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EIOPA veröffentlicht Stellungnahme zur Anwendung des Proportionalitätsprinzips bei Aufsicht von Solvenzkapitalanforderungen

Am 11. April 2019 veröffentlichte EIOPA eine Stellungnahme zur Anwendung des Proportionalitätsprinzips bei der Aufsicht der Solvenzkapitalanforderungen (SCR), die nach der Standardformel berechnet werden. Hintergrund ist, dass EIOPA mögliche Abweichungen identifiziert hat, die im Zusammenhang mit der Aufsicht der Berechnung von immateriellen SCR-Submodulen entstehen.

Legislativvorschlag zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35

Die EU Kommission hat am 8. März 2019 die bereits erwartete Verordnung zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 (SII-DVO) herausgegeben. Zuvor hatte die EU Kommission am 9. November 2018 einen entsprechenden Entwurf zur Konsultation vorgelegt (siehe hierzu auch Blogbeiträge vom 21. November 2018 und 23. März 2017).

Bereits im Juli 2016 hatte die EU Kommission den Review der Standardformel in der Branche angestoßen (siehe hierzu Blog-Beitrag vom 25. Juli 2016). Hierzu wurden verschiedene Initiativen und Umfragen in der Versicherungsbranche seitens der EU Kommission eingeleitet (sog. „Call for Evidence“). Basierend auf diesen wurden im Anschluss zwei verschiedene Sets von Konsultationspapieren der EIOPA veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 5. März 2018 sowie 9. November 2017).

Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht 2019

Die BaFin hat am 18. Dezember 2018 im Sinne ihres Anspruchs an eine klare, nachvollziehbare und transparente Aufsicht ihre Schwerpunkte für das Jahr 2019 bekannt gegeben.

Als übergreifende Aufsichtsschwerpunkte werden die Themen Digitalisierung und Brexit genannt.

Solvency II Newsletter Nr. 15, Juli 2018

Mit unserer 15. Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters greifen wir wieder aktuelle Themen zu Solvency II und der internationalen Aufsicht auf:

  • Kapitalanforderungen: „EIOPA Standardformel Review: Update und Themen im Fokus
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Implementierungsstand der MaGo nach einem Jahr und aktuelle Konkretisierungen zur IT durch die VAIT
  • Prozesse, Kontrollen, Daten und & IT: „Hohe Datenqualitätsanforderungen angemessen in der Praxis umsetzen

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

An dieser Stelle möchten wir Sie zudem herzlich zu unserem diesjährigen „Risk & Regulatory Insurance Business Breakfast“ einladen, welches im September 2018 an den Standorten Köln, Frankfurt a.M., Hannover, München und Stuttgart stattfindet. Informationen zu den geplanten Terminen und Themen finden Sie im vorliegenden Newsletter.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgendem Link anmelden: Subscribe. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an:  UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht in 2018-2019

EIOPA und BaFin haben im Laufe des Aprils ihre Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht für die kommenden Jahre 2018-2019 bekannt gegeben:

Schwerpunkte der EIOPA

Im Rahmen des veröffentlichten „Supervisory Convergence Plan for 2018-2019“ hebt EIOPA zunächst das übergeordnete Ziel der Versicherungsaufsicht hervor: den Schutz des Versicherungsnehmers sowie die Aufrechterhaltung der Finanzmarktstabilität durch effektive, effiziente und konsistente Aufsicht innerhalb Europas.

BaFin-Auslegungsentscheidung zur Behandlung von Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht

Am 28. März 2018 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zur Behandlung von Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht veröffentlicht. Die Auslegungsentscheidung richtet sich an alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die unter die Vorschriften von Solvency II fallen. Sterbekassen, Pensionskassen und kleine Versicherungsunternehmen sind mithin nicht betroffen.

