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EIOPA Risk Dashboard – Erstes Quartal 2018

EIOPA hat am 24. Juli 2018 das Risk Dashboard für das erste Quartal 2018 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 8. Mai 2018 und 26. Januar 2018). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche blieb im ersten Quartal 2018 stabil. Der Rückgang von Makro- und Versicherungs(technischen)risiken wurde durch eine Zunahme von Marktrisiken ausgeglichen.
  • Die anhaltende Niedrigzinsphase und die jüngsten ungünstigen Entwicklungen, wie ein zunehmender Protektionismus, sollten trotz der Verbesserung der Wirtschaftsdaten und der anhaltenden Normalisierung der Geldpolitik nicht vernachlässigt werden.
  • Die seit März höhere Volatilität an den Anleihemärkten hat zu einem Anstieg der Marktrisiken geführt. Diese verbleiben jedoch auf mittlerem Niveau.
  • Trotz Zunahme der Spreads in allen Anleihesegmenten bleiben Kreditrisiken ebenfalls auf einem mittleren Niveau.
  • Die mittleren Solvabilitätsquoten verbleiben robust, obgleich einige Lebensversicherer stark auf Übergangsmaßnahmen angewiesen sind.
  • Die Markteinschätzung wurde durch eine insgesamt positive Veränderung der externen Ratingaussichten geprägt, die durch eine Underperformance der Aktien der Versicherer gegenüber dem Gesamtmarkt ausgeglichen wurde.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert. 

Erste Erkenntnisse aus den veröffentlichten SFCR

Am 22. Mai 2017 haben die Versicherungsunternehmen zum ersten Mal seit Inkrafttreten von Solvency II ihre Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR) auf Ebene der Einzelunternehmen für das Geschäftsjahr 2016 auf den Unternehmensinternetseiten veröffentlicht (siehe auch Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Damit sind detaillierte Informationen als bisher über die Solvenzkapitalanforderungen sowie die Auswirkungen der verwendeten Übergangsmaßnahmen öffentlich verfügbar.

Auf Basis einer Auswahl von jeweils zehn deutschen Lebens-, Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern haben wir eine erste Analyse der Solvabilitätsquoten, jeweils mit und ohne die verwendeten Übergangsmaßnahmen vorgenommen. In der gewählten Stichprobe kommt ein Internes Modell bei einem Lebens-, drei Kranken- und einem Schaden-/Unfallversicherer zur Anwendung. Ein weiterer Schaden-/Unfallversicherer nutzt ein partielles internes Modell. Alle übrigen Unternehmen berechnen ihre Solvabilitätskapitalanforderung mit der Standardformel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lebensversicherer in dieser Erhebung kamen auf eine Solvabilitätsquote von 341 % im Median, unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen (einschließlich Volatilitätsanpassung). Bei den Krankenversicherungen lag die Solvabilitätsquoten zum 31. Dezember 2016 im Median bei 444 %. Die Schaden-/Unfallversicherer erreichten eine Quote von 222 %. Bei keinem der jeweils zehn Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern in dieser Erhebung finden Übergangsmaßnahmen Anwendung.

Zieht man zum Vergleich das EIOPA Risk Dashboard aus April 2017 (Basis: 4. Quartal 2016¹) heran, kann man feststellen, dass die deutschen Lebensversicherer in dieser kleinen Stichprobe eine deutlich höhere Solvabilitätsquote als ihre europäischen Wettbewerber (208 %) haben. Bei den Schaden-/Unfallversicherer verhält es sich umgekehrt: Hier haben die deutschen Unternehmen eine niedrigere Solvabilitätsquote als ihre europäische Vergleichsgruppe (259 %).

Von den zehn Lebensversicherungsunternehmen in dieser Auswertung nutzen acht Unternehmen Übergangsmaßnahmen: Die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (Rückstellungstransitional) kommt bei sieben Unternehmen zur Anwendung; die Volatilitätsanpassung wenden acht Unternehmen an. Sechs Unternehmen verwenden sowohl die Übergangsmaßnahme für die versicherungstechnischen Rückstellungen als auch die Volatilitätsanpassung an. Die Übergangsmaßnahme bei Zinssätzen sowie Matching-Anpassungen werden von keinem Lebensversicherer verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Solvabilitätsquote der Lebensversicherer lag im Median bei 341 % unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen. Ohne die Verwendung der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (aber mit der Volatilitätsanpassung) sinkt der Median auf 150 %; ohne die Volatilitätsanpassung (aber unter Verwendung des Rückstellungstransitional) auf 292 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verteilung der Solvabilitätskapitalanforderung (ohne Diversifikationseffekte) zeigen sich, je nach der betriebenen Sparte, Unterschiede. In der Stichprobe wurden zur besseren Vergleichbarkeit nur Unternehmen, welche die Standardformel anwenden, berücksichtigt: Während die Lebens- und Krankenversicherer im (arithmetischen) Mittel mit rund 58 % am stärksten gegenüber dem Marktrisiko exponiert sind, so kommt es für die Nichtlebensversicherer mit 39 % nur an zweiter Stelle.

