Schlagwort: Stresstest

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Stresstest RSS-Feed

EIOPA veröffentlicht Diskussionspapier zum Thema Versicherungs-Stresstests

Am 22. Juli 2019 hat EIOPA ein Diskussionspapier bezüglich der methodischen Grundlagen für Stresstests von (Rück-) Versicherungsunternehmen veröffentlicht. Das Feedback der Stakeholder kann bis zum 18. Oktober 2019 eingereicht werden.

Hintergrund

Stresstests dienen der Analyse von qualitativen oder quantitativen Auswirkungen nachteiliger Szenarien und werden deshalb von verschiedenen Stakeholdern mit unterschiedlichen Zielsetzungen durchgeführt. Aufsichtsbehörden nutzen sie beispielsweise als Aufsichtsinstrument, wohingegen Versicherungsunternehmen Stresstests im Rahmen ihrer unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment – ORSA) oder zur Entwicklung von Steuerungsmaßnahmen im Risikomanagement verwenden.

EIOPA EbAV-Stresstest 2019

Am 2. April 2019 kündigte EIOPA den dritten europaweiten Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) an. Dieser knüpft an die ersten beiden Stresstests an, die im Mai 2015 und Mai 2017 durchgeführt wurden. Die teilnehmenden Einrichtungen müssen bis zum 19. Juni 2019 ihre Ergebnisse an die nationalen Aufsichtsbehörden einreichen. Die gesammelten Ergebnisse werden dann bis zum 28. August 2019 an EIOPA übermittelt.

EIOPA veröffentlicht Ergebnisse zum Stresstest 2018

Am 14. Dezember 2018 hat EIOPA die Ergebnisse zum vierten Stresstest für Versicherungsunternehmen veröffentlicht (siehe auch Blog-Beitrag vom 15. Mai 2018).

In der Analyse werden die Ergebnisse von 42 teilnehmenden (Rück-)Versicherungsgruppen, davon fünf aus Deutschland, betrachtet. Ziel der regelmäßigen EIOPA Stresstests ist, die derzeitigen Schwachstellen des Sektors zu identifizieren, um potenzielle präventive Maßnahmen zu entwickeln.

Start des vierten EU Stresstests: Europäische Versicherungsgruppen im Fokus

Am 14. Mai 2018 war Start des vierten europäischen Stresstests für Versicherungsunternehmen. Der Stresstest 2018 legt dabei den Fokus auf große europäische Versicherungsgruppen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Insgesamt werden 42 Gruppen, davon die folgenden fünf aus Deutschland, teilnehmen:

  • Allianz SE
  • HDI V.a.G.
  • HUK-Coburg Versicherungsgruppe
  • MunichRe
  • R+V Versicherung

Neben der Zeitplanung stellt EIOPA zur Durchführung des Stresstests weitere Spezifikationen und Templates bereit:

  • Technische Spezifikationen zu Verfahren und Methoden des Stresstests
  • Technische Informationen mit einer Anleitung zur Durchführung des Stresstests
  • Templates für die Berichterstattung an EIOPA
  • Q&A Templates zur Einreichung von Fragestellungen an EIOPA
  • Hintergrundinformationen zum Stresstest
  • FAQs

Ziel des im Zeitraum 14. Mai bis 16. August 2018 durchgeführten Stresstests ist es die Widerstandsfähigkeit und Anfälligkeit der Gruppen auf mögliche unerwartete Entwicklungen zu bewerten und deren Maßnahmen zu beurteilen. Bis zum Ende der Frist müssen die teilnehmenden Gruppen ihre Berichtsformulare an die nationalen Aufsichtsbehörden übermitteln. Diese werden nach anschließender Validierung im September 2018 an die EIOPA zur Auswertung weitergeleitet.

Bis zum 14. Juni 2018 können die deutschen Teilnehmer Fragen zu den Unterlagen des Stresstest an die BaFin richten. Fragen mit europaweiter Bedeutung werden ebenfalls bis Mitte Juni regelmäßig auf der Internetseite der EIOPA beantwortet und veröffentlicht.

