Schlagwort: Solvency II

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EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2019 Solvency II Daten

EIOPA hat am 29. Januar 2020 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2019 auf Basis von Solvency II Daten veröffentlicht (siehe zum Vergleich auch die Blog-Beiträge zum Risk Dashboard des ersten und des zweiten Quartals 2019 vom 29. Juli 2019 und 5. November 2019). Die wesentlichen Erkenntnisse des dritten Quartals 2019 sind nachfolgend kurz zusammengefasst.

  • Das Risikoexposure der Europäischen Versicherungsbranche ist im dritten Quartal 2019 insgesamt stabil.
  • Die Makrorisiken bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Trotz jüngster Lockerungen in der Geldpolitik durch die großen Zentralbanken bleibt das makroökonomische Umfeld gedämpft. Außerdem stellt das anhaltende Niedrigzinsumfeld die Versicherungsbranche weiterhin vor eine Herausforderung.
  • Die Marktrisiken bewegen sich ebenfalls auf einem hohen Niveau. Die erwarteten geringeren Volatilitäten von Anleihen bzw. am Anleihenmarkt offenbaren jedoch seit Oktober einen rückläufigen Trend.
  • Auch wenn in allen Anleihensegmenten, mit Ausnahme von Staatsanleihen, ein leichter Rückgang der Kreditausfall-Spreads (CDS-Spreads) zu beobachten ist, bewegen sich die Kreditrisiken weiterhin auf einem mittleren Niveau.
  • Im 3. Quartal 2019 ist sowohl für Versicherungsgruppen als auch für Lebensversicherungsunternehmen ein Rückgang der Solvabilitätsquoten zu verzeichnen, wohingegen die Solvabilitätsquoten für Nicht-Leben-Versicherungsunternehmen weitestgehend stabil bleiben. Dennoch bewegen sich die Profitabilitäts- und Solvabilitäts-Risiken weiterhin auf einem mittleren Niveau.
  • Aufgrund höherer gemeldeter Bewertungen unter Solvency II, bspw. für das Exposure von Zinsswaps, steigen sowohl die Verflechtungen als auch die Ungleichgewichte zwischen den Investitionen am Kapitalmarkt, d.h. Verflechtungen und Ungleichgewichte zeigen einen ansteigenden Trend. Dies kann mitunter auf ausgewählte ALM-Strategien, getrieben durch das vorherrschende Niedrigzinsumfeld, zurückgeführt werden. Gleichwohl bleiben die Verflechtungen und Ungleichgewichte aber auf einem mittleren Niveau.
  • Auch wenn die Aktienperformance der Lebensversicherungsunternehmen die Performance der Aktienmärkte übertrifft und die Aktienperformance der Nicht-Leben-Versicherungsunternehmen unterdurchschnittlich abschneidet, bewegt sich die Marktwahrnehmung nach wie vor auf einem mittleren Niveau.

BaFin aktualisiert Hinweise zum Solvency II-Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 4. Dezember 2019 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen sowie Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht.

Die Hinweise zum Solvency-II-Berichtswesen in der Fassung vom 4. Dezember 2019 sind erstmalig für das Jahresberichtswesen 2019 und für das vierteljährliche Berichtswesen ab dem 1. Quartal 2020 verbindlich zu beachten. Die BaFin weist daraufhin, dass inhaltliche Änderungen vor formalen Änderungen zu berücksichtigen sind.

Änderungen und Ergänzungen zur vorherigen Fassung vom 4. Februar 2019 (siehe Blogbeitrag vom 11. Februar 2019) sind neben redaktionellen Änderungen im Wesentlichen die Folgenden:

Latente Steuern und das neue Investmentsteuergesetz

Die Ermittlung der latenten Steuern unter Solvency II erfolgt auf der Grundlage des Art. 15 i. V. m. Art. 9 delegierte Verordnung. Für den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern sind die Vorschriften der internationalen Rechnungslegung (IFRS) maßgeblich.

Nach IAS 12 sind die latenten Steuern nach der bilanzorientieren Methode, dem sogenannten Temporary-Konzept abzugrenzen. Nach dieser Methode sind latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen der Solvenzbilanz und dem Steuerwert abzugrenzen, aus denen sich im Zeitpunkt der Realisierung ein steuerpflichtiges Ergebnis bzw. eine steuerlich abzugsfähige Differenz ergibt.

Proportionalität in der Versicherungsaufsicht (Solvency II und EbaV II)

Wenngleich sich auch weiterhin regelbasierte Vorschriften im Solvency II und EbAV II-Regelwerk finden, so hat die prinzipienbasierte Regulierung deutlich an Bedeutung gewonnen und damit auch das Proportionalitätsprinzip als allgemeiner Grundsatz für die Versicherungsaufsicht Eingang gefunden. Dies führt zu einem Mehr an Gestaltungsspielraum im Rahmen der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorschriften, so dass unter Beachtung des jeweils vorliegenden Risikoprofils des betroffenen Unternehmens der Aufwand für die Umsetzung angemessen reduziert werden – auch wenn die Anforderungen nicht gänzlich eliminiert werden können. Somit stellt das Proportionalitätsprinzip einerseits eine Möglichkeit für neue Gestaltungsspielräume dar, führt andererseits zum Teil auch zu Unsicherheit und anfänglichem Mehraufwand. Insbesondere für kleinere und mittelgroße betroffene Unternehmen stellt die Umstellung von der regelbasierten auf den prinzipienorientierten Ansatz eine Herausforderung dar.

