2017 stabil.
  • Trotz positiver makroökonomischer Entwicklungen sind niedrige Zinsen nach wie vor eine wesentliche Risikoquelle für Versicherer.
  • Kredit- und Marktrisiko liegen weiterhin auf mittlerem Niveau. Spreads verringerten sich weiter und Bedenken hinsichtlich potenzieller Risiko-Fehlbewertungen blieben bestehen. Die Volatilität der Aktienkurse ist gestiegen.
  • Die Medianwerte für alle Rentabilitätsindikatoren liegen weitgehend auf dem gleichen Niveau im Vergleich zum 4. Quartal 2016. Die Solvenzquoten blieben sowohl für Gruppen als auch für Einzelunternehmen hoch.
  • Die Auswirkungen der im dritten Quartal 2017 beobachteten Naturkatastrophen halten die versicherungstechnischen Risiken auf mittlerem Niveau.
  • Die Markteinschätzung war uneinheitlich: Aktien der Versicherer entwickelten sich besser als der Markt, gleichzeitig verschlechterten sich jedoch die externen Ratingaussichten für einige Versicherungsgruppen.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der Solvency II Quoten aller Versicherungs­unternehmen im Solvency II Regime zwischen Q1 2016 und Q4 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

ESRB Risk Dashboard – Drittes Quartal 2017

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board – ESRB) veröffentlicht quartalsweise ein Risk Dashboard mit qualitativen und quantitativen Indikatoren zu systemischen Risiken im Europäischen Finanzsystem.

Am 29. März 2018 hat der ESRB das Risk Dashboard zum 3. Quartal 2017 veröffentlicht. Zusammengefasst wird durch verschiedene Solvenz- und Profitabilität-Indikatoren ein gut laufender Versicherungsmarkt analysiert. Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die durchschnittliche (Median) Solvenzquote wuchs über den Zeitraum von einem Jahr im 3. Quartal 2017 auf über 200% an (180% zu Q3 2016).
  • Diese Entwicklung lässt sich zum Großteil auf die positive Entwicklung der Zinsmärkte zurückführen. Die risikofreie EIOPA 10-Jahres Kurve verzeichnete einen Anstieg von 0,187% (Q3 2016) auf 0,828% (Q3 2017).
  • Stabile Performance im Bereich Non-Life mit Combined Ratios von im Durchschnitt unter 100%.

EIOPA Konsultation: Beginn des Reviews der Standardformel

Mit der Veröffentlichung eines Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet. Die Konsultationsphase endet am 3. März 2017.

Sowohl die Solvency II Richtlinie 2009/138/EG als auch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 sehen einen formalen Überprüfungsprozess des neuen Versicherungsaufsichtsregimes Solvency II vor. Der Review der Standardformel ist bis Ende 2018 vorgesehen, wobei insbesondere die Methoden, Annahmen und Standardparameter überprüft werden sollen. Das Diskussionspapier ist der erste Schritt EIOPAs im Rahmen der Vorbereitung einer Antwort auf den Aufruf zur Stellungnahme (Call for Advice) der Europäischen Kommission, der im Juli 2016 erfolgte (vgl. auch Blog-Beitrag vom 25. Juli 2016).

Ziel der Überprüfung der SCR Standardformel ist die Sicherstellung eines proportionalen aber robusten, risikosensitiven und konsistenten Aufsichtsregimes. EIOPA strebt dabei eine Vereinfachung der Formel an.

Die Gliederung des Diskussionspapiers folgt der modularen Struktur der SCR Standardformel. EIOPA konsultiert sowohl übergreifende Aspekte der Standardformel als auch Vorschriften zu einzelnen Risikomodulen und Submodulen. Darunter sind das versicherungstechnische Risikomodul Leben und Nicht-Leben, das Ausfall- und Marktrisikomodul sowie die Risiko Submodule Katastrophenrisiko Nicht-Leben und Kranken. Außerdem fordert EIOPA von den Stakeholdern Input zu unternehmensspezifischen Parametern, der Verlustausgleichsfähigkeit von Latenten Steuern, der Risikomarge, und den Eigenmitteln.

Im Einzelnen geht das Konsultationspapier vor allem auf die folgenden Themen ein:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings in der Standardformel
  • Behandlung von Garantien, Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Volumenmaß für das Prämienrisiko
  • Beurteilung der Angemessenheit der Standardparameter für das Nicht-Leben Prämien- und Reserverisiko sowie für das Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko
  • Naturkatastrophenrisiko
  • Risiko vom Menschen verursachter Katastrophen
  • Krankenversicherungskatastrophenrisiko

EIOPA Vorsitzender Gabriel Bernardino betont, dass in diesem Stadium keine politischen Empfehlungen gegeben werden sollen. Diese werden erst im Laufe des Jahres 2017 in Diskussionsrunden mit relevanten Stakeholder Gruppen thematisiert. Bezüglich Themen, für die jährliche Berichtsdaten nicht erforderlich sind, sollen bereits Ende Oktober 2017 Empfehlungen gegeben werden. Ein „Final Advice“ soll bis Februar 2018 bei der Europäischen Kommission eingereicht werden.

EIOPA veröffentlicht Update der Technischen Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven

Im Rahmen der monatlichen Veröffentlichung der aktuellen risikofreien Zinsstrukturkurven hat EIOPA am 7. März 2016 auch die Technische Dokumentation zur Berechnung der Zinsstrukturkurven aktualisiert.

Die Aktualisierung der Technischen Dokumentation betrifft die Berechnung des Credit Risk Adjustment (CRA) für Währungen, für die die risikofreien Zinskurven weder auf Swaprates, bei denen die Übernachtindex-Swapsätze von tiefen, liquiden und transparenten Märkten verfügbar sind, noch auf Renditen von Staatsanleihen basieren. Sie konkretisiert die Berechnung bei Vorliegen negativer EUR-Zinssätze. Außerdem wurde der Umgang mit fehlenden Daten für bestimmte Laufzeiten in der Berechnung des CRA für die oben genannten Währungen klargestellt.

Die risikofreien Zinsstrukturkurven stellen einen der Hauptparameter für die Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung der Versicherungsunternehmen dar und werden für die Diskontierung der sogenannten Best Estimates der versicherungstechnischen Rückstellungen verwendet. EIOPA veröffentlichte bereits in der Vorbereitungsphase erstmalig die Technische Dokumentation zur Berechnung der risikofreien Zinsstrukturkurven inklusive eines entsprechenden FAQ-Dokuments, und gibt seitdem monatlich die aktuellen Zinsstrukturkurven (vgl. Blog-Beitrag vom 2. März 2015) heraus. Letztere werden von der Kommission aufgegriffen und seit dem 9. Februar 2016 auch in Durchführungsverordnungen veröffentlicht (vgl. Blog-Beitrag vom 17. Februar 2016). Eine erste Aktualisierung der Technischen Dokumentation fand zudem bereits am 7. Dezember 2015 statt.

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