Bereits 2016 wurde ein Stresstest mit dem Fokus auf Lebensversicherungsunternehmen durchgeführt (siehe Blog-Beitrag vom 27. Mai 2016). Die Ergebnisse des EIOPA-Stresstest 2016 wurden in einem Abschlussbericht im Dezember 2016 veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 19. Dezember 2016). Einen entsprechenden Abschlussbericht zum diesjährigen Stresstest plant EIOPA im Dezember 2018 / Januar 2019 zu veröffentlichen.

Stresstest für EbAV: EIOPA veröffentlicht Auswertungsbericht

Die EIOPA hat am 13. Dezember 2017 einen Auswertungsbericht zum europaweiten Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) 2017 veröffentlicht.

Der europaweite EbAV-Stresstest wurde zum zweiten Mal im Zeitraum von 18. Mai bis 13. Juli 2017 durchgeführt (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Ziel des Stresstests war eine Abschätzung der Belastbarkeit der europäischen EbAV unter adversen Kapitalmarktszenarien mit einheitlichen Methoden zu generieren. Zudem wurde analysiert, wie die Pensionskassen und Pensionsfonds den unter adversen Kapitalmarktszenarien entstehenden Schock auf die Realwirtschaft und Finanzmärkte übertragen.

Der Stresstest beinhaltete ein „Double-hit-scenario“, das zum einen aus einer Senkung der risikolosen Zinssätze besteht, was tendenziell die Höhe der Verpflichtungen der EbAV erhöht. Des Weiteren war ein Rückgang der Marktwerte der Kapitalanlagen vorgesehen, wodurch erreicht wurde, dass sich der Schock auf beiden Seiten der Bilanz niederschlägt. Der Stresstest umfasste darüber hinaus sowohl Leistungszusagen als auch reine Beitragszusagen. Letztere sind in Deutschland erst ab dem 1. Januar 2018 zulässig und waren daher für den Stresstest nicht relevant.

EIOPA veröffentlicht den ersten Bericht zu den Maßnahmen für langfristige Garantien und das Aktienrisiko

Im Rahmen des von Mai bis Juli 2016 durchgeführten Stresstests hat EIOPA Erkenntnisse über die Maßnahmen für langfristige Garantien (Long Term Guarantees, LTG) und die Aktienrisiko-Maßnahmen gesammelt (vgl. Blog-Beitrag vom 19. Dezember 2016). Am 16. Dezember 2016 übermittelte EIOPA infolgedessen den ersten Bericht zur Nutzung und Wirkung dieser Maßnahmen an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat und die Europäische Kommission („Trilogparteien“). Dieser Bericht ist Teil des in der Rahmenrichtlinie verankerten Reviews der genannten Maßnahmen und wird bis 2021 jährlich durch weitere Berichte ergänzt.

Der Bericht erfasst zum ersten Mal die Gesamtauswirkung der LTG-Maßnahmen und der Aktienrisiko-Maßnahmen auf die finanzielle Lage der europäischen Versicherer. Zusammenfassend bestätigen die Ergebnisse einen signifikanten Einfluss der Maßnahmen auf die Eigenmittel und die Kapitalanforderungen der Versicherer.

Im Fokus stehen die folgenden Maßnahmen:

  • LTG-Maßnahmen: Extrapolation der risikofreien Zinskurve, Matching-Anpassung, Volatilitätsanpassung, Verlängerung der Frist für die Wiederherstellung gesunder Finanzverhältnisse nach Art. 138 Abs. 4 der SII-Rahmenrichtlinie, Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze, Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen.
  • Aktienrisiko-Maßnahmen: Anwendung des symmetrischen Anpassungsmechanismus, Anwendung des durationsbasierten Aktienrisikomoduls.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Prozyklizität zu begrenzen und auch unter den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen einen fließenden Übergang in das neue Aufsichtssystem Solvency II zu ermöglichen. Die LTG-Maßnahmen zielen dabei primär auf eine angemessene Abbildung von Versicherungsprodukten mit langfristigen Garantien ab. Die Maßnahmen für das Aktienrisiko sollen eine angemessene Bewertung dieses Risikos ermöglichen, indem die entsprechende Kapitalanforderung im Verhältnis zu den aus Veränderungen der Aktienpreise entstehenden Risiken ermittelt wird.