Die stärkste Exponierung liegt hier mit rund 52 % beim versicherungstechnischen Risiko vor.  Für die Krankversicherer macht es fast 35 % der Solvabilitätskapitalanforderung aus, bei den Lebensversicherern sind es 39 %. Das Gegenparteiausfall- sowie das operationelle Risiko sind für alle Sparten von untergeordneter Bedeutung, da sie nur einen Anteil von 0,5 % bis 6 % an der Solvabilitätskapitalanforderung haben.

Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren.

 

¹Jährliches und YE-Berichtswesen haben die gleiche Datenbasis, jedoch werden unter Umständen im vierteljährlichen Berichtswesen vereinfachte Bewertungsmethoden angewendet.

Abfrage der BaFin für EIOPA LTG-Bericht 2017

Im Auftrag von EIOPA führt die BaFin bis zum 15. Juni 2017 eine Abfrage bei allen Solvency-II-Unternehmen (Erst- und Rückversicherer) durch, um Informationen über die Anwendung und Wirkung der Maßnahmen für langfristige Garantien (Long-Term Guarantee, LTG) und der Maßnahmen gegen Aktienrisiken (Anwendung der symmetrischen Anpassung) zum Stichtag 31. Dezember 2016 zu sammeln (vgl. auch Zusammenfassung zum ersten LTG-Bericht der EIOPA in unserem Blog-Beitrag v. 22. Dezember 2016).

Die in einem von EIOPA bereit gestellten Template abgefragten Informationen betreffen:

  • die Auswirkungen auf Eigenmittel, SCR und MCR mit und ohne Berechnung der symmetrischen Anpassung der Kapitalanforderung für Aktienanlagen,
  • Szenarien zu Auswirkungen einer Extrapolation der risikofreien Zinssätze auf versicherungstechnische Rückstellungen, Eigenmittel, SCR und MCR unter Berücksichtigung sämtlicher Übergangsmaßnahmen (LTG-Maßnahmen und symmetrische Anpassungen), sowie
  • die Verlustwirkung bei der Anwendung von Matching-Adjustments auf die Portfolien.

Im nächsten Schritt haben die nationalen Aufsichtsbehörden (u.a. die BaFin) bis 16. Juli 2017 die gesammelten Informationen an EIOPA zu liefern. Die Versicherer werden bis September 2017 angehalten für Rückfragen der Aufsichtsbehörden zur Verfügung zu stehen (vgl. technische Spezifikationen, Tz. 17). Im Anschluss wird EIOPA auf Basis der gesammelten Angaben ihren LTG-Bericht für 2017 erstellen, welcher gemäß Artikel 77f SII-Richtlinie bis 2021 jährlich in aggregierter und anonymisierter Form zu veröffentlichen ist.

Die zu befüllenden Templates, technische Spezifikationen und Informationen sowie zusätzliche Hinweise und Hintergrundinformationen zur Abfrage sind auf der Internetseite von EIOPA zu finden.

Veröffentlichung von Informationen zu verwendeten Übergangsmaßnahmen im SFCR

Am 21. Dezember 2016 hat EIOPA eine Stellungnahme zur Veröffentlichung von Informationen zu verwendeten Übergangsmaßnahmen im SFCR bei der Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen veröffentlicht.

Sofern Versicherungsunternehmen im Einklang mit den Artikeln 308c und 308d der SII-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) von den Übergangsmaßnahmen bei risikofreien Zinssätzen oder bei versicherungstechnischen Rückstellungen Gebrauch machen (sog. „transitional measures“), so sinkt der abzugsfähige Anteil linear von 100 % ab dem 1. Januar 2016 auf 0 % zum 1. Januar 2032. Dies bedeutet, dass die jeweilige Neuberechnung jeweils nach dem Bilanzstichtag am ersten Tag des Folgejahres stattfindet.  

Die Auswirkungen der vorgenommenen Anpassungen aufgrund der Übergangsmaßnahmen auf die versicherungstechnischen Rückstellungen, Solvabilitäts-/Mindestkapitalanforderung und Eigenmittel können von signifikanter Bedeutung für die Beurteilung der Solvabilitätsposition eines Unternehmens sein.  

