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BaFin veröffentlicht Erkenntnisse aus Solvency-II-Berichtswesen

Nach Auswertung des Day1-Reportings zum 1. Januar 2016 und der ersten Quartalsberichterstattung zum 31. März 2016 veröffentlichte die BaFin am 9. August 2016 ihre Erkenntnisse aus dem Berichtswesen zu den einzelnen Versicherungssparten nach dem Inkrafttreten von Solvency II.

Mit wenigen Ausnahmen ist die Versicherungsbranche ausreichend kapitalisiert, um die neuen Solvabilitätskapitalanforderungen (SCR) und Mindestkapitalanforderungen (MCR) zu erfüllen. Dennoch war insbesondere im Bereich der Lebensversicherung aufgrund der schwierigen Kapitalmarktsituation eine deutliche Reduzierung der SCR-Bedeckungsquoten im Vergleich vom 1. Januar 2016 bis zum Ende des ersten Quartals zu verzeichnen.

Mit ihrer Veröffentlichung gibt die BaFin einen guten Überblick über die aktuelle Branchensituation und schafft somit Transparenz für alle Marktteilnehmer, um sich ein Bild über die Auswirkungen der neuen Solvency II-Anforderungen auf die einzelnen Versicherungssparten zu machen. Die BaFin macht jedoch auch deutlich, dass „aufgrund der hohen Volatilität – bedingt durch die Veränderungen des Marktumfeldes -… der bloße Vergleich von SCR-Bedeckungsquoten mit Vorsicht zu genießen ist“.

Nachfolgend ein Überblick über wesentliche Erkenntnisse der BaFin aus dem Solvency II-Berichtswesen:

Lebensversicherung (LV)
  • 77 der LV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, 7 der LV verwendeten ein (partielles) internes Modell.
  • Alle 84 LV konnten zum 1. Januar 2016 eine ausreichende SCR-Bedeckung aufweisen.
  • 16 (1.1.2016) bzw. 26 (31.3.2016) der LV erreichten nur mit Anwendung von Übergangsmaßnahmen eine SCR-Überdeckung.
  • 12 der 84 LV wendeten ausschließlich die Volatilitätsanpassung an.
  • 9 der 84 LV wendeten ausschließlich die Übergangsmaßnahmen an.
  • Etwa die Hälfte (43) aller LV wendeten sowohl Volatilitätsanpassung als auch Übergangsmaßnahmen an.
  • Die SCR-Quote der Branche betrug 283 % (1.1.2016) bzw. 209 % (31.3.2016).
  • Das arithmetische Mittel der SCR-Quote betrug 364 % (1.1.2016) bzw. 286 % (31.3.2016).
Schaden- und Unfallversicherung (SUV)
  • 173 der SUV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, wovon 7 der SUV unternehmensspezifische Parameter verwendeten (insb. Rechtsschutzversicherer).
  • Außerdem verwendeten 6 SUV ein partielles internes Modell, 7 SUV ein volles internes Modell.
  • Von den 186 berichtspflichtigen SUV waren 3 SUV nicht ausreichend kapitalisiert, um das SCR zu bedecken.
  • Die durchschnittliche Bedeckungsquote betrug 278 % (1.1.2016) bzw. 280 % (31.3.2016).
Krankenversicherung (KV)
  • 38 der KV wendeten die Standardformel zur Berechnung des SCR an, 4 der KV verwendeten ein (partielles) internes Modell.
  • Von den 41 KV waren alle Unternehmen in ausreichendem Maße bedeckt: 528 % (1.1.2016) bzw. 510 % (31.3.2016).
  • 8 KV wendeten spezielle Maßnahmen zur Bewertung langfristiger Garantien unter Solvency II (Long-Term-Guarantee-Maßnahmen) und Übergangsmaßnahmen an.
Rückversicherern (RV)
  • 23 der RV wendeten zur Berechnung des SCR die Standardformel an, 1 der RV verwendete unternehmensspezifische Parameter.
  • Bei den RV ergab sich eine durchschnittliche SCR-Quote von 326 % (1.1.2016) bzw. 320 % (31.3.2016).

Eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse – u.a. mit Angaben zur Zusammensetzung des SCR, der Kapitalanlagen und der Basiseigenmittel – findet sich in der von der BaFin zur Verfügung gestellten Anlage zu den Erkenntnissen aus den Sparten unter Solvency II.

Ab 2017 müssen alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen sowie alle Versicherungsgruppen unternehmensbezogene Informationen im Rahmen des Berichts über ihre Solvabilität und Finanzlage (SFCR) unter Solvency II veröffentlichen.

Solvency II Review 2018 zur Änderung der Standardformel

Die Europäische Kommission hat am 18. Juli 2016 einen Aufruf an EIOPA zur Stellungnahme zu potenziellen Änderungen an der Standardformel im Hinblick auf den Solvency II Review 2018 herausgegeben (Call for Advice). Mit diesem Aufruf, welcher dem offiziellen Schreiben an EIOPA beigefügt ist, erhält EIOPA das Mandat zur Übermittlung von Vorschlägen zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 (DVO 2015/35) zu spezifischen Themen der Standardformel (zur letzten Änderung der DVO 2015/35 vgl. auch unseren Blog-Beitrag vom 6. April 2016).

Das Mandat beruht auf Erwägungsgrund (150) der DVO 2015/35, nach dem die Europäische Kommission einen planmäßigen Review der Standardformel bis Ende 2018 vorsieht. Im Rahmen dieses Reviews sollen insbesondere die Methoden, Annahmen und Standardparameter der Standardformel überprüft werden. Ziel des Reviews ist, zu gewährleisten, dass die Standardformel weiterhin dauerhaft die in der Solvency II-Rahmenrichtlinie verankerten Anforderungen erfüllt. Dabei sollen die Erfahrungen der (Rück-)Versicherungsunternehmen aus der Übergangsphase und den ersten Jahren der Anwendung von Solvency II berücksichtigt werden.