Der Bericht gibt dazu zunächst einen Überblick über die Nutzung der Maßnahmen:

  • 901 Versicherer in 24 Ländern (Marktanteil 69 %) nutzen mindestens eine der Maßnahmen;
  • 852 Versicherer (Marktanteil 61 %) nutzen die Volatilitätsanpassung;
  • 154 Versicherer (Marktanteil 24 %) nutzen die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen;
  • 38 Versicherer (Marktanteil 16 %) nutzen die Matching-Anpassung;
  • 6 Versicherer nutzen die Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze;
  • 1 Versicherer nutzt das durationsbasierte Aktienrisikomodul.

Anschließend werden die Auswirkungen der Maßnahmen ausführlich analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass im Fall einer Nichtanwendung der Maßnahmen

  • die Eigenmittel um insgesamt 107 Mrd. € geringer und
  • die Solvabilitätskapitalanforderungen um 50 Mrd. € höher wären.

Als Basis für die Analyse dienten die am Stresstest 2016 teilnehmenden Unternehmen. Laut Gabriel Bernardino, Vorsitzender EIOPAs, wird durch die Ergebnisse der signifikante Einfluss der Maßnahmen auf die finanzielle Lage der Versicherer und somit deren beabsichtigte Wirkungsweise bestätigt. Folglich zeige sich auch die gewünschte Wirkung für die Finanzstabilität.

Als zusätzlichen Themenschwerpunkt berichtet EIOPA unter anderem auch über den Review der Genehmigungsverfahren, welche für einige der Maßnahmen erforderlich sind. Dies beinhaltet je relevanter Maßnahme auch einen Überblick über die durchgeführten Genehmigungsverfahren pro Land und deren Ergebnisse.

EIOPA veröffentlicht Abschlussbericht zum Stresstest 2016

Am 15. Dezember 2016 hat EIOPA den Abschlussbericht zu dem von Mai bis Mitte Juli 2016 durchgeführten europaweiten Stresstest (vgl. auch Blog-Beitrag und 27. Mai 2016) sowie dazugehörige „FAQ“ und eine zusammengefasste Ergebnispräsentation veröffentlicht.

Der Stresstest 2016 war der erste von EIOPA durchgeführte Stresstest seit Inkrafttreten des neuen europaweiten Aufsichtsregimes Solvency II und betraf lediglich Einzelversicherungsunternehmen, deren Geschäftsmodelle in besonderem Maße auf Produkte mit langfristigen Zinsgarantien ausgerichtet sind und die daher besonders anfällig gegenüber länger anhaltenden Niedrigzinsphasen sind (insbesondere Lebensversicherungsunternehmen). Die Auswirkungen solcher nachteiliger Kapitalmarktsituationen wurden auf Basis der folgenden Stressszenarien ermittelt:

  • „Low for Long“-Szenario: Simulation eines dauerhaft niedrigen Zinsniveaus unter Anwendung einer Zinsstrukturkurve, die von EIOPA zu diesem Zweck für verschiedene Laufzeiten aus dem niedrigsten Stand der Null-Kupon-Euro-Swapkurve der letzten zwei Jahre abgeleitet wurde.
  • „Double Hit“-Szenario: Simulation anhaltend niedriger Zinsen in Kombination mit einem Schock auf die Marktwerte bestimmter Vermögenswerte.