Zwar sind die Auswirkungen auf die Berechnungen mit und ohne Übergangsmaßnahmen im QRT S.22.01 „Auswirkung von langfristigen Garantien und Übergangsmaßnahmen“, welches dem Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) anzuhängen ist, zum Stichtag 31.12. darzustellen. Für die Öffentlichkeit ist nach Ansicht von EIOPA allerdings die Veränderung der Solvabilitätsposition, die sich unmittelbar nach dem Bilanzstichtag aufgrund der Neuberechnung am ersten Tag des Folgejahres ergibt, nicht ausreichend transparent, und das QRT könnte somit eine nur unvollständige Information über die Solvabilitätslage des Unternehmens vermitteln.

EIOPA weist daher darauf hin, dass die Unternehmen die Ergebnisse und Auswirkungen der Neuberechnungen nach dem Stichtag 31.12. im letzten Abschnitt „Sonstige Angaben“ der jeweiligen Kapitel des SFCR von Einzelunternehmen und Gruppen sowie im Single SFCR transparent darstellen sollen. In dem Abschnitt sind Informationen darzulegen, die sich zwischen dem Stichtag und der Veröffentlichung des SFCR ergeben. Die Informationen sind nur erforderlich, sofern sie für die Darstellung der Solvabilitätsposition des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind.  

Änderungsverordnung zur Level 2-DVO 2015/35

Mit der am 1. April 2016 im EU-Amtsblatt veröffentlichten Änderungsverordnung (EU) 2016/467 hat die Europäische Kommission die erwartete Änderung der Level 2-Durchführungsverordnung (EU) 2015/35 (DVO 2015/35) finalisiert (vgl. auch Blog-Beitrag vom 1. Oktober 2015). Nach Artikel 3 tritt die Änderungsverordnung am Tag nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, somit am 2. April 2016.

Die Änderungsverordnung steht im Zusammenhang mit der von der Europäischen Kommission im November 2014 beschlossenen Investitionsoffensive für Europa. Ein Schwerpunkt dieser ist unter anderem die Förderung privater Investitionen in Infrastruktureinrichtungen. Im Rahmen dessen soll Versicherungsunternehmen, bei welchen es sich um große institutionelle Anleger handelt, die Investition in Infrastruktureinrichtungen erleichtert werden. Hierzu definiert die Änderungsverordnung bestimmte, ein angemessenes Risikoprofil gewährleistende, Rahmenbedingungen innerhalb derer Infrastrukturinvestitionen unter erleichterten Bedingungen, d.h. niedrigeren Eigenmittelanforderungen, möglich sind.

Neben kleineren Berichtigungsbestimmungen (vgl. Artikel 2 – hier ist insbesondere die Klarstellung zu nennen, dass Gruppen für den Day 1- Bericht im Vergleich zum Bericht auf Ebene der Einzelunternehmen ergänzende 6 Wochen Zeit haben) nimmt die Änderungsverordnung insbesondere folgende Änderungsbestimmungen (vgl. Artikel 1) in die Level 2-Vorschriften mit auf:

  • Definition qualifizierter Infrastrukturinvestitionen (Art. 164a DVO 2015/35);
  • Risikomanagement für qualifizierte Infrastrukturinvestitionen (Art. 261a DVO 2015/35);
  • Kriterien für die Anwendung der Übergangsmaßnahmen für das Standardaktienrisiko (Art. 173 DVO 2015/35).

Diese Änderungsbestimmungen werden nachfolgend kurz erläutert.

Qualifizierte Infrastrukturinvestitionen (Art. 164a DVO)

Die Änderungsverordnung sieht sowohl für eigenkapitalbasierte als auch fremdkapitalbasierte qualifizierte Infrastrukturinvestitionen Erleichterungen hinsichtlich der Kapitalanforderungen vor. Bei einer qualifizierten Infrastrukturinvestition handelt es sich um Investitionen in Infrastrukturprojektgesellschaften (Special Purpose Vehicles, SPV), die unter anderem folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die Erfüllung der Verpflichtungen durch das SPV muss auch unter anhaltendem Stress gewährleistet sein;
  • Das SPV muss sowohl für die Eigenkapital- als auch die Fremdkapitalgeber prognostizierbare Zahlungsströme generieren;
  • Die vertragliche Ausgestaltung muss für die Investoren ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Dies betrifft insbesondere das Vorhandensein ausreichender Rücklagen und im Hinblick auf fremdkapitalbasierte Investitionen unter anderem die Vereinbarung bestimmter Sicherheiten und Covenants;
  • Bei Fremdkapitalinvestitionen muss das investierende Versicherungsunternehmen in der Lage sein gegenüber der Aufsicht nachzuweisen, dass die Investition bis zur Fälligkeit gehalten wird (Buy-and-Hold).

