Schlagwort: Solvency II

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Latente Steuern und das neue Investmentsteuergesetz

Die Ermittlung der latenten Steuern unter Solvency II erfolgt auf der Grundlage des Art. 15 i. V. m. Art. 9 delegierte Verordnung. Für den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern sind die Vorschriften der internationalen Rechnungslegung (IFRS) maßgeblich.

Nach IAS 12 sind die latenten Steuern nach der bilanzorientieren Methode, dem sogenannten Temporary-Konzept abzugrenzen. Nach dieser Methode sind latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen der Solvenzbilanz und dem Steuerwert abzugrenzen, aus denen sich im Zeitpunkt der Realisierung ein steuerpflichtiges Ergebnis bzw. eine steuerlich abzugsfähige Differenz ergibt.

Proportionalität in der Versicherungsaufsicht (Solvency II und EbaV II)

Wenngleich sich auch weiterhin regelbasierte Vorschriften im Solvency II und EbAV II-Regelwerk finden, so hat die prinzipienbasierte Regulierung deutlich an Bedeutung gewonnen und damit auch das Proportionalitätsprinzip als allgemeiner Grundsatz für die Versicherungsaufsicht Eingang gefunden. Dies führt zu einem Mehr an Gestaltungsspielraum im Rahmen der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorschriften, so dass unter Beachtung des jeweils vorliegenden Risikoprofils des betroffenen Unternehmens der Aufwand für die Umsetzung angemessen reduziert werden – auch wenn die Anforderungen nicht gänzlich eliminiert werden können. Somit stellt das Proportionalitätsprinzip einerseits eine Möglichkeit für neue Gestaltungsspielräume dar, führt andererseits zum Teil auch zu Unsicherheit und anfänglichem Mehraufwand. Insbesondere für kleinere und mittelgroße betroffene Unternehmen stellt die Umstellung von der regelbasierten auf den prinzipienorientierten Ansatz eine Herausforderung dar.

BaFin aktualisiert Hinweise zum Solvency II-Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 4. Februar 2019 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen sowie Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die im Jahr 2018 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung.

BaFin ergänzt Auslegungsentscheidung zum Ausweis von Rückversicherung unter Solvency II

Am 1. Januar 2019 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zur Bewertung der einforderbaren Beträge aus Rückversicherungsverträgen und zum Umgang mit Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Depotforderungen und -verbindlichkeiten unter Solvency II publiziert. Die Auslegungsentscheidung richtet sich an alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die unter die Vorschriften von Solvency II fallen.

EIOPA veröffentlicht Bericht über Gruppenaufsicht unter Solvency II

Am 25. Januar 2018 hat EIOPA einen Bericht über die Anwendung der Gruppenaufsicht unter Solvency II veröffentlicht.

Dieser Bericht wurde auf Anfrage der Europäischen Kommission erstellt und informiert diese darüber, wie die Anwendung der Gruppenaufsicht gemäß Artikel 242 Absatz 1 der Solvabilität II-Richtlinie durchgeführt wird.

Die Europäische Kommission forderte EIOPA auf 29 Fragen zu prüfen. Diese wurden in vier Bereiche unterteilt:

  • Aufsicht von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen in der Gruppe
  • Die Funktionalität der Aufsichtskollegien und die Zusammenarbeit der Behörden innerhalb der Kollegien
  • Gruppeninterne Modelle
  • Aufsichtspraktiken bezüglich der Festsetzung der Kapitalaufschläge

Im Rahmen dessen hat EIOPA insbesondere in Bezug auf die Definition der Gruppe im Zusammenhang mit Drittlandgruppen, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) tätig sind sowie bei Nicht-EWR-Strukturen mit verbundenen Investmentfonds, die in Versicherungsunternehmen im EWR investieren, potentielle Herausforderungen erkannt.

Weiterhin stellt EIOPA heraus, dass es im Hinblick auf die Implementierung von Solvency II in vielen Bereichen Möglichkeiten gibt, die von den nationalen Aufsichtsbehörden verfolgten Ansätze und Auslegungen stärker zu vereinheitlichen und dadurch die europaweite Konsistenz der Beaufsichtigung von Versicherungsunternehmen zu verbessern.