Marktabdeckung

Der Stresstest erstreckte sich nicht über den gesamten Versicherungsmarkt, sondern lediglich auf ausgewählte Versicherungsunternehmen, durch deren Auswahl eine möglichst exakte Abbildung des jeweiligen nationalen Marktes erreicht werden sollte. Letztlich wurden von den nationalen Aufsichtsbehörden europaweit insgesamt 236 kleine, mittlere und große Versicherungsunternehmen ausgewählt, was auf Basis der versicherungstechnischen Rückstellungen für das Lebensversicherungsgeschäft (insgesamt EUR 5.200 Milliarden) einer Marktabdeckung von 77% entspricht. Die Summe der von den ausgewählten Versicherungsunternehmen gehaltenen Kapitalanlagen beträgt insgesamt EUR 6.300 Milliarden und repräsentiert damit fast 60% aller von europäischen Versicherungsunternehmen gehaltenen Kapitalanlagen. Aus Deutschland beteiligten sich insgesamt 20 kleine, mittlere und große Lebensversicherer (etwa 75% dt. Marktabdeckung) an dem Stresstest).

Stresstest-Ergebnisse

Vor Anwendung der Stressszenarien stellte EIOPA mit einer aggregierten Bedeckung der Solvabilitätskapitalanforderungen (SCR) von 196% eine insgesamt angemessene Kapitalausstattung der Versicherungsunternehmen fest. Unter den ausgewählten Versicherungsunternehmen befanden sich dabei lediglich zwei, deren Bedeckungsquote unter 100% lag. Ohne Anwendung aller LTG-Maßnahmen sank die aggregierte SCR-Bedeckung auf 136%, wobei bereits 32 Versicherungsunternehmen nicht mehr in der Lage gewesen wären ihr SCR mit ausreichend Eigenmitteln zu bedecken.

Nach Anwendung der beiden beschrieben Stressszenarien führte in Bezug auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Versicherungsunternehmen zu folgenden Ergebnissen. Veränderungen der SCR-Bedeckungsquoten wurden von EIOPA nicht explizit mitgeteilt.

  „Low for Long“-Szenario „Double Hit“-Szenario
EUR Mrd.  % EUR Mrd. %
Änderung der Vermögenswerte 282,4 4,5% – 608,5 – 9,7%
Änderung der Verbindlichkeiten 381,5 6,7% – 449,5 – 7,8%
Änderung des Überschusses der Vermögenswerte über die Verbindlichkeit – 99,1 – 18% – 159 – 28,9%

Laut EIOPA indizieren die Ergebnisse des Stresstests im Hinblick auf den Überschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten eine erhebliche Anfälligkeit gegenüber dem als besonders extrem eingestuften Szenario des Double Hits. Trotz der niedrigeren Auswirkungen, die das Low for Long-Szenario den Überschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten hat, wird jedoch die Relevanz dieses Szenarios von EIOPA angesichts der erwarteten Zinsentwicklungen als bedeutender und herausfordernder für die Versicherungswirtschaft erachtet. EIOPA empfiehlt den nationalen Aufsichtsbehörden in diesem Zusammenhang und zur Sicherstellung europaweit abgestimmte regulatorische Maßnahmen, unter anderem Folgende:

  • Sicherstellung, dass die Versicherungsunternehmen in ihren internen Risikomanagement-Prozessen externe Risiken angemessen berücksichtigen;
  • Überprüfung und Bewertung der Modelle in Bezug auf das Verhalten von Management und Versicherungsnehmern;
  • Überprüfung von Vertragsklauseln in Bezug auf langfristige Garantien;
  • Reduzierung der maximal zulässigen Garantien und unpassender Gewinnbeteiligungen der Versicherungsnehmer;
  • Sicherstellung, dass die auf Einzelunternehmensebene festgestellten Anfälligkeiten auch auf Gruppenebene angemessen berücksichtigt werden.

Laut Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor der BaFin für den Bereich Versicherungsaufsicht, decke sich die im europäischen Vergleich relativ hohe Sensitivität deutscher Lebensversicherungsunternehmen gegenüber dem Low for Long-Szenario mit den Einschätzungen der BaFin. Vor diesem Hintergrund seien mit dem Lebensversicherungsreformgesetz und der mehrmaligen Absenkung des zulässigen Höchstrechnungszins bereits frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen worden. Zudem würden Versicherungsunternehmen, die besonders sensitiv gegenüber dem derzeitigen Zinsumfeld seien einer intensiveren Aufsicht unterzogen. Hierzu verweisen wir auf die entsprechende Veröffentlichung der BaFin.