Für Eigenkapitalinvestitionen, die die Anforderungen an qualifizierte Infrastrukturinvestitionen erfüllen, wird innerhalb des Untermoduls für das Aktienrisiko ein separates Risikountermodul geschaffen. In diesem ist für strategische Infrastrukturinvestitionen ein Schockfaktor in Höhe von 22% vorgesehen, für nicht-strategische hingegen in Höhe von 30% zuzüglich 77% der symmetrischen Anpassung nach Art. 172 DVO 2015/35. Bislang wurden projektbasierte Eigenkapitalinvestitionen in Infrastruktur als Typ-2-Aktien behandelt und damit einem Schockfaktor von 49% zuzüglich der vollen symmetrischen Anpassung unterzogen.

Für Fremdkapitalinvestitionen (Anleihen und Kredite), die die Anforderungen an qualifizierte Infrastrukturinvestitionen erfüllen, werden für die Ermittlung des Spread-Risikos in Art. 180 DVO 2015/35 spezifische Parameter definiert, die unter gleichen Bedingungen zu einer niedrigeren Eigenmittelanforderung führen, als dies gemäß dem bislang angewandten Art. 176 DVO 2015/35 für das Spread-Risiko von Anleihen und Krediten der Fall war.

Risikomanagement für qualifizierte Infrastrukturinvestitionen (Art. 261a DVO 2015/35)

Versicherungsunternehmen haben im Vorfeld einer geplanten, qualifizierten Infrastrukturinvestition eine angemessene Due-Diligence-Prüfung durchzuführen. Bereits getätigte Infrastrukturinvestitionen sind bezüglich ihrer Zahlungsströme sowie ihrer Sicherheiten regelmäßig zu überwachen und geeigneten Stresstests zu unterziehen. Im Rahmen von fremdkapitalbasierten Infrastrukturinvestitionen müssen die Versicherungsunternehmen ihr Asset-Liability-Management derart gestalten, dass sie in der Lage sind die Investition bis zur Fälligkeit zu halten.

Kriterien für die Anwendung der Übergangsmaßnahme für das Standardaktienrisiko (Art. 173 DVO 2015/35)

Für eigenkapitalbasierte Investitionen in Infrastruktur kann ebenfalls die Übergangsmaßnahme gemäß Art. 308b Abs. 13 SII-RL angewandt werden, sofern:

  • diese Investitionen vor dem 1. Januar 2016 getätigt wurden und
  • nicht dem durationsbasierten Aktienrisiko (Art 304 SII-RL) unterliegen.

Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Schockfaktor unter Bildung eines gewichteten Mittelwertes aus 22% und dem gemäß Art. 164a DVO 2015/35 vorgesehenen Schockfaktor in Höhe von 30% zuzüglich 77% der symmetrischen Anpassung bis zum Jahr 2023 schrittweise auf den vollen Schockfaktor erhöht.

Gleiches gilt für aktien- oder eigenkapitalbasierten Infrastrukturinvestitionen von OGAW (Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapiere) oder in Fondsform, bei denen der Look-through-Ansatz keine Anwendung findet. Die Übergangsmaßnahme wird dann entsprechend auf den Aktien- bzw. Infrastruktur-Eigenkapitalinvestitionsanteil (gemäß der Zielallokation) angewendet, sofern diese vor dem 1. Januar 2016 gehalten wurde.

Jährlich wird der Anteil der Aktien- bzw. Eigenkapitalinvestitionen in Infrastruktur, auf den die Übergangsmaßnahme Anwendung findet, im Verhältnis zur Anlagenumschlagshäufigkeit des OGAW oder der Anlagen in Fondsform herabgesetzt.

Steigt wiederum der Anteil an Aktien- bzw. Infrastruktur-Eigenkapitalinvestitionen (aufgrund einer veränderten Zielallokation), so steigt auch der Anteil der Aktien bzw. Eigenkapitalinvestitionen in Infrastruktur, auf den die Übergangsmaßnahme Anwendung findet.

 

BaFin Auslegungsentscheidungen zu Säule 1 – Aktuarielle Themen spartenübergreifend

In unserem Blog-Beitrag vom 5. Januar 2016 haben wir auf die Veröffentlichung der Auslegungsentscheidungen der BaFin rund um Säule 1 und 2 der seit 1. Januar 2016 geltenden Solvency II-Regeln verwiesen.