Wenngleich die BaFin davon ausgeht, dass Infrastrukturinvestitionen nicht grundsätzlich als „nicht alltägliche Anlagen“ im Sinne der EIOPA-Leitlinie 28 zum Governance System zu klassifizieren sind, so vertritt sie doch die Auffassung, dass Infrastrukturinvestitionen aufgrund ihrer Komplexität und ihrer regelmäßig hohen Volumina für die meisten Versicherer als „nicht alltägliche Anlage“ zu behandeln sein dürften. In diesem Zusammenhang zeigt die Auslegungsentscheidung diesbezügliche und als „Good-Practice-Ansätze“ zu verstehende Grundsätze und Prozesse zur Umsetzung der genannten EIOPA-Leitlinie auf. Unter anderem werden folgende Punkte genannt:

  • Laut BaFin kann es in Bezug auf Infrastrukturinvestitionen sinnvoll sein, den Rat und Bescheinigungen einschlägiger Experten einzuholen.
  • Die BaFin hebt hervor, dass es für Standardformelanwender von entscheidender Bedeutung ist, ob die Infrastrukturinvestition als qualifizierte Infrastrukturinvestition im Sinne des Art. 164a der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 einzustufen ist.
  • Die Versicherer sollten zunächst unternehmensindividuell bestimmen, ob es sich bei der jeweils betrachteten Infrastrukturinvestition um eine „nicht alltägliche Anlage“ handelt. Ist dies der Fall, muss vor dem Erwerb ein Neue-Produkte-Prozess durchlaufen werden.
  • Im Hinblick auf die Durchführung und die Verwaltung der Infrastrukturinvestition sollten die Versicherer über eine angemessene personelle und fachliche Ausstattung verfügen.
  • In Bezug auf die Identifikation und Bewertung der mit der Infrastrukturinvestition verbundenen Risiken werden diverse Vorgaben gemacht, die unter anderem auch die Behandlung im ORSA betreffen.
  • Weiterhin müssen die Versicherer beurteilen, ob die Infrastrukturinvestition mit den Interessen der Anspruchsberichtigten und Versicherungsnehmer vereinbar ist und welche Auswirkungen die Investition auf die Struktur des Portfolios hat.

Darüber hinaus vertritt die BaFin die Auffassung, dass es sich bei Infrastrukturinvestitionen um schwierig zu bewertende, komplexe Produkte gemäß EIOPA-Leitlinie 33 zum Governance-System handelt. Dementsprechend sind geeignete Risikomanagement- und Bewertungsverfahren zu implementieren. Im Rahmen dessen sollte von den Versicherern auch festgelegt werden, welche Personen und Gremien bei Infrastrukturinvestitionen einzubinden sind.

Zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review – Auswirkung des „relative shifted approach“ auf die geschockten Zinskurven

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission (siehe Blogbeitrag vom 5. März 2018). Für das Zinsrisiko wird darin ein Vorschlag gewählt, der im zweiten Konsultationspapier noch nicht diskutiert wurde.

Die Berechnung der geschockten Zinsstrukturkurven soll demnach mit einem „relative shifted approach“ erfolgen. Für die EUR-SWAP Kurve resultieren daraus folgende Abweichungen zum derzeitig benutzten Vorgehen (current approach).

Grafik: EUR-SWAP Zinskurve – Vergleich der Schockansätze; Quelle: Eigene Darstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die neue Berechnungsweise ergeben sich für den down-Schock über die gesamte Kurve höhere Schocks. Auch der floor auf die risikolose Zinskurve entfällt. Der up-Schock erhöht sich vor allem für Fälligkeitsdaten bis zu 20 Jahren. In einem nächsten Schritt entscheidet die Europäische Kommission über den Vorschlag. Ein genauer Zeitrahmen hierfür ist nicht vorgegeben. Der Review der Standardformel soll jedoch bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Hintergrund

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

EIOPA richtet zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission.