EIOPA startet Stresstest 2016

Am 24. Mai 2016 wurde der europaweite EIOPA-Stresstest 2016 gestartet. Das Startdatum liegt damit eine Woche vor dem ursprünglich von EIOPA geplanten Termin am 31. Mai 2016 (vgl. auch Blog-Beitrag vom 27. April 2016). Als Enddatum, bis zu dem die ausgewählten Versicherungsunternehmen ihre Ergebnisse bei den nationalen Aufsichtsbehörden einreichen müssen, wurde der 15. Juli 2016 unverändert beibehalten.

Neben der Zeitplanung stellt EIOPA zur Durchführung des Stresstests weitere Spezifikationen und Templates bereit:

  • Technische Spezifikationen zu Verfahren und Methoden des Stresstests
  • Technische Informationen zu Inputdaten (Zinsstrukturkurven, Swaps)
  • Templates für die Berichterstattung an EIOPA
  • Q&A Templates zur Einreichung von Fragestellungen an EIOPA
  • Hintergrundinformationen zum Stresstest
  • FAQs und nationale Ansprechpartner („national contact points“)

Der Stresstest fokussiert sich auf Einzelversicherungsunternehmen, die Produkte mit langfristigen Zinsgarantien anbieten und damit besonders anfällig für lang anhaltende Niedrigzinsphasen sind (insbesondere Lebensversicherungsunternehmen). Bei der durch die nationalen Aufsichtsbehörden vorgenommenen Auswahl der teilnehmenden Versicherungsunternehmen soll eine Marktabdeckung von mindestens 75% des jeweiligen nationalen Marktes in Bezug auf die versicherungstechnischen Rückstellungen (Leben) erreicht werden. Um eine möglichst repräsentative Auswahl zu gewährleisten, soll dabei auch eine hinreichende Anzahl an Versicherungsunternehmen mittlerer und kleiner Größe einbezogen werden. Die deutschen Teilnehmer wurden bereits durch die BaFin informiert.

Bei dem Stresstest handelt es sich ausdrücklich nicht um einen „pass-or-fail“-Test, sondern um eine Maßnahme zur Beurteilung der Widerstandsfähigkeit und Anfälligkeit der Versicherungsunternehmen in Bezug auf besonders adverse Marktsituationen. Um deren Auswirkungen auf die gemäß der Vorgaben von Solvency II und auf Datenbasis vom 1. Januar 2016 berechneten Solvabilitätsposition der Versicherungsunternehmen zu analysieren, sieht EIOPA die folgenden beiden Stressszenarien vor:

  • „Low for Long“: Simulation eines dauerhaft niedrigen Zinsniveaus unter Anwendung einer Zinsstrukturkurve, die von EIOPA zu diesem Zweck für verschiedene Laufzeiten aus dem niedrigsten Stand der Null-Kupon-Euro-Swapkurve der letzten zwei Jahre abgeleitet wurde.
  • „Double Hit“: Simulation anhaltend niedriger Zinsen in Kombination mit einem Schock auf die Marktwerte bestimmter Vermögenswerte.

EIOPA wird die Ergebnisse des Stresstests im Dezember 2016 in anonymisierter bzw. aggregierter Form veröffentlichen. Rückschlüsse auf die Versicherungsunternehmen sollen nicht möglich sein.

Erste FAQs wurden von EIOPA bereits bereitgestellt. Im Verlauf des Stresstestes wird EIOPA darüber hinaus wöchentlich Fragen der teilnehmenden Versicherungsunternehmen und die dazugehörigen Antworten veröffentlichen. Für Fragen mit ausschließlich nationaler Bedeutung hat die BaFin ihrerseits entsprechende Veröffentlichungen angekündigt.