Im Rahmen einer öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission zwischen September 2015 und Januar 2016 wurden drei Themengebiete innerhalb von Solvency II identifiziert, in denen signifikante Verbesserungen erzielt werden können:  

  1. Umsetzung von Proportionalität bzw. die Nutzung von Vereinfachungen;  
  2. Die Beseitigung nicht beabsichtigter Inkonsistenzen, unter anderem auch sektorübergreifend (z.B. „CRR/CRD IV“ oder „EMIR“ Vorschriften);  
  3. Die Auswirkungen auf langfristige Investitionen.

Mit dem aktuellen Call for Advice an EIOPA sollen die ersten beiden der genannten Themengebiete adressiert werden. Vor diesem Hintergrund greift die Europäische Kommission die folgenden Bereiche mit Potenzial für Änderungen in Bezug auf Methoden, Annahmen und/oder Kalibrierungen der Standardparameter auf:  

  • Ausgewählte Risiko- und Subrisikomodule der Standardformel
  • Klassifizierung von Eigenmitteln und Liste der Tier 1-Eigenmittel
  • Risikomarge (Review der Cost-of-Capital Rate)
  • Anpassung für die Verlustausgleichsfähigkeit latenter Steuern
  • Risikominderungstechniken
  • Unternehmensspezifische Parameter (USP’s)
  • In Bezug auf die Gruppensolvabilität: Das Währungsrisiko im Rahmen der Abzugs- und Aggregationsmethode

Die Frist zur Einreichung der Vorschläge im Rahmen eines Technical Advice endet am 31. Oktober 2017. EIOPA kann jedoch von einer schrittweisen Übermittlung Gebrauch machen und ist dazu aufgerufen, einen Zeitplan zur beabsichtigten Einreichung des Technical Advice zu kommunizieren. Vor diesem Hintergrund kann mit Branchenkonsultationen innerhalb der nächsten Monate gerechnet werden.

Solvency II Newsletter Nr. 9, Oktober 2015

Mit unserer neunten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II auf der Zielgerade“
  • Kapitalanforderungen: „Unternehmensspezifische Parameter unter Solvency II“
  • Aufsichtsrechtlicher Dialog & Genehmigungsverfahren: „Aufsichtsrechtlicher Dialog und Sanktionen der BaFin
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Day 1 Reporting – Anforderungen der ersten Berichtspflicht unter Solvency II“ sowie „Zusätzliche Anforderungen an die Berichterstattung über Kapitalanlagen“

Neben diesen Themen finden Sie Informationen zu unserem „Business Breakfast Solvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb“, welches im November und Dezember 2015 an verschiedenen Standorten stattfinden wird. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik „Service“.

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

 

BaFin veröffentlicht Übersetzung der Annahmen für die Berechnung der Standardformel sowie Formulare für die Genehmigung unternehmensspezifischer Parameter (USP)

Am 23. Februar 2015 veröffentlichte die BaFin eine Übersetzung des EIOPA-Papiers „The underlying assumptions in the standard formula for the Solvency Capital Requirement calculation“ aus Juli 2014. Dies beinhaltet die verwendeten Annahmen in der Standardformel zur Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen innerhalb und zwischen den einzelnen Risikomodulen sowie zugehörige Hintergrundinformationen.

Dadurch soll die Beurteilung möglicher signifikanter Abweichungen zwischen dem unternehmensindividuellen Risikoprofil des Einzelunternehmens (bzw. der Gruppe) und den der Standardformel zugrundeliegenden Annahmen unterstützt werden, welche das Einzelunternehmen (bzw. die Gruppe) gemäß Artikel 45 Abs. 6 SII-RL der Aufsichtsbehörde im Bericht zur unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (FLAOR/ORSA) angeben muss.

Einhergehend mit der Veröffentlichung der Übersetzung veröffentlichte die BaFin am 23. Februar für Einzelunternehmen (bzw. Gruppen), die bei der Berechnung des SCR unternehmens- bzw. gruppenspezifische Parameter (USP/GSP) verwenden möchten, Antragsformulare zur Genehmigung dieser Parameter sowie zugehörige Erhebungsbögen.

Die Antragsformulare (Antrag USP, Antrag GSP) orientieren sich an den Technischen Standards (ITS) zum Genehmigungsverfahren für die Verwendung Unternehmensspezifischer Parameter.

Die Hinweise zu den Antragsformularen enthalten eine Auflistung aller Angaben und Unterlagen, die gemäß der ITS jedem Genehmigungsverfahren beigelegt werden müssen. Außerdem sind die Anträge um ein Begleitschreiben zu ergänzen, aus welchem hervorgeht, dass der Antrag in Einklang mit den Artikeln 1 und 3 der ITS steht.

Die zugehörigen Erhebungsbögen (Erhebungsbogen USP, Erhebungsbogen GSP) dienen der Unterstützung der Einzelunternehmen (bzw. der Gruppe) für ein vollständiges Einreichen der Unterlagen. Können die dort aufgelisteten Fragen, direkt bei Antragsstellung beantwortet werden, beschleunigt dies die inhaltliche Prüfung des Antrags erheblich.

Die Anträge können ab dem 1. April 2015 bei der BaFin eingereicht werden, eine Vorlage des Erhebungsbogens wird seitens der BaFin empfohlen.

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