Nun gehen wir näher auf die Veröffentlichungen zu den folgenden spartenübergreifenden aktuariellen Themen ein:

Der bei künftigen Prämien einkalkulierte erwartete Gewinn (EPIFP)

In der Auslegungsentscheidung der BaFin vom 4. Dezember 2015 wird die Berechnung des erwarteten Gewinns aus künftigen Prämien (Expected Profits in Future Premiums – EPIFP) erläutert. Diese Ausführung ist besonders interessant, da die BaFin das Thema nicht in ihren Erläuterungen zur Anwendung der Säule 1 – Bestimmungen in der Vorbereitungsphase behandelt hat.

Die BaFin liefert in Ihrer Auslegungsentscheidung eine kurze Zusammenfassung der Grundlagen des EPIFP. Die Definition erfolgt nach Art. 1 Abs. 46 Delegierten Verordnung (DVO) und die Kalkulation nach Art. 260 Abs. 2 – 4 DVO; die BaFin nennt zusätzlich die Anforderungen aus den entsprechenden EIOPA Leitlinien mit Bezug zum EPIFP.

EPIFP wird in der DVO definiert als „der erwartete Barwert künftiger Zahlungsströme, die daraus resultieren, dass für die Zukunft erwartete Prämien für bestehende Versicherungs- und Rückversicherungsverträge — die aber ungeachtet der gesetzlichen oder vertraglichen Rechte des Versicherungsnehmers auf Beendigung des Vertrags aus einem beliebigen Grund außer dem Eintritt des versicherten Ereignisses möglicherweise nicht gezahlt werden — in die versicherungstechnischen Rückstellungen aufgenommen werden.“

Berechnet wird der EPIFP als Differenz aus:

a) Versicherungstechnischen Rückstellungen ohne Risikomarge und

b) Versicherungstechnischen Rückstellungen ohne Risikomarge, unter der Annahme, dass die für die Zukunft erwarteten Prämien für bestehende Versicherungs- und Rückversicherungsverträge nicht gezahlt werden (ungeachtet der Rechte des Versicherungsnehmers (VN) auf Beendigung des Vertrags aus einem anderen Grund als dem Eintritt des versicherten Ereignisses).

Die BaFin erwartet in diesem Zusammenhang, dass die Zahlungsströme unter b) auf Grundlage der bereits für die versicherungstechnischen Rückstellungen unter a) vorliegenden Zahlungsströme ermittelt werden. Es sind die künftigen Prämienzahlungen zu identifizieren, wobei der dabei einkalkulierte erwartete Gewinn als (negative) Verbindlichkeit zu berücksichtigen ist. Eine Ermittlung im Rahmen einer Schock-Berechnung bewertet die BaFin als nicht angemessen. Im Ergebnis entspricht die Berechnung des EPIFP damit einem Davon-Ausweis in Bezug auf die versicherungstechnischen Rückstellungen.

EPIFP bei Lebensversicherungsverpflichtungen

Die BaFin stellt außerdem einen Ermittlungsansatz für Lebensversicherungsverpflichtungen dar. Die Zuordnung der Zahlungsströme für b) folgt dem versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzip, das der klassischen Prämien- und Leistungsberechnung zugrunde liegt:

Erwarteter Barwert künftiger Leistungen =
Vorhandene Mittel des Versicherungsbestandes + erwarteter Barwert künftiger Prämien

Auf dieser Grundlage können die zukünftigen Leistungen in zwei Teile aufgeteilt werden:

  1. Aus den vorhandenen Mitteln finanziert (vorhandene Mittel sind den bereits eingezahlten Prämien zuzuordnen) und
  2. Aus den zukünftigen Prämien finanziert.

Diese Aufteilung kann auf die Zahlungsströme der zukünftigen Gewinne übertragen werden. Die BaFin betont an dieser Stelle, dass die Besonderheiten des deutschen Versicherungsgeschäftes, insbesondere die Regelung zur Überschussbeteiligung, zu beachten sind. Bei der Zuordnung der zukünftigen Gewinne ist deren Entstehung angemessen zu berücksichtigen, besonders auch die Verweildauer der Mittel im Bestand und damit deren zeitlicher Beitrag zur Gewinnentstehung. Die künftigen Leistungen umfassen sämtliche Leistungen, die durch die gezahlte Prämie finanziert werden, darunter auch die Verwaltungskosten. Die künftigen Prämien sind als Bruttoprämie inklusive sämtlicher Kostenbeiträge, Ratenzuschläge und Anteile von Rückversicherern zu verstehen. Überschussverwendung in Form der Beitragsverrechnung wird nicht berücksichtigt.

Der Zahlungsstrom der Gewinne kann mit dem nachfolgenden Faktor den zukünftigen Prämien zugeordnet werden:

                Barwert zukünftiger Prämien                  
Vorhandene Mittel + Barwert zukünftiger Prämien

Voraussetzung dafür ist, dass die Aufteilung der Leistungen über den Zeitverlauf gleich bleibt und sich keine Effekte aus der Verweildauer im Bestand ergeben. Bei der Berechnung des Faktors sind die einzelnen Komponenten auf Basis der Rechnungsgrundlagen der HGB-Bilanzierung zu verwenden.