EIOPA-Stresstest 2016

EIOPA plant die regelmäßige Durchführung von Stresstests, um die Widerstandsfähigkeit von Versicherungsunternehmen in Bezug auf nachteilige Marktentwicklungen einzuschätzen. Diese Stresstests dienen nicht der Ermittlung einer zusätzlichen Kapitalanforderung, sondern zur Beurteilung der Auswirkungen, die besonders ungünstige makroökonomische oder versicherungsspezifische Schockszenarien auf die Versicherungsunternehmen haben können. Zudem werden Stresstests im Hinblick auf die makroprudenzielle Aufsicht auch zur Identifikation und Beurteilung von Risiken, die die Stabilität des Finanzsystems als Ganzes gefährden könnten, verwendet.

Im Rahmen des von EIOPA hierzu angedachten Zwei-Jahres-Intervalls wurden im Zuge der Vorbereitungsphase auf Solvency II bereits in den Jahren 2011 und 2014 Stresstests durchgeführt. Der nächste Stresstest ist für dieses Jahr 2016 geplant und ist damit der erste Stresstest seit der zum 1. Januar 2016 erfolgten Einführung von Solvency II. In diesem Zusammenhang sieht EIOPA derzeit folgenden Zeitplan vor:Stresstest

Der für 2016 geplante Stresstest umfasst zwei Szenarien und fokussiert die Einzelunternehmenssicht von Lebensversicherungsunternehmen. In einem Szenario soll die Widerstandsfähigkeit der in den Stresstest einbezogenen Versicherungsunternehmen im Hinblick auf ein anhaltend niedriges Zinsniveau simuliert werden. Im anderen Szenario sollen zusätzlich zu den Auswirkungen eines dauerhaft niedrigen Zinsumfeldes auch die Folgen gleichzeitig sinkender Marktwerte, der von den Versicherungsunternehmen gehaltenen Kapitalanlagen, beurteilt werden (Double-Hit-Szenario).

Die Durchführung des Stresstests erfolgt in enger Kooperation mit den nationalen Aufsichtsbehörden, welche unter anderem für die Auswahl und die Ansprache der relevanten Versicherungsunternehmen zuständig sind.

Stresstest und Quantitative Assessment für Einrichtungen betrieblicher Altersvorsorge

Am 11. Mai 2015 veröffentlichte EIOPA Unterlagen zur Durchführung eines Stresstests sowie eines Quantitative Assessment von Einrichtungen betrieblicher Altersvorsorge (EbAV) in 17 europäischen Ländern. Die Aufforderung richtet sich an alle Länder, in denen der EbAV Sektor 500 Millionen Euro an Kapitalanlagen überschreitet. Die Durchführung ist jedoch nicht für alle Einrichtungen verpflichtend, sondern eine Auswahl der Teilnehmer erfolgt in Zusammenarbeit mit den nationalen Aufsichten.

Ziel des Stresstests ist eine umfassende Analyse hinsichtlich der Belastbarkeit der EbAV und ihrer Pensionszusagen unter adversen Kapitalmarktszenarien sowie einem Langlebigkeitsszenario, wobei Einrichtungen mit leistungsbezogenen Pensionsplänen die Auswirkungen sowohl im Holistic Balance Sheet (HBS) als auch in der nationalen Handelsbilanz darzustellen haben.

Zeitgleich zum Stresstest führt EIOPA ein Quantitative Assessment (QA) durch, um Erfahrungen zu sammeln und die Angemessenheit der in 2014 von EIOPA veröffentlichten Vorschläge zur quantitativen Bewertung zu überprüfen. Dies soll es EIOPA ermöglichen, im Frühjahr 2016 eine entsprechende Empfehlung an die Europäische Kommission zu adressieren.

Sowohl der Stress Test als auch das QA können bis zum 10. August 2015 bei der nationalen Aufsicht eingereicht werden. Eine entsprechende Veröffentlichung der Ergebnisanalyse ist für Dezember 2015 angedacht.

/* */