BaFin aktualisiert Hinweise zum Solvency II-Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 4. Februar 2019 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen sowie Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die im Jahr 2018 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung.

BaFin ergänzt Auslegungsentscheidung zum Ausweis von Rückversicherung unter Solvency II

Am 1. Januar 2019 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zur Bewertung der einforderbaren Beträge aus Rückversicherungsverträgen und zum Umgang mit Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Depotforderungen und -verbindlichkeiten unter Solvency II publiziert. Die Auslegungsentscheidung richtet sich an alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die unter die Vorschriften von Solvency II fallen.

EIOPA veröffentlicht Bericht über Gruppenaufsicht unter Solvency II

Am 25. Januar 2018 hat EIOPA einen Bericht über die Anwendung der Gruppenaufsicht unter Solvency II veröffentlicht.

Dieser Bericht wurde auf Anfrage der Europäischen Kommission erstellt und informiert diese darüber, wie die Anwendung der Gruppenaufsicht gemäß Artikel 242 Absatz 1 der Solvabilität II-Richtlinie durchgeführt wird.

Die Europäische Kommission forderte EIOPA auf 29 Fragen zu prüfen. Diese wurden in vier Bereiche unterteilt:

  • Aufsicht von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen in der Gruppe
  • Die Funktionalität der Aufsichtskollegien und die Zusammenarbeit der Behörden innerhalb der Kollegien
  • Gruppeninterne Modelle
  • Aufsichtspraktiken bezüglich der Festsetzung der Kapitalaufschläge

Im Rahmen dessen hat EIOPA insbesondere in Bezug auf die Definition der Gruppe im Zusammenhang mit Drittlandgruppen, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) tätig sind sowie bei Nicht-EWR-Strukturen mit verbundenen Investmentfonds, die in Versicherungsunternehmen im EWR investieren, potentielle Herausforderungen erkannt.

Weiterhin stellt EIOPA heraus, dass es im Hinblick auf die Implementierung von Solvency II in vielen Bereichen Möglichkeiten gibt, die von den nationalen Aufsichtsbehörden verfolgten Ansätze und Auslegungen stärker zu vereinheitlichen und dadurch die europaweite Konsistenz der Beaufsichtigung von Versicherungsunternehmen zu verbessern.

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„Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen”

In den letzten Jahren haben wir viel positives Feedback zu unserem „Insurance Business Breakfast“ erhalten. Daher möchten wir in bewährter Tradition auch in diesem Jahr gemeinsam mit Ihnen aktuelle Themen der Regulierung und des Risikomanagements diskutieren. Vor dem Hintergrund „Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen” zeigen Ihnen unsere Ansprechpartner aktuelle Entwicklungen sowie Themenfelder mit Potenzial zur Mehrwert schaffenden Weichenstellung in Ihrem Unternehmen auf:

  • Solvabilitätsübersicht, SFCR, RSR, ORSA und Governance: Erkenntnisse und Optimierungspotenziale nach dem ersten vollen Solvency II-Jahr
  • Capital Management und ORSA: Operationalisierung im Tagesgeschäft
  • Fast Close & Agile Steuerung: Solvency II-Daten fristgerecht erzeugen und wertschaffend nutzen
  • Startklar für die Prüfungssaison 2017 und Ausblick auf kommende Regulierungen

Melden Sie sich einfach für einen der nachfolgenden Termine über unsere Anmeldeseite an:

  • Freitag 03.11.2017, Frankfurt
  • Dienstag 07.11.2017, Köln
  • Mittwoch 08.11.2017, Hannover
  • Montag 13.11.2017, Stuttgart
  • Donnerstag 16.11.2017, München

Wir freuen uns auf interessante Diskussionen mit Ihnen!

EIOPA veröffentlicht erstes Konsultationspapier Solvency II Standardformel Review

Mit der Veröffentlichung des Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet (vgl. auch Blog-Beitrag vom 12. Dezember 2016). Die Konsultationsphase endete am 3. März 2017. Das Feedback der verschiedenen Stakeholder wurde von EIOPA analysiert, um Änderungsvorschläge zu formulieren (inklusive Vorschlägen, welche während des „Roundtables“ im Mai 2017 erarbeitet wurden).

Am 4. Juli 2017 hat EIOPA nun das erste Konsultationspapier veröffentlicht. Es beinhaltet ausgearbeitete Änderungsvorschläge zu den folgenden Themenbereichen:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings
  • Behandlung von Garantien
  • Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Unternehmensspezifische Parameter
  • Look-Through Ansatz

Ein zweites Konsultationspapier mit allen verbleibenden, nicht in diesem Konsultationspapier veröffentlichten Themenbereichen wird EIOPA am Ende des Jahres veröffentlichen. Diese betreffen: Anpassung für die Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern, Katastrophenrisiken, Prämien- und Reserverisiko, Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko, Gegenparteiausfallrisiko, Wechselkursrisiko auf Gruppenebene, Zinsrisiko, nicht-geratete Schuldverschreibungen, nicht-börsennotierte Aktien sowie zu strategische Beteiligungen.

Mit der Veröffentlichung dieses Konsultationspapiers lädt EIOPA alle Stakeholder ein, Feedback zu den behandelten Themengebieten zu geben (Template für Kommentare). Die Konsultationsphase endet am 31. August 2017.

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