Anwendung der Übergangsmaßnahmen bei risikofreien Zinssätzen und versicherungstechnischen Rückstellungen

Die BaFin legt in dieser Auslegungsentscheidung vom 2. Dezember 2015 konkrete Berechnungsvorschriften für die Übergangsmaßnahmen nach § 351 VAG 2016 (risikofreie Zinssätze) und § 352 VAG 2016 (versicherungstechnische Rückstellungen) fest. Inhaltlich unterscheiden sich die Vorgaben nicht wesentlich von den Ausführungen, die die BaFin bereits in der Vorbereitungsphase veröffentlicht hat (vgl. Blog-Beitrag vom 9. April 2015). Die Berechnungsansätze werden zum Teil konkretisiert.

Die Übergangsmaßnahme bei risikofreien Zinssätzen resultiert in der vorübergehenden Parallelverschiebung der maßgeblichen risikofreien Zinskurve für jede Währung. Maßgeblich sind dabei:

  • Der Solvabilität-I-Zinssatz
  • Der Solvency-II-Zinssatz
  • Der für die Anpassung wirksamer prozentuale Anteil der Differenz zwischen beiden Zinssätzen. Die Werte reduzieren sich linear von 100% im Jahr 2016 auf 0% im Jahr 2032. Die BaFin liefert die entsprechende Tabelle in der Auslegungsentscheidung.

Beide Zinssätze werden im Detail definiert.

Die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen führt zu einer vorübergehenden Senkung der versicherungstechnischen Rückstellungen auf der Solvabilitätsübersicht. Die BaFin konkretisiert an dieser Stelle die Kalkulation des Abzugsterms. Den Abzug im ersten Jahr bildet die Differenz aus den versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II und den versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvabilität I. In den Folgejahren wird unter Berücksichtigung des oben genannten prozentualen Anteils (gemäß der angegebenen Tabelle) reduziert.

Die BaFin stellt klar, dass sie die Höhe des im ersten Jahr des Übergangszeitraums geltenden Abzugs begrenzen wird, wenn die für das Unternehmen geltenden Finanzmittelanforderungen (Summe aus versicherungstechnischen Rückstellungen und SCR) im Vergleich zu den Anforderungen sinken, die gemäß der bis zum 31. Dezember 2015 gültigen Rechtslage berechnet wurden.

Die BaFin konkretisiert in dieser Auslegungsentscheidung zudem die Berechnung der Solvabilität I- und Solvency II-Rückstellungen. Folgende Positionen zählen, soweit vorhanden, zur Solvabilität I-Rückstellung:

  • HGB-Deckungsrückstellung inklusive der Zinszusatzreserve (ZZR)
  • Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) – in der Lebensversicherung davon abweichend nur die festgelegte RfB (Positionen a) bis e) zuzüglich der garantierten Teile der RfB aus f) und g) nach § 28 Abs. 8 RechVersV)
  • Beitragsüberträge
  • Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
  • Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
  • Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
  • Ansammlungsguthaben (Bilanzposition „andere Verbindlichkeiten ggü. VN“)
  • Versicherungstechnische Rückstellungen der fondsgebundenen Lebensversicherung

In der Lebensversicherung sind noch nicht fällige Ansprüche aus Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an Versicherungsnehmer nicht mindernd zu berücksichtigen.

Die Solvency II-Rückstellung wird, ggf. unter Berücksichtigung einer Volatilitätsanpassung, gemäß den einschlägigen Solvency II-Anforderungen berechnet.

Die Übergangsmaßnahme kann auch auf einen Teilbestand angewendet werden. Die BaFin konkretisiert, dass in diesem Fall ein Teilbestand eine oder mehrere homogene Risikogruppen umfassen muss.

Die BaFin äußert sich auch zur Neuberechnung des Abzugsbetrags. Eine Neuberechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfolgt auf Verlangen der BaFin alle 24 Monate oder auf Antrag des Unternehmens mit anschließender Genehmigung der BaFin. Auslöser für eine Neuberechnung ist die wesentliche Veränderung des Risikoprofils eines Unternehmens, bspw. nach Bestandsübertragung. Neuberechnung und Fortführung der Übergangsmaßnahme folgen der oben beschriebenen Logik.