Hintergrund:

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

Das Schreiben baut strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des zweiten Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltliche Anpassungen, beziehungsweise die Auswahl verschiedener diskutierter Möglichkeiten vor. Diese Anpassungen und Entscheidungen betreffen:

  • Prämien- und Reserverisiko
  • Sterblichkeits- und Langlebigkeitsstresse
  • Seefahrtrisiko
  • Identifikation des größten man-made Katastrophen Risikos
  • Rekalibrierung der Naturkatastrophen Szenarien
  • Vertragsgrenzen in der Berechnung von Naturkatastrophen
  • Zinsrisiko
  • Konzentrationsrisiko
  • unrated debts
  • unlisted equity
  • Gegenparteiausfallrisiko
  • Behandlung von CCP-Exposures und Änderungen aufgrund von EMIR
  • Verlustausgleichsfähigkeit latenter Steuern
  • Vergleich von Eigenmittel in Versicherungs- und Bankensektoren
  • Kapitalinstrumente

Nächste Schritte:

Es ist geplant, dass der Standardformel Review Ende 2018 von der Europäischen Kommission finalisiert wird. Die Überprüfung der Solvency II Rahmenbedingungen im Gesamten, einschließlich der Behandlung von langfristigen Garantien, soll bis 2021 abgeschlossen sein.

Solvency II Standardformel Review: EIOPA veröffentlicht zweites Konsultationspapier

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 9. November 2017).

EIOPA richtet erstes Set zum Solvency II Standardformel Review an EU Kommission

Nach der Veröffentlichung des Konsultationspapiers zum ersten Set zum Solvency II Standardformel Review (vgl. auch Blog-Beitrag vom 5. Juli 2017) hat EIOPA am 30. Oktober 2017 nun den „Final Report on the public consultation on EIOPA’s first set of advice“ einschließlich Kommentare der Stakeholder Gruppen auf ihrer Website veröffentlicht.

In gleichem Zuge richtet EIOPA ihr erstes Set an Empfehlungen (EIOPA’s first set of advice, EIOPA-BoS-17/280) an die Europäische Kommission. In den Empfehlungen baut EIOPA strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltlich lediglich kleinere Anpassungen vor. Die Änderungen sind nach den folgenden Themenbereichen gegliedert (für eine Übersicht der Themenbereiche vgl. auch PwC Solvency II-Newsletter August 2017, S. 3 ff.):

Vereinfachte Berechnungen:

  • Ergänzung eines Vorschlags, nach dem es Unternehmen erlaubt sein soll, ihre Basissolvabilitätskapitalanforderung oder Solvabilitätskapitalanforderung für Sub-Module zu berechnen, ohne Diversifikationsvorteile zu berücksichtigen (vgl. Tz. 67 EIOPA-BoS-17/280).

Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings:

  • Konkretisierung des Schwellenwertes unter welchem es (Rück-) Versicherungsunternehmen gestattet ist auf Vereinfachungen in der Berechnung des Spread- und Konzentrationsrisikos zurückzugreifen. Vereinfachungen bei der Kalkulation dürfen vorgenommen werden, wenn unter anderem mindestens 80% (im Konsultationspapier noch „der Großteil“) des Portfolios von mindestens einer ECAI (External Credit Assessment Institution) bedeckt werden (vgl. Tz. 109 EIOPA-BoS-17/280).

Look-Through Ansatz:

  • Konkretisierung, nach der „related undertakings“, die nicht für Investmentzwecke gedacht sind, nach wie vor in der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen wie Tochtergesellschaften behandelt werden (vgl. Tz. 265 EIOPA-BoS-17/280).
  • Konkretisierung zur vereinfachten Berechnung auf Basis der „Target Asset Allocation“ von Fonds (vgl. Tz. 266 EIOPA-BoS-17/280). Die Methode soll im Zuge des zweiten Sets noch genauer beschreiben werden.

EIOPA plant bis Februar 2018 das zweite Set an Empfehlungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Die Konsultation zum zweiten Set wurde am 6. November 2017 von EIOPA veröffentlicht. Dieses zweite Set konzentriert sich vor allem auf die Analyse von Kapitalkosten bei der Kalkulation der Risikomarge und auf die Kalkulation von Risiken.

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