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„Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen”

In den letzten Jahren haben wir viel positives Feedback zu unserem „Insurance Business Breakfast“ erhalten. Daher möchten wir in bewährter Tradition auch in diesem Jahr gemeinsam mit Ihnen aktuelle Themen der Regulierung und des Risikomanagements diskutieren. Vor dem Hintergrund „Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen” zeigen Ihnen unsere Ansprechpartner aktuelle Entwicklungen sowie Themenfelder mit Potenzial zur Mehrwert schaffenden Weichenstellung in Ihrem Unternehmen auf:

  • Solvabilitätsübersicht, SFCR, RSR, ORSA und Governance: Erkenntnisse und Optimierungspotenziale nach dem ersten vollen Solvency II-Jahr
  • Capital Management und ORSA: Operationalisierung im Tagesgeschäft
  • Fast Close & Agile Steuerung: Solvency II-Daten fristgerecht erzeugen und wertschaffend nutzen
  • Startklar für die Prüfungssaison 2017 und Ausblick auf kommende Regulierungen

Melden Sie sich einfach für einen der nachfolgenden Termine über unsere Anmeldeseite an:

  • Freitag 03.11.2017, Frankfurt
  • Dienstag 07.11.2017, Köln
  • Mittwoch 08.11.2017, Hannover
  • Montag 13.11.2017, Stuttgart
  • Donnerstag 16.11.2017, München

Wir freuen uns auf interessante Diskussionen mit Ihnen!

EIOPA veröffentlicht erstes Konsultationspapier Solvency II Standardformel Review

Mit der Veröffentlichung des Diskussionspapiers zur SCR Standardformel hat EIOPA am 8. Dezember 2016 den Solvency II Review Prozess gestartet (vgl. auch Blog-Beitrag vom 12. Dezember 2016). Die Konsultationsphase endete am 3. März 2017. Das Feedback der verschiedenen Stakeholder wurde von EIOPA analysiert, um Änderungsvorschläge zu formulieren (inklusive Vorschlägen, welche während des „Roundtables“ im Mai 2017 erarbeitet wurden).

Am 4. Juli 2017 hat EIOPA nun das erste Konsultationspapier veröffentlicht. Es beinhaltet ausgearbeitete Änderungsvorschläge zu den folgenden Themenbereichen:

  • Vereinfachte Berechnungen
  • Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings
  • Behandlung von Garantien
  • Risikopositionen, die von dritten Parteien garantiert werden und Forderungen gegenüber regionalen Regierungen und lokalen Aufsichten
  • Risikominderungstechniken
  • Unternehmensspezifische Parameter
  • Look-Through Ansatz

Ein zweites Konsultationspapier mit allen verbleibenden, nicht in diesem Konsultationspapier veröffentlichten Themenbereichen wird EIOPA am Ende des Jahres veröffentlichen. Diese betreffen: Anpassung für die Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern, Katastrophenrisiken, Prämien- und Reserverisiko, Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko, Gegenparteiausfallrisiko, Wechselkursrisiko auf Gruppenebene, Zinsrisiko, nicht-geratete Schuldverschreibungen, nicht-börsennotierte Aktien sowie zu strategische Beteiligungen.

Mit der Veröffentlichung dieses Konsultationspapiers lädt EIOPA alle Stakeholder ein, Feedback zu den behandelten Themengebieten zu geben (Template für Kommentare). Die Konsultationsphase endet am 31. August 2017.

EIOPA veröffentlicht erste Quartalsstatistik zu Solvency II

EIOPA hat heute erstmals aktuelle Statistiken zu Solvency II für den europäischen Versicherungsmarkt veröffentlicht.

Die zugrundeliegenden Informationen umfassen Versicherungsunternehmen und –gruppen in der Europäischen Union (EU) und im europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Dabei sollen die Statistiken aktuelle und qualitativ hochwertige Daten liefern, um länderspezifische Vergleiche und Prognosen zu erleichtern und so den Schutz der Versicherungsnehmer sowie die Stabilität der EU und des EWR zu fördern.

Die Statistiken werden künftig vierteljährlich veröffentlicht, beginnend mit dem dritten Quartal des abgelaufenen Jahres 2016. Die Tabellen und Diagramme sind im PDF- und Excel-Format verfügbar und basieren auf Informationen aus der Statistik zum Erscheinungstermin:

  • Einzelversicherungsunternehmen (Solo-Daten): Vierteljährliche und jährliche Veröffentlichung von Statistiken auf der Grundlage von Einzelberichtsdaten; länderspezifische Analysen
  • Versicherungsgruppen (Gruppendaten): Jährliche Veröffentlichung von Schlüsselindikatoren auf Grundlage der Konzernberichte
  • Indikatoren auf Grundlage des Berichts zum Zwecke der Finanzstabilität: Jährliche Veröffentlichung einer Reihe von Rentabilitätsindikatoren (Rendite auf Vermögenswerte und Eigenkapitalrendite) und Duration der versicherungstechnischen Rückstellungen) auf Grundlage einer Stichprobe von Solo- und Gruppendaten, die einen Bericht zum Zwecke der Finanzstabilität erstellen

Die Statistiken der EIOPA sind in drei wesentliche Themengebiete geclustert:

Für Details und Erläuterungen zu sämtlichen QRTs (Quantitative Reporting Templates) wird auf die Reporting Formats der EIOPA verwiesen.