Projektion des Referenzzinses gemäß § 5 Abs. 3 Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV)

In der Auslegungsentscheidung vom 2. Dezember 2015 konkretisiert die BaFin, was bei der Projektion des Referenzzinses für die Berechnung des Besten Schätzwerts nach Solvency II-Anforderungen zu beachten ist. Der Geltungsbereich dieser Veröffentlichung erstreckt sich auf die Lebensversicherung und die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr.

Die Auslegungsentscheidung ist inhaltlich identisch mit den bereits in der Vorbereitungsphase erschienenen Erläuterungen (siehe auch Blog-Beitrag vom 9. April 2015). Auch die dort vorgestellten Beispiele zur Durchführung der Projektion des Referenzzinses sind weiterhin gegeben.

Der zukünftige Verlauf des Referenzzinses zur Ermittlung der Zinszusatzreserve hat Auswirkungen auf die zukünftige Überschussbeteiligung. Um die Zahlungsströme aus der zukünftigen Überschussbeteiligung herzuleiten, ist daher eine Solvency II-konforme Projektion des zukünftigen Verlaufs des Referenzzinses erforderlich.

Erfolgt diese Fortschreibung auf Basis der maßgeblichen risikofreien Zinsstrukturkurve gemäß § 77 VAG 2016, so ist diese um eventuelle Aufschläge aus Volatilitäts- und Matching-Anpassung zu bereinigen. Das in den Swap-Zinssätzen enthaltene Kreditrisiko darf für die Bestimmung des Referenzzinses ebenfalls nicht berücksichtigt werden. De facto ist die Projektion des Referenzzinses daher auf Basis der risikolosen Basiszinskurve gemäß Art. 44 der Delegierten Verordnung, d.h. ohne Anpassung für langfristige Garantien und vor der Anpassung um das Kreditrisiko durchzuführen. Für detaillierte Informationen zur Ermittlung und Extrapolation der maßgeblichen risikofreien Zinskurve verweisen wir auf die „technische Dokumentation“ von EIOPA (vgl. auch Blog-Beitrag vom 2. März 2015).

Solvency II Newsletter Nr. 10, Dezember 2015

Mit unserer zehnten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben.
In einem zusätzlichem Beitrag in der Rubrik „Versicherungsgruppen“ wurden außerdem die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Regulierung durchleuchtet. Somit befinden sich in dieser Ausgabe die folgenden Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Übergangsmaßnahmen unter Solvency II“ sowie „Der Paradigmenwechsel erreicht die nationale Gesetzgebung“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die interne Überprüfung des Governance Systems“ sowie „Outsourcing: Herausforderungen aufsichtskonform meistern“
  • Versicherungsgruppen: „Internationale Regulierung nimmt weiter Form an“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Neben diesen Themen halten wir Sie außerdem mit unseren Blog-Beiträgen über aktuelle Entwicklungen zu Solvency II informiert. Den Solvency II-Blog können Sie einfach über folgenden Link auf unserer Homepage abrufen: https://blogs.pwc.de/solvency-2/

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8
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BaFin veröffentlicht Informationen zum Antrag und der Genehmigung der Verwendung von Übergangsmaßnahme bei versicherungstechnischen Rückstellungen

Am 18. März 2015 veröffentlichte die BaFin Informationen zum Antrags- und Genehmigungsprozess für die Verwendung der Übergangsmaßnahmen bei versicherungstechnischen Rückstellungen und risikofreien Zinssätzen.

Allgemeines

Die Antragsformulare für die Verwendung der Übergangsmaßnahmen können zusammen mit den erforderlichen Nachweisen ab dem 1. April 2015 bei der BaFin eingereicht werden. Nach aktuellem Diskussionsstand ist anzunehmen, dass ein Antrag jederzeit bis zum Ende der Übergangsphase in 2032 gestellt werden kann. Erfolgt eine Beantragung der Verwendung der Übergangsmaßnahme erst im Übergangszeitraum (01.01.2016 – 01.01.2032), verkürzt sich die Abwendungsdauer entsprechend, wobei eine vorzeitige Beendigung der Nutzung vor dem 01.01.2032 sowie ein Wechsel der Nutzung der Übergangsmaßnahmen im Übergangszeitraum jederzeit möglich ist.

Innerhalb welchem Zeitraum die BaFin die Entscheidung über die Genehmigung mitzuteilen hat, wird nicht aufgegriffen.

Nach Auffassung des nationalen Gesetzgebers (§ 355 VAG-E) kann eine Genehmigung der Aufsicht über gestellte Anträge vor dem 1. Januar 2016 erfolgen, eine Wirksamkeit entfaltet sich jedoch frühestens ab dem 1. Januar 2016, sofern kein späteres Datum mitgeteilt wird.

Anwendung der Übergangsmaßnahmen

Der Anwendungsbereich der Übergangsmaßnahmen betrifft nur die Versicherungsverpflichtungen, deren Verträge vor dem 01.01.2016 abgeschlossen wurden.

Im Falle einer Verwendung ist die Übergangsmaßnahme bei risikofreien Zinssätzen auf alle Verpflichtungen gem. Artikel 308c Abs. 3 der SII-RL (auch Verpflichtungen aus der Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr sowie der Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrt-Renten-Versicherung anzuwenden.

Ebenso zulässig ist gem. Artikel 30d Abs. 1 der SII-RL die Verwendung der Übergangsmaßnahmen bei versicherungstechnischen Rückstellungen auf einen Teil der im Bestand vorhandenen homogegen Risikogruppen.

Antragsformular für die Verwendung der Übergangsmaßnahme bei versicherungstechnischen Rückstellungen

Die Beantragung der Übergangsbestimmung (Antrag Übergangsmaßnahme versicherungstechnische Rückstellungen) ist schriftlich zu stellen, wobei mindestens folgende Aspekte darzustellen sind:

  • Anwendungsumfang der Übergangsmaßnahme auf Basis von homogenen Risikogruppen gem. Artikel 80 der SII-Rahmenrichtlinie sowie Beginn der Anwendung
  • Berechnung des Abzugs gem. Artikel 308d Abs. 2 der SII-Rahmenrichtlinie sowie die Zusammensetzung der versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvabilität I
  • Erklärung der SII-Konformität gem. der SII-Rahmenrichtlinie zur Erfüllung folgender Punkte:
    • Bewertung der Einhaltung der Kapitalanforderungen mit und ohne Berücksichtigung der Übergangsmaßnahme in der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung
    • Keine Anwendung der Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze
    • Veröffentlichung der Quantifizierung der Auswirkungen einer Nichtanwendung der Übergangsmaßnahme auf die Finanzlage des Unternehmens
    • Unterrichtung der Aufsichtsbehörde bei Nichtbedeckung ohne Übergangsmaßnahme sowie Vorlage eines Plans innerhalb von zwei Monaten nach Feststellung
    • Bestimmung der Risikomarge ohne Übergangsmaßnahme und Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung unter Berücksichtigung der Maßnahme
  • Liste aller eingereichten bzw. geplanten Genehmigungsanträge unter Angabe des (voraussichtlichen) Antragdatums

Antragsformular für die Verwendung der Übergangsmaßnahme bei risikofreien Zinssätzen

Die Beantragung der Übergangsbestimmung (Antrag Übergangsbestimmung risikofreie Zinssätze) ist schriftlich zu stellen, wobei mindestens folgende Aspekte darzustellen sind:

  • Anwendungsumfang der Übergangsmaßnahme auf Basis von Bestandsversicherungen gem. Artikel 308c Abs. 3 der SII-Rahmenrichtlinie unter Beachtung der Leitlinie 9 der EIOPA-Leitlinien EIOPA-CP-14/049 sowie Beginn der Anwendung
  • Berechnung der für die Zinsanpassung erforderlichen effektiven Jahreszinssätze gem. Artikel 308c Abs. 2 SII-Richtlinie sowohl für den Beginn des Übergangszeitraums (01.01.2016 bis 01.01.2032) als auch während des Übergangszeitraums
  • Angemessene Berücksichtigung der Übergangsmaßnahmen bei der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen insbesondere hinsichtlich dem zukünftigen Versicherungsnehmerverhalten, dem Verfahren zur Projektion der zukünftigen Kapitalerträge für die Zwecke der Herleitung der zukünftigen Überschussbeteiligung sowie der Berücksichtigung von Neugeschäft während der Übergangsphase
  • Erklärung der SII-Konformität gem. der SII-Rahmenrichtlinie zur Erfüllung folgender Punkte:
    • Bewertung der Einhaltung der Kapitalanforderungen mit und ohne Berücksichtigung der Übergangsmaßnahme in der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung
    • Keine Verwendung der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen und der Matching-Anpassung bei Anwendung der Maßnahme für risikofreie Zinssätze
    • Veröffentlichung der Quantifizierung der Auswirkungen einer Nichtanwendung der Übergangsmaßnahme auf die Finanzlage des Unternehmens
    • Unterrichtung der Aufsichtsbehörde bei Nichtbedeckung ohne Übergangsmaßnahme sowie Vorlage eines Plans innerhalb von zwei Monaten nach Feststellung
    • Bestimmung der Risikomarge ohne Übergangsmaßnahme und Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderung unter Berücksichtigung der Maßnahme
  • Liste aller eingereichten bzw. geplanten Genehmigungsanträge unter Angabe des (voraussichtlichen) Antragdatums

 

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