Der aktuelle EIOPA-Bericht mit Statistiken für Q3 2016 umfasst neben Daten der Berichterstattung von ca. 3.000 Versicherungsunternehmen und -gruppen europaweit, qualitative Erläuterungen der wichtigsten Aspekte zu den Statistiken. Weiterhin stellt EIOPA ein Questions & Answers Dokument zur Verfügung.

Künftig sollen Granularität und Umfang der zur Verfügung gestellten Statistiken steigen. So sollen Auswertungen auch die Jahresabschlussinformationen und die wichtigsten Rentabilitäts- und Finanzstabilitätsindikatoren der größten europäischen Versicherungsunternehmen und -gruppen auf aggregierter Ebene bereitstellen.

Statistiken nach dem alten Solvency I-Regime sind für 2005-2015 weiterhin auf der Seite der EIOPA verfügbar.

EIOPA veröffentlicht halbjährlichen Finanzmarktstabilitätsberichts 2017

Am 20. Juni 2017 hat EIOPA ihren turnusmäßigen Finanzmarktstabilitätsbericht (Financial Stability Report June 2017) veröffentlicht.

Im ersten Teil des Berichts analysiert EIOPA die wichtigsten Entwicklungen des europäischen und weltweiten Versicherungsmarktes, insbesondere hinsichtlich regulatorischer Anforderungen, Profitabilität und Marktwachstum. Außerdem werden Entwicklungen für den Sektor der Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) untersucht und die Ergebnisse der Risk Assessments der europäischen Aufsichtsbehörden zusammengefasst (sowohl für die Versicherer als auch die EbAV).

Im zweiten Teil des Finanzmarktstabilitätsberichtes wird eine empirische und theoretische Analyse inkl. Aussichten der Eigenkapitalanforderungen der Versicherungsunternehmen vorgestellt.

Die wichtigsten Entwicklungen

Die aus Sicht der EIOPA wichtigsten Entwicklungen der Versicherungs- und Rückversicherungsbranche sowie der EbAV im europäischen Wirtschaftsraum lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Das schwierige makroökonomische Umfeld aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen und politischer Ungewissheiten, stellen für den Versicherungs- und Rückversicherungssektor weiterhin Risiken dar.
  • Die Implementierung des risikoorientierten Solvency II-Regimes erfolgte in großen Teilen reibungslos. Jedoch arbeitet der Versicherungssektor weiterhin an der Weiterentwicklung des Regimes. Aufgrund der Vorbereitung auf Solvency II, haben einige europäische Versicherer ihre Kapitalpositionen erhöht. Im Dezember 2016 meldete die große Mehrheit der Solo-Versicherungsgesellschaften eine Bedeckungsquote nach Solvency II über 100 %, mit einem Median von 210 %.
  • Nach der Solvency II-Implementierung wurden keine größeren Verschiebungen der Portfoliozusammensetzung der Versicherer beobachtet. Der europäische Versicherungssektor ist mit einer durchschnittlichen SCR-Ratio von 209 % ausgestattet.
  • Das Rentabilitätsniveau der Versicherer zeigt ein relativ stabiles Bild mit einer Eigenkapitalrendite von 9 % für mittelständische Unternehmen. Der ständige Druck auf die Rentabilität könnte jedoch in naher Zukunft zu einer sich verschlechternden Position führen.
  • Für den Rückversicherungsbereich ergaben sich keine weitergehenden Veränderungen.
  • Im Bereich der betrieblichen Altersversorgung hat sich die Bilanzsumme des Euro-Währungsgebiets erhöht. Die Investitionszuteilung blieb weitgehend unverändert und die durchschnittliche Rendite erhöhte sich. Die durchschnittlichen Deckungsquoten für leistungsorientierte Systeme sind im Vergleich zu 2015 leicht gestiegen und bleiben für eine Reihe von Pensionsfonds besorgniserregend.

Gabriel Bernardino (Vorsitzender der EIOPA) führte aus, dass der Finanzstabilitätsbericht aus Juni 2017 einige positive Anzeichen im makroökonomischen Umfeld sowie einen insgesamt gut kapitalisierten Versicherungssektor zeigt. Allerdings ist es für die Aufsichtsbehörden und die Industrie unerlässlich, die sich neu entwickelten Risiken genau zu beobachten, um die Finanzstabilität weiterhin zu bewahren und die europäischen Verbraucher angemessen zu schützen.

EIOPA wird die Solvency II-Daten weiter nutzen und ihre Instrumente weiterentwickeln, um alle relevanten Risiken nicht nur zu überwachen und zu bewerten, sondern um sie proaktiv zu mildern.

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